Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Krieg und Frieden
1 ... 282 283 284 285 286 287 288 289 290 ... 486
Перейти на страницу:

Während sich allerlei Streitereien und Intrigen über das künftige Schlachtfeld abspielten und wir die Franzosen suchten, uns aber über ihren Standort irrten, schlugen die Franzosen die Division Newjerowskis, auf die sie gestoßen waren, zurück, und rückten bis an die Mauern von Smolensk heran.

Wir sahen uns genötigt, eine von uns nicht erwartete Schlacht bei Smolensk anzunehmen, um unsere Verbindungen zu retten. Die Schlacht wurde geliefert. Tausende wurden auf der einen und auf der andern Seite getötet.

Smolensk wurde gegen den Willen des Kaisers und des ganzen Volkes aufgegeben. Aber die von ihrem eigenen Gouverneur getäuschten Einwohner zündeten ihre Stadt an und zogen, völlig ruiniert, nach Moskau: so wurden sie zum Vorbild für alle Russen. Sie dachten immer nur an die erlittenen Verluste und schürten den Haß gegen den Feind. Napoleon zog weiter, wir wichen immer mehr zurück, und so wurde eben das erreicht, wodurch Napoleon besiegt werden sollte.

II

Am Tag nach der Abreise seines Sohnes ließ Fürst Nikolai Andrejewitsch die Prinzessin Marja zu sich rufen.

»Nun also, bist du jetzt zufrieden?« sagte er zu ihr. »Du hast mich mit meinem Sohn entzweit! Bist du nun zufrieden? Das fehlte dir ja wohl nur noch! Bist du nun zufrieden …? Mir ist das ein Schmerz, ein großer Schmerz. Ich bin alt und schwach. Aber du hast es so gewollt. Na, nun freue dich, freue dich!«

Hierauf bekam Prinzessin Marja ihren Vater eine ganze Woche lang nicht zu sehen. Er war krank und verließ sein Zimmer nicht.

Zu ihrer Verwunderung bemerkte Prinzessin Marja, daß der alte Fürst während dieser Krankheit auch Mademoiselle Bourienne nicht zu sich ließ. Nur Tichon pflegte ihn.

Nach einer Woche kam der Fürst wieder aus seinem Zimmer heraus und begann wieder seine frühere Lebensweise, indem er sich besonders eifrig mit seinen Bauten und mit den Gärten beschäftigte; die früheren Beziehungen zu Mademoiselle Bourienne hatte er vollständig abgebrochen. Seine Miene und sein kalter Ton gegenüber der Prinzessin Marja sagten gleichsam zu ihr: »Da siehst du nun; du hattest dir etwas ausgesonnen über Beziehungen, die ich zu dieser Französin hätte, und es dem Fürsten Andrei vorgelogen und mich mit ihm entzweit. Nun siehst du, daß ich weder dich noch die Französin nötig habe.«

Die eine Hälfte des Tages verbrachte Prinzessin Marja bei Nikolenka, bei dessen Unterrichtsstunden sie zuhörte und den sie selbst im Russischen und in der Musik unterrichtete; auch unterhielt sie sich viel mit Dessalles. Die andere Hälfte des Tages verlebte sie bei ihren Büchern und mit der hochbejahrten Kinderfrau und mit den Gottesleuten, die manchmal durch die Hintertür zu ihr kamen.

Über den Krieg dachte Prinzessin Marja so, wie Frauen eben über den Krieg zu denken pflegen. Sie ängstigte sich um ihren Bruder, der mit dabei war, und schauderte vor der ihr unfaßbaren Grausamkeit, die die Menschen trieb, einander zu töten; aber für die Bedeutung dieses Krieges hatte sie kein Verständnis: er schien ihr ein Krieg von derselben Art zu sein wie alle früheren. Sie verstand die Bedeutung dieses Krieges nicht, obwohl Dessalles, mit dem sie oft sprach und der an dem Gang des Krieges ein leidenschaftliches Interesse nahm, sich Mühe gab, ihr seine eigenen Kombinationen auseinanderzusetzen, und obwohl die Gottesleute, die sie besuchten, alle auf ihre Art mit Schrecken von den umgehenden Gerüchten über den Einfall des Antichrists erzählten, und obwohl Julja, die jetzige Fürstin Drubezkaja, die wieder mit ihr in Briefwechsel getreten war, ihr aus Moskau patriotische Briefe schrieb.

»Ich schreibe Ihnen russisch, meine liebe Freundin«, schrieb Julja, »weil ich einen Haß gegen alle Franzosen und gleichermaßen auch gegen ihre Sprache habe, die ich nicht hören und nicht reden mag … Wir sind hier in Moskau alle voll Entzücken und Enthusiasmus für unsern angebeteten Kaiser.

Mein armer Mann erträgt Mühen und Hunger in jüdischen Schenken; aber die Nachrichten, die ich von ihm erhalte, tragen noch mehr zu meiner Begeisterung bei.

Sie haben gewiß von der heldenmütigen Tat Rajewskis gehört, der die Arme um seine beiden Söhne schlang und sagte: ›Ich will mit ihnen umkommen; aber wir werden nicht wanken und nicht weichen!‹ Und wirklich, obgleich der Feind noch einmal so stark war als wir, sind wir nicht gewichen. Wir verbringen die Zeit, so gut wir können; Krieg ist eben Krieg. Die Fürstinnen Alina und Sofja sitzen tagelang mit mir zusammen, und wir unglücklichen Strohwitwen führen beim Scharpiezupfen schöne Gespräche; nur Sie, liebe Freundin, fehlen uns dabei …«, usw.

Prinzessin Marja vermochte die ganze Bedeutung dieses Krieges besonders deshalb nicht zu verstehen, weil der alte Fürst nie von ihm sprach, ihn ignorierte und sich bei Tisch über Dessalles lustig machte, wenn dieser vom Krieg redete. Der Ton des Fürsten war dabei so ruhig und sicher, daß Prinzessin Marja, ohne viel zu überlegen, ihm glaubte.

Den ganzen Juli über war der alte Fürst außerordentlich tätig und sogar lebhaft. Er ließ noch einen neuen Garten anlegen und ein Wohnhaus für Gutsleute bauen. Das einzige, worüber sich Prinzessin Marja beunruhigte, war, daß er so wenig schlief und, von seiner Gewohnheit, in seinem Arbeitszimmer zu schlafen, abgehend, den Ort für sein Nachtlager alle Tage wechselte. Bald befahl er, sein Feldbett in der Galerie aufzuschlagen; bald blieb er im Salon auf dem Sofa oder auf einem Lehnstuhl sitzen und schlummerte unausgekleidet, während ihm nicht Mademoiselle Bourienne, sondern der Bursche Pjotr vorlas; bald brachte er die Nacht im Eßzimmer zu.

Am ersten August lief der zweite Brief vom Fürsten Andrei ein. In dem ersten Brief, der bald nach der Abreise des Fürsten Andrei angekommen war, hatte dieser seinen Vater demütig gebeten, ihm zu verzeihen, was er ihm zu sagen sich erlaubt hatte, und ihm seine Huld wieder zuzuwenden. Auf diesen Brief hatte der alte Fürst mit einem freundlichen Brief geantwortet und seitdem die Französin von sich ferngehalten. Der zweite Brief des Fürsten Andrei war aus der Gegend von Witebsk geschrieben, nach der Besetzung dieser Stadt durch die Franzosen, und enthielt eine kurze Schilderung des ganzen Feldzuges, die durch eine gezeichnete Kartenskizze erläutert war, und Kombinationen über den weiteren Gang des Feldzuges. In diesem Brief stellte Fürst Andrei seinem Vater die Unzuträglichkeiten vor, die die Lage seines Wohnortes in solcher Nähe des Kriegsschauplatzes und gerade auf der Linie der Truppenmärsche für ihn haben könne, und riet ihm, nach Moskau überzusiedeln.

Bei Tisch erwähnte an diesem Tag Dessalles, es verlaute, daß die Franzosen schon in Witebsk eingerückt seien; dabei fiel dem alten Fürsten wieder der Brief des Fürsten Andrei ein.

»Ich habe vom Fürsten Andrei heute einen Brief bekommen«, sagte er zur Prinzessin Marja. »Hast du ihn nicht gelesen?«

»Nein, lieber Vater«, antwortete die Prinzessin erschrocken.

Sie konnte den Brief nicht gelesen haben, von dessen Ankunft sie nicht einmal gehört hatte.

»Er schreibt von diesem Krieg«, sagte der Fürst mit jenem ihm zur Gewohnheit gewordenen geringschätzigen Lächeln, mit dem er immer von dem gegenwärtigen Krieg sprach.

1 ... 282 283 284 285 286 287 288 289 290 ... 486
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)