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Kater Brown und die Klostermorde

Электронная книга - «Kater Brown und die Klostermorde». Краткое содержание книги:

In der idyllischen Eifel ist die Hölle los - und das ausgerechnet dort, wo man es am wenigsten erwartet hätte: im Klosterhotel Zur inneren Einkehr. Hier stößt die Klosterkatze Kater Brown während eines nächtlichen Streifzugs auf eine grausam zugerichtete Leiche. Wer hat den Hotelgast ermordet und in den Brunnen geworfen? Zusammen mit der Reisejournalistin Alexandra begibt sich Kater Brown auf Spurensuche.
Ralph Sander arbeitet seit vielen Jahren als Übersetzer und Autor. Unter diversen Pseudonymen sind von ihm etliche Krimis erschienen. Nachdem er bereits eine Reihe von fiktiven samtpfotigen Helden für seine Krimis geschaffen hat, entstand mit Kater Brown zum ersten Mal eine Figur nach einem realen Vorbild: dem Sander’schen Familienkater Paulchen Panther.
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»Hm, ein solches Szenario ist vorstellbar …« Tobias trank einen Schluck von dem Kaffee, den die Wirtin ihnen inzwischen serviert hatte. »Und vor allem klingt es nach Wilden. Der war mit Sicherheit hinter allem her, was er gegen seine Leute verwenden konnte.«

Alexandra nickte. »Im Hotel hat bis zur Ankunft der Gruppe keiner mit Wilden zu tun gehabt. Er ist den Mönchen natürlich mächtig auf den Geist gegangen – aber plant man deshalb einen Mord? Nein, nein, wenn es eine geplante Tat war, kommen eigentlich nur die Mitarbeiter infrage.«

Tobias wiegte zweifelnd den Kopf. »Ich weiß, er hat die Geduld dieser Mönche wirklich aufs Äußerste strapaziert. Trotzdem glaube ich nicht, dass es ihm gelungen sein könnte, einen von ihnen so sehr aus der Fassung zu bringen, dass er sich vergisst und ihn umbringt.«

»So richtig kann ich mir das auch nicht vorstellen«, sagte Alexandra. »Schon gar nicht, wenn ich bedenke, was Tina Wittecker über den Verein erzählt hat. Vielleicht hatten die von ihr erwähnten Herren und Damen intern die Nachfolge längst unter sich ausgemacht und haben nun alle zusammengearbeitet, um Bernd Wilden aus dem Weg zu schaffen. Wenn das der Fall sein sollte, haben wir vermutlich überhaupt keine Chance, den Täter zu finden, weil sich die Mitarbeiter gegenseitig ein Alibi geben werden.«

Tobias nickte grimmig.

»Ja, und Polizeiobermeister Pallenberg habe ich auch immer noch irgendwie auf meiner Liste, weil er das Ganze zu schnell als Unfall abgetan hat.« Sie schaute nachdenklich drein. »Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass er der Mörder ist, aber mich interessiert, welchen Grund der Gute hat, so eisern wegzusehen.«

»Der Rechtsmediziner wird schon feststellen können, ob man Wilden vor seinem ›Sturz‹ in den Brunnen erst noch eins übergezogen hat.«

»Das Problem ist aber, dass bis dahin einige Tage vergangen sind und es nur die Fotos gibt, die Pallenberg von der Leiche und ihrem Fundort gemacht hat«, erwiderte sie.

»Vielleicht finden wir ja außer den roten Flecken auf den Kieselsteinen und der Blutspur am Brunnen noch etwas, das uns weiterhilft«, meinte Tobias. »Was ist noch in der Tüte?«

»Das Päckchen Kaugummi und die Kondome.«

»Hm, Kondome …«

»Ich weiß, was du überlegst«, sagte Alexandra. »Mit wem wollte er während seines Hotelaufenthaltes denn Sex haben? Aber Tina Wittecker hat uns zwei Kolleginnen genannt, die infrage kommen könnten.« Sie zog den Notizblock aus der Handtasche. »Wo war das denn? Ah, hier. Yasmin Tonger und Regina Drach, seine beiden Sekretärinnen.«

Tobias kratzte sich am Hinterkopf und nickte der Wirtin dankend zu, die ihnen eine Terrine Linsensuppe servierte. Sein überraschter Blick wanderte zu Alexandra, die mit den Schultern zuckte. Sie konnte sich nicht erinnern, die Suppe bestellt zu haben. Wahrscheinlich hatte Tobias’ freche Bemerkung über Dosensuppe an Angelikas Köchinnen-Ehre gekratzt. »Vielleicht haben die Kondome aber auch nur Alibifunktion«, sagte er. Alexandra hob fragend die Augenbrauen.

»Wenn er sie mit sich herumträgt, beweist er sich und allen anderen, die sie zu sehen bekommen, was für ein Schwerenöter er doch ist.« Er hatte gerade den ersten Löffel zum Mund geführt, als er überrascht aufsah. »Hm, die Linsensuppe schmeckt gar nicht so schlecht!« Er wandte sich zur Theke, um der Wirtin ein Lob auszusprechen, als die Tür geöffnet wurde und ein neuer Gast das Lokal betrat.

Der Fremde war elegant gekleidet; der Schnitt seiner blonden Haare wirkte wie eine zweifelhafte Hommage an die Dreißigerjahre. Alexandra empfand auf Anhieb eine heftige Antipathie gegen den Mann.

»Das ist ein Armani-Anzug«, raunte Tobias ihr zu. »Aber kein gewöhnlicher. Der Schnitt verrät: Es ist ein echter Gigliario. Gigliario hat sich diese besondere Schulterpartie als Patent schützen lassen.«

»Wieso denn das? Die Schulterpartie erinnert mich an den Schnitt eines Sweatshirts«, sagte sie.

»Ganz genau, das ist das Markenzeichen eines Armani von Gigliario. Da hat jemand aber eine Menge Geld.« Auf Alexandras fragenden Blick fuhr Tobias fort: »Was so ein Anzug kostet, kann ich dir nicht genau sagen, weil über die Preise nicht geredet wird. Gigliario lässt sich angeblich von einem neuen Kunden eine umfassende Bankauskunft vorlegen, außerdem Kopien der Einkommensteuererklärungen der letzten drei Jahre. Vorher nimmt er nicht mal einen Auftrag an. Interessenten können von Glück reden, wenn sie heute bestellen und in drei Jahren ihren Anzug bekommen. Einer meiner Kollegen hat mal über Gigliario schreiben dürfen, daher weiß ich überhaupt, dass es so was Exklusives …«

»Elitäres«, warf sie ein.

Tobias nickte. »… so was Elitäres gibt. Angeblich bekommt man allein für die Anzahlung anderswo einen kleinen Sportwagen. Aber das erzählt man sich nur hinter vorgehaltener Hand.«

Alexandras Blick wanderte wieder zu dem Neuankömmling. »Dann muss er sich verfahren haben. Was kann so jemand in dieser Gegend zu suchen haben? Na ja, vielleicht will er die halbe Eifel aufkaufen und bar bezahlen.«

Ehe Tobias etwas darauf erwidern konnte, wandte sich der Gast mit hochmütiger Miene an die Wirtin hinter der Theke: »Wo finde ich das Klosterhotel ›Zur inneren Einkehr‹?«

»Wer will das wissen?«, erkundigte sich Angelika ungerührt.

Der Mann besah sie langsam von oben bis unten. Ihm war deutlich anzusehen, was er von Angelikas enger Achtzigerjahre-Jeans und dem ausgewaschenen roten T-Shirt hielt. »Auch wenn es Sie nichts angeht: Mein Name ist Kurt Assmann. Ich bin der stellvertretende Kreisgeschäftsführer des Laurentius-Hilfswerks in Kaiserslautern. Können Sie mir also jetzt den Weg zum Klosterhotel beschreiben oder nicht?«

»Ich kann«, sagte die Wirtin kühl. »Aber ich will nicht. Und wissen Sie auch, warum? Mir gefällt ihre eingebildete Nase nicht.« Damit drehte sich Angelika auf dem Absatz um und rauschte in die Küche.

Kurt Assmann sah ihr noch einen Augenblick konsterniert nach, dann verließ er hocherhobenen Hauptes das Lokal.

»Wir sollten ihn aufhalten«, meinte Alexandra. »Wenn wir schon die Gelegenheit haben, mit ihm zu reden, dann lieber sofort, bevor ihm Wildens Mitarbeiter vielleicht irgendetwas erzählen und er beschließt, mit uns besser nicht zu kooperieren.« Sie warf einen raschen Blick auf den schlafenden Kater Brown. »Komm, Tobias, es wird ja nicht lange dauern!« In Richtung Küche rief sie: »Wir sind gleich wieder da, wir müssen nur kurz mit dem Mann reden.«

Angelikas Kopf tauchte in der Küchentür auf. Viel Spaß!«

In diesem Moment sah der Kater auf und spitzte die Ohren. Er stellte fest, dass Alexandra nicht mehr auf dem Stuhl neben ihm saß, sprang sofort auf und setzte ihr nach. Todesmutig drückte er sich an ihre Beine und hätte Alexandra fast zu Fall gebracht, hätte Tobias nicht geistesgegenwärtig nach ihrem Arm gegriffen.

»Pass doch auf, ich tu dir sonst noch weh!« Sie setzte sich hin und streichelte dem Kater über den Rücken. »Was ist denn in dich gefahren? Hast du gedacht, wir lassen dich hier zurück?« Sie nahm das Tier auf den Arm, und sofort rieb der Kater seinen Kopf an ihrer Wange. »Na komm, dann begleitest du uns zu diesem netten Herrn da draußen.«

Als sie auf den Parkplatz traten, war Kurt Assmann eben dabei, in einen silbernen Geländewagen zu steigen.

»Herr Assmann, mein Name ist Tobias Rombach. Und das ist meine Kollegin Alexandra Berger«, begann Tobias. »Sie sind doch der Assistent von Herrn Wilden, richtig?«

Der jüngere Mann schien diese Bezeichnung nicht zu mögen. »Warum interessiert Sie das?«

»Wir sind Gäste im Klosterhotel ›Zur inneren Einkehr‹«, erklärte Alexandra und bemerkte, dass sich Assmann bei ihren Worten unwillkürlich straffte. Dennoch musste er zu ihr aufsehen, denn er reichte ihr nicht einmal bis zum Kinn.

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