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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
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Seine Offenbarung hatte ihn von vielen Freunden abgeschnitten – und es war gut möglich, dass sie ihn auch von den Resten seiner Familie in der Neuen Welt abschnitt. Jetzt hielt ihm MacDonald den Apfel der Versuchung hin, den Ruf von Clan und Blut.

Doch er hatte jahrelang Zeit gehabt, darüber nachzudenken, sich darauf vorzubereiten.

»Ich habe gesagt, was ich sagen muss, Donald«, sagte er leise. »Ich habe mich und mein Haus dem verpflichtet, was ich für richtig halte. Ich kann nicht anders handeln.«

MacDonald saß einen Moment da und betrachtete ihn unverwandt. Dann erhob er sich wortlos und zog sich Rogers Hemd über den Kopf. Sein Oberkörper war blass und hager und zeigte nur an der Taille die Nachgiebigkeit der mittleren Jahre, und er trug die Spuren diverser Schuss- und Säbelverletzungen.

»Seid Ihr sicher, dass Ihr gehen wollt, Major? Es friert draußen, und es ist fast dunkel!« Ich trat an Jamies Seite, und Roger und Brianna erhoben sich ebenfalls, um Einspruch einzulegen. Doch MacDonald ließ sich nicht erweichen und schüttelte nur den Kopf, während er seine feuchten Kleider wieder anzog und unter Schwierigkeiten seinen Rock zuknöpfte, dessen Knopflöcher von der Feuchtigkeit steif waren.

»Ich nehme keine Gastfreundschaft aus den Händen eines Verräters entgegen, Ma’am«, sagte er sehr leise und verbeugte sich vor mir. Dann richtete er sich auf und sah Jamie von Mann zu Mann ins Auge.

»Wir werden uns nie wieder als Freunde begegnen, Mr. Fraser«, sagte er. »Das bedaure ich.«

»Dann wollen wir hoffen, dass wir uns gar nicht mehr begegnen, Major«, sagte Jamie. »Ich bedaure es auch.«

MacDonald verbeugte sich erneut vor dem Rest der Anwesenden und setzte sich den Hut auf. Seine Miene veränderte sich, als er die feuchte Kälte auf seinem nackten Kopf spürte.

»Oh, Eure Perücke! Einen Moment nur, Major – ich hole sie.« Ich hastete hinaus zum Vorratsschuppen – und hörte gerade noch, wie etwas darin zu Boden fiel. Ich riss die Tür auf, die ich bei meiner letzten Visite angelehnt gelassen hatte, und Adso schoss an mir vorbei, die Perücke des Majors im Maul. Das Innere des Schuppens stand in leuchtend blauen Flammen.

Anfangs hatte ich mich noch gefragt, wie ich es schaffen würde, die ganze Nacht wach zu bleiben. Am Ende war es gar nicht schwer. Nach dem Inferno war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt je wieder schlafen würde.

Es hätte viel schlimmer sein können; obwohl Major MacDonald jetzt unser eingeschworener Feind war, war er uns edelmütig zu Hilfe geeilt, indem er seinen immer noch nassen Umhang über die Flammen geworfen hatte und damit die totale Zerstörung der Vorratskammer – und so zweifellos auch der Hütte – verhindert hatte. Doch der Umhang hatte das Feuer nicht vollständig erstickt, und das Löschen der Flammen, die hier und dort wieder aufsprangen, hatte zu großer Aufregung und allgemeinem Hin und Her geführt, in dessen Verlauf uns Orrie McCallum abhandenkam, weil er davontapste und in den Murmeltierofen stürzte, wo er – einige panische Minuten später – von Rollo aufgespürt wurde.

Er wurde unbeschadet herausgefischt, doch das Durcheinander löste bei Brianna etwas aus, das sie für vorzeitige Wehen hielt. Glücklicherweise erwies es sich jedoch nur als heftiger Fall von Schluckauf, hervorgerufen durch die Kombination aus nervöser Anspannung und dem Verzehr exzessiver Mengen von Sauerkraut und Trockenapfelkuchen, Gegenstand ihrer jüngsten Schwangerschaftsgelüste.

»Brennbar, sagt sie.« Jamie betrachtete die verkohlten Fußbodenreste des Vorratsschuppens und richtete den Blick dann auf Brianna, die trotz meiner Empfehlung, sich hinzulegen, ins Freie gekommen war, um zu sehen, was sich aus den qualmenden Überresten retten ließ. Er schüttelte den Kopf. »Es ist ein wahres Wunder, dass du nicht schon lange das ganze Haus in Schutt und Asche gelegt hast.«

Sie stieß ein unterdrücktes »Hick!« aus und funkelte ihn an, eine Hand auf ihrem vorgewölbten Bauch.

»Ich? Versuch besser nicht – hick! – zu behaupten, dass das meine – hick! – Schuld ist. Habe ich die Perücke des Majors – hick! – neben den –«

»BUH!«, brüllte Roger, und seine Hand schoss auf ihr Gesicht zu.

Sie kreischte auf und ohrfeigte ihn. Jemmy und Aidan, die angelaufen kamen, um zu sehen, was der Lärm zu bedeuten hatte, fingen an, unter ekstatischen »Buh! Buh!«-Rufen um sie herumzutanzen wie eine Horde verrückt gewordener Zwerggeister.

Brianna, in deren Augen es gefährlich glitzerte, bückte sich und schaufelte eine Handvoll Schnee zusammen. In Sekundenschnelle hatte sie einen Ball daraus geformt, den sie ihrem Mann mit tödlicher Zielsicherheit an den Kopf warf. Er traf ihn mitten zwischen die Augen und explodierte als Schauer, der in seinen Augenbrauen weiße Körnchen hinterließ und ihm in schmelzenden Klecksen über die Wangen lief.

»Was?«, sagte er ungläubig. »Wofür war das denn? Ich habe doch nur versucht zu – he!« Er wich dem nächsten Schneeball geduckt aus, um sogleich von Jemmy und Aidan, die jetzt völlig außer Rand und Band waren, aus nächster Nähe an den Knien mit Schnee bombardiert zu werden.

Nachdem er bescheiden unseren Dank für seine tatkräftige Hilfe entgegengenommen hatte, hatte sich der Major – nicht zuletzt, weil es inzwischen völlig dunkel war und wieder schneite – überreden lassen, die Gastfreundschaft der Hütte anzunehmen, wobei er allerdings stillschweigend voraussetzte, dass es Roger war, nicht Jamie, der sie ihm anbot. Während er zusah, wie sich seine Gastgeber brüllend und hicksend mit Schnee bewarfen, sah er so aus, als kämen ihm Zweifel an seiner vornehmen Weigerung, mit einem Verräter zu speisen, doch er verbeugte sich steif, als Jamie und ich uns von ihm verabschiedeten, und stapfte in die Hütte, in der Hand die schlammigen Fetzen, die Adso von seiner Perücke übrig gelassen hatte.

Es kam mir extrem – und himmlisch – still vor, als wir uns durch den fallenden Schnee unseren Weg zu unserem Haus bahnten. Der Himmel hatte eine rötliche Lavendelfarbe angenommen, und die Flocken umschwebten uns mit übernatürlicher Lautlosigkeit.

Das Haus ragte vor uns auf, und trotz der dunklen Fenster wirkte seine schweigende Masse, als hieße sie uns willkommen. Der Schnee wehte in kleinen Wirbeln über die Veranda und türmte sich auf den Fensterbänken auf.

»Ich schätze, wenn es schneit, gerät es nicht so leicht in Brand – meinst du nicht?«

Jamie bückte sich, um die Haustür aufzuschließen.

»Es ist mir egal, wenn sich das Haus durch spontane Selbstentzündung vernichtet, Sassenach, solange ich zuerst etwas zu essen bekomme.«

»Hattest du da an eine kalte Platte gedacht?«, fragte ich skeptisch.

»Nein«, sagte er entschlossen. »Ich habe vor, in der Küche ein loderndes Feuer anzuzünden, ein Dutzend Spiegeleier zu braten und sie alle zu essen, bevor ich dich auf den Teppich vor dem Kamin lege und mich über dich hermache, bis du – stimmt etwas nicht?«, erkundigte er sich, als er meinen Blick bemerkte.

»Bis ich was?«, fragte ich, fasziniert von seinem Programm für den Abend.

»Bis du in Flammen aufgehst und mich mitnimmst, denke ich.« Dann beugte er sich vor, nahm mich mit Schwung auf den Arm und trug mich über die dunkle Schwelle.

Kapitel 112

Eidbrecher

2. Februar 1776

Er rief sie alle zusammen, und sie kamen. Die Jakobiten aus Ardsmuir, die Fischer aus Thurso, die Ausgestoßenen und die Opportunisten, die sich im Lauf der letzten sechs Jahre in Fraser’s Ridge angesiedelt hatten. Er hatte die Männer gerufen, und die meisten von ihnen kamen allein durch die nassen Wälder, wo sie sich über moosbewachsene Felsen und matschige Wege kämpften. Doch manchmal kamen auch die Frauen mit, neugierig, argwöhnisch, obwohl sie sich bescheiden im Hintergrund hielten und sich eine nach der anderen von Claire ins Haus bitten ließen.

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