Indiana Jones und das Geheimnis der Sphinx
- Автор: McCoy Max
- Язык: немецкий
- Переводчик: Caspar Holz
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Indiana Jones und das Geheimnis der Sphinx». Краткое содержание книги:
»Nein«, sagte Achmed. »Zuerst brauchen wir seine Kleider und den Inhalt seiner Taschen.«
Abdul setzte Indy wieder ab.
»Ziehen Sie Ihre Kleider aus«, kommandierte Achmed. »Sie alle. Machen Sie schon!«
Indy begann, oben anfangend, langsam sein Hemd aufzuknöpfen. Faye und Mystery gingen ebenfalls dazu über, ihre Kleider zu lockern, auch sie langsam.
»Wo ist der Stab, wenn man ihn braucht?«, fragte Indy Faye.
»Seien Sie still«, fauchte Faye.
»Was?«, fragte Achmed.
»Nichts«, sagte Indy.
»Sie erwähnten einen Stab.«
»Kann sein«, sagte Indy.
»Ist dieser Stab wertvoll?«
»Von unschätzbarem Wert«, antwortete Indy. »Aber das ist jetzt wohl nicht wichtig, oder?«
Er war mit dem Aufknöpfen seines Hemdes fertig. Faye kniete nieder, um die Schnürsenkel ihrer Stiefel aufzuknoten, während Mystery ihr neues Kleid von den Schultern gleiten ließ.
»Erzählen Sie mir davon«, forderte Achmed ihn auf.
»Das würde zu lange dauern«, sagte Indy, seine Hemdzipfel herausziehend. »Schließlich haben Sie es eilig, uns in diese Salzlösung zu bekommen.«
Der Lauf der Waffe geriet unschlüssig ins Wanken. Sowohl Achmed als auch Abdul starrten Mystery in ihrer Unterwäsche mit einem erwartungsvollen Leuchten in den Augen an. Indy griff hinter seinen Rücken und tat, als wollte er seinen Hemdzipfel lösen, umfasste stattdessen den Griff seiner Peitsche und machte einen Schritt nach vorn. Die Peitsche schnitt mit einem Knall in Achmeds Handgelenk, und aus der Waffe löste sich, bevor Achmed sie fallen ließ und gegen den hölzernen Arbeitstisch taumelte, ein Schuss. Die Kugel schlug hinter ihm in die gemauerte Wand. Der hölzerne Tisch stürzte um, und Leiche sowie Schlangenkörbe fielen zu Boden. Kobras schössen in alle Richtungen davon.
»Schlangen!«, schrie Indy. »Jede Menge Schlangen!«
Abdul packte Indy mit einer Faust, groß wie ein Schinken, und begann, ihn Richtung Bottich zu zerren. Eine neun Fuß lange Kobra schlängelte sich an seinem Bein hinauf, und Abdul versuchte, sie abzuschütteln. Die Kobra fauchte und öffnete ihren Hut, dann versenkte sie ihre Fänge in Abduls Oberschenkel. Der Hüne schrie auf und packte die Schlange mit beiden Händen, vermochte sie jedoch nicht herauszuziehen. Als er sich umdrehte und Indy anflehen wollte, sie zu entfernen, holte Indy aus und versetzte ihm mit voller Wucht einen Schlag gegen das Kinn. Abdul taumelte nach hinten und fiel mit dem Gesicht voran in den Bottich. Die Flüssigkeit zischte und fauchte. Achmed war bereits tot. An seinem Gesicht hingen mehrere Schlangen, und seine Wangen waren mit roten und Falten werfenden Bisswunden übersät.
»Machen wir, dass wir hier rauskommen«, sagte Indy.
Er sprang auf die Treppe.
»Wollen Sie Ihre Waffe nicht mitnehmen?«, fragte Mystery, während sie sich die Träger ihres Kleides wieder überstreifte.
»Vergiss sie«, rief Indy, rollte die Peitsche zusammen und hakte sie an seinen Gürtel.
Mystery schüttelte den Kopf, dann ging sie in aller Ruhe quer über den Fußboden.
»Nicht!«, rief Indy.
»Psst!«, machte Faye. »Stören Sie ihre Konzentration nicht.«
Mystery ging weiter, trat über die sich windenden Schlangen hinweg und hob den Webley auf.
»Sie versuchen bloß, einen Weg ins Freie zu finden«, sagte Mystery. »Achmed hatte nicht die geringste Chance, aber Abdul hätte wahrscheinlich überlebt, wenn er nicht in Panik geraten wäre. Normalerweise ist der Biss einer Kobra nicht tödlich.«
»Das glaube ich dir aufs Wort«, sagte Indy, während er den Webley in das Halfter schob.
»Was in aller Welt machen sie mit den - Leichen, die sie hier präparieren?«, wollte Mystery wissen.
»Für zu Pulver zerriebene Mumien gibt es einen beträchtlichen Markt«, erklärte Indy. »Manche Leute verwenden sie als Medizin, andere dagegen halten sie für ein sehr wirkungsvolles Aphrodisiakum.«
»Ist ja ekelhaft«, sagte Mystery. »Sollten wir dieses Haus nicht niederbrennen oder etwas Ähnliches?«
»Das würden wir auch tun, wenn es nicht zu beiden Seiten von ehrlichen Geschäften und Wohnhäusern umgeben wäre«, antwortete Indy. »Wir werden es einfach den Schlangen überlassen müssen.«
KAPITEL NEUN
Schakale
Kurz vor Sonnenaufgang fuhren sie in einem klapprigen alten Ford, der Sallahs Schwager gehörte, zur Hochebene von Gizeh, parkten das Auto, um keine Aufmerksamkeit zu erregen, in der Nähe des Nils unterhalb einer Sandbank und warteten, dass der Mond aufging. Als es so weit war und er zwei Stunden später wie ein gespenstischer Bote über Kairo am Himmel erschien, heulte in der Ferne ein Schakal. Das Geheul scheuchte die letzten Touristen über die Brücke zurück in die Sicherheit der Stadt und überließ die Grabmale der Wüste und den dort lebenden Kreaturen. Sallah nahm den Leinensack der mit Kiefernteer getränkten Fackeln und das schwere eiserne Stemmeisen auf, und Indy holte die Schaufeln und Äxte. Faye trug den Stab und zwei Lampen, während Mystery die Seile und den Flaschenzug schleppte. Sie kletterten das felsige Nilufer hinauf und begaben sich quer durch die gepeinigte Landschaft zur Sphinx. Als sie näher kamen, tauchte der Kopf der Sphinx über dem Horizont auf, zusammen mit den Spitzen zweier der drei dahinter liegenden Pyramiden. Schließlich bahnten sie sich ihren Weg zwischen den umgestürzten Säulen und Steinquadern des Tempels hindurch und erreichten den Eingang des eingefriedeten eigentlichen Grabmalbezirks.
Vor ihnen lag das rätselhafte Antlitz der Sphinx, den Blick für alle Zeiten nach Osten gerichtet. Die verwitterten Pranken ragten ihnen entgegen, während der Kopf mit seinen abstehenden Ohren und seiner geriffelten Haube aussah, als könnte er jeden Augenblick auf sie herabstürzen, so schlimm war er beschädigt. Weil die Sphinx aus einem einzigen, aus der Erde tretenden Kalksteinfels geschlagen war, ragte allein der Kopf über den Horizont; der übrige Körper war in eine grabenähnliche Einfriedung eingelassen. Zwischen den Pranken befand sich eine senkrechte granitene Säule, etwa mannshoch, die mit Hieroglyphen übersät war. Wie die Sphinx selbst war auch die Säule beschädigt und unvollständig.
»Der Ort hat etwas«, meinte Faye. »Man spürt geradezu, wie die Jahrhunderte auf einem lasten. Nein, nicht nur die Jahrhunderte, sondern die gesamte Ewigkeit.«
»Sie sind nicht die Erste, die diese Beobachtung macht«, sagte Indy. »Mir ist es ebenso ergangen, als ich zum ersten Mal hier war, als kleiner Junge. Mittlerweile liegt ein sehr viel größerer Teil der Sphinx frei als damals. Sie ist im Verlauf ihrer Geschichte immer wieder abwechselnd von der Wüste verschüttet und von nachfolgenden Generationen ausgebuddelt worden.«
»Wird niemandem auffallen, dass wir hier herumschnüffeln?«
»Das ist nicht wahrscheinlich«, meinte Indy. »Wir sind hinter der Einfriedung so gut verborgen, dass man praktisch genau über uns stehen müsste, um uns zu entdecken.«
»Was steht hier?«, fragte Mystery, vor der Granitstele stehend.
Der Mond schien so hell, dass Indy es ohne die Hilfe einer Lampe entziffern konnte.
»Was meist an Grabmalen von Regierungen steht«, erklärte er.
»Es erinnert an ein öffentliches Bauvorhaben und an den politischen Führer, der es ins Leben gerufen hat. Vor etwa fünfundzwanzig Jahrhunderten ließ Thutmosis IV. den Sand rings um die Sphinx forträumen und Reparaturarbeiten an ihr vornehmen. Weil wir einen Teil des Namens hier auf dem beschädigten Abschnitt der Tafel erkennen können, die Silbe >Chef <, sind die meisten Ägyptologen der Ansicht, dass die Sphinx eintausend Jahre vorher von Chefren errichtet wurde.«
»Und welcher Ansicht sind Sie?«, fragte Mystery.