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Indiana Jones und das Geheimnis der Sphinx

Электронная книга - «Indiana Jones und das Geheimnis der Sphinx». Краткое содержание книги:

Buch Als Professor Jones von einem sterbenden Arktisforscher eine Holzkiste mit einem Stein aus Island erhalt, sind unversehens Naziagenten hinter ihm her Der mysteriöse Stein verfugt offenbar über okkulte Kräfte und weist den Weg zum legendären Ultima Thule Bald stoßt Indy mit der dänischen Forscherin Ulla Tornaes auf eine uralte Zivilisation am Rand der Welt Doch das ist erst der Beginn einer unglaublichen Reise, denn von hier führt ein Weg ins unerforschte Innere der Erde.
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»Hoffentlich habe ich die richtige Entscheidung getroffen«, meinte er.

»Das werden wir bald wissen«, sagte Indy und reichte ihm eine Fackel. »Bleib hinter mir. Und fass nichts an, es sei denn, ich bitte dich ausdrücklich darum.«

Die Treppe führte steil hinunter in die Erde, verlief dann eben und führte in eine enge, mit farbenfrohen und kunstvoll gearbeiteten Malereien ausgeschmückte Nebenkammer. Die Göttin Nut, mitsamt den Sternenreihen, die ihre Flanken zierten, überspannte die gesamte Decke. An den Wänden befanden sich Reliefs, auf denen Priester dargestellt waren, die einen Pharao für seine Reise in die Unterwelt präparierten. Das Ankh, das ägyptische Symbol des ewigen Lebens, wiederholte sich ein ums andere Mal. Zwei mit Papyrusrollen gefüllte Tonvasen standen rechts und links des Kammereingangs.

»Dies ist die zweite Galerie«, stellte Indy fest. »Bislang folgt die Grabkammer einer recht gebräuchlichen Anordnung, wie sie bei den meisten Königsgräbern üblich ist.«

Indy nahm eine Papyrusrolle zur Hand und rollte sie vorsichtig einige Zentimeter auseinander. Sie war mit einer kursiven Form von Hieroglyphen beschriftet, die als hieratischer Stil bekannt war.

»Hast du eine Vorstellung, wie alt dieses Labyrinth sein könnte?«, fragte Sallah.

»Nein«, antwortete Indy. Die Papyrusrolle in seinen Händen begann, an den Kanten zu Staub zu zerbröckeln. Er steckte sie in die Vase zurück und zog eine andere heraus, die, als er sie auseinander rollte, ebenfalls zu zerfallen begann. »Dies sind die Gutachten der Priester, die diese Kammer offenbar in Abständen von jeweils mehreren hundert Jahren restauriert haben. Dieses hier reicht zurück bis zur Zeit Ramses II., dreizehnhundert Jahre vor Christi Geburt. Dort heißt es, dieser Ort existiere seit Anbeginn der Zeit und sei Schauplatz des glorreichen Ersten Mals gewesen.«

»Des Ersten Mals«, wiederholte Sallah. »Als die Götter auf die Erde kamen. Ich dachte, das sei nichts weiter als eine Legende.

Hier, an diesem Ort, erscheint es mir wirklicher als das Leben selbst. Was glaubst du, mein Freund?«

»Ich glaube, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für theologische Diskussionen. Die alten Ägypter hatten eine völlig andere Vorstellung von der Wirklichkeit als wir. Sie sahen es als Tatsache an, dass ihre Pharaonen unmittelbar von den Göttern abstammten.«

Indy stellte die Papyrusrolle an ihren Platz zurück und wischte sich den Staub von den Händen.

»Ich werde darauf verzichten, mir die anderen anzusehen, denn ich befürchte, dadurch unwiderbringliche Texte zu zerstören«, sagte er. Das Gewicht der Jahrhunderte schien schwer auf ihm zu lasten.

»Wenn wir nur mehr Zeit hätten«, meinte Sallah.

»Haben wir aber nicht«, versetzte Indy. »Welch eine Ironie,was?«

»Ich kann Ironie nicht ausstehen«, sagte Sallah. »Gewöhnlich bringt sie einem nichts als Ärger ein.«

»Komm weiter«, sagte Indy. »Ich glaube, in dieser Kammer sind wir ziemlich sicher. Erst hier in der nächsten wird es anfangen, ein wenig haarig zu werden.«

»Haarig kann ich auch nicht ausstehen«, meinte Sallah.

Indy blieb am oberen Ende einer weiteren Flucht von Stufen stehen. Er hielt die Fackel in die Dunkelheit. Zu beiden Seiten der Treppe, in Nischen, die man in die Kalksteinwände gehauen hatte, leuchteten goldene Statuen von der halben Größe eines Menschen auf.

»Die dritte Galerie«, sagte Indy. »Und die Sanktuarien, in denen die Götter des Ostens und des Westens ruhen. Lass mich vorangehen.«

»Wenn du darauf bestehst«, sagte Sallah.

Indy machte einen vorsichtigen Schritt nach unten, dann noch einen.

»So weit, so gut«, sagte er über seine Schulter. »Wenn du mir folgst, tritt genau in die Fußstapfen, die meine Stiefel im Staub zurückgelassen haben.«

Indy machte noch einen Schritt.

Zur Linken funkelten die Götter des Ostens in ihren Nischen, den Götter des Westens auf der rechten Seite ebenbürtig. Sie alle waren grimmig dreinblickende Ungeheuer, viele von ihnen halb Mensch, halb Tier, und jeder hatte seine Rolle im Götterhimmel der alten Ägypter: Horus, der Rächer, mit einem Falkenkopf, Anubis, der Gott der Unterwelt, mit dem Kopf eines Schakals, Amun, der Herr der Pharaonen, mit dem Kopf eines Steinbocks, Hathor, die Göttin der Geburt, mit dem einer Kuh.

Indy spürte, wie der Tritt, auf dem er stand, den Bruchteil eines Zolls unter ihm nachgab.

»Nur das nicht«, sagte er.

Die goldene Kinnlade der schakalköpfigen Figur des Anubis klappte herunter und ließ Reihen blinkender Elfenbeinzähne erkennen. Indy warf sich nach vorne, als ein mit einer Kupferspitze versehener Wurfpfeil aus seinem Hals hervorschoss und sich in die Kalksteinwand bohrte.

Während Indy die restlichen Stufen hinunterrollte, folgte ein wahrer Pfeilhagel, jeweils den Bruchteil einer Sekunde zu spät, um ihr Ziel zu treffen. Indy hatte mit der Grube am Fuß der Treppe gerechnet, und als er dort anlangte, war die Peitsche bereit und wickelte sich mit ihrem Ende um die Kranzleiste einer steinernen Säule in der nächsten Kammer. Indy ließ die Fackel fallen und hing mit beiden Händen am Peitschengriff. Er verfolgte, wie die Fackel sechs Meter unter ihm in den Sand fiel und Dutzende von Skorpionen aufscheuchte, die vor ihr die Flucht ergriffen.

Dann kippte die steinerne Säule, von Indys Gewicht aus der Verankerung gerissen. Sie überspannte die Grube, ließ Indy aber so tief nach unten stürzen, dass er mit den Stiefelspitzen den Sand berührte. Sein Hut fiel in die Grube.

»Indy, mein Freund!«, rief Sallah. »Bist du wohlauf?« Indy angelte sich seinen Hut, dann hangelte er sich hastig Zug um Zug an der Peitsche nach oben bis zur Säule.

»Ja«, rief er zurück, während er eine weitere Fackel aus dem Segeltuchsack zog und sie mit einem an der Säule angerissenen Streichholz anzündete. »Komm weiter, aber sieh dich beim Hinübersteigen vor.«

Sallah balancierte behutsam über die Steinsäule und gesellte sich zu Indy auf der anderen Seite der Skorpiongrube, dann pflückte er einen Skorpion vom Kopfteil seines Hutes und warf ihn zurück ins Loch. »Danke«, sagte Indy.

»Sie töten einen nicht«, meinte Sallah, »aber ein, zwei Tage lang wirst du dir wünschen, sie hätten es getan. Wo befinden wir uns jetzt?«

»In der Kammer der beiden Wächter«, antwortete Indy, die Fackel in die Höhe haltend.

In einer Nische der Ostwand war die vertrocknete Leiche eines Kriegers untergebracht. Seine Haut war eingefallen und spannte um die Knochen, seine Rüstung war matt geworden, sein Speer jedoch war noch immer fest von einer skelettierten Hand umschlossen. Ihm gegenüber befand sich ein Priester. Sein weißes Gewand war vermodert, und sein Kopf war nach hinten von den Schultern gefallen, sein Kinn indes war nach vorn gesunken und ruhte auf seinem Brustbein. Der klaffende Mund war voller vergilbter Zähne.

»Wie sollen wir weiter vorgehen?«, fragte Sallah.

»Mit äußerster Vorsicht«, antwortete Indy.

Indy machte einen Schritt nach vorn, hielt inne, machte einen weiteren Schritt.

»Und?«, fragte er.

»Nichts«, kam Sallahs Antwort.

»Gut«, sagte Indy und machte noch zwei Schritte. »Und jetzt?«

»Alles erscheint mir ... viel zu einfach«, meinte Sallah.

»Da hast du Recht«, sagte Indy.

Die Fackel' flackerte, nachdem der Hauch einer Brise sie ganz leicht gestreift hatte.

»Runter!«, rief Indy.

Indy schmiegte sich flach auf den Boden, als eine Kupferscheibe mit rasiermesserscharfer Schneide sich aus der Decke löste. Die Scheibe schlug so weit aus, dass sie den Rücken von Indys Lederjacke aufschlitzte, über Sallahs gekrümmten Rücken hinweg wieder nach oben pendelte, zurück zur Decke.

»Alles in Ordnung?«, fragte Indy, als er die Fackel aufhob.

»Ich denke schon«, versicherte Sallah.

»Gut«, meinte Indy. »Die nächste Kammer, Nummer fünf, müsste ein Brunnenraum sein.«

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