Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #4
- Год: 2017
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Ebenfalls lächelnd, blickte ich auf und stellte fest, dass Brianna uns beobachtete. Ihr Mundwinkel verzog sich nach oben, und ihr Blick war warm und voller Verständnis. Dann sah ich, wie ihr Blick zu Roger wechselte, der gedankenverloren seinen Porridge löffelte und sie gebannt ansah.
Dieses idyllische Familienbild wurde dadurch unterbrochen, dass Clarence lauthals Besuch ankündigte. Rollo fehlte mir, dachte ich, als ich zur Tür ging, um nachzusehen, doch wenigstens ging Clarence nicht auf unseren Besuch los und warf ihn über den Haufen oder jagte ihn um den Hof.
Der Besucher war Duncan Innes, der eine Einladung mitbrachte.
»Deine Tante fragt, ob ihr vielleicht dieses Jahr zum Gathering am Mount Helicon kommt. Sie sagt, du hast es ihr vor zwei Jahren versprochen.«
Jamie schob Duncan den Teller mit Rührei hin.
»Daran habe ich gar nicht mehr gedacht«, sagte er mit einem leichten Stirnrunzeln. »Wir haben höllisch viel zu tun, und ich muss ein Dach auf dieses Haus bekommen, bevor es schneit.« Er deutete mit seinem Kinn nach oben und zeigte auf die Latten und Zweige, die uns im Augenblick vor den Launen des Wetters schützten.
»Es kommt ein Priester, oben aus Baltimore«, sagte Duncan und vermied es sorgsam, Roger und Brianna anzusehen. »Miss Jo meinte, dass ihr vielleicht das Kind taufen lassen möchtet.«
»Oh.« Jamie lehnte sich zurück, die Lippen nachdenklich gespitzt. »Aye, das ist eine gute Idee. Vielleicht gehen wir doch, Duncan.«
»Schön; das wird deine Tante freuen.« Irgendetwas schien Duncan im Hals quer zu sitzen; ich konnte zusehen, wie er langsam rot wurde. Jamie blinzelte ihn an und schob einen Krug mit Apfelwein in seine Richtung.
»Hast du was im Hals, Mann?«
»Äh … nein.« Inzwischen hatten alle aufgehört zu essen und betrachteten fasziniert die Veränderungen von Duncans Gesichtsfarbe. Als er es fertigbrachte, seine nächsten Worte herauszuquetschen, hatte sie sich in eine Art Braunrot verwandelt.
»Ich – ääh – wollte um deine Zustimmung bitten, an fhearr Mac Dubh, zu einer Hochzeit zwischen Mistress Jocasta Cameron und … und –«
»Und wem?«, fragte Jamie, dessen Mundwinkel zuckte. »Dem Gouverneur der Kolonie?«
»Und mir!« Duncan hob den Cidrebecher und vergrub mit der Erleichterung eines Ertrinkenden, der ein Rettungsboot vorbeitreiben sieht, sein Gesicht darin.
»Meine Zustimmung? Meinst du nicht, dass meine Tante alt genug ist? Und du auch, was das angeht?«
Duncan atmete jetzt etwas leichter, obwohl ihm die tiefrote Färbung noch nicht aus den Wangen weichen wollte.
»Ich fand es nur angebracht«, sagte er ein wenig steif.
»Schließlich bist du ihr nächster Verwandter.« Er schluckte und richtete sich ein wenig auf. »Und … es erschien mir nicht recht, Mac Dubh, dass ich mir etwas nehme, was dir gehören könnte.«
Jamie lächelte und schüttelte den Kopf.
»Ich erhebe keinen Anspruch auf den Besitz meiner Tante – und würde ihn auch dann nicht annehmen, wenn sie ihn mir anböte. Wollt ihr am Mount Helicon heiraten? Dann sag ihr, wir kommen und tanzen auf der Hochzeit.«
Kapitel 69
Jeremiah
Oktober 1770
Roger ritt zusammen mit Claire und Fergus neben dem Wagen her. Jamie, der Brianna nicht mit der Lenkung eines Fahrzeugs betrauen wollte, das seinen Enkelsohn enthielt, bestand darauf, zu fahren. Lizzie und Marsali saßen auf der Ladefläche und Brianna auf dem Sitz neben ihm.
Vom Sattel aus fing Roger Bruchstücke der Diskussion auf, die seit seiner Ankunft ein Dauerthema gewesen war.
»John auf jeden Fall«, sagte Brianna mit einem stirnrunzelnden Blick auf ihren Sohn, der energisch unter ihrem Schultertuch herumwühlte. »Aber ich weiß nicht, ob das sein Rufname sein sollte. Und wenn – sollten wir dann nicht vielleicht Ian nehmen? Das ist die gälische Form von John – und ich würde ihn gern so nennen, aber wäre das zu verwirrend, wo wir doch schon Onkel Ian und unseren Ian haben?«
»Da keiner von ihnen hier ist, wäre es, glaube ich, keine große Schwierigkeit«, warf Marsali ein. Sie sah zum Rücken ihres Stiefvaters hoch. »Hast du nicht gesagt, du wolltest auch einen von Pas Namen nehmen?«
»Ja, aber welchen?« Brianna verdrehte den Oberkörper, um mit Marsali zu sprechen. »Nicht James, das wäre verwirrend. Und ich glaube nicht, dass mir Malcolm besser gefällt. MacKenzie heißt er sowieso, also vielleicht –« Sie fing Rogers Blick auf und lächelte ihn an.
»Was ist mit Jeremiah?«
»John Jeremiah Alexander Fraser MacKenzie?« Marsali runzelte die Stirn, während sie die Namen aufsagte, um ihren Geschmack auszuprobieren.
»Ich finde Jeremiah sehr schön«, fiel Claire ein. »Erinnert ans Alte Testament. Es ist einer von deinen Namen, nicht wahr, Roger?« Sie lächelte ihn an, lenkte ihr Pferd näher an den Wagen heran und beugte sich zur Seite, um mit Brianna zu sprechen.
»Außerdem kannst du ihn Jemmy nennen, wenn dir Jeremiah zu steif ist«, sagte sie. »Oder klingt das zu sehr wie Jamie?«
Roger spürte, wie ihm ein leiser Schauer den Rücken herunterlief, als ihm plötzlich ein anderes Kind in den Sinn kam, das von seiner Mutter Jemmy genannt worden war – ein Kind, dessen Vater blonde Haare hatte, und Augen so grün wie Rogers.
Er wartete, bis Brianna sich umdrehte, um ihre Tasche nach einer frischen Windel zu durchforsten, nachdem sie Lizzie das quengelnde Baby zum Aufpassen gereicht hatte. Er trieb sein Pferd an und drängte es neben Claires Stute.
»Kannst du dich noch an etwas erinnern?«, fragte er leise. »Als du mich in Inverness das erste Mal mit Brianna besucht hast – da hattest du vorher Nachforschungen über meinen Stammbaum angestellt.«
»Ja?« Sie sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.
»Es ist schon einige Zeit her, und wahrscheinlich ist es dir sowieso nicht aufgefallen …« Er zögerte, doch er musste es herausfinden, wenn es denn herauszufinden war. »Du hast mir die Stelle in meinem Stammbaum gezeigt, wo der Tausch stattgefunden hat; wo Geillis Duncans und Dougals Kind anstelle eines anderen, toten Kindes adoptiert worden war und dessen Namen bekommen hatte.«
»William Buccleigh MacKenzie«, sagte sie prompt und lächelte über seinen überraschten Blick. »Ich habe mich mit dieser Ahnenreihe ziemlich intensiv beschäftigt«, sagte sie trocken. »Ich könnte dir wahrscheinlich jeden Namen darin nennen.«
Er holte tief Luft, und Beklommenheit saß ihm im Nacken.
»Ja? Was ich mich frage – weißt du den Namen der Frau des ausgetauschten Kindes – meiner Urahnin? Ihr Name hat nicht auf meinem Stammbaum gestanden, nur der von William Buccleigh.«
Ihre Wimpern senkten sich über die goldenen Augen, als sie mit gespitzten Lippen überlegte.
»Ja«, sagte sie schließlich und sah ihn an. »Morag. Ihr Name war Morag Gunn. Wieso?«
Er schüttelte nur den Kopf, zu erschüttert, um zu antworten. Er warf einen Blick zu Brianna hinüber; das Baby lag halbnackt auf ihrem Schoß, die durchweichte Windel in einem Haufen neben ihr auf dem Sitz – und er erinnerte sich an die glatte, feuchte Haut und das nasse Lendentuch des kleinen Jungen namens Jemmy.
»Und ihr Sohn hieß Jeremiah«, sagte er schließlich so leise, dass Claire sich zu ihm hinüberbeugen musste, um es zu hören.
»Ja.« Sie beobachtete ihn neugierig, dann drehte sie den Kopf, um auf die gewundene Straße zu blicken, die zwischen den schwarzen Kiefern verschwand.
»Ich habe Geillis gefragt«, sagte Claire plötzlich. »Ich habe sie gefragt, warum. Warum wir die Fähigkeit haben.«
»Und hat sie darauf eine Antwort gehabt?« Roger starrte eine Bremse auf seinem Handgelenk an, ohne sie zu sehen.
»Sie hat gesagt – ›Um die Dinge zu ändern.‹« Claire lächelte ihn an, den Mund ironisch verzogen. »Ich weiß nicht, ob das eine Antwort ist oder nicht.«