Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04
- Автор: Мартин Джордж Рэймонд Ричард
- Серия: Das Lied von Eis und Feuer #2
- Год: 2000
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Helweg
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04». Краткое содержание книги:
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Plötzlich hatten sie den Aufruhr hinter sich gelassen, und ihre Hufschläge hallten über den gepflasterten Platz vor dem Vorwerk der Burg. Eine Reihe Speerträger hielt das Tor frei. Ser Jaslyn ließ seine Lanzenreiter kehrtmachen. Die Speere teilten sich, um die Gefolgschaft des Königs durch das Fallgitter zu lassen. Hellrote Mauern ragten über ihnen auf, und ihre Höhe und die Armbrustschützen auf den Wehrgängen boten einen äußerst tröstlichen Anblick.
Tyrion erinnerte sich später nicht mehr daran, dass er abgestiegen war. Ser Mandon half soeben dem König vom Pferd, als Cersei, Tommen und Lancel gefolgt von Ser Meryn und Ser Boros durch das Tor ritten. Boros’ Klinge war mit Blut verschmiert, während man Meryn den weißen Umhang vom Rücken gerissen hatte. Ser Balon Swann kehrte ohne Helm zurück, sein Pferd war schaumbedeckt und blutete aus dem Maul. Horas Rothweyn brachte Lady Tanda herein, die vor Angst um ihre Tochter Lollys fast von Sinnen war; das Mädchen war unterwegs aus dem Sattel geworfen worden und zurückgeblieben. Lord Gil war im Gesicht grauer als je zuvor und erzählte, dass er gesehen habe, wie der Hohe Septon aus seiner Sänfte gestürzt sei und laut Gebete sprach, während der Pöbel über ihn herfiel. Jalabhar Xho sagte, er glaube beobachtet zu haben, dass Ser Preston Grünfeld von der Königsgarde zu der umgekippten Sänfte zurückgeritten sei, doch ganz sicher war er nicht.
Die Frage eines Maesters, ob er verletzt sei, nahm Tyrion kaum wahr. Er drängte sich über den Hof zu seinem Neffen, dessen mistverkrustete Krone schief auf seinem Kopf saß. »Verräter«, stammelte Joffrey aufgeregt, »ich werde sie alle enthaupten lassen, ich …«
Der Zwerg schlug ihm so hart ins Gesicht, dass Joffrey die Krone vom Kopf fiel. Dann stieß er ihn mit beiden Händen vor die Brust und warf ihn zu Boden. »Du verdammter blinder Narr!«
»Sie waren Verräter«, kreischte Joffrey am Boden. »Sie haben mich beschimpft und mich angegriffen.«
»Du hast deinen Hund auf sie gehetzt! Was hast du denn erwartet? Dass sie widerstandslos das Knie beugen, während der Bluthund ein paar Köpfe abschlägt? Du verzogener hirnloser kleiner Bengel, du hast Clegane auf dem Gewissen, und mögen die Götter wissen, wie viele noch, und trotzdem bist du ohne einen Kratzer davongekommen. Verflucht sollst du sein!« Und damit trat er ihn. Es fühlte sich so gut an, am liebsten hätte er noch einmal zugetreten, doch Ser Mandon Moor zerrte ihn fort, als Joffrey aufheulte, und dann war Bronn da und hielt ihn zurück. Cersei kniete bei ihrem Sohn, während Ser Balon Swann Ser Lancel bändigte. Tyrion riss sich aus Bronns Griff los. »Wie viele sind noch draußen?«, rief er laut, an niemanden im Besonderen gerichtet.
»Meine Tochter«, schrie Lady Tanda. »Bitte, jemand muss hinaus und Lollys holen …«
»Ser Preston ist noch nicht zurückgekehrt«, berichtete Ser Boros Blount, »und Aron Santagar auch nicht.«
»Und Tyrek Lannister fehlt ebenfalls«, sagte Ser Horas Rothweyn.
Tyrion blickte sich im Hof um. »Wo ist das Starkmädchen? «
Einen Augenblick lang antwortete niemand. Schließlich sagte Joffrey: »Sie ist neben mir geritten. Ich weiß nicht, wo sie geblieben ist.«
Der Zwerg drückte die Finger auf die pochenden Schläfen. Falls Sansa Stark zu Schaden gekommen war, war Jaime ein toter Mann. »Ser Mandon, Ihr wart ihr Schild.«
Ser Mandon Moor zeigte sich unbekümmert. »Als sie über den Bluthund herfielen, habe ich zuerst an den König gedacht. «
»Das war auch richtig so«, warf Cersei ein. »Boros, Meryn, geht zurück und sucht das Mädchen.«
»Und meine Tochter«, schluchzte Lady Tanda. »Bitte, Sers …«
Ser Boros wirkte nicht gerade erfreut angesichts der Aussicht, die Sicherheit der Burg gleich wieder zu verlassen. »Euer Gnaden«, sagte er zur Königin, »der Anblick der weißen Umhänge könnte die Wut des Pöbels weiter anstacheln. «
Tyrion hatte mehr als genug ertragen. »Die Anderen mögen Eure verdammten Umhänge holen! Legt sie ab, wenn Ihr Euch so davor fürchtet, sie zu tragen, Ihr verfluchter Dummkopf … aber findet Sansa Stark, oder ich schwöre Euch, ich lasse Shagga Euren hässlichen Kopf spalten und schaue mir an, ob sich außer schwarzem Pudding noch etwas darin befindet. «
Ser Boros wurde purpurrot vor Zorn. »Ihr nennt mich hässlich, Ihr?« Er wollte bereits das blutige Schwert heben, das er noch immer in der Hand hielt. Bronn stieß Tyrion hinter sich.
»Hört auf!«, fauchte Cersei. »Boros, Ihr tut, was man Euch aufgetragen hat, oder wir werden uns jemand anderen für Euren Umhang suchen. Euer Eid …«
»Da ist sie!«, rief Joffrey und zeigte mit dem Finger zum Tor.
Durch das Tor galoppierte Sandor Clegane auf Sansas Fuchs. Das Mädchen saß hinter ihm und hatte beide Arme um seine Brust geschlungen.
Tyrion rief ihr zu: »Seid Ihr verletzt, Lady Sansa?«
Blut rann aus einer tiefen Wunde an ihrem Kopf. »Sie haben … sie haben Sachen geworfen … Steine und Dreck und Eier …. Ich habe versucht, ihnen zu erklären, dass ich ihnen kein Brot geben kann. Ein Mann wollte mich aus dem Sattel ziehen. Der Bluthund hat ihn getötet, glaube ich … sein Arm …« Sie riss die Augen auf und schlug die Hand vor den Mund. »Er hat ihm den Arm abgehackt!«
Clegane ließ das Mädchen zu Boden gleiten. Sein weißer Umhang war zerrissen und schmutzig, und Blut quoll aus einer Wunde am linken Arm. »Der kleine Vogel blutet. Jemand soll ihn in seinen Käfig bringen und nach der Wunde schauen. « Maester Frenken eilte sofort herbei. »Santagar haben sie erledigt«, fuhr der Bluthund fort. »Vier haben ihn auf die Erde gedrückt und abwechselnd mit einem Pflasterstein auf seinen Kopf eingeschlagen. Einen konnte ich aufschlitzen, doch hat das Ser Aron nicht mehr viel geholfen.«
Lady Tanda trat näher. »Meine Tochter …?«
»Habe sie nicht gesehen.« Der Bluthund blickte sich mit finsterer Miene im Hof um. »Wo ist mein Pferd? Falls dem Tier etwas passiert ist, wird irgendjemand dafür bezahlen.«
»Es ist eine Weile mit uns mitgelaufen«, sagte Tyrion, »aber ich weiß nicht, was dann mit ihm passiert ist.«
»Feuer!«, rief eine Wache vom Turm herunter. »Mylords, in der Stadt ist Rauch zu erkennen. Flohloch brennt.«
Tyrion war unaussprechlich müde, doch er hatte einfach keine Zeit, seiner Verzweiflung nachzugeben. »Bronn, nimm so viele Männer, wie du brauchst, und kümmere dich darum, dass die Wagen mit dem Wasser nicht überfallen werden. « Bei den guten Göttern, das Seefeuer, falls es in Brand gerät … »Wir können ganz Flohloch verlieren, wenn es sein muss, aber auf keinen Fall darf das Feuer die Gildenhalle der Alchimisten erreichen, verstanden? Clegane, Ihr begleitet ihn.«
Für die Dauer eines halben Herzschlags glaubte Tyrion, er habe Furcht in den dunklen Augen des Bluthunds gesehen. Feuer, wurde ihm klar. Die Anderen sollen mich holen, natürlich, er hasst Feuer, er hat es bereits zu gut kennengelernt. Der ängstliche Ausdruck war sofort wieder verschwunden und wurde durch die gewohnte mürrische Miene ersetzt. »Ich gehe«, sagte er, »wenn auch nicht wegen Eures Befehls. Ich muss mein Pferd finden.«