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Die Chronolithen [The Chronoliths - de]

Электронная книга - «Die Chronolithen [The Chronoliths - de]». Краткое содержание книги:

Aus dem Nichts taucht in Thailand plötzlich ein siebzig Meter hoher Obelisk auf und richtet in weitem Umkreis durch eine Druckwelle und einen extremen Temperatursturz große Verwüstungen an. Doch nicht Außerirdische haben das Artefakt geschickt, sondern es kommt aus der Zukunft. Es besteht aus einem fremdartigen, unzerstörbaren Stoft und trägt eine Inschrift, die den Sieg eines gewissen Kuin verkündet, der sich das Land unterworfen habe… Scott Warden. der als Aussteiger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ein sorgloses Leben am Strand führt, wird durch das Ereignis aus der Bahn geworfen: Als er heimlich das abgesperrte Gelände betritt, um den Obelisken zu untersuchen, wird er verhaftet und vom Geheimdienst verschleppt. Und als er dann später wieder freikommt, ist seine Familie außer Landes geflohen und in die USA zurückgekehrt. Denn inzwischen ist ein weiteres Kuin-Monument mitten in Bangkok aufgetaucht, mit verheerenden Folgen. Und noch mehr dieser Obelisken erscheinen, zerstören Istanbul und Jerusalem… Wer aber ist dieser Kuin? Ist er ein kommender Welteroberer? Oder ein Messias, der seine Schatten voraus wirft in die Vergangenheit? Doch wie sollte das möglich sein? Und warum ist Scott immer in der Nähe, wenn ein weiterer Chronolith emporsteigt?
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Ich schloss das Kartenfenster und wählte eine der Nummern, die Janice mir gegeben hatte: ein Polizeileutnant namens Ramone Dudley. Sein Interface sagte, er sei zur Zeit nicht erreichbar, aber mein Anruf werde zwecks Rückruf gespeichert.

Während ich wartete, gab ich die andere Nummer ein, die Janice mir aufgedrängt hatte: Die »Selbsthilfegruppe« entpuppte sich als das Hometerminal einer Frau mittleren Alters namens Regina Lee Sadler. Sie trug einen Bademantel, als sie antwortete, und ihr Haar war tropfnass. Ich entschuldigte mich, sie beim Duschen gestört zu haben.

»Macht überhaupt nichts«, sagte sie mit einer Altstimme so dunkel wie ihre Hautfarbe. »Es sei denn, Sie sind von der gottverdammten Inkassoagentur, entschuldigen Sie die Ausdrucksweise.«

Ich erzählte ihr die Sache mit Kaitlin.

»Ja«, sagte sie, »ich kenne den Fall. Ein paar betroffene Eltern haben sich uns angeschlossen — hauptsächlich Mütter. Die Väter sind uns gegenüber eher skeptisch, weiß der Himmel. Sie scheinen mir nicht zu diesem halsstarrigen Clan zu gehören?«

»Ich war nicht hier, als es passierte.« Ich erzählte ihr von Janice und Whit.

»Sie sind also ihr Briefvater, wenn ich das richtig sehe.«

»Nicht, wenn es nach mir ginge. Mrs. Sadler, darf ich offen zu Ihnen sein?«

»Ist mir lieber als andersherum. Und die allermeisten sagen Regina Lee zu mir.«

»Was habe ich davon, wenn ich diese Leute treffe? Wird es mir helfen, meine Tochter zu finden?«

»Nein, nein, das kann ich nicht versprechen. Wir sind eine Selbsthilfegruppe. Wir helfen uns gegenseitig. Viele Eltern in dieser Situation sind völlig verzweifelt. Manchen hilft es, ihre Gefühle mit anderen teilen zu können, die in derselben Notlage sind. Und jetzt, nehme ich an, gehen bei Ihnen schon die Jalousien runter und Sie denken: ›Mit Händchenhalten ist mir nicht gedient.‹ Mag sein. Aber anderen tut es gut und wir schämen uns nicht dafür.«

»Verstehe.«

»Ja, es gibt natürlich eine gewisse Vernetzung. Viele von uns haben Privatdetektive eingeschaltet, freiberufliche Fahnder und Psychologen. Die Ergebnisse werden verglichen, die Informationen werden ausgetauscht, aber ich halte, offen gesagt, sehr wenig von diesem Aktivismus, und die Resultate geben mir Recht.«

»Mit diesen Leuten«, erwiderte ich, »würde ich gerne reden, allein schon, um aus ihren Misserfolgen zu lernen.«

»Gut, wenn Sie heute Abend zu unserer Versammlung kommen…« Sie gab mir die Adresse einer Kirche. »Solche Gespräche werden sich ganz bestimmt ergeben. Aber wenn ich Sie im Gegenzug um etwas bitten dürfte. Kommen Sie nicht als Skeptiker. Kommen Sie ohne Vorurteile. Über sich selbst, meine ich. Sie machen einen ganz ruhigen, gefassten Eindruck, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, was Sie durchmachen, wie leicht man nach einem Strohhalm greift, wenn ein geliebter Mensch in Gefahr ist. Und machen wir uns nichts vor, Ihre Kaitlin ist in Gefahr.«

»Ich weiß das sehr wohl, Mrs. Sadler.«

»Wissen und Wissen ist nicht immer dasselbe.« Sie blickte über die Schulter, vielleicht auf eine Uhr. »Ich müsste mich jetzt fertigmachen. Darf ich sagen: ›Bis heute Abend‹?«

»Gerne.«

»Ich bete, dass alles zu einem guten Ende kommt, Mr. Warden, was immer sie unternehmen.«

Ich bedankte mich.

Die Gruppe traf sich im Versammlungsraum einer presbyterianischen Kirche; die Gegend war noch vor wenigen Jahren ein ehrbares Arbeiterviertel gewesen und seither unaufhaltsam verarmt. Regina Lee Sadler, die in ihrem geblümten Kleid auf dem Podium herumstolzierte, während das altmodische Bügelmikro vor ihrem Mund tanzte, sah robuster und gut zwanzig Pfund schwerer aus als im Videofenster. Ich fragte mich, ob Regina Lee wohl so eitel war, ihr Interface mit einem Schlankmacherprogramm zu frisieren.

Ich stellte mich nicht vor, drückte mich lediglich im rückwärtigen Teil der Halle herum. Das Prozedere erinnerte stark an das der Anonymen Alkoholiker. Fünf neue Mitglieder stellten sich und ihre Probleme vor. Vier hatten im letzten Monat Kinder an kuinistsche oder Hadschzellen verloren. Eine Frau vermisste ihre Tochter schon seit einem Jahr: Sie brauche jetzt einen Ort, wo sie ihren Kummer mit anderen teilen könne… nicht, dass sie die Hoffnung aufgegeben habe, ganz und gar nicht, doch sie sei einfach sehr, sehr müde und denke, wenn sie nur jemanden zum Reden hätte, sei sie vielleicht imstande, einmal eine Nacht durchzuschlafen.

Es gab gedämpften, mitfühlenden Applaus.

Dann stand Regina Lee wieder auf und verlas Neuigkeiten und Aktualisierungen — wiederaufgefundene Kinder, Gerüchte über neue kuinistische Bewegungen im Westen und Süden der USA, eine Lkw-Ladung minderjähriger Pilger, abgefangen an der mexikanischen Grenze. Ich machte mir Notizen.

Dann, als die Zusammenkunft persönlicher wurde und sich die Teilnehmer auf »Workshops« verteilten, um »alternative Strategien« zu diskutieren, schlüpfte ich still und leise aus der Tür.

Ich wäre schnurstracks ins Motel zurückgekehrt, hätte da nicht eine Frau auf den Kirchenstufen gesessen, die eine Zigarette qualmte.

Sie war etwa in meinem Alter, das Gesicht von Kummer gezeichnet, der Ausdruck nachdenklich und wach. Das Haar war kurz und glänzte im Schein der Straßenlaterne. Ihre Augen lagen im Schatten, als sie aufblickte. »Tut mir Leid«, sagte sie automatisch und drückte die Zigarette aus.

Ich winkte ab. Nach einem kürzlich erlassenen Gesetz waren Tabakpräparate rezeptpflichtig und nur noch gegen Vorlage eines Attests zu bekommen, aber ich hielt mich für liberal — ich war schließlich aufgewachsen, als der Konsum von Tabak noch legal gewesen war. »Reicht es?«, fragte sie mit einer Geste zur Kirchtür.

»Für heute ja«, sagte ich.

Sie nickte. »Für viele ist Regina Lee genau richtig und, weiß Gott, sie ist nicht aufzuhalten. Aber ich brauch das alles nicht. Glaub ich jedenfalls.«

Wir machten uns miteinander bekannt. Sie hieß Ashlee Mills und ihr Sohn hieß Adam. Adam war achtzehn und tief in das hiesige kuinistische Netzwerk verwickelt; er war seit sechs Tagen verschwunden. Genau wie Kaitlin. Also tauschten wir uns aus. Adam hatte Verbindung zu Whit Delahunts Nachwuchskader, aber auch zu einer Hand voll anderer radikaler Organisationen. Die beiden hatten sich wahrscheinlich gekannt.

»Das ist Zufall«, meinte Ashlee.

Ich verneinte. Das war kein Zufall.

Wir redeten immer noch, als die Versammlung sich aufzulösen begann und uns von den Stufen verscheuchte. Ich bot ihr an, sie irgendwo in der Nähe zu einem Kaffee einzuladen — sie wohnte in dieser Gegend.

Ashlee bedachte mich mit einem nachdenklichen Blick, er war so freimütig, dass ich ein wenig eingeschüchtert war. Sie schien eine Frau zu sein, die sich keine Illusionen über Männer machte. Dann sagte sie: »Okay. Gleich um die Ecke ist ein Cafe, neben der Apotheke.«

Ashlee gehörte nicht zu den Wohlhabenden, das war nicht zu übersehen. Rock und Bluse sahen aus wie Second-Hand-Sachen, gepflegt, aber schon lange nicht mehr neu. Doch sie trug sie mit einer Würde, die angeboren, nicht erworben war. Im Restaurant zählte sie Dollarmünzen ab, um ihren Kaffee zu bezahlen; ich erklärte ihr, sie sei eingeladen, und schob meine Karte über den Tresen. Sie bedachte mich wieder mit einem langen Blick, dann nickte sie. Wir fanden einen stillen Ecktisch abseits der plappernden Videotafeln.

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