Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
»Sehr gut«, sagte Moiraine nach einer Pause. »Du kannst mit uns kommen.«
Lans Gesicht zeigte einen Augenblick lang Überraschung. Dann war sie wieder verflogen, und er blieb äußerlich ruhig, doch zornig brach es aus ihm heraus: »Nein, Moiraine!«
»Es ist jetzt ein Teil des Großen Musters, Lan.«
»Das ist lächerlich!« gab er zurück. »Es gibt keinen Grund, warum sie mitkommen sollte, und alle Gründe sprechen sogar dagegen.«
»Es gibt einen Grund dafür«, sagte Moiraine gelassen. »Ein Teil des Musters, Lan.« Das steinerne Gesicht des Behüters zeigte keine Regung, doch er nickte langsam.
»Aber Egwene«, sagte Rand, »die Trollocs werden uns jagen. Wir werden nicht in Sicherheit sein, bevor wir Tar Valon erreichen.«
»Versuch nicht, mir Angst einzujagen«, bat sie. »Ich komme mit.«
Rand kannte diesen Tonfall. Er hatte ihn nicht mehr vernommen, seit sie zu der Ansicht gekommen war, daß nur Kinder auf die höchsten Bäume klettern, aber er erinnerte sich gut daran. »Wenn du glaubst, es macht Spaß, von Trollocs gejagt zu werden...«, begann er, aber Moiraine unterbrach ihn.
»Wir haben keine Zeit mehr für so etwas. Bei Tagesanbruch müssen wir so weit wie möglich entfernt sein von hier. Wenn wir sie zurücklassen, Rand, könnte sie das ganze Dorf in Aufruhr bringen, bevor wir noch eine Meile weg sind, und das würde ganz sicher den Myrddraal warnen.«
»Das würde ich nicht tun!« protestierte Egwene.
»Sie kann auf dem Pferd des Gauklers reiten«, sagte der Behüter. »Ich werde ihm genug Geld dalassen, damit er ein anderes Pferd kaufen kann.«
»Das ist kaum möglich«, kam Thom Merrilins widerhallende Stimme vom Heuboden. Diesmal fuhr Lans Schwert aus der Scheide, und er steckte es nicht zurück, als er nach dem Gaukler dort oben Ausschau hielt.
Thom warf eine Deckenrolle hinunter, zog sich dann die Riemen des Flötenkastens und an der Harfe über den Rücken und schulterte pralle Satteltaschen. »Dieses Dorf braucht mich nicht, und andererseits habe ich meine Künste noch nie in Tar Valon gezeigt. Obwohl ich für gewöhnlich allein reise, habe ich nach der letzten Nacht nichts mehr gegen das Reisen in Gesellschaft.«
Der Behüter sah Perrin scharf an, und dieser trat verlegen von einem Fuß auf den anderen. »Ich habe nicht daran gedacht, den Heuboden zu untersuchen«, murmelte er.
Als der staksige Gaukler die Leiter vom Heuboden herunterkletterte, sagte Lan ganz steif und formelclass="underline" »Ist das auch ein Teil des Großen Musters, Moiraine Sedai?«
»Alles ist ein Teil des Musters, mein alter Freund«, antwortete Moiraine sanft. »Wir können uns das nicht aussuchen. Aber wir werden ja sehen.«
Thom setzte die Füße auf den Fußboden des Stalles, drehte sich von der Leiter weg und wischte sich die Strohhalme von dem Flickenumhang. »Tatsächlich«, sagte er in normalerem Tonfall, »könnte man sagen, daß ich auf Gesellschaft beim Reisen bestehe. Ich habe viele Stunden gebraucht und viele Krüge Bier geleert, um darüber nachzudenken, wie ich einst wohl meine Tage beschließen werde. Der Kochtopf eines Trollocs tauchte allerdings dabei nicht auf.« Er sah mißtrauisch das Schwert des Behüters an. »Das da ist nicht nötig. Ich bin kein Käse, den man aufschneidet.«
»Meister Merrilin«, sagte Moiraine, »wir müssen schnell aufbrechen und befinden uns höchstwahrscheinlich in großer Gefahr. Die Trollocs sind immer noch da draußen, und wir reiten bei Nacht. Seid Ihr sicher, daß Ihr mit uns reisen möchtet?«
Thom betrachtete sie alle mit einem rätselhaften Lächeln. »Wenn es nicht zu gefährlich für das Mädchen ist, dann kann es auch für mich nicht zu gefährlich sein. Außerdem, welcher Gaukler nähme nicht gern ein wenig Gefahr in Kauf, wenn er dafür seine Kunst in Tar Valon zeigen kann?«
Moiraine nickte, und Lan schob sein Schwert in die Scheide zurück. Rand fragte sich plötzlich, was wohl geschehen wäre, hätte Thom seine Meinung geändert oder Moiraine nicht genickt. Der Gaukler sattelte sein Pferd, als wären ihm solche Gedanken nie gekommen, aber Rand bemerkte, daß er Lans Schwert mehr als einmal ansah.
»Nun aber«, sagte Moiraine, »welches Pferd soll Egwene benutzen?«
»Die Pferde des Händlers sind genauso schlecht wie die Dhurran-Hengste«, antwortete der Behüter mürrisch. »Kräftig, aber sie kommen nur langsam voran.«
»Bela«, sagte Rand. Ein Blick Lans traf ihn, und er wünschte, er hätte seinen Mund gehalten. Aber er wußte, daß er Egwene nicht davon abbringen konnte, also blieb ihm nichts anderes übrig, als zu helfen. »Bela ist vielleicht nicht so schnell wie die anderen, aber sie ist kräftig. Ich reite sie manchmal. Sie kann mithalten.«
Lan schaute in Belas Box, wobei er leise vor sich hin fluchte. »Sie ist vielleicht ein wenig besser als die anderen«, sagte er schließlich. »Ich glaube nicht, daß wir eine Wahl haben.«
»Dann muß es sein«, sagte Moiraine. »Rand, such bitte einen Sattel für Bela. Schnell jetzt! Wir haben uns schon zu lange aufgehalten.«
Rand suchte rasch einen Sattel und eine Decke im Sattelraum und holte Bela dann aus ihrer Box. Die Stute drehte den Kopf nach hinten und sah ihn in schlaftrunkener Überraschung an, als er ihr den Sattel auf den Rücken legte. Wenn er sie einmal ritt, dann gewöhnlich ohne Sattel; sie war nicht daran gewöhnt. Er sprach beruhigend auf sie ein, während er den Sattelgurt befestigte, und sie nahm das Außergewöhnliche mit einem Schütteln der Mähne hin.
Er nahm Egwene ihr Bündel ab und schnallte es hinter den Sattel. Derweil stieg sie auf und ordnete ihren Rock. Der war nicht als Hosenrock geteilt, also konnte man ihre Wollstrümpfe bis zum Knie sehen. Sie trug die gleichen Schuhe aus weichem Leder wie die anderen Mädchen aus dem Dorf. Sie waren absolut nicht geeignet für eine Reise nach Wachhügel, geschweige denn nach Tar Valon.
»Ich bin immer noch der Meinung, daß du nicht mitkommen solltest«, sagte Rand. »Ich habe das mit den Trollocs nicht erfunden. Aber ich verspreche dir, daß ich auf dich aufpassen werde.«
»Vielleicht muß ich auf dich aufpassen«, antwortete sie leichthin. Als er sie verzweifelt ansah, lächelte sie und streichelte ihm über das Haar. »Ich weiß, daß du auf mich aufpassen wirst, Rand. Wir werden beide aufeinander aufpassen. Aber jetzt mußt du schauen, daß du auf dein Pferd kommst.«
Er merkte, daß alle anderen bereits aufgesessen waren und auf ihn warteten. Das einzige Pferd, das noch ohne Reiter war, war Wolke, ein großer Grauer mit schwarzer Mähne, der Jon Thane gehörte oder gehört hatte. Rand kletterte in den Sattel, allerdings nicht ohne Schwierigkeiten, denn der Graue warf den Kopf hoch und tänzelte seitwärts, als er den Fuß in den Steigbügel stellte. Die Scheide verfing sich in seinen langen Beinen. Es war kein Zufall, daß die Freunde Wolke verschmäht hatten. Meister Thane hatte mit dem lebhaften Grauen den Pferden der Kaufleute häufig Rennen geliefert, und Thane hatte noch keine Niederlage erlebt, aber Wolke hatte es seinem Reiter noch nie leichtgemacht. Lan mußte einen hohen Preis bezahlt haben, damit der Müller das Pferd verkaufte. Als Rand sich im Sattel niederließ, wurde Wolkes Tänzeln noch heftiger, als freue sich der Graue darauf, losgaloppieren zu können. Rand griff die Zügel ganz fest und versuchte sich einzureden, daß es keine Schwierigkeiten geben werde. Wenn er sich selbst überzeugen konnte, dann vielleicht auch das Pferd.
Eine Eule schrie durch die Nacht, und die Dorfbewohner fuhren zusammen, bevor sie erkannten, daß es nur ein Vogel war. Dann lachten sie nervös und sahen sich verschämt an.
»Als nächstes werden wir noch vor einer Feldmaus auf die Bäume klettern«, sagte Egwene mit einem unsicheren Auflachen. Lan schüttelte den Kopf. »Es wäre besser, wenn es Wölfe gewesen wären.«
»Wölfe!« rief Perrin, und der Behüter bedachte ihn mit einem teilnahmslosen Blick.
»Wölfe können Trollocs nicht leiden, Schmied, und Trollocs mögen keine Wölfe oder Hunde. Wenn ich Wölfe hören würde, könnte ich sicher sein, daß da draußen keine Trollocs auf uns warten.« Er schritt mit seinem hochgewachsenen Schwarzen langsam hinaus in die mondhelle Nacht.