Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #6
- Год: 2018
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Ein Mann namens Dunkling; Alexander ist mit ihm bekannt. Lord Dunsmore ist dabei, in Virginia ein großes Waffenlager anzulegen, und Dunkling ist einer seiner Leutnants – und er ist bereit, einen Teil dieses Vorrats gegen Gold herauszurücken.«
»Das jetzt aber verschwunden ist.« Sie holte tief Luft und spürte, wie ihr der Schweiß zwischen den Brüsten hinunterrann, so dass ihr Hemd noch feuchter wurde.
»Das jetzt aber verschwunden ist«, pflichtete er ihr trostlos bei. »Und ich stehe hier und muss mich fragen, was mit diesem Gespenst ist, von dem Klein Jemmy erzählt, aye?«
Das Gespenst, soso. Wenn jemand in ein Anwesen wie River Run eingedrungen war, wo es vor Menschen wimmelte, und Goldbarren davongeschafft hatte, die mehrere hundert Pfund wogen …
Auf der Treppe waren Schritte zu hören, und Duncan blickte ruckartig zur Tür, doch es war nur Josh, einer der schwarzen Stallknechte, der seinen Hut in der Hand trug.
»Besser, wenn wir gehen, Miss Brianna«, sagte er und verbeugte sich respektvoll. »Ihr braucht doch sicher Licht?«
Für ihre Zeichnungen, meinte er. Die Fahrt von Cross Creek zu Anwalt Forbes’ Haus dauerte eine gute Stunde, und die Sonne stieg schnell dem Zenit entgegen.
Sie blickte auf ihre grün verschmierten Finger, und ihr fiel ein, dass ihr das Haar unordentlich aus dem improvisierten Knoten hing; sie musste sich zuerst ein wenig zurechtmachen.
»Geht nur, Kleine.« Duncan wies mit der Hand auf die Tür. Sein hageres Gesicht war zwar noch voller Sorgenfalten, doch seine Miene hatte sich jetzt, da er diese Sorge mit jemandem geteilt hatte, erhellt.
Sie küsste ihn herzlich auf die Stirn und folgte Josh nach unten. Sie machte sich Sorgen, und das nicht nur wegen des verschwundenen Goldes und der Spukgeschichten. General MacDonald, soso. Wenn er Kämpfer unter den Highlandern rekrutieren wollte, war ihr Vater eine naheliegende Anlaufstelle für ihn.
Wie Roger vor einiger Zeit angemerkt hatte, »beherrscht Jamie den Balanceakt zwischen Whigs und Tories besser als jeder, den ich kenne – aber wenn es hart auf hart kommt, muss er springen«.
Schon in Mecklenburg war es fast so weit gewesen. Doch hart auf hart, so dachte sie, kam es mit MacDonald.
Kapitel 100
Ein Ausflug ans Meer
Neil Forbes, der es für klug hielt, sich für eine Weile nicht blicken zu lassen, war nach Edenton aufgebrochen, angeblich, um mit seiner betagten Mutter deren noch betagtere Schwester zu besuchen. Er hatte die lange Reise genossen, obwohl sich seine Mutter über die Staubwolken beklagte, die durch eine vorausfahrende Kutsche aufgewirbelt wurden.
Zu ungern hatte er auf den Anblick dieser Kutsche verzichtet – eines kleinen, gut gefederten Gefährts, dessen Fenster versiegelt und mit schweren Vorhängen verschlossen waren. Doch er war immer schon ein hingebungsvoller Sohn gewesen, und am nächsten Halteposten hatte er ein Wort mit dem Kutscher gewechselt. Die andere Kutsche fiel gehorsam zurück und folgte ihnen in gebührendem Abstand.
»Wonach schaust du denn nur, Neil?«, wollte seine Mutter wissen, als sie aufblickte, nachdem sie sich ihre Lieblingsbrosche mit den Granaten wieder angesteckt hatte. »Das ist jetzt schon das dritte Mal, dass du einen Blick aus diesem Fenster wirfst.«
»Oh, nichts, Mutter«, sagte er und holte tief Luft. »Ich genieße nur den Tag. Herrliches Wetter, nicht wahr?«
Mrs. Forbes rümpfte die Nase, tat ihm aber den Gefallen, sich die Brille zurechtzurücken und sich hinauszubeugen.
»Aye, nun ja, ganz schön«, räumte sie skeptisch ein. »Aber ziemlich heiß und so feucht, dass man sich das Wasser eimerweise aus der Unterhose wringen kann.«
»Keine Sorge, a leannan«, sagte er und klopfte ihr auf die schwarzgekleidete Schulter. »Wir sind in null Komma nichts in Edenton. Da ist es bestimmt kühler. Nichts ist besser für den Teint, sagt man, als die frische Seeluft!«
Kapitel 101
Nachtwache
Reverend McMillans Haus lag am Meer. Ein Segen bei dem heißen, schwülen Wetter. Am Abend wehte der Wind alles aufs Meer hinaus – Hitze, Kaminrauch, Moskitos. Die Männer saßen nach dem Abendessen auf der Veranda, rauchten Pfeife und genossen die Ruhe.
Rogers Genuss paarte sich mit Schuldbewusstsein angesichts der Tatsache, dass Mrs. Reverend McMillan und ihre drei Töchter im Schweiße ihres Angesichts das Geschirr spülten, aufräumten, den Fußboden wischten, aus den übriggebliebenen Hammelknochen des Abendessens die Linsensuppe für morgen kochten, die kleineren Kinder zu Bett brachten und sich auch sonst im stickigen, heißen Inneren des Hauses abplagten. Zu Hause hätte er sich verpflichtet gefühlt, bei solchen Arbeiten zu helfen, um sich nicht Briannas Zorn auszusetzen; hier wäre ein solches Angebot mit absoluter Ungläubigkeit aufgenommen worden, gefolgt von tiefem Argwohn. Stattdessen saß er friedvoll im kühlen Abendwind, sah den Fischerbooten zu, die durch den Sund an Land kamen, und nippte an etwas, das Kaffee darstellen sollte, während man angenehme Männergespräche führte.
Manchmal, so dachte er, hatte die Rollenverteilung der Geschlechter im achtzehnten Jahrhundert doch etwas für sich.
Sie unterhielten sich über die Neuigkeiten aus dem Süden; Gouverneur Martins Flucht, die Zerstörung von Fort Johnston. Das politische Klima in Edenton war den Whigs zugetan, und die Anwesenden waren zum Großteil Geistliche – der Älteste, Reverend Dr. McCorkle, sein Sekretär Warren Lee, Reverend Jay McMillan, Reverend Patrick Dugan und vier weitere angehende Pastoren außer Roger –, doch unter der einvernehmlichen Oberfläche der Unterhaltung gab es Strömungen politischer Uneinigkeit.
Roger selbst sagte wenig; er wollte McMillans Gastfreundschaft nicht verletzen, indem er Zündstoff für ein Streitgespräch lieferte – und etwas in seinem Inneren hegte den Wunsch nach Ruhe, um über morgen nachzudenken.
Doch dann nahm die Unterhaltung eine neue Wendung, und er ertappte sich dabei, dass er gebannt zuhörte. Der Kontinentalkongress war vor zwei Monaten in Philadelphia zusammengetreten und hatte General Washington das Oberkommando der Armee übergeben. Warren Lee hatte sich zu diesem Zeitpunkt in Philadelphia befunden und schilderte den Anwesenden die Schlacht von Breed’s Hill, der er selbst beigewohnt hatte.
»General Putnam hat ganze Wagenladungen von Erde und Gebüsch an die Mündung der Halbinsel von Charlestown karren lassen – Ihr sagt, Ihr kennt die Stelle, Sir?«, fragte er höflich an Roger gewandt. »Nun, Oberst Prescott war schon da, mit zwei Milizkompanien aus Massachusetts und einer halben aus Connecticut – alles in allem etwa tausend Mann, und gütiger Himmel, haben die Lager gestunken!«
Es lag ein Hauch von Belustigung in seiner Stimme, doch dieser verblasste, als er jetzt fortfuhr:
»General Ward hatte die Order erteilt, diesen einen Hügel zu befestigen, Bunker Hill nennen sie ihn, nach der alten Schanze darauf. Aber Oberst Prescott ist hinaufgestiegen, und es hat ihm gar nicht gefallen. Er und Mr. Gridley, der Baumeister, haben eine Abordnung dort gelassen und sind weiter zum Breed’s Hill, den sie besser geeignet fanden, weil er näher am Hafen liegt. Das war übrigens alles nachts. Ich war in einer der Kompanien aus Massachusetts, und wir sind ordentlich marschiert, und dann haben wir die ganze Nacht von Mitternacht bis zum Morgengrauen Gräben ausgehoben und mannshohe Wälle aufgeschüttet. Als es dämmerte, haben wir uns hinter unseren Befestigungen verkrochen, gerade rechtzeitig, denn im Hafen lag ein britisches Schiff – die Lively, hieß es –, und in dem Moment, als die Sonne aufgeht, eröffnet es das Feuer. Hat sehr hübsch ausgesehen; der Nebel lag noch auf dem Wasser, und die Kanonen haben ihn rot erleuchtet. Haben aber nichts ausgerichtet; die meisten Kugeln sind einfach in den Hafen geplumpst – habe aber gesehen, dass sie einen Walfänger an den Docks getroffen haben, ist zu Brennholz zersplittert. Die Mannschaft ist von Bord gehüpft wie die Flöhe, als die Lively mit dem Beschuss angefangen hat. Ich konnte sehen, wie sie auf dem Dock herumgetanzt sind und die Fäuste geschüttelt haben – und dann hat die Lively eine neue Breitseite abgefeuert, und sie sind alle umgefallen oder davongerannt wie die Karnickel.«