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Die Chronolithen [The Chronoliths - de]

Электронная книга - «Die Chronolithen [The Chronoliths - de]». Краткое содержание книги:

Aus dem Nichts taucht in Thailand plötzlich ein siebzig Meter hoher Obelisk auf und richtet in weitem Umkreis durch eine Druckwelle und einen extremen Temperatursturz große Verwüstungen an. Doch nicht Außerirdische haben das Artefakt geschickt, sondern es kommt aus der Zukunft. Es besteht aus einem fremdartigen, unzerstörbaren Stoft und trägt eine Inschrift, die den Sieg eines gewissen Kuin verkündet, der sich das Land unterworfen habe… Scott Warden. der als Aussteiger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ein sorgloses Leben am Strand führt, wird durch das Ereignis aus der Bahn geworfen: Als er heimlich das abgesperrte Gelände betritt, um den Obelisken zu untersuchen, wird er verhaftet und vom Geheimdienst verschleppt. Und als er dann später wieder freikommt, ist seine Familie außer Landes geflohen und in die USA zurückgekehrt. Denn inzwischen ist ein weiteres Kuin-Monument mitten in Bangkok aufgetaucht, mit verheerenden Folgen. Und noch mehr dieser Obelisken erscheinen, zerstören Istanbul und Jerusalem… Wer aber ist dieser Kuin? Ist er ein kommender Welteroberer? Oder ein Messias, der seine Schatten voraus wirft in die Vergangenheit? Doch wie sollte das möglich sein? Und warum ist Scott immer in der Nähe, wenn ein weiterer Chronolith emporsteigt?
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»In welcher Werkstatt genau.«

Sie antwortete nicht.

»Wir müssen das nicht vor der Polizei vertiefen«, sagte Hitch.

»Im Auto ist er besser aufgehoben. Das haben Sie selbst gesagt.«

Sie flüsterte inzwischen.

»Das ist zweifellos richtig.«

»Jeff hat kein Wort von… einer Wallfahrt gesagt, aber als er mich um den Wagen bat, hätte mich das stutzig machen müssen. Sein Vater meinte, das brauche die Polizei nicht zu wissen. Das würde Jeff nur zum Kriminellen machen. Oder uns — wegen Beihilfe. Er kommt schon wieder. Sie werden sehen.«

»Sie könnten uns helfen…«, begann Hitch.

»Alles steht doch auf dem Kopf, finden Sie nicht? Kann man den Kindern einen Vorwurf machen?«

»Geben Sie uns die Zulassung und die GPS-Signatur des Wagens. Die Polizei erfährt nichts davon.«

Sie griff geistesabwesend nach ihrer Handtasche, dann zögerte sie. »Wenn Sie die Kinder finden, sind Sie dann auch nett zu Jeff?«

Das konnten wir ihr versprechen.

Hitch telefonierte mit Morris Torrance, der den Wagen bis El Paso verfolgt hatte. Das GPS lag in einem lokalen Recycling-Hof; der Rest des Wagens fehlte, womöglich verkauft oder gegen einen sicheren Grenzübertritt getauscht. »Sie sind unterwegs nach Portillo«, sagte Hitch, »ich bin mir fast sicher.«

»Nichts wie hin«, sagte ich.

Er nickte. »Morris bucht den Flug. Wir müssen uns beeilen.«

Beeilen. »Es ist also mehr als ein Gerücht? Portillo, meine ich. Der Chronolith.«

»Du hast es erfasst«, sagte er tonlos. »Es ist mehr als ein Gerücht. Die Zeit drängt.«

Fünfzehn

An der Ausfahrt nach Portillo wurden wir von Soldaten abgewiesen: Die Stadt sei bereits unbewohnbar, voller Amerikaner, die wie Hunde auf den Straßen hockten, eine Schande. Wie zur Bestätigung winkten sie einen Konvoi aus Rot-Kreuz-Transportern durch.

Hitch diskutierte nicht lange und folgte dem mit Schlaglöchern und Rissen durchsetzten Highway ein paar Meilen weiter in südlicher Richtung. Es gab, so Hitch, noch einen anderen Weg nach Portillo, nicht viel mehr als ein Viehtrieb, aber durchaus befahrbar für den zerbeulten Van, den wir am Flughafen gemietet hatten.

»Solche Wege sind sowieso sicherer«, meinte er. »Vorausgesetzt man hält nicht an.« Solche Wege hatte er schon immer bevorzugt.

»Warum ausgerechnet hier?«, wunderte sich Ashlee, die durchs Fenster in die öde Landschaft von Sonora stierte: Agaven, gelbes struppiges Gras und hin und wieder eine Viehranch, die ums Überleben kämpfte.[29]

Die Kuin-Rezession hatte Mexiko schwer zugesetzt, hatte die Verdienste der Gonsalvez-Regierung zunichte gemacht und der ehrwürdigen und korrupten Partido Revolucionario lnstitutional wieder in den Sattel geholfen. Die Armut der Landbevölkerung war inzwischen wieder auf dem Niveau, wie es vor der Jahrtausendwende gewesen war. Gleichzeitig war Mexico City die Stadt mit der größten Bevölkerungsdichte auf dem Kontinent, und dazu noch die mit der höchsten Umweltbelastung und der höchsten Verbrechensrate. Portillo dagegen war ein staubiges Städtchen ohne ersichtliche strategische oder militärische Bedeutung, eines unter vielen, die verwelkten und dahinsiechten.

»Es gibt mehr Chronolithen außerhalb der Ballungszentren als innerhalb«, erklärte ich Ashlee. »Die Durchbruchsorte scheinen fast planlos, bis auf Fanale wie Bangkok oder Jerusalem. Warum, weiß keiner. Vielleicht ist es einfacher, einen Chronolithen dahin zu setzen, wo mehr Platz ist. Oder die kleineren Monumente werden schon errichtet, bevor die Städte an die Kuinisten fallen.«

Wir hatten eine Kühlbox mit Wasserflaschen und zwei Kartons Proviant dabei. Mehr als genug für drei Leute. Zuhause in Baltimore glich Sue Chopra nach wie vor Daten aus ihrem inoffiziellen Netzwerk an Informanten und aus der jüngsten Generation von Überwachungssatelliten ab. Die Erkenntnisse über Portillo waren nicht bekannt gemacht worden. Die Behörden fürchteten eine Flut von Pilgern. Aber genau das hatten Internetgerüchte trotz Nachrichtensperre bewirkt.

Unsere Vorräte reichten mindestens für fünf Tage, was mehr als genug war, denn nach Sue Chopras Einschätzung standen wir weniger als fünfzig Stunden vor dem Ereignis.

Der »Viehtrieb« war eine steinige Fahrspur durch niedrige Vegetation, gekrönt von einem endlosen türkisfarbenen Himmel. Wir hatten noch ein Dutzend Meilen bis Portillo, als wir die erste Leiche sahen.

Ashlee wollte partout, dass wir anhielten, obwohl klar war, dass wir nichts mehr tun konnten. Sie wollte Gewissheit. Denn der Leichnam, meinte sie, habe etwa die Größe von Adam.

Doch der junge Mann, angezogen mit einem schmutzigweißen Hanfhemd und gelber Kevlarhose, war schon eine ganze Weile tot. Die Schuhe hatte man ihm gestohlen, auch die Armbanduhr samt Terminal und vermutlich auch die Brieftasche. Ein stumpfer Gegenstand hatte ihm den Schädel zertrümmert. Der Körper war von Verwesung aufgedunsen und hatte offensichtlich eine Reihe von Aasfressern angelockt, von denen zur Zeit nur die Ameisen zu sehen waren, die einen trägen Pendelverkehr auf seinem ausgedörrten Arm unterhielten.

»Davon werden wir noch mehr zu Gesicht bekommen«, meinte Hitch und heftete den Blick auf den Horizont. »In diesem Teil des Landes gibt es mehr Diebe als Fliegen, vor allem seit die PR1 die letzte Wahl für ungültig erklärt hat. Zweitausend total blauäugige Amerikaner an ein und demselben Ort wirken auf jedes gewaltbereite Arschloch südlich von Juarez wie ein Magnet, und sie sind zu hungrig, um irgendwelche Skrupel zu haben.«

Gewiss, er hätte das etwas behutsamer sagen können, aber wozu? Der Beweis lag im Sand und stank.

Ich blickte Ashlee an. Ashlee betrachtete den toten jungen Amerikaner. Sie war blass, und ihre Augen glitzerten vor Bestürzung.

Ashlee hatte uns klar gemacht, dass es besser war, wenn wir sie mitnahmen, und ich hatte schließlich eingewilligt. Ich mochte imstande sein, Kaitlin aus diesem Debakel zu retten, aber auf Adam Mills hatte ich keinen Einfluss. Selbst wenn ich ihn fände, meinte Ashlee, wäre ich nicht in der Lage, ihm diesen Hadsch auszureden. Vielleicht konnte das niemand, auch sie nicht, aber versuchen — versuchen musste sie es.

Es war natürlich gefährlich, extrem gefährlich, doch Ashlee war fest entschlossen, nach Portillo zu reisen, ob mit oder ohne uns. Und ich konnte sie gut verstehen. Das Gewissen lässt einem manchmal keine Wahl. Das hat nichts mit Mut zu tun. Wir waren nicht hier, weil wir tapfere Krieger waren. Wir waren hier, weil wir hier sein mussten.

Doch der tote Landsmann war eine Demonstration aller Wahrheiten, denen wir nur allzu gerne ausgewichen wären. Der Wahrheit, dass unsere Kinder einen Ort aufgesucht hatten, an dem so etwas passierte. Dass es ebenso gut Adam oder Kaitlin hätte treffen können. Dass nicht jedes Kind, das in Gefahr schwebt, auch gerettet werden kann.

Hitch kletterte hinters Steuer. Ich und Ash stiegen hinten ein. Sie legte den Kopf an meine Schulter, das erste Mal, dass sie Erschöpfung zeigte, seit wir die Vereinigten Staaten verlassen hatten.

Es zeigte sich einmal mehr, dass wir nicht die einzigen Amerikaner waren, die diese Route genommen hatten. Wir kamen an einer verwaisten Limousine vorbei, die mit gebrochener Achse an einer Böschung hing, und ein rostzerfressener Edison mit Nummernschildern von Oregon überholte uns in waghalsigem Tempo und wirbelte alkalische Staubwolken in den Nachmittag. Und dann endlich hatten wir eine Anhöhe erklommen und sahen Portillo vor uns liegen, auf der Zufahrtsstraße lauter Konglomerate von Kuppelzelten, die an Insekteneier erinnerten. Die Hauptstraße durch Portillo wurde von Lehmziegelgaragen, Abfallhaufen, armseligen Behausungen und einem Chaos aus amerikanischen Autos gesäumt. Der Ort selbst war ein Schandfleck im Kolonialstil zwischen zwei lizensierten Motels und ebenso vielen Tankstellen. Das alles war kampflos an die Kuinisten gefallen. Hadsch-Jugend in allen Schattierungen hatte sich hier versammelt, die meisten ohne angemessene Ausrüstung und Erfahrung. Die Einwohner hatten zum großen Teil ihre Behausungen aufgegeben und sich auf den Weg zur Stadt gemacht. Diejenigen, die geblieben waren, so Hitch, waren Kranke oder Alte, Diebe oder Wasserverkäufer, Opportunisten oder überforderte Mitglieder der örtlichen Gendarmerie. Außerhalb der Versorgungszelte internationaler Hilfsorganisationen gab es so gut wie keine Lebensmittel. Die Armee blockierte die Zufahrten und wies fahrende Verkäufer ab, in der Hoffnung, Hunger würde die Pilgerscharen zerstreuen.

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29

Sonora ist ein Bundesstaat von Mexiko (genauer der»Estados Unidos Mexicanos«)

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