Indiana Jones und das Geheimnis der Sphinx
- Автор: McCoy Max
- Язык: немецкий
- Переводчик: Caspar Holz
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Indiana Jones und das Geheimnis der Sphinx». Краткое содержание книги:
Die folgende Stunde verbrachte Indy damit, Sallah von den gemeinsamen Abenteuern mit den Maskelynes zu berichten. Als er geendet hatte, kratzte Sallah sich an seinem
dunklen Bart und trank einen Schluck seines kalt gewordenen Tees.
»Weißt du, wie die Sphinx von meinem Volk genannt wird?«, fragte er. »>Die Mutter des Schreckens<. Früher einmal hielt man sie für eine unsterbliche Gottheit, älter als das Menschengeschlecht.«
»Wirst du uns helfen?«, fragte Indy. »Selbstverständlich«, sagte Sallah. »Alles was ich zu geben habe, gehört dir. Aber es wird nicht einfach werden. Wir müssen nachts arbeiten und auf eine mögliche Entdeckung - oder Einmischung -vorbereitet sein. Verrate mir eins, dieser japanische Verbrecher, den du geblendet hast, ist er dir noch immer auf den Fersen?« »Seit Kalkutta nicht mehr.«
»Nun, das ist wenigstens etwas«, meinte Sallah. »Wir werden, von jetzt an gerechnet, in zwei Nächten beginnen. Dann wird der Mond voll sein und uns helfen, beim Graben etwas zu erkennen.«
»Antiquitäten«, zischte der Ladenbesitzer verstohlen. Er war ein hagerer Mann mit habichtartiger Nase und einem goldenen Schneidezahn, mit einem billigen Fez auf dem Schädel und bekleidet mit einem schmutzig-grauen Gewand. »Überreste einer untergegangenen Zivilisation von unschätzbarem Wert. Darf ich Ihnen vielleicht einen königlichen Skarabäus zeigen?« »Wir sind an deinen schlecht gemachten Fälschungen nicht interessiert«, erwiderte Sokai.
»Sir, alles in diesem Laden ist echt«, protestierte der Händler und tat gekränkt.
Jadoo stand hinter Sokai, der alte Magier musterte den Inhalt des Ladens mit geübtem Blick. Es gab die üblichen Scherben, Kalksteinsplitter, auf denen rätselhafte Gebete, Bauanleitungen und Graffiti in Bilderschrift zu sehen waren und die man in der Nähe der Totenstadt Gizeh aufgeklaubt hatte.
Schlechte Kopien von Grabmalstatuen, deren Originale im Museum in der Innenstadt Kairos verwahrt wurden, dazu verschiedenste Stücke nachgemachten Schmucks, darunter Kopien jener goldenen Skarabäuskäfer, die einst die Brustharnische der Pharaonen zierten.
»Alles in diesem Laden ist echt, Sir«, wiederholte der Händler.
»Die meisten dieser Gegenstände habe ich eigenhändig aus dem Sand gegraben.«
»Wenn dem so ist, dann musst du sie auf deinen verdreckten Fußboden fallen gelassen haben«, warf Jadoo ein. »Kein einziger dieser Gegenstände hat je das Innere eines königlichen Grabmals gesehen.«
»Sie kränken meinen Stolz«, beklagte sich der Ladeninhaber.
»Verraten Sie mir, was Sie suchen, und ich werde Ihnen helfen, es zu finden.«
»Etwas ein wenig Exotischeres«, sagte Jadoo.
»Ich kann Sie nach unten bringen. Dort bewahren wir die Dinge auf, die wir nicht in aller Öffentlichkeit zum Verkauf anbieten können. Verbotene Dinge. Dinge, die man in einen Trank mischen kann, um Wunden zu heilen, die Männlichkeit wiederherzustellen und das Leben zu verlängern.«
»Ah, jetzt kommen wir der Sache schon ein wenig näher«, sagte Sokai. Er schüttelte eine Lucky Strike aus der Packung, steckte sie sich in den Mund und gestattete dem Ladenbesitzer, sie anzuzünden.
»Wir haben die besten viertausend Jahre alten Mumien«, fuhr der Ladenbesitzer fort. »Frisch aus dem Grab, gemahlen und gebrauchsfertig. Die allerbesten Mumien für medizinische Zwecke überhaupt. Oder aber Sie nehmen eine ganze Mumie mit nach Hause, als dekoratives Genrestück.«
»Wie ist dein Name?«
»Achmed, Sir. Und der Ihre?«
»Mein Name tut nichts zur Sache«, sagte Sokai. »Worum es geht, ist, dass ich auf der Suche nach drei Mumien eines etwas jüngeren Jahrgangs bin.«
»Selbstverständlich«, gurrte Achmed. »Aus welcher Dynastie?«
»Welches Datum haben wir?«, fragte Sokai.
Achmed wirkte schockiert.
»Wollen Sie damit etwa auf einen Mord anspielen?«, fragte er.
»Ich bitte dich«, sagte Sokai. »Versuche nicht, mir Abscheu vorzuheucheln. Ich weiß, dass die Mumien, die du zum Verkauf im Keller liegen hast, noch vor wenigen Monaten gesund und munter umherspaziert sind, und dass du Leichen aus Gräbern raubst, sie umwickelst und draußen in der Wüste liegen lässt, bis sie trocken genug sind.«
In Ermangelung eines anderen Einfalls lächelte Achmed.
»Wir haben Nachforschungen angestellt«, erklärte Jadoo, »und Leute, die es wissen müssen, sagen, dass du der Mann bist, an den man sich wenden muss, wenn man gewisse Dinge schnell und unauffällig erledigt haben möchte.«
»Tja, das wird aber nicht billig werden«, meinte Achmed.
»Selbstverständlich nicht«, sagte Sokai. Er zog seine Brieftasche aus der Jackentasche, entnahm ihr fünf Zehnpfundnoten und legte sie auf die schmutzige Ladentheke. »Wir reden hier nicht über Kleingeld. Weitere einhundert Pfund werden auf dich warten, sobald die Arbeit erledigt ist.«
Achmed vergewisserte sich, dass niemand ihn beobachtete, dann raffte er die Scheine an sich und stopfte sie in die Tasche seines Gewandes.
»Erzählen Sie mir von den dreien«, sagte er.
»Sie halten sich zurzeit in Kairo auf«, erklärte Sokai, »allerdings weiß ich nicht genau, wo. Ein amerikanischer Archäologe, seine Begleiterin, die als Magierin auftritt, sowie die Tochter dieser Frau. Mich interessiert vor allem der Mann.«
»Wie lautet der Name dieses Mannes?«
»Indiana Jones.«
Achmed musste lachen.
»Kennst du ihn?«
»Jeder in der Muski kennt Dr. Jones«, erwiderte er. »Es wird nicht schwer sein, ihn zu finden, sein Tod wird allerdings keine populäre Angelegenheit sein. Er ist bei den Gräbern sehr beliebt. Für seinen Tod muss ich dreihundert Pfund verlangen.«
»So viel ist Jones nicht wert«, erwiderte Sokai. »Ich werde dir zweihundert geben.«
»Abgemacht«, sagte Achmed. »Sagen Sie, was sucht dieser Jones eigentlich in Kairo? Es wäre hilfreich, wenn ich eine Schwäche wüsste, wenn ich sie dazu bringen könnte, mich aufzusuchen, wo ich ohne Hast arbeiten kann, statt sie in ihren Betten hinzumeucheln.«
»Die Sphinx«, sagte Jadoo, dann sah er Sokai an. »Sie sind wegen der Sphinx hier. Mehr können wir dir nicht sagen.«
»Außerdem will ich alles, was sie bei sich tragen«, sagte Sokai.
»Jeden einzelnen Fetzen Papier, jeden Gegenstand, ganz gleich, wie unbedeutend er erscheinen mag. Bring alles zu dieser Adresse.« Sokai gab ihm eine Geschäftskarte mit der Adresse einer Exportfirma darauf. »Hast du verstanden?«
»Vollkommen«, erwiderte Achmed. »Und danach?«
»Bringst du sie zu mir, selbstverständlich«, sagte Sokai. »Als Mumien.«
Mystery mischte das Kartenspiel, während Sallahs Kinder sich um sie drängten. Sie fächerte die Karten mit der Bildseite nach vorn auseinander und bat das Jüngste der Mädchen, sich eine auszusuchen. Die vier Jahre alte Jasmine lächelte, war aber zu schüchtern, eine Karte zu ziehen. »Mach endlich«, forderte ihr zehnjähriger Bruder Moshti sie auf Arabisch auf. »Das geht schon in Ordnung. Such dir eine Karte aus.«
Jasmine griff zu und entschied sich für die Kreuz-Drei. »So, jetzt zeig sie deinen Geschwistern«, forderte Mystery sie auf. »Ich werde die Augen schließen, damit ich sie nicht sehe. Und dass niemand mir die Karte verrät.« Moshti übersetzte, und Jasmine zeigte die Spielkarte kichernd herum.
»Fertig?«, fragte Mystery, die Augen immer noch fest geschlossen. »Ja«, sagte Moshti.
»Also gut, ich möchte, dass du die Karte irgendwo aufs Geratewohl in den Stapel zurücksteckst«, sagte Mystery, das zusammengeschobene Kartenspiel vor sich haltend. »Schieb sie irgendwo hinein.«
Moshti führte Jasmines Hand zum Kartenspiel, wo die Karte ungefähr in der Mitte hineingesteckt wurde. »Fertig«, meinte Moshti. Mystery schlug die Augen auf.