Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]
Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
1 ... 41 42 43 44 45 46 47 48 49 ... 175
Перейти на страницу:

»Modder, ich wollte es Gawyn sagen«, schluchzte sie, dann hielt sie inne, als sie sah, daß ihre Mutter nicht im Zimmer war. Auch die Tränen versiegten sofort.

Agnes stand eine Weile beim Fenster, als könnte sie sich nicht klar werden, was nun geschehen sollte, dann flog sie herum und lief zurück zur Tür. Auf halbem Weg erspähte sie Kivrin und machte wieder halt.

»Ich weiß, wer du bist«, sagte sie und kam ohne Furcht näher. Sie war kaum groß genug, um über die Bettdecke zu sehen. Die Bänder ihrer Kappe waren wieder aufgegangen. »Du bist das Fräulein, das Gawyn im Wald fand.«

Kivrin befürchtete, daß ihre Antwort in der Form, wie der Dolmetscher sie offensichtlich verstümmelte, das kleine Mädchen ängstigen würde. Sie hob den Kopf ein wenig vom Kissen und nickte.

»Was geschah mit deinem Haar?« fragte Agnes. »Haben die Räuber es gestohlen?«

Kivrin schüttelte den Kopf und lächelte über die komische Idee.

»Maisry sagt, die Räuber haben deine Zunge gestohlen«, sagte Agnes. Sie zeigte auf Kivrins Stirn. »Tut es weh?«

Kivrin nickte.

»Ich habe ein schlimmes Knie«, sagte sie und zog es mit beiden Händen hoch, um Kivrin den schmutzigen Verband zu zeigen. Die alte Frau hatte recht gehabt. Er rutschte schon, und sie konnte die Wunde darunter sehen. Kivrin hatte angenommen, daß es nur eine Hautabschürfung sei, aber die Wunde sah ziemlich tief aus.

Agnes wankte auf einem Bein, ließ das Knie los und lehnte sich gegen das Bett. »Wirst du sterben?«

Ich weiß nicht, dachte Kivrin beim Gedanken an den Schmerz in ihrer Brust. Die Sterblichkeitsrate bei Pockenerkrankungen hatte im Mittelalter bei 75 Prozent gelegen, und wenn ihr verstärktes Immunsystem so wenig funktionierte wie der implantierte Dolmetscher…?

»Bruder Hubard ist gestorben«, sagte Agnes altklug. »Und Gilbert. Er fiel vom Pferd. Ich sah ihn liegen. Sein Kopf war ganz rot. Bruder Hubard starb an der Blaukrankheit, sagt Rosemund.«

Kivrin fragte sich, was die Blaukrankheit war — vielleicht Erstickung, oder ein Schlaganfall -, und ob er der Kaplan war, dessen Ablösung Eliwys’ Schwiegermutter so am Herzen lag. Pater Roche war anscheinend der Dorfpfarrer, wahrscheinlich ungebildet und möglicherweise sogar analphabetisch, obwohl sie sein Latein gut verstanden hatte. Und er war freundlich gewesen. Er hatte sie bei der Hand gehalten und ihr gesagt, daß es nichts zu fürchten gebe. Es gibt nette Leute im Mittelalter, Mr. Dunworthy, dachte sie. Pater Roche und Eliwys und Agnes.

»Mein Vater sagte, er würde mir eine Elster bringen, wenn er von Bath kommt«, sagte Agnes. »Adelica hat einen Falken. Manchmal darf ich ihn halten.« Sie hielt den gekrümmten Arm aufwärts und von sich, die kleine Faust geschlossen, als säße ein Falke auf ihrem imaginären Handschuh. »Ich habe einen Hund.«

»Hat dein Hund einen Namen?« fragte Kivrin.

»Ich nenne ihn Blackie«, sagte Agnes, doch Kivrin war überzeugt, daß dies nur die Version des Dolmetschers war. Wahrscheinlich hatte das Kind Blakkin gesagt. »Er ist schwarz. Hast du einen Hund?«

Kivrin war so überrascht, daß sie nicht gleich antworten konnte. Sie hatte gesprochen und sich verständlich gemacht. Agnes hatte nicht einmal zu erkennen gegeben, daß ihre Aussprache ungewöhnlich war. Sie hatte gesprochen, ohne an den Dolmetscher zu denken oder auf seine Übersetzung zu warten, und vielleicht war das das Geheimnis.

»Nein, ich habe keinen Hund«, sagte sie in banger Erwartung, ob es ihr gelingen würde, den Erfolg zu wiederholen.

»Ich werde meiner Elster das Sprechen beibringen. Ich werde ihr beibringen, daß sie sagt: Guten Morgen, Agnes.«

»Wo ist dein Hund?« fragte Kivrin in einem neuen Versuch. Die Worte klangen jetzt anders, leichter und mit der seltsam französisch anmutenden Betonung, die sie in der Sprache der Frauen gehört hatte.

»Willst du Blackie sehen? Er ist im Stall«, sagte sie. Es klang wie eine direkte Antwort, aber die sprunghafte kindliche Ausdrucksweise machte es schwierig, Gewißheit zu bekommen. Vielleicht plapperte Agnes nur drauflos. Um sicherzugehen, würde Kivrin sie etwas fragen müssen, was ganz außerhalb des Themas lag und nur eine Antwort zuließ.

Agnes streichelte das weiche Fell der Bettdecke und summte vor sich hin.

»Sag mir, wie du heißt«, sagte Kivrin und überließ es dem Dolmetscher, ihre Worte umzuwandeln. Ob er es richtig machte, blieb unklar, aber das Kind zögerte nicht.

»Agnes«, sagte das kleine Mädchen prompt. »Mein Vater sagt, ich darf auch einen Falken haben, wenn ich alt genug bin, ein Pferd zu reiten. Ich hab ein Pony.« Sie hörte auf, das Fell zu streicheln, stützte die Ellbogen auf das Bett und legte das Kinn in die kleinen Hände. »Ich kenne deinen Namen«, sagte sie selbstgefällig. »Er ist Katherine.«

»Was?« sagte Kivrin. Katherine. Wie war sie auf den Namen gekommen? Ihr angenommener Name sollte Isabel sein. War es möglich, daß sie zu wissen glaubten, wer sie war?

»Rosemund sagt, daß niemand deinen Namen kennt«, fuhr Agnes fort, »aber ich hörte Pater Roche zu Gawyn sagen, daß du Katherine genannt wirst. Rosemund sagt, du kannst nicht sprechen, aber du kannst es doch.«

Kivrin hatte ein plötzliches Vorstellungsbild des Priesters, wie er sich über sie beugte, das Gesicht verhüllt von den Flammen, die ständig vor ihr zu lodern schienen, und auf lateinisch sagte: »Wie ist dein Name, daß ich dir die Absolution erteilen kann?«

Und sie hatte sich bemüht, das Wort zu bilden, obwohl ihr Mund so trocken war, daß sie kaum sprechen konnte, in Angst, daß sie sterben und die anderen niemals erfahren würden, was mit ihr geschehen war.

»Heißt du Katherine?« fragte Agnes, und durch die Übersetzung des Dolmetschers konnte sie klar die Stimme des kleinen Mädchens hören. Es klang genau wie Kivrin.

»Ja«, sagte Kivrin. Ihr war zum Weinen zumute.

»Blackie hat ein…«, sagte Agnes. Der Dolmetscher hatte das Wort nicht aufgefangen. Karrette? Charrette? »Es ist rot. Magst du es sehen?« Und bevor Kivrin sie zurückhalten konnte, lief sie durch die halboffene Tür hinaus.

Kivrin wartete und hoffte, das Kind würde zurückkommen und ein Karrette oder Charrette nichts Lebendiges sein, und bedauerte, daß sie nicht gefragt hatte, wo sie war und wie lange sie schon im Haus war, obwohl Agnes wahrscheinlich zu jung war, um es zu wissen. Sie sah wie drei oder vier aus, obwohl sie natürlich viel kleiner war als ein dreijähriges Kind der Neuzeit. Dann also fünf, oder sogar sechs. Ich hätte sie nach ihrem Alter fragen sollen, dachte Kivrin, bevor ihr einfiel, daß die Kleine das auch nicht wissen würde. Nicht einmal Johanna von Orleans hatte gewußt, wie alt sie war, als die Inquisitoren sie bei ihrer Gerichtsverhandlung gefragt hatten.

Wenigstens konnte sie Fragen stellen, dachte Kivrin. Der Dolmetscher war doch nicht defekt. Er mußte vorübergehend funktionsunfähig gewesen sein, verwirrt von der seltsamen Dialektfärbung der Aussprache, oder irgendwie durch ihr Fieber beeinträchtigt, aber jetzt war er in Ordnung, und Gawyn wußte, wo der Absetzort war, und konnte ihn ihr zeigen.

Sie richtete sich auf, den Oberkörper auf die Ellbogen gestützt, um die Tür zu sehen. Die Anstrengung ließ den Schmerz in Brust und Kopf Wiederaufleben und machte sie schwindlig. Ängstlich befühlte sie Stirn und Wangen. Sie fühlten sich warm an, doch mochte das daran liegen, daß ihre Hände kalt waren. Es war eisig im Zimmer, und auf ihrem Ausflug zum Nachttopf hatte sie keine Spur von einem Kohlenbecken oder auch nur einer Wärmflasche gesehen.

Waren Wärmflaschen schon erfunden? Es mußte so sein. Wie hätten die Leute sonst die Kleine Eiszeit überleben sollen? Es war so kalt.

Sie begann heftig zu zittern. Das Fieber mußte wieder im Steigen begriffen sein. War das möglich? In ihrem medizinischen Selbstunterricht hatte sie gelesen, wie ein Fieber zurückging, nachdem es den Höhepunkt überschritten hatte, und daß der Patient danach geschwächt war, aber das Fieber kehrte nicht zurück, oder? Doch, das kam vor, zum Beispiel bei Malaria. Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, wiederkehrende Fieber. Natürlich gab es das.

1 ... 41 42 43 44 45 46 47 48 49 ... 175
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)