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Indiana Jones und das Geheimnis der Sphinx

Электронная книга - «Indiana Jones und das Geheimnis der Sphinx». Краткое содержание книги:

Buch Als Professor Jones von einem sterbenden Arktisforscher eine Holzkiste mit einem Stein aus Island erhalt, sind unversehens Naziagenten hinter ihm her Der mysteriöse Stein verfugt offenbar über okkulte Kräfte und weist den Weg zum legendären Ultima Thule Bald stoßt Indy mit der dänischen Forscherin Ulla Tornaes auf eine uralte Zivilisation am Rand der Welt Doch das ist erst der Beginn einer unglaublichen Reise, denn von hier führt ein Weg ins unerforschte Innere der Erde.
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»Ich bin der Ansicht, dass wir noch längst nicht alle Antworten kennen«, erwiderte er.

»Ich habe gelesen, Napoleon habe die Sphinx für Schießübungen benutzt«, erzählte Mystery, »und dabei die Nase heruntergeschossen.«

»Nein, sie wurde im vierzehnten Jahrhundert von einem islamischen Fanatiker verunstaltet«, erklärte Indy.

»Also gut«, meinte Sallah, der sein Bündel ablegte und zu einer Schaufel griff. »Ich bin bereit. Wo fangen wir an?«

»Gute Frage«, sagte Indy. »Faye, es ist so weit.«

Faye nickte.

Sie ging zur Sphinx, dann drehte sie sich um und ließ sich, den Stab im Schoß, zwischen ihren Pranken nieder. Sie senkte den Kopf, konzentrierte sich und verharrte eine Viertelstunde lang in dieser Stellung, während die anderen schweigend warteten. Schließlich hob sie den Kopf.

Faye schlug die Augen auf, machte dabei aber ein Gesicht, als lausche sie einer fernen Musik. Sie stellte erst einen, dann den anderen Fuß unter ihren Körper, und schließlich hielt sie den Stab mit ausgestreckten Armen vor sich. Sie machte mehrere Schritte nach vorn, zögerte, trat einen Schritt nach links. Sie hielt den Stab mit einer Hand über ihrem Kopf, dann drehte sie ihn herum und schleuderte ihn zu Boden. Das Ende des Stabes bohrte sich in den flachen Sand und stieß darunter auf etwas Hartes. »Graben Sie hier«, sagte sie.

»Sind Sie sicher?«, fragte Indy. »Man hat weder einen Blitz noch sonst etwas gesehen. Ich hatte eigentlich mehr erwartet.«

»Als die Juden in der Wüste nach Wasser suchten«, erklärte Faye, »haben sie mit dem Stab einfach gegen einen Fels geschlagen, und eine Quelle sprudelte hervor. Warum sollte es jetzt anders sein?«

»Naja, tausende - nein, wahrscheinlich Millionen - von Menschen sind in den letzten fünftausend Jahren über diese spezielle Stelle hinweggegangen, und niemand hat hier je etwas gefunden. Es klang, als sei der Stab auf den natürlichen Kalkstein unter dem Sand gestoßen.«

»Hören sie auf mit dem Gemecker und fangen Sie an zu graben«, sagte Faye.

Sallah markierte die Stelle mit dem Fuß, dann ging er daran, den Sand mit einer Schaufel fortzuräumen. Indy und Mystery halfen ihm dabei, während Faye zuschaute, den Stab senkrecht in der Hand. Nach wenigen Minuten hatten sie so viel Sand entfernt, dass sie eine glatte, ebene Fläche vor sich hatten.

»Sie ist von Menschen gemacht«, stellte Indy fest. »Es könnte allerdings auch einfach eine der Steinplatten des alten Innenhofes sein, der sich an dieser Stelle befand.«

»Graben Sie weiter«, sagte Faye.

Sallah klopfte mit dem stumpfen Ende des Stemmeisens auf die Steinplatte. Es gab ein hohles Geräusch.

»Ich will verdammt sein«, entfuhr es Indy.

Sallah sah missbilligend auf.

»Ich habe eine Kante gefunden«, rief Mystery.

Eine halbe Stunde später hatten sie allen Staub von dem Stein entfernt, der eben war und ungefähr einen Meter im Quadrat maß. Schließlich rammte Sallah das Stemmeisen unter eine der Kanten.

»Augenblick noch«, sagte Indy. »Mystery, sieh nach, ob die Luft rein ist.«

Mystery nickte.

»Und sei vorsichtig«, setzte Indy hinzu.

Sie krabbelte auf die rechte Pranke, kletterte auf die Schulter der Sphinx und stützte sich am Kopf ab. Der Mond stand mittlerweile hoch am Himmel. Mystery schaute hinter sich. Der Körper der Sphinx, fast so lang wie ein Fußballplatz, wirkte unproportioniert, der Kopf schien viel zu klein für einen derart riesenhaften Körper. Im Nordosten ragte, vom Mondschein hell erleuchtet, die große Pyramide von Cheops in den Himmel, das letzte noch erhaltene Weltwunder der Antike. Beinahe unmittelbar hinter der Sphinx stand die etwas weniger bedeutende Pyramide von Chefren, während sich im Südwesten die kleinste der drei großen Pyramiden auf der Hochebene von Gizeh erhob, die von Mykerinos.

Im Süden, parallel zum Nil, glaubte sie eine Bewegung zu gewahren. Sie schloss die Augen, schaute abermals hin, doch da war nichts.

»Die Luft ist rein«, rief Mystery.

Beim Hinunterklettern löste sich unter ihren Füßen ein Stück der Sphinx aus einer eintausend Jahre alten ausgebesserten Stelle. Sie fing sich, bevor sie mehr als ein paar Fuß weit abrutschen konnte.

»Ich hab dir doch gesagt, du sollst vorsichtig sein«, rief Indy.

»Tut mir Leid.«

»Leid tun nützt nichts«, meinte Indy. »Pass lieber besser auf.«

Sallah holte tief Luft, biss die Zähne aufeinander und stemmte sich gegen das Endstück des Eisens. Nichts geschah. Er schloss die Hände fester um das Stemmeisen und legte sich mit aller Kraft ins Zeug. Die Muskeln an seinen Armen und Schultern traten hervor wie Schlangen, doch wiederum rührte sich nichts.

»Er kann unmöglich so schwer sein«, sagte Indy.

»Möchtest du es mal versuchen?«, fragte Sallah. Sein Gesicht war sehr gerötet, und von seiner Nase troff der Schweiß.

»Du hattest bestimmt einen ungünstigen Hebel«, meinte Indy.

»Was glaubst du, wie lange ich das schon mache?«

»Lass mich es versuchen«, sagte Indy. »Der Stein kann unmöglich mehr als ein paar hundert Pfund wiegen.«

Er spuckte in die Hände, setzte das Stemmeisen erneut an und zerrte.

»Du hast Recht«, staunte er.

»Versuchen wir es gemeinsam«, schlug Sallah vor.

Sallah übernahm das obere Ende des Stemmeisens, Indy die Mitte, und Mystery drückte von der anderen Seite. Nach dreißig Sekunden konzentrierter Anstrengung vernahm man das scharrende Geräusch von Fels auf Fels.

»Er bewegt sich«, stieß Indy zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

»Nur nicht schlapp machen«, drängte Faye.

Widerstrebend gab der Stein nach. Mystery löste ihren Griff vom Stemmeisen und trat zurück. Mit dem Handrücken wischte sie sich den Schweiß aus der Stirn, dann schaute sie hinauf zu den Sternen.

»Komisch«, meinte sie, schwer atmend. »Ich dachte, ich würde in diesem Augenblick aufgeregt sein, aber das bin ich nicht. Ich fühle mich seltsam - als wäre ich einer jener Schakale dort draußen in der Wüste.«

„Wir sind Schakale«, gab Sallah ihr mit einem Glänzen in den Augen Recht. »Und daran ist nichts Verwerfliches, es ist der Lauf der Natur. Meine Familie plündert diese Gräber bereits seit vielen Generationen. Wir sind nichts anderes als menschliche Schakale. Jäger und Räuber.«

KAPITEL ZEHN

Die Mutter des Schreckens

Als Sallah den massiven Stein mühevoll zur Seite wuchtete, strömte ein heißer Luftschwall aus dem Gang hervor, der die Sphinx und die Sterne über ihr wie eine Luftspiegelung flimmern ließ.

»Nimm einen tiefen Atemzug, Indy«, sagte Sallah. »Wir atmen die Luft der Pharaonen!«

»Und der Sklaven«, versetzte Indy und nahm eine Fackel aus dem Segeltuchsack, der über seiner Schulter hing. Er riss ein Streichholz an dem Kalksteinklotz an, den Sallah auf den Sand geschoben hatte, und hielt es an die fest umwickelten, pechgetränkten Schilfrohrbüschel. Die Fackel sprühte und knisterte, bevor sie sich zu einer gleichmäßig brennenden, orangenen Flamme entzündete. Indy machte ein paar Schritte in den Gang hinein und hielt die Fackel vor sich. Die Stufen waren mit einem feinen roten Staub überzogen und führten hinunter in die Dunkelheit. Die Wände des Ganges waren schmucklos, auf dem Sturz dagegen waren Hieroglyphen zu erkennen.

»Die Hieroglyphen«, fragte Mystery. »Was besagen sie?«

»Sie drängen den Weisen zum Weitergehen und den Narren zur Umkehr.«

»Du hast nie einen Rat befolgt«, erinnerte ihn Sallah.

»Sehr komisch«, gab Indy zurück. »Du wirst mich ebenfalls begleiten.«

»Aber Indy«, stammelte Sallah. »Wer soll denn dann die Frauen beschützen?«

»Du willst hier oben bleiben, bei Faye und diesem Stock?«

Sallah wirkte unschlüssig, doch dann schloss er sich Indy rasch an.

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