Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Kerker und Ketten - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Kerker und Ketten

Электронная книга - «Kerker und Ketten». Краткое содержание книги:

Der Pfeifer und seine Freunde quälen sich in den Steinbrüchen von El Mengub. Schon haben sie den sicheren Tod vor Augen, da dürfen sie neue Hoffnung schöpfen: die Piratin Marina, in schmerzlicher Haßliebe an Michel Baum gekettet, versucht, die Gefangenen zu befreien. Doch bald wird sie selbst von Sklavenhändlern verschleppt, und nun ist es an Michel, sie zu suchen. Aber der Bej von Tunis hält ihn fest, und erst eine Palastrevolution schafft ganz neue Verhältnisse. Doch Marina bleibt verschwunden.
In buntbewegten Szenen wird die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts gegenwärtig.
1 ... 26 27 28 29 30 31 32 33 34 ... 85
Перейти на страницу:

»Nehmt Platz und laßt Euch ehrlich willkommen heißen, Capitan«, sagte er und streckte dem alten Mann die Hand hin. Er ließ es sich auch nicht nehmen, Jardin freundlich auf die Schulter zu schlagen, was dieser mit einem heimlichen Aufatmen quittierte. Als der Wein in den Gläsern funkelte, begann Escamillo:

»Bien, Caballeros, ihr wundert euch mit Recht über die kleinen Veränderungen, die hier im Lauf der Abwesenheit unserer —— hm — Kapitänin vor sich gegangen sind, nicht wahr? Nun, ich habe Euch, Senor Porquez, folgenden wichtigen Vorschlag zu machen. Zuvor aber beantwortet eine Frage: würdet Ihr Wert darauf legen, wieder Kapitän dieses Schiffes zu sein?«

Porquez starrte ihn verdutzt an.

»Das bedarf sicherlich keiner Antwort«, sagte er.

»Nun, dann betrachtet Euch von diesem Augenblick an wieder dafür. Nur darauf lief unsere ganze Aktion hinaus. Wir haben es satt, uns von diesem teuflischen Weib herumkommandieren zu lassen.«

»Ich bin über Eure Sinnesänderung, wie Ihr Euch vorstellen könnt, sprachlos. Wollt Ihr mir nicht Näheres erklären?«

Escamillo berichtete von seinen Streitigkeiten mit Marina und gab seiner Meinung Ausdruck, daß es wenig ehrenvoll sei, als Seeräuber ohne jeden königlichen Kaperbrief über die Meere zu fahren. Er habe nicht als Pirat, sondern als Korsar angeheuert. Und ein solcher wolle er bleiben. Porquez schwieg lange. Das einzige, was man im Augenblick hörte, war Ibn Kuteibas Stimme. Der Steuermann übersetzte Abu Hanufa das Gesprochene.

»Bien, Senores, ich nehme natürlich an«, sagte Porquez. »Aber warum habt Ihr diese ganze Komödie aufgeführt? Warum schickt Ihr uns fremde Männer entgegen? Weshalb haben meine eigenen Leute nicht ein Wort gesagt, als sie mich wiedersahen? Ich verstehe das alles nicht.« »Ich bin mir darüber im klaren, Senores, daß diese Situation einer eingehenden Klärung bedarf. Hört also: Das verrückte Frauenzimmer segelte nach Algier. Niemand von uns konnte sich erklären, was sie hier wollte. Ich selbst war handlungsunfähig, weil sie mich vorher in Ketten gelegt hatte. Mit ihrem hündischen Diener und dem langen Engländer verließ sie an dieser Stelle hier das Schiff, um ins Landesinnere zu reiten. Senor Virgen war so klug, mir in meinem Gefängnis diese Merkwürdigkeiten mitzuteilen. Er hatte übrigens eine Vorstellung davon, was oder wen sie in diesem wilden Land suchte, nämlich den Silbador, den ich, wie ich Euch ehrlich sagen will, wie die Pest hasse. Es ist ein Glück, daß er nicht bei Euch war. Sonst wäre er sofort abgeschossen worden.«

Porquez hatte auf der Zunge, sich gegen diesen Haß seines Ersten Offiziers zu verwahren, schwieg aber in Anbetracht der sonderbaren Lage, in der er sich befand. Auch Jardin brachte nicht den Mut auf, Escamillo zurechtzuweisen. Dieser fuhr fort:

»Die fremden Männer, die Ihr soeben kennengelernt habt, sind Soldaten Seiner Majestät, unseres allergnädigsten Königs, dessen Heer vor kurzem bei Sidi-Mes geschlagen wurde. Sie hatten das Pech, ihre Schiffe nicht mehr zu erreichen, andererseits aber das Glück, nicht in algerische Gefangenschaft zu geraten. Sie trieben sich an der Küste herum, bis sie zufällig auf uns stießen. Senor Virgen hatte die gute Idee, sie anzuwerben und vorläufig zu behalten, bis sich in Spanien eine Gelegenheit findet, sie an Land zu setzen. Auf diese Leute und auf unsern treuen Jose bauten wir den Plan. Wir schickten Jose mit einigen Soldaten in den Hohlweg, um dort auf die Rückkehr der Gräfin zu warten. Sie sollte an Ort und Stelle unschädlich gemacht werden. Solltet Ihr Euch in ihrer Gesellschaft befinden, so lautete mein Befehl, Euch hierher zu bringen. Ihr werdet nun den Mannschaften die traurige Kunde bringen, daß die Gräfin bei irgendeiner Gelegenheit den Tod gefunden hat. Euch wird man glauben. Wir sind sie los, und das Abenteuer hat ein Ende. Meinetwegen können wir noch heute in See stechen. Na, was sagt Ihr zu meinem Plan?«

»Warum können wir eigentlich nicht der Mannschaft die Wahrheit sagen?« fragte Porquez. Escamillo lachte. »Die Burschen schwärmen alle, außer Jose, für dieses Teufelsweib. Sie würden uns vermutlich aufhängen, wenn sie wüßten, was wir hier ausgeheckt haben.« »Also bleiben sie doch Meuterer«, sagte der Kapitän nachdenklich. »Es wäre schwer, es anders zu nennen«, lachte Escantillo.

»Nun«, meinte Porquez, »ich bin im Grunde einverstanden. Nur können wir nicht gleich in See gehen. Ich warte noch auf Freunde, die . . .« »Den Silbador?« unterbrach Escantillo scharf.

»Si, auch auf ihn. Wir haben Monate voller Höllenqualen mit ihm geteilt. Ich kann ihn jetzt nicht im Stich lassen.«

Escantillo erhob sich plötzlich und meinte mit zusammengekniffenen Augen: »Bei Gott, Capitan, ich will Euch nicht zum Verrat an Euren Freunden zwingen. Aber ich glaube, der Silbador wird bei seiner Ankunft die gebundene Gräfin finden.« Porquez überlegte. Er führte einen schweren Kampf mit sich selbst. Plötzlich ging ihm die Vergangenheit durch den Kopf. Wenn er damals nicht diesen Michel Baum und auch nicht diese verfluchte Gräfin mit jenem Doktor Garcia an Bord genommen hätte, dann wäre das ganze vergangene Jahr anders verlaufen. Irgendwie hatte Michel Baum durch sein Erscheinen die Schuld an dem ganzen Durcheinander.

»Diablo«, meinte er, »es fällt mir nicht leicht, Senor Baum im Stich zu lassen.« Escantillo steckte die unversehrte Hand in den Gürtel. »Capitan! Ich kann Euch nicht zwingen, etwas zu tun, was Ihr nicht wollt. Auf der einen Seite stehen Eure Freunde, auf der andern das Schiff. Euer Schiff, Capitan, das man Euch widerrechtlich abgenommen hat. Welcher Verrat ist der größere? Entscheidet selbst!«

»Ja, ja, aber schließlich hat mir der Silbador das Schiff nicht abgenommen ...«

»Er war schuld, daß überhaupt eine Meuterei ausbrach. Capitan, der Pfeifer wird nicht zulassen, daß man die Gräfin draußen aussetzt. Ich glaube diesen Mann und seine merkwürdige Seele zu kennen. Ich sage Euch zum letztenmaclass="underline" wählt zwischen ihm und dem Schiff ...«

Porquez standen Schweißperlen auf der Stirn. Hilfesuchend sah er zu Jardin hin. Doch dieser hielt den Blick zu Boden gesenkt.

»Ich wähle das Schiff!« sagte der Kapitän.

Kaum merklich, aber doch so, daß man es sehen konnte, nickte Alfonso Jardin.

18

»Nanu«, sagte Punte erstaunt, als er den schrillen Klang der Schiffsglocke vernahm, »dreimal? Das bedeutet: Zelte abbrechen und Schiff klarmachen. Wir werden doch nicht etwa ohne die Senorita Capitan segeln?«

»Vielleicht kommt sie nicht wieder?« meinte Hernan. »Vielleicht hat sie die »Trueno« aufgegeben. Aber ich finde es irgendwie eigenartig, daß man uns gar nichts mitteilt.« Punte sah vor sich in den Sand. Seine Stirn war in nachdenkliche Falten gelegt. Plötzlich sah er wieder auf.

»Du, Hernan, da stimmt etwas nicht. Denke mal nach, was sich so alles ereignet hat, seit die Senorita weggegangen ist. Plötzlich war dieser ekelhafte Escantillo frei, und sie hatte uns nichts davon gesagt. Dann wurden die Landstreicher angeheuert, obwohl sie keinen Dunst von der christlichen Seefahrt haben. Glaubst du; daß das wirklich nur aus Mitleid für sie geschehen ist?« »No, das würde diesem arroganten Fuentes gar nicht ähnlich sehen. Mir wird die Sache immer unheimlicher.«

1 ... 26 27 28 29 30 31 32 33 34 ... 85
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)