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Ein todsicherer Job

Электронная книга - «Ein todsicherer Job». Краткое содержание книги:

Zum Brüllen komisch und absolut hinreißend – eine liebenswerte Komödie der besonderen Art.

Charlie Ashers Welt ist perfekt, bis seine Frau Rachel bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt. Über Nacht ist Charlie nicht nur Vater, sondern auch Witwer. Und darüber scheint er den Verstand zu verlieren – anders kann er sich das Wesen in Minzgrün nicht erklären, das ihm immer wieder erscheint. Dann fallen auch noch wildfremde Menschen tot vor ihm um, und es stellt sich heraus, dass Charlie von ganz oben eine neue Aufgabe zugewiesen bekommen hat: Seelen einzufangen und sicher ins Jenseits zu befördern. Ein todsicherer Job, aber trotzdem nichts für Charlie …
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»Also, ich weiß gar nicht, was sie sich vorgestellt hat. Er ist so unstet, wie man nur sein kann«, sagte Mom.

»Ja, und er hat einen Hirnschaden«, fügte die Schwester hinzu.

»Na ja, jetzt schon.«

»Seit er von diesem Auto überfahren wurde«, sagte die Schwester.

»Ist er nicht direkt vors Auto gelaufen?«, fragte eine der Damen, die bisher noch nichts gesagt hatte.

»Nein, er ist dagegengelaufen«, sagte Mom. »Er stand unter Drogen.« Sie seufzte. »Ich habe schon immer gesagt, ich habe von allem etwas: einen Jungen, ein Mädchen und einen Jimmy.«

Alle nickten. Charlie vermutete, dass sie nicht zum ersten Mal gemeinsam nickten. Sie waren von der Sorte, die Beileidskarten bündelweise kauften und sich jedes Mal, wenn sie einen Krankenwagen hörten, vornahmen, das schwarze Kleid aus der Reinigung zu holen.

»Ich finde, Maddy sah schlecht aus«, sagte die Dame in Grau.

»Nun, sie liegt im Sterben, Liebes. So ist es eben.«

»Stimmt wohl.« Noch ein Seufzen.

Das Klirren von Eis im Glas.

Sie alle hielten hübsche, kleine Cocktailgläser in den Händen. Charlie vermutete, dass die Frau, die draußen rauchte, die Cocktails gemixt hatte. Er sah sich im Zimmer nach etwas Leuchtendem um. In der Ecke stand ein Rollschreibtisch, in den er gern einen Blick geworfen hätte, doch das würde bis später warten müssen. Er schlich zur Tür hinaus und in die Küche, wo zwei Männer von Ende dreißig, vielleicht Anfang vierzig an einem Eichentisch saßen und Scrabble spielten.

»Kommt Jenny wieder rein? Sie ist dran.«

»Könnte sein, dass sie mit einer der Damen nach oben gegangen ist, um nach Mom zu sehen. Die Schwester lässt sie nur einzeln rein.«

»Ich wünschte, es wäre vorbei. Dieses Warten ist nicht auszuhalten. Und langsam muss ich zu meiner Familie zurück. Es ist zum aus der Haut fahren.«

Der Ältere der beiden beugte sich über den Tisch und legte zwei kleine, blaue Pillen neben die Spielsteine seines Bruders.

»Die helfen.«

»Was ist das?«

»Retardiertes Morphin.«

»Wirklich?« Der jüngere Bruder sah besorgt aus.

»Man merkt sie kaum. Sie machen nur irgendwie alles leichter. Jenny nimmt sie seit zwei Wochen.«

»Deshalb nehmt ihr alles so leicht, und ich bin ein Wrack? Ihr seid breit von Moms Schmerzmitteln?«

»Jep.«

»Ich nehme keine Drogen. Das sind Drogen. Man nimmt keine Drogen.«

Der ältere Bruder lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. »Schmerzmittel, Bill. Wie fühlst du dich?«

»Nein, ich werde nicht Moms Schmerztabletten nehmen.«

»Wie du willst.«

»Was ist, wenn sie sie braucht?«

»In diesem Zimmer ist so viel Morphium, dass man damit einen Braunbär umhauen könnte, und wenn sie mehr braucht, bringt das Hospiz Nachschub.«

Am liebsten hätte Charlie den jüngeren Bruder geschüttelt und geschrien: »Nimm die Drogen, du Idiot!« Vielleicht war dies der Vorteil von Erfahrung, da er diese Situation nun immer wieder erlebt hatte, Familien am Totenbett, halb verrückt vor Trauer und Erschöpfung, Freunde kommen und gehen wie Gespenster, nehmen Abschied oder wollen nur auf Nummer sicher gehen, damit sie sagen können, sie seien da gewesen, damit sie eines Tages nicht allein sterben müssen. Wieso stand nichts davon in den Totenbüchern? Wieso stand in den Anweisungen nichts vom Schmerz und der Hilflosigkeit, die er erleben würde?

»Ich geh und such Jenny«, sagte der ältere Bruder. »Mal sehen, ob sie was zu essen holen will. Wir können später weiterspielen, wenn du möchtest.«

»Ist schon okay, ich hätte sowieso verloren.« Der jüngere Bruder sammelte die Steine ein und stellte das Brett weg. »Ich geh rauf und versuch, ein wenig zu schlafen. Heute Nacht sitz ich an Moms Bett.«

Charlie sah, wie der jüngere Bruder die blauen Pillen in seine Hemdtasche steckte und die Küche verließ, so dass Charlie die Speisekammer und die Schränke nach dem Seelenschiffchen durchwühlen konnte. Aber er wusste schon vorher, dass es nicht da war. Charlie würde nach oben gehen müssen.

Er hatte wirklich, wirklich nicht gern kranke Menschen um sich.

Madeline Alby lag im Bett, die Decke bis zum Hals hochgezogen. Sie war so zierlich, dass sie sich unter der Decke kaum abzeichnete. Sie konnte nicht mehr als fünfunddreißig oder vierzig Kilo wiegen. Ihr Gesicht war ausgezehrt, und er sah ihre Augenhöhlen, den Unterkieferknochen, die gelbe Haut. Charlie tippte auf Leberkrebs. Eine ihrer Freundinnen saß am Bett, die Hospizschwester, eine große Frau im Kittel, hielt sich etwas abseits und las. Ein kleiner Hund, wohl ein Yorkshire-Terrier, lag eingerollt an ihrer Schulter und schlief.

Als Charlie eintrat, sagte Madeline. »Hallo, mein Junge.«

Abrupt blieb er stehen. Sie sah ihn an, mit kristallblauen Augen und einem Lächeln im Gesicht. Hatte der Boden geknarrt? War er irgendwo angestoßen?

»Was machst du denn da, Junge?« Sie kicherte.

»Wen siehst du, Maddy?«, fragte die Freundin. Sie folgte Madelines Blick, sah jedoch durch Charlie hindurch.

»Einen Jungen. Da drüben.«

»Okay, Maddy. Möchtest du etwas Wasser?« Die Freundin nahm eine Schnabeltasse vom Nachtschränkchen.

»Nein. Aber sag ihm, er soll herkommen. Komm doch rein, Junge.« Madeline schob ihre Arme unter der Decke hervor und bewegte ihre Hände, als nähte sie, als stickte sie etwas in der Luft.

»Ich sollte lieber gehen«, sagte die Freundin, »damit du dich ausruhen kannst.« Sie sah zu der Schwester hinüber, die über ihre Lesebrille blickte und sanft lächelte. Die einzige Expertin im Haus erteilte Erlaubnis.

Die Freundin stand auf und gab Madeline Alby einen Kuss auf die Stirn. Madeline hörte einen Moment lang auf zu sticken, schloss die Augen und beugte sich dem Kuss entgegen wie ein junges Mädchen. Die Freundin drückte ihre Hand und sagte: »Auf Wiedersehen, Maddy.«

Charlie trat zur Seite und ließ die Frau vorbei. Dass sie schluchzte, sah er an ihren Schultern, als sie hinausging.

»Hey, Junge«, sagte Madeline, »komm her und setz dich.« Sie unterbrach ihre Stickerei, um Charlie in die Augen zu sehen. Ihm standen die Haare zu Berge. Er sah zu der Schwester hinüber, die von ihrem Buch aufblickte und dann weiterlas. Charlie deutete auf sich selbst.

»Ja, du«, sagte Madeline.

Charlie war in Panik. Sie konnte ihn sehen, die Schwester aber nicht – so zumindest schien es.

Die Armbanduhr der Schwester piepte, und Madeline nahm den kleinen Hund und hielt ihn an ihr Ohr. »Hallo? Hi, wie geht es dir?« Sie sah Charlie an. »Es ist meine älteste Tochter.« Auch der kleine Hund sah zu Charlie auf, mit deutlichem »Rette mich«-Blick in den Augen.

»Es wird Zeit, für Ihre Medikamente, Madeline«, sagte die Schwester.

»Ich bin am Telefon«, sagte Madeline. »Moment mal eben.«

»Okay, ich warte«, sagte die Schwester. Sie nahm ein braunes Fläschchen, füllte die Pipette, prüfte die Dosis und wartete.

»Wiedersehen. Ich hab dich auch lieb«, sagte Madeline. Sie hielt Charlie den kleinen Hund hin. »Wären Sie wohl so freundlich, für mich aufzulegen?« Die Schwester nahm den Hund und setzte ihn neben Madeline aufs Bett.

»Mund auf, Madeline!«, sagte die Schwester. Madeline machte weit auf, und die Schwester tropfte der alten Frau das Medikament in den Mund.

»Hmmmm, Erdbeere«, sagte Madeline.

»Stimmt genau, Erdbeere. Möchten Sie es gern mit etwas Wasser hinunterspülen?« Die Schwester hielt ihr die Schnabeltasse hin.

»Nein, Käse. Ich möchte Käse.«

»Ich könnte Ihnen etwas Käse holen«, sagte die Schwester.

»Cheddarkäse.«

»Dann also Cheddar«, sagte die Schwester. »Ich bin gleich wieder da.« Sie stopfte die Decke um Madeline fest und ging hinaus.

Die alte Frau sah Charlie an. »Kannst du sprechen, jetzt, wo sie draußen ist?«

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