Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 381 382 383 384 385 386 387 388 389 ... 421
Перейти на страницу:

»Er ist fort, nicht wahr?« Ich drehte mich erschrocken zu ihr um, begriff dann aber, dass sie gehört haben musste, wie sich unten die Tür schloss.

»Ulysses? Ja, ich glaube schon.«

Sie schwieg lange, und die Zigarette brannte unbeachtet in ihrer Hand. Kurz bevor ich glaubte, ich müsste aufstehen und sie ihr abnehmen, hob sie sie wieder an die Lippen.

»In Wirklichkeit hieß er Joseph«, sagte sie leise und pustete den Rauch aus, der sich in Zeitlupe um ihren Kopf ringelte. »So passend, habe ich oft gedacht, weil er von seiner eigenen Familie in die Sklaverei verkauft worden ist.«

»Habt Ihr je sein Gesicht gesehen?«, fragte ich plötzlich. Sie schüttelte den Kopf und drückte den Rest der Zigarette aus.

»Nein, aber ich habe ihn immer erkannt«, sagte sie ganz leise. »Er hat nach Licht gerochen.«

Jamie Fraser saß geduldig in seiner dunklen Scheune. Sie war klein und bot nur etwa einem Dutzend Tieren Platz, war aber stabil gebaut. Regen trommelte fest auf das Dach, und Wind heulte wie eine Ban-sidhe um die Ecken, doch es drang kein Tropfen durch das Schindeldach, und die Luft in ihrem Inneren war warm von der Körperwärme der schlafenden Tiere. Sogar Gideon döste über seiner Futterkrippe, und aus seinem Maulwinkel hing halb gekautes Heu.

Inzwischen war es nach Mitternacht, und er wartete schon seit über zwei Stunden, die Pistole geladen und gespannt auf dem Knie.

Da war es; durch den Regen hörte er das leise Ächzen, mit dem jemand das Tor aufschob, das Rumpeln, als es beiseiteglitt und einen kalten Regenhauch einließ, der sich mit den wärmeren Gerüchen nach Heu und Dung vermischte.

Er saß lautlos da und regte sich nicht.

Er konnte sehen, wie eine hochgewachsene Gestalt vor dem helleren Schwarz der regengetränkten Nacht innehielt und darauf wartete, dass sich ihre Augen an die Dunkelheit im Inneren gewöhnten, bevor sie sich mit dem ganzen Gewicht gegen das schwere Tor stemmte und es so weit öffnete, dass sie sich hineinwinden konnte.

Der Mann hatte eine abgedunkelte Laterne dabei, weil er sich nicht darauf verlassen hatte, im Dunklen das nötige Zaumzeug zu finden und einem Pferd anlegen zu können. Er schob die Verdunklung beiseite und ließ den Lichtstrahl der Laterne suchend über die Boxen gleiten, eine nach der anderen. Die drei Pferde, die Jocasta mitgebracht hatte, waren hier, aber sie waren erledigt. Jamie hörte, wie der Mann beim Nachdenken leise mit der Zunge schnalzte, während er das Licht zwischen der Stute Jerusha und Gideon hin- und herschwenkte.

Ulysses kam zu einem Entschluss und stellte die Laterne auf den Fußboden, um den Bolzen herauszuziehen, der Gideons Boxentür verschloss.

»Es geschähe dir recht, wenn ich zuließe, dass du ihn nimmst«, sagte Jamie im Konversationston.

Der Butler stieß einen scharfen Ausruf aus und fuhr mit geballten Fäusten funkelnd herum. Er konnte Jamie im Dunklen nicht sehen, doch eine Sekunde später begriff er, was er gehört hatte. Er erkannte, wem die Stimme gehörte, und ließ mit einem tiefen Atemzug die Fäuste sinken.

»Mr. Fraser«, sagte er. Seine Augen waren lebendig im Laternenschein und wachsam. »Ihr habt mich überrascht.«

»Nun, das war auch meine Absicht«, erwiderte Jamie gutmütig. »Ich nehme an, du willst los?«

Er konnte die Gedanken flink wie die Libellen durch die Augen des Butlers huschen sehen, fragend, berechnend. Doch Ulysses war kein Dummkopf, und er kam zum richtigen Schluss.

»Dann hat das Mädchen Euch alles erzählt«, sagte er ruhig. »Werdet Ihr mich töten – um der Ehre Eurer Tante willen?« Hätte auch nur der geringste Hauch von Hohn in dieser Frage gelegen, hätte ihn Jamie möglicherweise wirklich umgebracht – noch während er wartete, war er sich nicht schlüssig gewesen, was dies anging. Doch Ulysses sagte es ganz schlicht, und Jamies Finger entspannten sich am Abzug.

»Wäre ich jünger, würde ich es tun«, sagte er im selben Ton wie Ulysses. Und hätte ich nicht eine Frau und eine Tochter, die einmal einen Schwarzen ihren Freund genannt haben.

»So aber«, fuhr er fort und ließ die Pistole sinken, »versuche ich, in diesen Tagen niemanden zu töten, wenn es nicht sein muss.« Oder bis es sein muss. »Wollt Ihr es leugnen? Denn eine Entschuldigung kann es doch wohl nicht geben.«

Der Butler schüttelte schwach den Kopf. Das Licht glänzte auf seiner Haut, dunkel mit einem rötlichen Unterton, der ihn aussehen ließ, als sei er aus gealtertem Zinnober geschnitzt.

»Ich habe sie geliebt«, sagte er leise und breitete die Hände aus. »Tötet mich nur.« Er trug Reisekleidung, Umhang und Hut, Beutel und Wasserflasche am Gürtel, aber kein Messer. Sklaven, selbst solche, die das Vertrauen ihrer Herren besaßen, wagten es nicht, Waffen zu tragen.

Seine Neugier kämpfte mit seinem Ekel, und wie bei solchen Kämpfen üblich, siegte die Neugier.

»Phaedre sagt, du hast sogar schon mit meiner Tante geschlafen, bevor ihr Mann gestorben ist. Ist das wahr?«

»Ja«, sagte Ulysses mit unergründlicher Miene. »Ich rechtfertige mich nicht dafür. Das kann ich auch gar nicht. Aber ich habe sie geliebt, und wenn ich dafür sterben muss …«

Jamie glaubte dem Mann; seine Aufrichtigkeit war seiner Stimme und seinen Gesten anzumerken. Und da er seine Tante so gut kannte, neigte er weniger dazu, Ulysses Vorwürfe zu machen, als es der Rest der Welt tun würde. Gleichzeitig jedoch blieb er auf der Hut; Ulysses war kräftig und schnell. Und ein Mann, der glaubte, nichts zu verlieren zu haben, war ausgesprochen gefährlich.

»Wohin wolltest du denn?«, fragte er und wies kopfnickend auf die Pferde.

»Virginia«, erwiderte der Schwarze, nach kaum merklichem Zögern. »Lord Dunsmore hat jedem Sklaven, der sich seiner Armee anschließt, die Freiheit versprochen.«

Er hatte die Frage eigentlich gar nicht stellen wollen, obwohl er sie im Kopf hatte, seit er Phaedres Geschichte gehört hatte. Doch nach dieser Einleitung konnte er nicht widerstehen.

»Warum hat sie dich nicht freigelassen?«, fragte er. »Nach Hector Camerons Tod?«

»Das hat sie doch«, lautete die überraschende Antwort. Der Butler fasste sich an die Brust seines Rocks. »Sie hat die nötigen Papiere vor zwanzig Jahren geschrieben – sie hat gesagt, sie könnte den Gedanken nicht ertragen, dass ich nur zu ihr ins Bett komme, weil ich muss. Aber ein Antrag auf Freilassung muss von der Versammlung genehmigt werden. Und wenn ich offiziell freigelassen worden wäre, hätte ich nicht in ihrem Dienst bleiben können, so wie ich es getan habe.« Das stimmte allerdings, ein freigelassener Sklave war verpflichtet, die Kolonie innerhalb von zehn Tagen zu verlassen, sonst lief er Gefahr, erneut versklavt zu werden, und zwar von jedem, dem es beliebte; bei der Vorstellung, dass große Gruppen freigelassener Neger durch die Landschaft streiften, machten sich Rat und Versammlung vor Angst in die Hosen.

Der Butler blickte einen Moment zu Boden und schirmte die Augen vor dem Licht ab.

»Ich konnte mich für Jo entscheiden – oder die Freiheit. Ich habe mich für sie entschieden.«

»Aye, sehr romantisch«, sagte Jamie extrem trocken – obwohl ihn die Worte des Butlers in Wirklichkeit nicht ungerührt ließen. Jocasta MacKenzie war eine Pflichtehe eingegangen und gleich noch eine – und er war überzeugt, dass sie in keiner ihrer Ehen besonders glücklich gewesen war, bis sie bei Duncan immerhin so etwas wie Zufriedenheit fand. Er war schockiert über die Wahl, die sie getroffen hatte; er missbilligte ihren Ehebruch und war wirklich wütend über ihren Betrug an Duncan, doch ein Teil von ihm – zweifellos der MacKenzie-Teil – konnte sie nur dafür bewundern, wie kühn sie sich das Glück nahm, wo sie es fand.

Er seufzte tief. Der Regen ließ jetzt nach; das Donnern auf dem Dach hatte sich zu leisem Prasseln abgeschwächt.

»Nun denn. Eine Frage habe ich noch.«

Ulysses neigte ernst den Kopf, eine Geste, die Jamie schon tausendmal gesehen hatte. Zu Euren Diensten, Sir, sagte sie – und darin lag mehr Ironie als in jedem Wort, das der Mann bis jetzt gesagt hatte.

1 ... 381 382 383 384 385 386 387 388 389 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)