Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #4
- Год: 2017
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Der Gedanke war mir noch gar nicht gekommen – meinst Du, ich werde ihm im Jenseits begegnen, falls es existiert? Merkwürdiger Gedanke. Ob wir uns wohl als Freunde begegnen, frage ich mich, jenseits der Sünden des Leibes? Oder für immer in eine keltische Hölle gesperrt enden, unsere Hände um die Kehle des anderen geschlungen?
Ich habe Claire schlecht behandelt – oder auch gut, je nachdem, wie man es betrachtet. Ich werde nicht ins schmutzige Detail gehen; belassen wir es dabei, dass es mir leidtut.
Das ist es also, Reg. Hass, Eifersucht, Lüge, Diebstahl, Treulosigkeit, alles. Ich habe nicht viel in die Waagschale zu legen, außer der Liebe. Ich liebe sie – beide. Meine Frauen. Vielleicht ist es nicht die richtige Art von Liebe – oder nicht genug. Aber es ist alles, was ich habe.
Immerhin werde ich nicht ohne Beichte sterben – und ich vertraue darauf, dass Du mir zumindest die eingeschränkte Absolution erteilst. Ich habe Brianna als Katholikin erzogen; meinst Du, es gibt irgendeine geringe Hoffnung, dass sie für mich beten wird?
»Natürlich war er mit ›Frank‹ unterschrieben«, sagte Roger.
»Natürlich«, wiederholte Jamie leise. Er saß völlig still, und sein Gesicht war unergründlich.
Roger brauchte es nicht zu ergründen; er wusste gut genug, welche Gedanken dem anderen durch den Kopf gingen. Dieselben Gedanken, mit denen auch er gerungen hatte, während jener Wochen zwischen Beltane und der Mittsommernacht, während er jenseits des Ozeans nach Brianna gesucht hatte, während seiner Gefangenschaft – und schließlich, als er in dem Kreis im Rhododendrondickicht dem Gesang der hochragenden Steine lauschte.
Hätte Frank Randall sich entschlossen, geheim zu halten, was er herausgefunden hatte, hätte er jenen Stein niemals in St. Kilda aufgestellt – hätte Claire die Wahrheit trotzdem herausgefunden? Vielleicht; vielleicht auch nicht. Doch es war der Anblick jenes falschen Grabes gewesen, der sie dazu gebracht hatte, ihrer Tochter die Geschichte von Jamie Fraser zu erzählen, und Roger auf die Spur jener Entdeckungen gebracht hatte, die sie alle an diesen Ort, in diese Zeit geführt hatten.
Es war dieser Stein gewesen, der Claire augenblicklich in die Arme ihres schottischen Geliebten zurückgesandt hatte – und möglicherweise ihrem Tod in dessen Armen entgegen. Der Frank Randalls Tochter ihrem anderen Vater zurückgegeben und sie gleichzeitig dazu verurteilt hatte, in einer Zeit zu leben, die nicht die ihre war; der in der Geburt eines rothaarigen Jungen resultiert hatte, den es sonst vielleicht nie gegeben hätte – der Jamie Frasers Blut weiterleben ließ. Zinsen seiner Schuld?, fragte sich Roger.
Schließlich regte sich Jamie Fraser, obwohl sein Blick auf das Feuer gerichtet blieb.
»Engländer«, sagte er ganz leise, und es war eine Beschwörung. Rogers Nackenhaare sträubten sich sacht; er hätte glauben mögen, dass er sah, wie sich etwas in den Flammen bewegte.
Jamies große Hände breiteten sich aus und wiegten seinen Enkel. Sein Gesicht war abwesend, die Flammen schlugen Funken in seinen Haaren und Augenbrauen.
»Engländer«, sagte er an das gerichtet, was er jenseits der Flammen sah. »Ich wünsche mir fast, dass wir uns eines Tages begegnen. Und ich hoffe fast, wir werden es nicht.«
Roger wartete, die Hände lose auf den Knien. Frasers Augen lagen im Schatten, sein Gesicht war maskiert vom Flackern des tanzenden Feuers. Schließlich schien so etwas wie ein Schauer den kräftigen Körper zu durchlaufen; er schüttelte den Kopf, wie um ihn freizubekommen, und schien zum ersten Mal zu bemerken, dass Roger immer noch da war.
»Sage ich es ihr?«, sagte Roger. »Claire?«
Der Blick des großen Highlanders verschärfte sich.
»Habt Ihr es Brianna gesagt?«
»Noch nicht; aber ich werde es tun.« Er erwiderte Frasers Blick, Auge um Auge. »Sie ist meine Frau.«
»Für den Augenblick.«
»Für immer – wenn sie es will.«
Fraser blickte zum Feuer der Camerons. Claires schlanke Gestalt erschien dunkel im Gegenlicht.
»Ich habe ihr Aufrichtigkeit versprochen«, sagte er schließlich leise. »Aye, sagt es ihr.«
Am vierten Tag waren die Hänge des Berges mit Neuankömmlingen übersät. Kurz vor der Abenddämmerung begannen die Männer, Holz herbeizutragen und es an der Brandstelle am Fuß des Berges aufzuschichten. Jede Familie hatte ihr Lagerfeuer, doch hier war das große Feuer, um das sich jedermann am Abend versammelte, um zu sehen, wer im Lauf des Tages angekommen war.
Als die Dunkelheit heraufzog, entzündeten sich die Feuer am Berg, leuchtende Punkte, die hier und dort zwischen den flachen Felsen und sandigen Gruben auftauchten. Einen Augenblick lang sah ich das Clanssymbol der MacKenzies vor mir – einen »brennenden Berg« – und begriff plötzlich, was es darstellte. Keinen Vulkan, wie ich angenommen hatte. Nein, es war das Abbild einer Zusammenkunft wie dieser hier, der Feuer der Familien, die im Dunkeln brannten, ein Signal für alle Welt, dass der Clan anwesend war – und vereint. Und zum ersten Mal verstand ich das Motto, das zu dem Bild gehörte: Luceo non uro; ich leuchte, ich verbrenne nicht.
Bald wimmelte es auf dem Berghang von Feuern. Hier und dort sah man kleinere Flammen, die sich bewegten, wenn die Oberhäupter der einzelnen Familien und Plantagen einen Ast in ihr Feuer hielten und ihn dann den Hügel heruntertrugen, um ihn in den flammenden Scheiterhaufen an dessen Fuß zu werfen. Von unserem Aussichtspunkt hoch oben auf dem Berg waren die Gestalten der Männer als kleine, schwarze Umrisse vor dem Feuer zu sehen.
Ein Dutzend Familien hatten bereits ihre Anwesenheit verkündet, als Jamie sein Gespräch mit Gerald Forbes beendete und sich ebenfalls erhob. Er reichte mir das Baby, das trotz des ganzen Getümmels fest schlief, und bückte sich, um einen Ast an unserem Feuer zu entzünden. Die Rufe kamen von weit unten, dünn, aber gut hörbar in der klaren Herbstluft.
»Die MacNeills aus Barra sind hier!«
»Die MacLachlans aus Glen Linnhe sind hier!«
Und nach einer Weile Jamies Stimme, laut und stark in der dunklen Luft.
»Die Frasers vom Berg sind hier!« Es erscholl ein kurzer Applaus in meiner Nähe – Beifallsrufe und Gejohle der Pächter, die uns begleitet hatten, genau wie es beim Gefolge der anderen Familienoberhäupter gewesen war.
Ich saß still da und genoss das Gefühl des schlaffen, schweren, kleinen Körpers in meinen Armen.
Er schlief mit der Hingabe völligen Vertrauens, sein winziger, roter Mund war halb geöffnet, sein Atem warm und feucht an der Rundung meiner Brust.
Jamie brachte den Geruch von Holzrauch und Whisky mit zurück und setzte sich auf den Baumstamm hinter mir. Er nahm mich bei den Schultern, und ich lehnte mich an ihn und genoss es, ihn hinter mir zu spüren. Auf der anderen Seite des Feuers führten Roger und Brianna ein ernstes Gespräch, die Köpfe dicht beieinander. Ihre Gesichter leuchteten im Feuerschein, und eins reflektierte das andere.
»Du meinst doch nicht, dass sie seinen Namen noch einmal ändern, oder?«, sagte Jamie, während er sie leicht stirnrunzelnd ansah.
»Ich glaube nicht«, sagte ich. »Pastoren haben außer Taufen auch noch andere Dinge zu tun, weißt du?«
»Oh, aye?«
»Der dritte September ist schon lange vorbei«, sagte ich und neigte den Kopf zurück, so dass ich ihn ansehen konnte. »Du hast ihr gesagt, sie sollte sich bis dahin entscheiden.«
»Das habe ich.« Ein schiefer Mond schwebte tief am Himmel und tauchte sein Gesicht in ein sanftes Licht. Er beugte sich vor und küsste mich auf die Stirn.
Dann griff er herab und nahm meine freie Hand in die seine.
»Und willst du dich auch entscheiden?«, fragte er leise. Er öffnete die Hand, und ich sah es golden aufblitzen. »Willst du ihn zurück?«