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Die Chronolithen [The Chronoliths - de]

Электронная книга - «Die Chronolithen [The Chronoliths - de]». Краткое содержание книги:

Aus dem Nichts taucht in Thailand plötzlich ein siebzig Meter hoher Obelisk auf und richtet in weitem Umkreis durch eine Druckwelle und einen extremen Temperatursturz große Verwüstungen an. Doch nicht Außerirdische haben das Artefakt geschickt, sondern es kommt aus der Zukunft. Es besteht aus einem fremdartigen, unzerstörbaren Stoft und trägt eine Inschrift, die den Sieg eines gewissen Kuin verkündet, der sich das Land unterworfen habe… Scott Warden. der als Aussteiger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ein sorgloses Leben am Strand führt, wird durch das Ereignis aus der Bahn geworfen: Als er heimlich das abgesperrte Gelände betritt, um den Obelisken zu untersuchen, wird er verhaftet und vom Geheimdienst verschleppt. Und als er dann später wieder freikommt, ist seine Familie außer Landes geflohen und in die USA zurückgekehrt. Denn inzwischen ist ein weiteres Kuin-Monument mitten in Bangkok aufgetaucht, mit verheerenden Folgen. Und noch mehr dieser Obelisken erscheinen, zerstören Istanbul und Jerusalem… Wer aber ist dieser Kuin? Ist er ein kommender Welteroberer? Oder ein Messias, der seine Schatten voraus wirft in die Vergangenheit? Doch wie sollte das möglich sein? Und warum ist Scott immer in der Nähe, wenn ein weiterer Chronolith emporsteigt?
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Sie sagte: »Sie wollen mehr über meinen Sohn wissen, nicht wahr?«

Ich nickte. »Das hier ist aber kein Workshop von Regina Lee. Ich will einfach nur meiner Tochter helfen.«

»Da kann ich Ihnen nichts versprechen, Mr. Warden.«

»Das sagen alle.«

»Und alle haben Recht, leider. Ich weiß, wovon ich rede.«

Ashlee war in Südkalifornien geboren und zur Schule gegangen, sie war nach Minneapolis gekommen, um als Sprechstundenhilfe bei ihrem Onkel zu arbeiten, einem Fußpfleger, der inzwischen an einem Aneurysma gestorben war. An der Rezeption war sie Tucker Kellog begegnet, einem Tool&Dye-Programmierer, und hatte ihn mit zwanzig geheiratet. Als Adam fünf war, hatte Tucker sie verlassen. Er hatte nie mehr etwas von sich hören lassen. Ashlee hatte die Scheidung eingereicht und hätte auf Unterhalt für das Kind klagen können, ließ es aber bleiben. Sie wolle nichts mehr mit Tucker zu tun haben, sagte sie, nicht einmal am Rande. Vor zehn Jahren hatte sie ihren Mädchennamen wieder angenommen.

Sie liebte ihren Sohn Adam, doch Adam hatte es ihr nicht leicht gemacht. »Unter uns, Mr. Warden, es gab Zeiten, da war ich verzweifelt. Selbst als er noch klein war. Wer geht schon gerne zur Schule? Aber egal was uns antreibt, jeden Tag da zu erscheinen, Pflichtgefühl oder Angst vor den Konsequenzen, mein Adam war immun dagegen. Da halfen keine Drohungen und keine Appelle.«

Mit psychiatrischen Programmen, Sonderschulen und Ausbildungsprogrammen hatte Adam Katz und Maus gespielt, manchmal auch mit dem Jugendheim. Nicht, dass er dumm gewesen wäre. »Er liest dauernd. Und nicht nur Geschichten. Und, mal ehrlich, gehört nicht auch eine Portion Grips dazu, so durchs Leben zu kommen wie er — die halbe Zeit auf der Straße? Adam ist eigentlich ein kluger Junge.«

Wenn Ashlee über ihren Sohn sprach, tat sie es mit einer Mischung aus Stolz, Schuldgefühl und Angst. Ihre großen Augen huschten hin und her, als befürchte sie, jemand könne mithören. Sie spielte mit der Papierserviette, faltete sie und öffnete sie wieder, riss sie schließlich in lange Streifen, die auf dem Tischtuch lagen wie vergebliche Origamiversuche.

»Mit zwölf ist er mal weggelaufen, aber das hatte nichts mit der Copperhead-Sache zu tun. Ich habe keinen blassen Schimmer, was Adam von diesem Kuin erwartet, abgesehen davon, dass er Städte zerstört und Menschen ins Elend stürzt. Aber er ist fasziniert von ihm. Die Art, wie er die Nachrichten verfolgt, ist fast schon erschreckend.« Sie senkte den Kopf. »Ich sag es nicht gerne, aber ich glaube, Adam mag es, wenn die Dinge so richtig zermalmt werden. Ich glaube, er identifiziert sich mit diesem Kuin. Er möchte den Fuß heben und alles zertreten, was er nicht leiden kann. Das Gerede über eine neue Art von Weltregierung ist reine Augenwischerei.«

»Hat er jemals Kaitlin oder ihre Gruppe erwähnt?«

Ashlee lächelte traurig. »Sie stellen vielleicht Fragen. Hat Ihre Kaitlin über so was geredet?«

»Wir haben geredet, ja. Aber Politik war nie ein Thema.«

»Trotzdem, eins zu null für Sie. Adam hat mir nie etwas anvertraut. Überhaupt nichts. Alles, was ich über meinen Sohn weiß, hab ich mir erschleichen müssen. Entschuldigen Sie, ich glaube, ich will noch einen Kaffee.«

Vermutlich brauchte sie eine Zigarette. Sie blieb kurz am Tresen stehen und bat um einen doppelten Espresso, dann verschwand sie in Richtung Toilette.

Schließlich kam sie zurück und ließ sich seufzend nieder. »Nein, Adam hat nie erzählt, wann, wo und mit wem er sich getroffen hat. Adam ist siebzehn, aber wie gesagt, er ist nicht naiv. Adam passt auf wie ein Schießhund. Aber, wie gesagt, ab und zu hab ich was spitzgekriegt. Ich wusste, er sympathisierte mit einem dieser Copperhead-Clubs draußen vor der Stadt, aber eine Zeit lang schien das fast ein Segen zu sein. Diese Leute hatten, wie soll ich sagen, Hintergrund. Perspektive. Vermutlich hatte ich im Hinterkopf, er würde Freunde finden und daraus könnte sich was ergeben, eine günstige Gelegenheit für später, wenn dieser ganze Zeitreisequatsch mal vorbei ist, entschuldigen Sie. Ich dachte, vielleicht findet er ein Mädchen oder irgendein Vater bietet ihm einen Job an.«

Mir fielen die Worte von Janice ein: Was hätte ich tun sollen, sie wegsperren?

Janice hatte sich ihre Tochter bestimmt nicht in Gesellschaft eines Adam Mills vorgestellt.

»Ich änderte meine Meinung, als ich eins seiner Telefongespräche mithörte. Er redete über diese Leute — zu denen wohl auch Ihre Kait gehörte. Und er war einfach nur bissig und giftig. Er sagte, in dem Club wären lauter…« Sie senkte beschämt den Kopf. »Lauter weiße bourgeoise Jungfern

Sie musste meine Reaktion bemerkt haben. Ashlee reckte ihr Kinn und nahm Haltung an. »Ich liebe meinen Sohn, Mr. Warden. Ich mache mir keine Illusionen über Adam — oder die Rolle, in die er sich geflüchtet hat, außer er dreht sich um hundertachtzig Grad. Adam hat sehr, sehr große Probleme. Aber er ist mein Sohn, und ich liebe ihn.«

»Dafür habe ich volles Verständnis«, sagte ich.

»Das hoffe ich.«

»Beide sind vermisst. Nur darüber müssen wir uns jetzt Sorgen machen, alles andere kann warten.«

Sie runzelte die Stirn, wohl wegen des »wir«. Ashlee war es gewöhnt, mit ihren Schwierigkeiten auf ihre Weise fertig zu werden; deshalb war sie aus Regina Lees Veranstaltung geflohen.

Ich allerdings auch.

Sie sagte: »Ich wäre offengestanden stocksauer, wenn Sie vorhätten, mich abzuschleppen, Mr. Warden.«

»Das war nicht meine Absicht.«

»Weshalb ich Sie um Ihre Telefonnummer bitte, damit wir wegen Adam und Kaitlin in Verbindung bleiben. Ich habe zwar keine harten Fakten zu bieten, aber, wenn Sie mich fragen, häkelt dieses Grüppchen an irgendeiner bescheuerten Wallfahrt, weiß der Himmel wohin. Also glucken sie zusammen. Also sollten wir in Verbindung bleiben. Ich will nur nicht missverstanden werden.«

Ich gab ihr meine Handynummer, sie mir die Nummer ihres Hometerminals.

Sie trank ihren Espresso aus und sagte: »Das waren ziemlich schlechte Nachrichten für Sie.«

»Nicht nur«, sagte ich.

Sie stand auf. »Nun denn, Mr. Warden, es hat gut getan, mit Ihnen zu reden.« Sie drehte sich um und ging aus der Tür. Ich sah ihr durchs Fenster nach, wie sie mit forschen Schritten den halben Häuserblock zwischen zwei Lichtinseln zurücklegte, um den Schlüssel in die Haustür direkt neben dem chinesischen Restaurant zu stecken. Ein Apartment über einem Restaurant. Ich stellte mir ein fadenscheiniges Sofa vor, vielleicht eine Katze. Eine Rose in einer Weinflasche oder ein gerahmtes Poster an der Wand. Die Echos ihres verschwundenen Sohnes.

Ramone Dudley, der für vermisste Personen zuständige Polizeileutnant, erklärte sich bereit, mich am Nachmittag des nächsten Tages in seinem Büro zu empfangen. Die Unterredung war von kurzer Dauer.

Dudley war ein sichtlich überarbeiteter Schreibtischpolizist, der zu oft die gleiche Hiobsbotschaft verkündet hatte. »Diese Kids«, sagte er (als seien diese Kids eine homogene Masse), »sie haben keine Zukunft und das wissen sie. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Die Wirtschaft ist am Boden, das Land ist verschuldet. Was haben wir ihnen denn zu bieten? Alles, was sie über die Zukunft hören, ist Kuin, Kuin, Kuin. Zum Teufel mit Kuin. Wenn es nach den Fundis geht, ist Kuin der Antichrist; also sprechen wir unsere Gebete und warten auf die Wiederkunft des Herrn. Washington rekrutiert die Kids für einen Krieg, den es vielleicht nie geben wird. Und die Copperheads sagen: Na, wenn wir uns höflich bücken, tut er uns vielleicht nicht ganz so weh. Lässt man das alles mal Revue passieren, ist das nicht gerade ein bunter Reigen von Möglichkeiten. Und dann der ganze Bockmist, den sie in der Musik zu hören kriegen oder in diesen verschlüsselten Chatrooms.«

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