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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
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Ohne eine Miene zu verziehen, hat ihm Fergus gesagt, dass er mit Mr. Robinson nicht einmal ein Glas Wein teilen würde (was auch nicht möglich gewesen wäre, da Mr. Robinson Methodist und damit Abstinenzler ist), und der Gentleman hat dies so verstanden, wie es ihm gefiel, und ist zufriedengestellt wieder gegangen, nachdem er Fergus eine Börse mit Geld gegeben hatte.

Als Nächstes kommt ein anderer Herr, ein fetter Wichtigtuer und Mitglied des Königlichen Rats, obwohl ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Sein Anliegen war das gleiche – oder vielmehr das Gegenteil; er wünschte sich zu erkundigen, ob Fergus Interesse daran hätte, Mr. Robinsons Betrieb zu erwerben, um seine Arbeit für den König fortzusetzen – nämlich den Druck einiger Briefe und die Nichtveröffentlichung anderer.

Fergus sagt sehr ernst zu diesem Herrn, dass er immer schon vieles an Mr. Robinson bewundert hat (hauptsächlich sein Pferd, einen braven Schimmel, und die merkwürdigen Schnallen an seinen Schuhen), fügt aber hinzu, dass wir ja kaum die Mittel haben, um Papier und Tinte zu kaufen, und uns daher damit abfinden müssen, dass Mr. Robinsons Druckerei in die Hände einer Person ohne großen Politikverstand übergehen wird.

Ich hatte Todesangst, ein Zustand, der sich nicht besserte, als der Herr gelacht und eine fette Geldbörse aus seiner Tasche gezogen hat, mit der Bemerkung, man dürfe »das Schiff nicht vor die Hunde gehen lassen, weil man den halben Penny für den Teer nicht ausgeben will«. Dies schien er höchst amüsant zu finden und hat maßlos gelacht, dann hat er Henri-Christians Kopf getätschelt und ist gegangen.

Damit sind unsere Möglichkeiten zugleich gewachsen und alarmierender geworden. Ich kann kaum noch schlafen, wenn ich an die Zukunft denke, doch Fergus ist so guter Laune, dass ich es nicht bedauern kann.

Betet für uns, so wie wir stets für euch beten, meine lieben Eltern.

Eure gehorsame, euch liebende Tochter

Marsali

»Du bist ihm ein guter Lehrer gewesen«, stellte ich fest, um einen beiläufigen Tonfall bemüht.

»Offensichtlich.« Jamies Miene war leicht sorgenvoll, doch die Belustigung überwog. »Mach dir keine Sorgen, Sassenach, Fergus hat großes Geschick bei diesem Spiel.«

»Es ist kein Spiel«, sagte ich so heftig, dass er mich überrascht ansah.

»Wirklich nicht«, wiederholte ich etwas ruhiger.

Er sah mich mit gewölbten Augenbrauen an, zog ein kleines Papierbündel aus dem Durcheinander auf seinem Schreibtisch und reichte es mir.

Mittwochmorgen gegen zehn Uhr – Watertown

Allen Freunden der amerikanischen Freiheit sei bekanntgegeben, dass heute Morgen vor Tagesanbruch eine Brigade von etwa 1000 bis 1200 Männern bei Phip’s Farm in Cambridge gelandet ist und nach Lexington marschiert ist, wo sie eine bewaffnete Kompanie unserer Kolonialmiliz antrafen, auf welche sie ohne Vorwarnung feuerten und sechs Männer töteten und vier weitere verwundeten. Per Express aus Boston erfahren wir, dass sich jetzt eine weitere Brigade von wahrscheinlich 1000 Mann auf dem Anmarsch aus Boston befindet. Der Überbringer, Israel Bissell, hat den Auftrag, das ganze Land bis Connecticut zu alarmieren, und jedermann ist aufgerufen, ihm nötigenfalls frische Pferde zur Verfügung zu stellen. Ich habe mit mehreren Zeugen gesprochen, die die Toten und Verwundeten gesehen haben. Bitte sorgt dafür, dass die Delegierten von hier bis Connecticut dies zu sehen bekommen.

J. Palmer vom Komitee für die Sicherheit

Col. Foster aus Brookfield ist ihnen als Delegierter bekannt.

Unter dieser Nachricht befand sich eine Liste mit Unterschriften, obwohl die meisten dieselbe Handschrift trugen. Die erste lautete: »Eine originalgetreue Kopie des Originals per Order des Korrespondenzkomitees in Worcester – 19. April 1775. Bezeugt durch Nathan Baldwin, Stadtschreiber.« Allen anderen standen ähnliche Bemerkungen voran.

»Hol mich der Teufel«, sagte ich. »Es ist der Alarmruf von Lexington.« Ich blinzelte mit tellergroßen Augen zu Jamie auf. »Woher hast du das?«

»Einer von Oberst Ashes Männern hat es mitgebracht.« Er blätterte zur letzten Seite durch und zeigte mir Ashes Autorisierung. »Was ist denn der Alarmruf von Lexington?«

»Das hier.« Ich warf einen faszinierten Blick auf das Dokument. »Nach der Schlacht von Lexington hat General Palmer – ein Milizgeneral – es geschrieben und es per Expressreiter über Land geschickt, um die Nachricht von den Ereignissen zu verbreiten und die Milizen in der Nähe davon in Kenntnis zu setzen, dass der Krieg begonnen hatte. Überall auf dem Weg haben die Männer Kopien angefertigt, sie um den Eid ergänzt, dass es originalgetreue Kopien waren, und die Nachricht an andere Städte und Dörfer weitergeschickt; damals gab es wahrscheinlich Hunderte von Kopien, und eine ganze Reihe davon sind erhalten geblieben. Frank hatte eine, die ihm jemand geschenkt hatte. Sie hing eingerahmt im Eingangsflur unseres Hauses in Boston.«

Dann durchfuhr mich ein außerordentlicher Schauer, als ich begriff, dass der vertraute Brief, den ich vor mir hatte, vor höchstens ein oder zwei Wochen geschrieben worden war – nicht vor zweihundert Jahren.

Auch Jamie sah ein wenig blass aus.

»Das – Brianna hat mir gesagt, dass das geschehen würde«, sagte er voller Staunen. »Am neunzehnten April, ein Gefecht in Lexington – der Beginn des Krieges.« Er sah mir in die Augen, und eine Mischung aus Ehrfurcht und Erregung sprach aus seinem Blick.

»Ich habe dir geglaubt, Sassenach«, sagte er. »Aber …«

Er beendete den Satz nicht, sondern setzte sich hin und griff nach seinem Gänsekiel. Langsam und zielsicher setzte er seinen Namen an den Fuß der Seite.

»Schreibst du eine Kopie für mich, Sassenach?«, sagte er. »Ich sende sie weiter.«

Kapitel 80

Die Welt steht kopf

Oberst Ashes Mann hatte außerdem die Nachricht überbracht, dass in Mecklenburg County ein Kongress abgehalten werden sollte, der Mitte Mai stattfinden sollte und dessen Zweck es war, die offizielle Unabhängigkeit des Distrikts vom König von England zu erklären.

Obwohl er sich bewusst war, dass nicht wenige der Anführer der Bewegung, aus der plötzlich »die Rebellion« geworden war, ihn trotz der standhaften Unterstützung John Ashes und einiger anderer Freunde nach wie vor mit Argwohn betrachteten, fasste Jamie den Entschluss, diesen Kongress zu besuchen und sich offen für diese Maßnahme auszusprechen.

Roger, der geradezu brannte vor unterdrückter Aufregung über diese seine erste Chance, schriftlich dokumentierte Geschichte leibhaftig entstehen zu sehen, würde ihn begleiten.

Doch einige Tage vor ihrer geplanten Abreise wurde unser aller Aufmerksamkeit durch die unmittelbare Gegenwart von der zukünftigen Geschichte abgelenkt: Familie Christie stand kurz nach dem Frühstück plötzlich vor der Haustür.

Es war etwas vorgefallen; Allan Christie war rot vor Aufregung, Tom grimmig und grau wie ein alter Wolf. Malva hatte offensichtlich geweint, und ihr Gesicht wurde abwechselnd rot und weiß. Ich begrüßte sie, doch sie wandte den Blick ab, und ihre Lippen zitterten, als Jamie sie in sein Studierzimmer bat und sie mit einer Handbewegung zum Sitzen einlud.

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