Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #6
- Год: 2018
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Am 23sten August erging in London eine Königliche Proklamation, in welcher Seine Majestät, König George III., die amerikanischen Kolonien offiziell für »im Zustand offener Rebellion« befindlich erklärt.
»AUS EIGENER KRAFT DIE VERURTEILUNG ZUM TODE ODER ZUR KRIECHERISCHEN UNTERWERFUNG DURCH DAS MINISTERIUM ABZUWENDEN«
Der Kontinentalkongress in Philadelphia hat jetzt Lord Norths inakzeptable Vorschläge verworfen, die der Versöhnung dienlich sein sollten. Die Delegierten dieses Kongresses beharren einhellig auf dem Recht der amerikanischen Kolonien, Rücklagen anzulegen und bei ihrer Verteilung mitreden zu können. Ein Auszug aus der Erklärung der Delegierten: »Da das britische Ministerium mit Waffengewalt und großer Grausamkeit seine Zwecke verfolgt und auf Feindseligkeiten reagiert hat, wird sich die Welt einreden lassen, dass wir unvernünftig handeln, oder sie wird nach einiger Überlegung zu dem Glauben kommen, dass uns keine andere Wahl bleibt, als aus eigener Kraft die Verurteilung zum Tode oder zur kriecherischen Unterwerfung durch das Ministerium abzuwenden?«
EIN FALKE SCHLÄGT ZU, WIRD ABER UM SEINE BEUTE GEBRACHT
Am 9ten August machte die HMS Falcon unter dem Kommando von Kapitän John Linzee Jagd auf zwei amerikanische Schoner, die auf dem Rückweg von den Westindischen Inseln nach Salem, Massachusetts, waren. Einer der Schoner wurde durch Kapitän Linzee aufgebracht, welcher den anderen dann in den Hafen von Gloucester verfolgte. Truppen am Ufer feuerten auf die Falcon, die das Feuer erwiderte, dann aber zum Rückzug gezwungen war und beide Schoner, zwei Barkassen und fünfunddreißig Mann verlor.
BERÜCHTIGTER PIRAT VERURTEILT
Einem gewissen Stephen Bonnet, bekannt als Pirat und gemeiner Schmuggler, wurde vor dem Komitee für die Sicherheit in Wilmington der Prozess gemacht, und nachdem eine Reihe von Personen seine Verbrechen bezeugen konnten, wurde er ihrer für schuldig befunden und zum Tod durch Ertränken verurteilt.
ES WIRD ALARM GESCHLAGEN
in Bezug auf umherziehende Negerbanden, die eine Anzahl Farmen in der Gegend von Wilmington und Brunswick überfallen haben. Unbewaffnet mit Ausnahme von Knüppeln, haben die Halunken Vieh, Lebensmittel und vier Fässer Rum gestohlen.
KONGRESS SCHMIEDET PLÄNE ZUR DECKUNG DER WÄHRUNG
Zwei Millionen spanische Dollar in Kreditnoten laufen gerade aus den Pressen, und der Kongress hat eine weitere Million autorisiert und einen Plan zur Deckung dieser Währung angekündigt, nämlich dass jede Kolonie die Verantwortung für ihren Anteil der Schuld übernehmen und sie in vier Raten einlösen muss, zahlbar am letzten Tag des Monats November in den Jahren 1779, 1780, 1781 und 1782 …
Kapitel 110
Der Geruch von Licht
Phaedre nach River Run zurückzubringen, war undenkbar, obwohl sie auf dem Papier nach wie vor Duncan Innes’ Eigentum war. Wir hatten eingehend darüber gesprochen und waren zu dem Entschluss gekommen, Jocasta nicht zu sagen, dass wir ihre Sklavin wiedergefunden hatten, obwohl wir Ian, als er Jemmy abholen ging, einen kurzen Brief mitgaben, in dem wir ihr mitteilten, dass Brianna unversehrt zurück war und wir den Verlust Joshuas bedauerten – dabei allerdings einen Großteil der Einzelheiten ausließen.
»Sollen wir ihnen von Neil Forbes erzählen?«, hatte ich gefragt, doch Jamie hatte den Kopf geschüttelt.
»Forbes wird nie wieder einem Mitglied meiner Familie zu nahe treten«, sagte Jamie endgültig. »Und wenn wir es meiner Tante oder Duncan erzählen … ich glaube, Duncan hat genug Ärger am Hals; er würde sich verpflichtet fühlen, sich mit Forbes anzulegen, und das ist eine Auseinandersetzung, die er gerade jetzt nicht brauchen kann. Und was meine Tante angeht …« Er beendete den Satz nicht, doch seine trostlose Miene sprach Bände. Die MacKenzies aus Leoch waren ein rachsüchtiger Haufen, und wir trauten es seiner Tante beide zu, dass sie Neil Forbes zum Abendessen einlud und ihn vergiftete. »Immer vorausgesetzt, dass Neil Forbes überhaupt noch Einladungen entgegennimmt«, scherzte ich beklommen. »Weißt du, was Ian mit dem … äh …?«
»Er hat gesagt, er würde es an seinen Hund verfüttern«, erwiderte Jamie nachdenklich. »Aber ich weiß nicht, ob er das ernst gemeint hat oder nicht.«
Phaedre war zutiefst schockiert gewesen, sowohl durch ihre Erlebnisse als auch durch den Verlust Joshuas, und Brianna beharrte darauf, dass wir sie mit nach Fraser’s Ridge brachten, damit sie sich erholen konnte, bis wir einen guten Platz für sie fanden.
»Wir müssen Tante Jocasta dazu bringen, sie freizulassen«, hatte Brianna eingewandt.
»Ich glaube nicht, dass das schwierig sein wird«, hatte Jamie ihr mit einem gewissen Ingrimm versichert. »Wenn man nicht weiß, was wir wissen. Aber warte noch etwas, bis wir einen Platz für sie finden – dann kümmere ich mich darum.«
Doch dann erledigte sich die ganze Angelegenheit mit verblüffender Abruptheit von selbst.
Eines Oktobernachmittags öffnete ich die Tür, weil es geklopft hatte, und sah drei erschöpfte Pferde und ein Packmuli auf dem Hof stehen. Jocasta, Duncan und der schwarze Butler warteten vor der Tür.
Ihr Anblick passte so gar nicht hierher, dass ich einfach nur dastand und sie angaffte, bis Jocasta schneidend sagte: »Was ist, willst du uns hier stehenlassen, bis wir uns aufgelöst haben wie der Zucker in einer Teetasse?«
Es regnete tatsächlich ziemlich stark, und ich trat so hastig zurück, dass ich auf Adsos Pfote landete. Er stieß ein durchdringendes Jaulen aus, so dass Jamie aus seinem Studierzimmer kam, Mrs. Bug und Amy aus der Küche – und Phaedre aus dem Sprechzimmer, wo sie für mich Kräuter zerstampft hatte.
»Phaedre!« Duncan klappte der Kiefer herunter, und er trat zwei Schritte auf sie zu. Kurz bevor er sie in die Arme nahm, hielt er abrupt inne, doch Freude überzog sein Gesicht.
»Phaedre?«, sagte Jocasta, die durch und durch erstaunt klang. Ihr Gesicht hatte vor Schreck jeden Ausdruck verloren.
Ulysses sagte nichts, doch in seinem Gesicht zeigte sich nacktes Entsetzen. Innerhalb einer Sekunde war es wieder verschwunden und seiner üblichen Miene gestrenger Würde gewichen, doch ich hatte es gesehen – und behielt ihn im Lauf des folgenden Durcheinanders aus Ausrufen und Peinlichkeiten genau im Blick.
Schließlich konnte ich sie alle aus dem Eingangsflur hinausbefördern. Jocasta erlitt eine diplomatische Kopfschmerzattacke – obwohl ich angesichts ihres angespannten Gesichts das Gefühl hatte, dass diese nicht nur vorgetäuscht war – und wurde von Amy nach oben begleitet und mit einer kalten Kompresse zu Bett gebracht. Phaedre verschwand mit angsterfülltem Gesicht, sicher, um sich in Briannas Hütte zu flüchten und ihr alles über die unerwarteten Ankömmlinge zu erzählen – was noch drei Köpfe mehr beim Abendessen bedeutete.
Ulysses kümmerte sich um die Pferde, so dass Duncan endlich die Gelegenheit fand, Jamie alles allein zu erklären.
»Wir emigrieren nach Kanada«, sagte er. Er schloss die Augen und atmete das Aroma aus dem Whiskyglas in seiner Hand ein, als sei es Riechsalz. Er sah aus, als könnte er genau das brauchen; er war hager, und sein Gesicht war fast genauso grau wie sein Haar.
»Kanada?«, sagte Jamie genauso überrascht, wie ich es war. »Um Himmels willen, Duncan, was hast du denn getan?«
Duncan lächelte erschöpft und öffnete die Augen.
»Es ist eher das, was ich nicht getan habe, Mac Dubh«, sagte er. Brianna hatte uns vom Verschwinden des geheimen Goldvorrats erzählt und auch etwas davon erwähnt, dass Duncan mit Lord Dunsmore in Virginia in Verhandlungen stand, konnte aber nichts Genaues sagen … verständlicherweise, da sie wenige Stunden, nachdem sie es gehört hatte, entführt worden war und daher keine Einzelheiten wusste.
»Ich hätte nie geglaubt, dass es so weit kommen würde – oder so schnell«, sagte er und schüttelte den Kopf. Die Loyalisten im Vorgebirge waren plötzlich von einer Mehrheit zur bedrohten und verängstigten Minderheit geworden. Einige waren buchstäblich aus ihren Häusern verjagt worden und hatten sich in die Sümpfe und Wälder geflüchtet; andere hatten Prügel bezogen und üble Verletzungen erlitten.