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Электронная книга - «Der stolze Orinoco». Краткое содержание книги:

Durch ein Unglück wurde eine Familie zerrissen, und nun sucht die Tochter als Erwachsene ihren vermißten Vater, der sie wiederum für tot hält -mitten im Quellgebiet des unerforschten Orinoco findet man die ersten Spuren. Ein mächtiger Indianderstamm lebt unter der Herrschaft eines weißen Häuptlings, und eine Bande Verbrecher bedroht diesen Stamm, als die Expedition gerade eintriftt. Es kommt zum Kampf, und die Verbrecher werden glücklich besiegt.
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Die Vierhänder, die sich in einer solchen Falle fangen lassen, verdienen gewiß diese Bezeichnung, und doch wird das von Herrn Varinas geschilderte Mittel in den Wäldern am Orinoco oft mit bestem Erfolge angewendet.

Jedenfalls handelte es sich hier darum, die Tage des Aufenthalts in Atures bis zum Eintreffen der Piroguen bestens auszunutzen. Der junge Mann konnte sogar mittheilen, daß sein Landsmann vor sechs Jahren hier hatte elf Tage lang warten müssen, ehe seine Falca das Raudal von Atures passieren konnte. Bei dem jetzigen ziemlich hohen Wasserstande erforderte das aber vielleicht weniger Zeit für die Piroguen, die am nämlichen Morgen von Puerto Real abgegangen waren.

Während ihres Verweilens hier begleiteten Jean von Kermor und der Sergeant Martial jedoch die drei Venezuolaner und die beiden Franzosen nicht, als diese die Umgebungen des Dorfes absuchten. Raubthiere zu erlegen, fanden die Jäger keine

Gelegenheit, und die wenigen, die sie überhaupt sahen, machten keine Miene, sie anzugreifen. Nur ein Tapir wurde durch eine Kugel Jacques Helloch's verwundet, konnte aber noch flüchten, ehe ihn eine zweite erreichte, die ihn jedenfalls zu Boden gestreckt hätte.

Als Ersatz dafür konnten die Jäger Hirsche, Fluß- und Bisamschweine nach Belieben erlegen, um ihren Proviant zu vermehren. Was nicht frisch aufgezehrt wurde, ließ man dörren oder nach Indianermanier räuchern, um für den Rest der Fahrt hinreichenden Fleischvorrath zu haben.

Gelegentlich dehnten die Herren Miguel, Varinas und Felipe, in Gesellschaft Jacques Helloch's und Germain Paterne's, ihre Ausflüge auch weiter aus, so bis zu den noch auf dem Gebiete von Atures liegenden berühmten Grotten bei Punta Cerro, nach der Insel Cucuritale, die noch Spuren von der Anwesenheit des unglücklichen Doctor Crevaux aufweist, oder nach dem Cerro von Los Muertos, dessen Höhlen den Piaroa-Indianern als Begräbnißplätze dienen. Herr Miguel und seine Gefährten drangen sogar gegen zwölf Kilometer nach Südosten vor, um den Cerro Pintado zu besuchen. Dieser besteht aus einem zweihundertfünfzig Meter hohen Porphyrblocke, den die Indianer etwa in der Mitte mit riesenhaften Inschriften und mit Zeichnungen, die einen Scotopender (Tausendfuß), einen Menschen, einen großen Vogel und eine fast dreihundert Meter lange Schlange darstellen, gewiß in recht mühseliger Weise verziert haben.

Germain Paterne hätte gewiß lieber einige seltene Pflanzen am Fuße des »Bemalten Berges« - es sollte richtiger »Gravierten Berges« heißen - gesammelt, zu seinem großen Leidwesen blieb aber alles Suchen danach vergeblich.

Natürlich kehrten die Herren nach solchen langen Ausflügen in etwas erschöpftem Zustande zurück. Stets herrschte eine sehr starke Hitze, die auch von häufig auftretenden Gewitterstürmen nicht merklich gemildert wurde.

So verlief die Zeit im Dorfe Atures. Die beiden täglichen Mahlzeiten versammelten die ganze Gesellschaft an gemeinschaftlichem Tische, wo man einander die Erlebnisse des Tages erzählte. Jean interessierte sich lebhaft für die Jagdberichte Jacques Helloch's, der sich immer bemühte, den jungen Mann von trüben Ahnungen bezüglich der Zukunft abzulenken. Und wie innig wünschte er, daß Jean in San-Fernando genaue Auskunft über den Oberst von Kermor erhielte und nicht gezwungen wäre, lange andauernden Abenteuern entgegenzugehen!

Am Abend las der junge Mann dann mit lauter Stimme einige Seiten aus seinem beliebten »Führer« vor, vorzüglich solche Stellen, die auf Atures und seine Umgebung Bezug hatten. Herr Miguel und seine Collegen erstaunten dabei nicht wenig über die Verläßlichkeit und bis ins Einzelne gehende Genauigkeit des französischen Forschers bezüglich des Laufes des Orinoco, der Sitten und Gebräuche der verschiedenen Indianerstämme, der Gestaltung ihrer Gebiete und der Lebensgewohnheiten der Ilaneros, mit denen er in Berührung gekommen war.

War Jean von Kermor wirklich genöthigt, seinen Zug bis zu den Quellen des Stromes auszudehnen, so konnte er aus den gewissenhaften Schilderungen seines Landsmannes sicherlich den größten Nutzen ziehen.

Gegen Mittag am 9. September endlich kam Germain Paterne, der ans Ufer botanisieren gegangen war, seine Begleiter anrufend, zurück.

Da für diesen Tag kein Ausflug geplant war, befanden sich Alle, auf die Mittagsmahlzeit wartend, in der größten Strohhütte des Dorfes.

Als Jacques Helloch die Rufe vernahm, stürmte er sofort hinaus. Die Andern folgten ihm, da es ja möglich war, daß Germain Paterne Hilfe begehrte, ob er nun von einem Raubthiere angefallen worden oder in der Nachbarschaft von Atures mit einer Bande Quivas zusammengestoßen war.

Germain Paterne kam, die Botanisierbüchse auf dem Rücken, allein zurück und machte lebhafte Bewegungen mit den Armen.

»He, was ist denn geschehen? rief Jacques Helloch ihm zu.

- Unsre Piroguen sind in Sicht!

- Unsre Piroguen?. antwortete Herr Miguel zweifelnd.

- Schon jetzt? fragte Felipe.

- Sie sind kaum noch einen halben Kilometer entfernt.«

Spornstreichs liefen Alle nach dem linken Ufer hinunter, und bei einer Biegung desselben bemerkten sie die Falcas, die von den Mannschaften mittelst der Estrilla längs des Wasserrandes hin geschleppt wurden. Bald konnten die Passagiere mit den Schiffern sich verständigen, die auf dem Hintertheile stehend, die Fahrzeuge gegen die Abweichung durch den Zug der Leine in ihrer gewünschten Richtung hielten.

»Sie. Valdez! fragte der Sergeant Martial.

- Ja, ich selbst, Sergeant; und wie Sie sehen, kommen meine Collegen gleich hinter mir.

- Sie haben keine Havarien erlitten? erkundigte sich Herr Miguel.

- Havarien zwar nicht, erwiderte Valdez, zum Besten ist es uns aber auch nicht ergangen.

- Nun, Sie sind ja glücklich eingetroffen, sagte Jacques Helloch zum Schiffer der »Moriche«.

- Ja, in sieben Tagen, und das will etwas heißen, wenn es gilt über die Stromschnellen von Atures hinwegzukommen.«

Parchal hatte damit völlig recht; die Banivas sind aber, das muß man gerechterweise anerkennen, vortreffliche

Schiffsleute. Ihre Gewandtheit und ihr Eifer verdienten alles Lob, und die wackern Leute erwiesen sich umso empfänglicher für die Anerkennung der Passagiere, als diese noch mit einem Trinkgeld von verschiedenen Piastern begleitet war.

Zwölftes Capitel

Einige Bemerkungen Germain Paterne's

Die Abfahrt der drei Piroguen erfolgte am nächsten Tage mit den ersten Strahlen der Morgensonne. Am vorhergehenden Nachmittage war alles Gepäck bereits wieder verladen worden, und da die Ueberschiffung des Raudals ohne Havarien abgelaufen war, erlitt die Weiterreise keine Verzögerung.

Zwischen Atures und dem Städtchen San-Fernando sollten die Reisenden allerdings nicht mehr wie bisher durch alle Nebenumstände begünstigt werden. Der Wind, der Neigung zum Abflauen zeigte, reichte da jedenfalls nicht hin, die Falcas gegen die Strömung des Orinoco fortzutreiben, höchstens genügte er, die Fahrzeuge davon nicht zurückführen zu lassen. Da die Brise aber immer noch der Hauptrichtung nach aus Norden stand und nach Westen zu nur unwesentlich abwich, wurden die Segel dennoch gehißt, wenn man auch erwartete, daß Estrilla oder Palancas zu Hilfe genommen werden müßten.

Wir brauchen wohl kaum zu erwähnen, daß jede Gruppe in ihrer eigenen Pirogue wieder Platz genommen hatte - der Sergeant Martial und Jean von Kermor auf der »Gallinetta«, die Herren Miguel, Felipe und Varinas an Bord der »Maripare«, und Jacques Helloch nebst Germain Paterne auf der »Moriche«.

Wo immer möglich, segelte man in einer Front, und meist -der Sergeant Martial bemerkte es mit heimlichem Grollen -glitt die »Moriche« dicht neben der »Gallinetta« hin, was den

Passagieren erlaubte, miteinander zu plaudern, und woran diese es auch nicht fehlen ließen.

Im Laufe des Vormittags legten die Falcas nicht mehr als fünf Kilometer stromaufwärts zurück. Zuerst mußten sie sich nämlich durch die Unmasse von Eilanden und Rissen winden, die im Strombette oberhalb Atures aufragen. Auch die Segelstellung konnte dabei natürlich nicht gleichmäßig beibehalten werden. Durch die engen Wasserstraßen rauschten die Fluthen rasend schnell herab, und die Palancas mußten hier ebenso geschickt wie kraftvoll gehandhabt werden.

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