Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Исторические детективы » Pelagia und die weissen Hunde
Pelagia und die weissen Hunde - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Pelagia und die weissen Hunde

Электронная книга - «Pelagia und die weissen Hunde». Краткое содержание книги:

Russland im ausgehenden 19. Jahrhundert: In Sawolshsk, einem kleinen russischen Provinzstädtchen, lebt und wirkt Ordensschwester Pelagia, eine aufgeweckte junge Frau, die ein für ihren Berufsstand seltenes Talent hat: Sie ist außergewöhnlich kriminalistisch begabt. So ist es kein Zufall, dass sich Pater Mitrofani, der Bischof der örtlichen orthodoxen Gemeinde, mit einer etwas ungewöhnlichen Bitte an sie wendet. Die Generalswitwe Marja Afanassjewna ist außer sich, weil man einen ihrer Hunde vergiftet hat. Bei dem Tier handelt es sich um eine weiße Bulldogge, eine sehr seltene und wertvolle Rasse, und so macht sich Pelagia auf zum Landsitz der reichen alten Dame, um den seltsamen Vorgängen auf den Grund zu gehen. Pelagias Ankunft am Ort des Verbrechens fällt mit der Anreise eines anderes Gasts zusammen: Wladimir Bubenzow, Gesandter der Petersburger Kirchenbehörde. Dieser hat einen anderen Fall aufzuklären – den grausamen Mord an zwei unbekannten Personen, deren enthauptete Leichen man ganz in der Nähe aus einem Fluss geborgen hat. Pelagia ahnt, dass es zwischen den gespenstischen Todesfällen eine geheime Verbindung gibt. . .
1 ... 29 30 31 32 33 34 35 36 37 ... 64
Перейти на страницу:

Der wackere Bubenzow rüstete eine Expedition aus und übernahm selbst die Leitung. Er durchstreifte tagelang Sümpfe und Dickichte und entdeckte tatsächlich eine verdächtige Lichtung, auf der es zwar keinen steinernen Götzen gab, wohl aber schwarze Spuren von Lagerfeuern und Tierknochen. Im nächstgelegenen Sytendorf verhaftete er den Starost und ein altes Männlein, das angeblich ein Schamane war. Die beiden wurden in einen Leiterwagen gesetzt und über den Knüppeldamm abtransportiert, aber auf einer Insel mitten im Sumpf überfielen sytische Bauern mit Knüppeln und Messern den Konvoi, um die beiden Ältesten zu befreien. Die Leibwächter Bubenzows gaben Fersengeld, und Selig sprang vor Angst in den Sumpf, in dem er ums Haar versunken wäre, aber der Inspektor selbst war keiner von der zaghaften Sorte: Er schoss einen der Angreifer tot, und zwei weitere erstach der Tscherkesse mit seinem furchtbaren Dolch, die übrigen entflohen.

Später kehrte Bubenzow mit einem Kommando Soldaten in das Dorf zurück, aber die Häuser waren leer – die Syten hatten sie verlassen und waren tiefer in den Wald gezogen. Bubenzows Heldentat wurde in allen Zeitungen gefeiert, auch in den Illustrierten, die ihn als Recken mit Schnauzbart und Adlernase abbildeten, vom Zaren bekam der Held den Annen-Orden und von Konstantin Petrowitsch ein Lob, dem Kenner mehr Gewicht beimaßen als dem Orden.

Im Gouvernement schienen alle verrückt geworden zu sein. Bei den Waldsyten waren solche Untaten noch nie vorgekommen. Sie hatten selbst in der Zeit Pugatschows (Pugatschow, Jemeljan (1742-1775) - Anführer eines Bauernaufstands; Michelson, Iwan (1740-1807) - General, schlug 1773 den Pugatschow-Aufstand nieder. D.Ü.) nicht rebelliert, sondern Michelson als Führer gedient – was hatte sie jetzt auf gehetzt?

Manche sagten, Bubenzow habe sie gegen sich aufgebracht, als er ihre angesehenen Ältesten gefesselt auf den schmutzigen Leiterwagen werfen ließ, aber viele, sehr viele, urteilten anders: Recht habe der scharfsichtige Inspektor gehabt, und in der Wildnis hausten tatsächlich schlimme Teufel.

Unruhe erfasste das Transwolgaland. Die Leute befuhren die Waldwege nur noch in Gruppen, und das in unserem stillen Gouvernement, wo seit Jahren kein Mensch mehr an solche Vorsichtsmaßnahmen gedacht hatte.

Bubenzow reiste mit einer bewaffneten Eskorte, besuchte eigenmächtig die Kreisstädte, verlangte Rechenschaft von Stadthauptleuten, Militärchefs und Kreisrichtern, und alle fügten sich ihm.

Solch eine Doppelherrschaft war bei uns entstanden. Was Wunder? Der Bischof war durch die Untaten der Heiden in den Augen der Kirchenbehörden kompromittiert, und viele Geistliche, die ihren Mantel nach dem Wind hängten, antichambrierten nicht mehr auf dem Klosterhof beim Bischof, sondern im Hotel »Zum Großfürsten« bei Bubenzow. Die administrative Macht stand auch nicht mehr auf unerschütterlich festen Beinen. Polizeimeister Lagrange zum Beispiel hatte zwar dem Gouverneur noch nicht den Gehorsam aufgekündigt, aber er lief mit jeder Weisung des Herrn von Gaggenau, selbst wenn es um Bagatellen ging wie die Einführung von Nummern für Droschken, erst mal zwecks Rückversicherung zum Synodalinspektor. Lagrange erklärte allen, der Baron sitze die letzten Tage auf dem Stuhl des Gouverneurs, und im Kreise von Freunden und Untergebenen ließ er gar durchblicken, zum nächsten Gouverneur von Sawolshsk werde niemand anders ernannt als er, Felix Lagrange.

In diesem letzten Monat war das ganze Gebäude unserer Lebensordnung im Gouvernement in eine Schieflage geraten, obwohl es doch wohl fest gemauert war, mit Verstand, nicht vom Dach nach unten wie in anderen russischen Gegenden, sondern vom Fundament nach oben. Aber diese Allegorie ist sehr spitzfindig und bedarf erklärender Worte.

Vor zwanzig Jahren war unser Gouvernement eines von vielen gewesen: Armut, Suff, Unwissenheit, Behördenwillkür, Raubüberfälle auf den Landstraßen. Kurzum, das gewöhnliche Leben in Russland, das sich in allen Teilen unseres unermesslichen Imperiums mehr oder weniger ähnelte. Das Leben verlief nach einer ein für alle Mal festgelegten Ordnung.

Wollen mal sagen, ein Kaufmann hat vor, seine Waren auf dem Fluss oder durch den Wald zu transportieren. Als erstes besucht er den richtigen Mann (er weiß, wer das ist in seinem Landkreis) und führt den zehnten Teil an ihn ab, dann kann er beruhigt aufbrechen, und niemand wird ihn anrühren oder behelligen – kein Räuber, kein Polizist, kein Akziseeinnehmer. Unterlässt er diesen Besuch und hofft er auf seine starke Eskorte oder auf das berühmte russische Wird-schon-gut-gehen, so ist er selber schuld an den Folgen. Vielleicht kommt er ja ungeschoren durch den Wald, vielleicht aber auch nicht. Und auf dem Fluss kann ihm, insonderheit bei Nacht, auch alles Mögliche zustoßen, noch dazu in der starken Strömung.

Wenn jemand in der Stadt einen Laden oder eine Schänke aufmachen will, ist es dasselbe Lied. Er muss mit dem richtigen Mann sprechen, ihm den zehnten Teil in Aussicht stellen, und schon lässt Gott sein Geschäft florieren. Der Sanitätsarzt benörgelt nicht die Fliegen auf der Theke noch die Ratten im Keller, und der Steuerinspektor gibt sich mit einem kleinen Obolus zufrieden.

Jeder weiß Bescheid über den richtigen Mann, der Polizeichef und der Staatsanwalt und der Reviervorsteher, aber niemand behindert ihn in seinen Geschäften, weil der richtige Mann mit aller Welt gut Freund oder gar verwandt und verschwägert ist.

Es ist vorgekommen, dass aus der Hauptstadt ein redlicher Natschalnik hergeschickt wurde, der nicht nur redlich, sondern auch tüchtig und entschlossen war und die feste Absicht hatte, reinen Tisch zu machen und alsbald ein Reich der Ordnung und Gerechtigkeit zu errichten, aber auch solchen Adlern wurden im Transwolgaland rasch die Flügel gestutzt, wo es anging – im Guten, mit Geschenken oder anderen Liebenswürdigkeiten, und wenn der Mann ganz unbestechlich war, mit Verleumdungen, zumal an Zeugen kein Mangel war, der richtige Mann brauchte nur zu pfeifen, und schon wurde üble Nachrede verbreitet.

Vor dreißig Jahren kam ein Polizeimeister in unsere Stadt, das war noch vor dem verstorbenen Gulko. Der war vollkommen unbestechlich. Die ganze Polizei hat er umgekrempelt: etliche rausgeworfen, andere vor Gericht gestellt, die übrigen zum Zittern gebracht. Das schuf Aufregung, das verletzte alte, zuverlässig funktionierende Beziehungen. Über kurz oder lang wagte sich dieser Robespierre an die »richtigen Leute« heran, er war so verwegen. Aber das setzte seinem Wüten ein Ende. Er ging mit seinen Kollegen auf die Entenjagd, da schlug das Boot um. Alle retteten sich schwimmend an Land, nur der Chef hatte kein Glück. Lediglich ein halbes Jahr lang hatte er bei uns sein Unwesen getrieben. Und das war der Polizeimeister, ein großer Mann! Mit einem Kreispolizeichef oder Untersuchungsführer, wenn sie nicht spurten, wurde einfacher verfahren: nachts ein Knüppel über den Kopf oder ein Schuss aus dem Gebüsch, und fertig. Das wurde den Räubern in die Schuhe geschoben, an denen in unseren Wäldern kein Mangel war. Die Polizei ermittelte zum Schein ein wenig und schloss dann die Akte. Aber was erzähle ich so lange davon, das ist Zeitverschwendung. In jedem Gouvernement gibt es solche Geschichten zuhauf.

Aber dann war aus Petersburg Mitrofani als Bischof zu uns gekommen, zum zweiten Mal und diesmal endgültig. Vor nunmehr fast zwanzig Jahren. Er kannte bereits die hiesigen Sitten und Gebräuche und ging daher nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern begann mit seiner stillen Behörde: redete den Popen ins Gewissen, sich nicht bestechen zu lassen, und führte in den Klöstern strenge Regeln ein. Einige Geistliche versetzte er, andere ermahnte er, überdies hatte er aus der Hauptstadt Welt – und Klostergeistliche mitgebracht, junge Akademiker.

In den Kirchen und Gemeinden wehte nun ein anderer Wind. Priester und Kleriker waren nicht mehr betrunken, predigten verständlich, nahmen Spenden nur in dem vorgeschriebenen Umfang. Das ging natürlich nicht von heute auf morgen, es brauchte schon seine zwei bis drei Jahre. Diese Neuerungen raubten anfangs niemandem den Schlaf, nicht den richtigen Leuten noch den diebischen Natschalniks. Die Popen verloren die Lust am feinen Essen und am weichen Schlafen – das war ihre Sache. Und dass sie in den Kirchen viel über Tugend und Redlichkeit sprachen, war ja ihre Pflicht. Wer hörte den Langmähnigen schon richtig zu? Doch allmählich festigte sich die Autorität der Geistlichen, und die Kirchen waren viel besser besucht als früher.

1 ... 29 30 31 32 33 34 35 36 37 ... 64
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)