Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Пост-апокалипсис » Leben ohne Ende [Earth Abides - de]
Leben ohne Ende [Earth Abides - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Leben ohne Ende [Earth Abides - de]

Электронная книга - «Leben ohne Ende [Earth Abides - de]». Краткое содержание книги:

»… und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird hiermit ihres Amtes enthoben …«
Dies war die Botschaft, die ein paar Stunden vor dem unabwendbaren Ende die Welt erschütterte.
Die Viruspest raffte neunundneunzig Prozent aller Menschen hinweg. Die wenigen, welche die Weltkatatastrophe und den Zusammenbruch der Zivilisation überlebten, unternahmen den verzweifelten Versuch, zu retten, was zu retten war.
Der vorliegende Roman erschien erstmals 1950 in England. Er wurde vom Science Fiction-Buchclub zum Buch des Jahres erwählt und erhielt kurz darauf den internationalen Fantasy-Preis. Inzwischen wurde der Roman in England viermal neu aufgelegt und in fast alle Weltsprachen übersetzt.
1 ... 35 36 37 38 39 40 41 42 43 ... 92
Перейти на страницу:

Als es darum ging, das Jahr zu benennen, erhob sich ein Disput zwischen den Alten und den Jungen. Die Alten meinten, es sollte genannt werden: »Das Jahr, da Prinzeß starb« … Sie hatte, ein alter Hund schon, eine Zeitlang gekränkelt. Niemand wußte genau, wie alt sie eigentlich war; denn als Ish sie auflas, hätte sie ebensogut ein Jahr wie drei oder vier sein können. Sie war stets die gleiche geblieben — stets die Prinzeß, stets der besten Behandlung gewärtig, stets unzuverlässig, stets bereit, auf der Spur eines imaginären Kaninchens zu verschwinden, wenn sie gerade gebraucht wurde. Doch bei allem, was sich gegen sie sagen ließ, hatte sie stets Charakter bewiesen, und die älteren Leute konnten sich der Zeit erinnern, da sie auf der San-Lupo-Promenade etwas sehr Bedeutsames dargestellt hatte und fast eine weitere Persönlichkeit gewesen war.

Doch jetzt tobten Dutzende von Hunden herum. Sie mußten nahezu sämtlich Kinder und Enkelkinder oder Urenkelkinder von Prinzeß sein, die dann und wann auf einen oder zwei Tage verschwunden war, sich sicherlich mit einem alten Freund unter den wilden Hunden getroffen oder sich einen neuen gesucht hatte. Als Ergebnis dieser mannigfachen Mischungen und Kreuzungen und Inzuchten sahen die gegenwärtigen Hunde nur sehr wenig nach Dackeln aus, wichen aber erstaunlich voneinander in Gestalt, Farbe und Temperament ab.

Für die Kinder aber war Prinzeß ein alter und nicht sehr interessanter Hund von ungewissem Nutzen gewesen. Sie sagten, das Jahr solle »das Jahr des Holzschnitzens« genannt werden, und nach kurzem Zögern unterstützte Ish diesen Vorschlag, obwohl Prinzeß gerade ihm mehr als allen andern bedeutet hatte. Sie hatte ihn während der ersten schlimmen Tage aus seiner Ichverstrickung und von der Furcht befreit, und ihr Fortstürmen unter wildem Gebell hatte ihn in das Haus geführt, wo Em wohnte, während er sonst vielleicht gezaudert hätte und wieder davongefahren wäre. Andererseits aber, so meinte er, war Prinzeß überholt und abgetan, nur noch ein Bindeglied zur Vergangenheit hin, dessen nur Leute gedenken sollten, die jetzt älter und älter wurden. Bald würden die jüngeren Kinder sich ihrer überhaupt nicht mehr erinnern. Nach einer Weile würde sie völlig vergessen sein. (Dann durchglitt ihn der eisige Gedanke: »Genauso werde auch ich alt und älter und bin schließlich nur noch ein Bindeglied zur Vergangenheit hin, ein alter Trottel, den keiner beachtet; und dann sterbe ich und bin bald vergessen. Obwohl das genauso ist, wie es sein muß!«)

Dann aber, während die andern noch hin und her stritten, gedachte er des Holzschnitzens. Es war über sie gekommen wie eine Art Leidenschaft oder Manie, wie das Fliegenlassen von Seifenblasen oder das Mah-Jongg-Spiel in den Alten Zeiten. Plötzlich fingen sämtliche Kinder an, die Holzplätze und Sägewerke nach schönen Stücken und Brettern aus weichem Zuckerkiefernholz zu durchstöbern und dort hinein die Gestalten von Kühen, Hunden oder Menschen zu schnitzen. Anfangs arbeiteten sie unbeholfen, aber bald wurden einige recht geschickt. Obwohl, wie bei allen Leidenschaften, der Eifer schnell nachließ, fuhren die Kinder an Regentagen damit fort.

Ish hatte genug Anthropologie studiert, um zu wissen, daß jedes gesunde Volk künstlerische Regungen hat, und er war bekümmert, daß der »Stamm« sich nicht, was die Kunst betraf, weiterentwickelt hatte, sondern nach wie vor im Schatten der Vergangenheit lebte, auf dem Uhrwerkgrammophon alte Schallplatten anhörte und sich alte Bilderbücher anschaute. Darum hatte er sich über die Holzschnitz-Leidenschaft gefreut.

Als bei dem Hin und Her gerade eine Pause eintrat, ergriff er das Wort und unterstützte die Kinder. So geschah es denn, daß man es »das Jahr des Holzschnitzens« nannte, und für Ish hatte das Jahr 11 einen symbolischen Wert, da es mit der Vergangenheit gebrochen und sich der Zukunft zugewandt hatte. Freilich war die Benennung von untergeordneter Bedeutung, und er war sich nicht sicher, ob er ihr irgendwelchen Wert zuerkennen sollte.

Im Jahre 12 verlor Jean ein Kind bei der Geburt, aber Em schuf den Ausgleich, indem sie ihr erstes Zwillingspaar gebar, das sie Joseph und Josephine nannten, oder für gewöhnlich Joey und Josey. So war jenes Jahr »das Jahr der Zwillinge«.

Das Jahr 13 sah die Geburt zweier Kinder, die beide am Leben blieben. Es war ein ruhiges und angenehmes Jahr, ohne besondere Geschehnisse. Mangels einer besseren Bezeichnung nannten sie es einfach »das Gute Jahr«.

Das Jahr 14 verlief fast genauso, und so nannten sie es »das Zweite Gute Jahr«.

Das Jahr 15 war ebenso vortrefflich, und sie erwogen schon, es »das Dritte Gute Jahr« zu nennen; aber es bestand ein Unterschied. Ish und die älteren Leute empfanden wieder jene erste Einsamkeit und das Hereinbrechen der Dunkelheit. Sich nicht vermehren hieß im Grunde sich vermindern, und dies war seit dem Neubeginn das erste Jahr, in dem kein Kind geboren worden war. Alle Frauen, Em, Molly, Jean und Maurine, wurden nun allmählich alt, und die jungen Mädchen waren noch nicht alt genug zum Heiraten, ausgenommen Evie, die Schwachsinnige, die keinesfalls Kinder haben durfte. So mochten sie es nicht als »das Dritte Gute Jahr« bezeichnen, weil es nicht ganz und gar gut gewesen war. Allein die Kinder erinnerten sich, daß man das Jahr als bemerkenswert bezeichnen konnte, weil Ish sein altes Akkordeon hervorgeholt hatte, und sie zu dessen Gewinsel gemeinsam Lieder gesungen hatten, alte Lieder wie »Mein Herz ist im Hochland« oder »Wenn ich den Wandrer frage«; und so wurde denn das Jahr auf den Vorschlag der Kinder hin »das Singe-Jahr« genannt.

Das Jahr 16 indessen war bemerkenswert, weil darin die erste Hochzeit stattfand. Es heirateten nämlich Mary, Ishs und Ems älteste Tochter, und Ralph; Mollys kurz vor dem Großen Unheil geborener Sohn. Sie waren jünger, als es in den Alten Zeiten für ersprießlich oder gar schicklich für Hochzeitsleute gehalten worden wäre; aber auch in dieser Beziehung hatten die Normen und Regeln sich geändert. Als Ish und Em sich darüber aussprachen, waren sie nicht einmal sicher, ob Mary Ralph besonders gern hätte, oder Ralph Mary. Doch sie waren alle immer überzeugt gewesen die beiden würden einander heiraten, weil sonst niemand da war, den Ralph und Mary hätten nehmen können, genau wie es früher mit Prinzen und Prinzessinnen der Fall gewesen war. Vielleicht, so meinte Ish, war die romantische Liebe zwangsläufig ebenfalls ein Opfer des Großen Unheils geworden.

Maurine, Molly und Jean waren für eine »richtige Hochzeit«, wie sie es nannten. Sie stöberten eine Schallplatte mit dem Lohengrin-Brautmarsch auf und verfertigten ein weißes Brautkleid mit Schleier und allem, was sonst noch dazu gehört. Für Ish jedoch war das lediglich eine gräßliche Parodie auf Gewesenes; Em stimmte ihm auf ihre ruhige Weise bei. Da Mary ihrer beider Tochter war, übernahmen sie die Leitung der Hochzeit. Schließlich gab es überhaupt keine Feierlichkeit, abgesehen davon, daß Ralph und Mary vor Ezra hintraten, der ihnen sagte, jetzt seien sie verheiratet und damit erwüchse ihnen eine neue Verantwortung für die Gemeinschaft, der aufs beste nachzukommen sie versuchen müßten. Bevor das Jahr zu Ende ging, gebar Mary ein Kind, und aus diesem Grunde wurde das Jahr »das Jahr des Enkels« genannt.

Das Jahr 17 wurde hauptsächlich auf den Vorschlag der Kinder hin »das Jahr des Hauseinsturzes« genannt. Der Grund dafür war, daß eins der nahegelegenen Häuser plötzlich geschwankt hatte und dann unter gewaltigem Krachen in sich zusammengebrochen war; die Kinder, die bei dem ersten Krach hinausgelaufen waren, kamen gerade noch rechtzeitig, es zu sehen. Die angestellten Nachforschungen ergaben eine sehr einfache Ursache: Termiten hatten die Gelegenheit ausgenutzt, siebzehn Jahre in dem Hause ungestört tätig zu sein: sie hatten das gesamte Holzwerk aufgefressen. Doch das Geschehnis hatte auf die Kinder großen Eindruck gemacht, und so mußte es dazu herhalten, dem Jahr den Namen zu geben, obwohl es im Grunde kein sehr bedeutendes Ereignis war.

1 ... 35 36 37 38 39 40 41 42 43 ... 92
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)