Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #6
- Год: 2018
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Was hast du denn vor? Ein Junggesellenabschied für Gordon Lindsay?« Gordon, ein schüchterner Siebzehnjähriger, war mit einem Quäkermädchen aus der Ortschaft bei Woolam’s Mill verlobt; er hatte tags zuvor die Runde gemacht, um als Vorbereitung auf seine Hochzeit um kleine Haushaltsgegenstände zu bitten, wie es Tradition war.
»Keine Damen, die aus einem Kuchen hüpfen«, versicherte er ihr, »aber es ist definitiv eine Männergesellschaft. Es ist die erste Zusammenkunft der Loge von Fraser’s Ridge.«
»Loge … was, Freimaurer?« Sie blinzelte ihn skeptisch an, doch er nickte. Der Wind war stärker geworden und ließ ihm das schwarze Haar zu Berge stehen. Er strich es mit einer Hand glatt.
»Neutraler Boden«, erklärte er ihr. »Ich wollte nicht vorschlagen, die Zusammenkünfte im Haupthaus oder in Tom Christies Hütte abzuhalten – man könnte sagen, ich wollte keine Seite bevorzugen.«
Sie verstand und nickte.
»Okay. Aber wieso Freimaurer?« Sie wusste nicht das Geringste über Freimaurer, außer dass sie eine Art Geheimbund waren und dass Katholiken die Mitgliedschaft verboten war.
Sie machte Roger auf diesen Punkt aufmerksam, doch er lachte nur.
»Das stimmt«, sagte er. »Der Papst hat es ihnen vor ungefähr vierzig Jahren verboten.«
»Warum? Was hat er denn gegen Freimaurer?«, fragte sie neugierig.
»Sie sind ein sehr mächtiger Bund, dem viele Männer von Macht und Einfluss angehören – und er ist grenzüberschreitend. Ich vermute, dass der Papst Konkurrenz in der Machtpolitik befürchtet – obwohl er, wenn ich mich richtig erinnere, als Grund angegeben hat, dass die Freimaurerei zu viel Ähnlichkeit mit einer Religion hat. Oh, das, und sie beten den Teufel an.«
Er lachte.
»Du weißt doch, dass dein Vater in Ardsmuir eine Loge gegründet hat, im Gefängnis?«
»Möglich, dass er es erwähnt hat; ich weiß es nicht mehr.«
»Ich habe ihn auf die Sache mit den Katholiken angesprochen. Er hat mir einen von diesen Spezialblicken zugeworfen und gesagt: ›Ah, nun ja, der Papst war nicht in Ardsmuir im Gefängnis, ich aber schon.‹«
»Klingt logisch«, sagte sie belustigt. »Aber ich bin ja auch nicht der Papst. Hat er gesagt, warum? Pa, meine ich, nicht der Papst.«
»Natürlich – es war eine Möglichkeit, Einigkeit unter den Katholiken und den Protestanten zu schaffen, die zusammen im Gefängnis saßen. Eins der Prinzipien der Freimaurerei ist, dass sie alle Männer zu Brüdern macht, aye? Und ein anderes ist, dass in der Loge nicht über Religion oder Politik gesprochen wird.«
»Ach, nein? Was macht man denn dann in der Loge?«
»Das darf ich dir nicht sagen. Allerdings keine Teufelsanbetung.«
Sie musterte ihn mit hochgezogenen Augenbrauen, und er zuckte mit den Achseln.
»Es geht nicht«, wiederholte er. »Wenn man der Loge beitritt, legt man einen Eid ab, dass man außerhalb der Loge nicht darüber spricht, was dort vor sich geht.«
Das ärgerte sie ein wenig, doch sie tat es achselzuckend ab und widmete sich wieder ihrer Schüssel, die sie mit Wasser nachfüllte. Es sah aus, als hätte sich jemand übergeben, dachte sie kritisch und griff nach dem Säurefläschchen.
»Das klingt aber ziemlich fragwürdig«, murrte sie. »Und ein bisschen albern. Gibt es nicht auch geheime Händedrücke und so weiter?«
Er lächelte, ohne sich an ihrem Ton zu stören.
»Ich sage ja nicht, dass es nicht auch ein wenig theatralisch zugeht. Der Ursprung ist mehr oder weniger mittelalterlich, und sie haben sich eine Menge der ursprünglichen Symbolik bewahrt – genau wie die katholische Kirche.«
»Überzeugt«, sagte sie trocken und ergriff eine Schüssel mit fertiger Pulpe. »Okay. Und ist es Pas Idee, hier eine Loge zu gründen?«
»Nein, meine.« Seine Stimme hatte den humorvollen Unterton verloren, und sie sah ihn scharf an.
»Ich brauche eine Möglichkeit, Gemeinsamkeit unter ihnen zu stiften, Brianna«, erklärte er. »Bei den Frauen gibt es das doch ebenso – die Fischersfrauen nähen und spinnen und stricken und quilten zusammen mit den anderen, und selbst wenn sie insgeheim glauben, dass du oder deine Mutter oder Mrs. Bug zur Hölle verurteilte Ungläubige oder gottverdammte Whigs oder was auch immer seid, scheint es doch keine große Rolle zu spielen. Die Männer haben so etwas nicht.«
Sie dachte daran, ein paar Worte über das relative Maß an Intelligenz und gesundem Menschenverstand bei den beiden Geschlechtern zu sagen, hatte aber das Gefühl, dass es im Moment kontraproduktiv sein könnte, und nickte verständnisvoll. Außerdem hatte er offensichtlich keine Ahnung von dem Gewäsch, das bei Nähkränzchen die Runde machte.
»Kannst du das Sieb für mich halten?«
Er packte gehorsam den Holzrahmen und zog nach ihrer Anleitung die Enden der Fäden stramm.
»Also«, sagte sie und löffelte den dünnen Pulpebrei auf die Seide, »möchtest du, dass ich euch heute Abend mit Milch und Plätzchen versorge?«
Sie fragte mit beträchtlicher Ironie, und er lächelte sie über das Sieb hinweg an.
»Das wäre schön, aye.«
»Es war ein Scherz!«
»Bei mir nicht.« Er lächelte immer noch, doch sein Blick war völlig ernst, und sie begriff plötzlich, dass dies keine Laune war. Mit einem seltsamen kleinen Stich im Herzen sah sie ihren Vater vor sich stehen.
Der eine hatte von Kindesbeinen an die Verantwortung für andere getragen, als Teil der Verpflichtung, die sein Geburtsrecht mit sich brachte; der andere hatte sie erst später übernommen, doch beide hielten diese Bürde für gottgewollt, daran hatte sie keinen Zweifel – beide übernahmen diese Pflicht, ohne zu fragen, und würden sie erfüllen oder bei dem Versuch sterben. Sie hoffte nur, dass es dazu nicht kommen würde – für keinen von ihnen.
»Gib mir eins von deinen Haaren«, sagte sie und senkte den Blick, um ihre Gefühle zu verbergen.
»Warum?«, fragte er, zupfte sich aber schon ein Haar vom Kopf.
»Das Papier. Die Pulpe sollte nicht dicker ausgestrichen sein als ein Haar.« Sie legte das schwarze Haar an den Rand des Seidensiebs, dann verstrich sie die cremige Flüssigkeit immer dünner, so dass sie an dem Haar vorbeilief, es aber nicht bedeckte. Es trieb in der Flüssigkeit, eine dunkle Linie auf weißem Untergrund wie der winzige Riss an der Oberfläche ihres Herzens.
Kapitel 79
Alarm
L’OIGNON – INTELLIGENCER
EINE VERMÄHLUNGSANZEIGE. Der NEW BERN INTELLIGENCER, gegründet von Jno. Robinson, hat mit dem Umzug seines Begründers nach Großbritannien sein Erscheinen eingestellt, doch wir versichern seinen Kunden, dass diese Zeitung nicht völlig verschwinden wird, da ihre Räumlichkeiten, ihr Lager und ihr Abonnentenverzeichnis durch die Herausgeber des LE OIGNON erworben wurden, jenes geschätzten, beliebten und hervorragenden Journals. Das neue Periodikum wird von nun an deutlich verbessert und erweitert als L’OIGNON – INTELLIGENCER erscheinen und wöchentlich herauskommen, mit Extrablättern, sowie es die Ereignisse erfordern, zum bescheidenen Preis von einem Penny.
An Mr. und Mrs. James Fraser in Fraser’s Ridge,
North Carolina
Von Mr. und Mrs. Fergus Fraser,
Thorpe Street, New Bern
Lieber Vater, liebe Mutter Claire,
ich schreibe euch, um euch über die jüngsten Veränderungen unseres Schicksals zu unterrichten. Mr. Robinson, dem die andere Zeitung im Ort gehörte, musste nach Großbritannien umziehen. Ihm blieb gar nichts anderes übrig, weil einige Unbekannte, die sich als Wilde verkleidet hatten, in den frühen Morgenstunden in seine Werkstatt eingedrungen sind, ihn aus dem Bett gezerrt und zum Hafen geschleppt haben, wo sie ihn im Nachthemd auf ein Schiff steckten.
Innerhalb eines Tages nach Mr. Robinsons Abreise jedoch haben uns zwei unterschiedliche Verhandlungspartner aufgesucht (ich kann ihre Namen nicht niederschreiben, da ihr ja sicherlich zu schätzen wisst, dass ich diskret sein muss). Einer war ein Mitglied des hiesigen Komitees für die Sicherheit – welches, wie jeder weiß, hinter Mr. Robinsons Verschleppung steckt, auch wenn es niemand sagt. Seine Worte waren höflich, sein Auftreten nicht. Er wünschte, so hat er gesagt, sich zu vergewissern, dass Fergus nicht die mutwillig falschen Meinungen teile, die Mr. Robinson so oft in Bezug auf die jüngsten Ereignisse und Entwicklungen zum Ausdruck gebracht habe.