Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04
- Автор: Мартин Джордж Рэймонд Ричард
- Серия: Das Lied von Eis und Feuer #2
- Год: 2000
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Helweg
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04». Краткое содержание книги:
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»Heute hat er mich abermals gebeten, ihn zu heiraten.«
»Ja, und ich weiß auch, warum.« Wenn der Ritter die Stirn runzelte, berührten sich die Augenbrauen über den tief liegenden Augen.
»Weil er Tag und Nacht von mir träumt.« Sie lachte.
»Vergebt mir, meine Königin, doch er träumt von Euren Drachen.«
»Xaro hat mir versichert, in Qarth würden Mann und Frau nach der Heirat ihr Eigentum behalten. Die Drachen gehören mir.« Sie lächelte, als Drogon flatternd über den Marmorboden hüpfte und auf das Kissen neben ihr kroch.
»Er sagt die Wahrheit, allerdings hat er eines nicht erwähnt. Die Qartheen haben eine eigentümliche Hochzeitszeremonie, meine Königin. Am Tag ihrer Vereinigung darf die Frau ein Pfand der Liebe von ihrem Gemahl einfordern. Was immer sie von seinen weltlichen Schätzen verlangt, muss er ihr geben. Und er darf sie um das Gleiche bitten. Um einen einzigen Gegenstand, aber was auch immer gefordert wird, darf nicht versagt werden.«
»Einen Gegenstand, der nicht versagt werden darf«, wiederholte sie.
»Mit einem Drachen würde Xaro Xhoan Daxos diese Stadt beherrschen, aber Eurem Zweck würde ein einziges Schiff wenig dienen.«
Dany knabberte an einer Zwiebel und dachte betrübt über die Treulosigkeit der Männer nach. »Auf dem Rückweg von der Halle der Tausend Throne sind wir an einem Basar vorbeigekommen«, erzählte sie. »Dort habe ich Quaithe getroffen. « Sie berichtete von dem Feuermagier und der flammenden Leiter und davon, was die Frau mit der roten Maske ihr darüber erklärt hatte.
»Um die Wahrheit zu sagen, wäre ich froh, diese Stadt zu verlassen«, erwiderte der Ritter, nachdem sie ihre Schilderung beendet hatte. »Doch nicht, um nach Asshai zu ziehen.«
»Wohin dann?«
»Nach Osten«, sagte er.
»Ich bin eine halbe Welt von meinem Königreich entfernt. Wenn ich noch weiter nach Osten gehe, finde ich den Heimweg nach Westeros vielleicht nie mehr.«
»Wenn Ihr nach Westen zieht, riskiert Ihr Euer Leben.«
»Das Haus Targaryen hat Freunde in den Freien Städten«, erinnerte sie ihn. »Treuere Freunde als Xaro oder die Reingeborenen. «
»Falls Ihr auf Illyrio Mopatis anspielt, bin ich mir da nicht so sicher. Für genug Gold würde Illyrio Euch verkaufen wie einen Sklaven.«
»Mein Bruder und ich waren ein halbes Jahr lang zu Gast bei Illyrio. Wenn er uns hätte verkaufen wollen, hätte er es damals schon tun können.«
»Er hat Euch verkauft«, sagte Ser Jorah. »An Khal Drogo.«
Dany errötete. Der Ritter hatte die Wahrheit gesprochen, doch ihr gefiel die Schärfe seines Tonfalls nicht. »Illyrio hat uns vor den Messern des Thronräubers geschützt, und er hat an die Ziele meines Bruders geglaubt.«
»Illyrio glaubt an gar nichts, außer an sich selbst. Vielfraße sind gierige Männer, und Magister sind hinterhältig. Illyrio Mopatis ist beides. Was wisst Ihr wirklich über ihn?«
»Er hat mir die Dracheneier geschenkt.«
Ser Jorah schnaubte. »Hätte er gewusst, wie man sie ausbrütet, hätte er sich selbst daraufgesetzt.«
Daraufhin musste sie lächeln. »Oh, daran zweifle ich nicht, Ser. Ich kenne Illyrio besser, als Ihr denkt. Als ich sein Anwesen in Pentos verließ, um meine Sonne, meine Sterne zu heiraten, war ich noch ein Kind, doch ich war weder taub noch blind. Und heute bin ich kein Kind mehr.«
»Selbst wenn Illyrio der Freund wäre, für den Ihr ihn haltet«, beharrte der Ritter, »ist er nicht mächtig genug, um Euch aus eigener Kraft auf den Thron zu hieven, denn das ist ihm schon bei Eurem Bruder nicht gelungen.«
»Er ist reich«, erwiderte sie. »Vielleicht nicht so reich wie Xaro, doch reich genug, um Schiffe für mich zu mieten und Männer anzuheuern.«
»Söldner haben ihren Nutzen«, räumte Ser Jorah ein. »Dennoch werdet Ihr den Thron Eures Vaters nicht zurückerobern, indem Ihr mit dem Abschaum der Freien Städte zuschlagt. Nichts schmiedet ein zerbrochenes Reich so rasch wieder zusammen wie eine Armee von Eindringlingen auf seinem Boden.«
»Ich bin ihre rechtmäßige Königin«, protestierte Dany.
»Ihr seid eine Fremde, die mit einer ausländischen Armee, deren Söldner nicht einmal der Gemeinen Zunge mächtig sind, an ihrer Küste anlanden will. Die Lords von Westeros kennen Euch nicht und haben allen Grund, Euch zu fürchten und Euch zu misstrauen. Sie müsst Ihr gewinnen, ehe Ihr in See stecht. Zumindest einige von ihnen.«
»Und wie soll mir das gelingen, wenn ich auf Euren Rat hin nach Osten ziehe?«
Er aß eine Olive und spuckte den Kern in seine Handfläche. »Ich weiß es nicht, Euer Gnaden«, gestand er ein, »doch ich weiß, dass es für Eure Feinde umso leichter wird, Euch zu finden, je länger Ihr an einem Ort verweilt. Der Name Targaryen flößt ihnen noch immer Angst ein, und deshalb haben sie jemanden geschickt, um Euch zu ermorden, als sie von Eurer Schwangerschaft erfuhren. Was werden sie tun, wenn sie von den Drachen hören?«
Drogon hatte sich neben ihrem Arm zusammengerollt, er war so heiß wie ein Stein, der den ganzen Tag in der prallen Sonne gelegen hatte. Rhaegal und Viserion balgten sich um ein Stück Fleisch und stießen sich mit den Flügeln gegenseitig zur Seite, während aus ihren Nüstern Rauch aufstieg. Meine zornigen Kinder, dachte sie. Niemand darf ihnen etwas antun. »Der Komet hat mich nicht ohne Grund nach Qarth geführt. Ich hatte gehofft, hier meine Armee zu finden, doch anscheinend soll es nicht sein. Was bleibt mir anderes übrig, frage ich mich?« Ich fürchte mich, dämmerte es ihr, doch ich muss tapfer sein. »Morgen müsst ihr zu Pyat Pree gehen.«
TYRION
Das Mädchen vergoss keine einzige Träne. Mochte sie noch so jung sein, Myrcella Baratheon war als Prinzessin geboren. Und als Lennister, trotz ihres Namens, rief sich Tyrion in Erinnerung. In ihren Adern fließt nicht nur Cerseis sondern auch Jaimes Blut.
Zugegeben, ihr Lächeln war ein wenig zaghaft, als ihre Brüder sich an Bord der Seeschwalbe von ihr verabschiedeten, doch das Mädchen wusste die richtigen Worte zu sagen und brachte sie voller Zuversicht und Würde hervor. Als es ans Abschiednehmen ging, war es dann schließlich Prinz Tommen, der weinte, und Myrcella tröstete ihn.
Tyrion beobachtete die Szene vom Oberdeck der König Roberts Hammer, einer großen Kriegsgaleere mit vierhundert Rudern. Robs Hammer hieß das Schiff bei den Ruderern; es war das Größte der Eskorte. Die Löwenstern, die Wagewind und die Lady Lyanna würden es begleiten.
Es bereitete Tyrion durchaus Unbehagen, einen so großen Teil der ohnehin unzureichenden Flotte zu entbehren, die um all die Schiffe dezimiert war, welche mit Lord Stannis nach Drachenstein gesegelt und niemals wieder gesichtet worden waren, doch Cersei würde sowieso nicht auf ihn hören. Vielleicht hatte sie Recht. Falls das Mädchen auf der Fahrt nach Sonnspeer in Gefangenschaft geriete, würde das Bündnis mit Dorne sich in Wohlgefallen auflösen. Bisher hatte Doran Martell nicht mehr getan, als zu den Fahnen zu rufen. Nachdem Myrcella sicher in Braavos gelandet war, so hatte er gelobt, würde er seine Streitmacht in die hohen Pässe führen, wo diese Bedrohung einige der Lords aus den Marschen möglicherweise dazu bringen würde, genau darüber nachzudenken, wem sie die Treue schworen. So konnte man Stannis auf dem Marsch nach Norden vielleicht Einhalt gebieten. Allerdings war das Ganze lediglich eine Finte. Die Martells würden nicht in die Schlacht ziehen, solange Dorne selbst nicht angegriffen wurde, und ein solcher Narr war nicht einmal Stannis. Obwohl das auf einige seiner Gefolgsleute durchaus zutreffen könnte, dachte Tyrion. Das sollte ich mir durch den Kopf gehen lassen.
Er räusperte sich. »Ihr kennt Eure Befehle, Kapitän.«