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Kater Brown und die Klostermorde

Электронная книга - «Kater Brown und die Klostermorde». Краткое содержание книги:

In der idyllischen Eifel ist die Hölle los - und das ausgerechnet dort, wo man es am wenigsten erwartet hätte: im Klosterhotel Zur inneren Einkehr. Hier stößt die Klosterkatze Kater Brown während eines nächtlichen Streifzugs auf eine grausam zugerichtete Leiche. Wer hat den Hotelgast ermordet und in den Brunnen geworfen? Zusammen mit der Reisejournalistin Alexandra begibt sich Kater Brown auf Spurensuche.
Ralph Sander arbeitet seit vielen Jahren als Übersetzer und Autor. Unter diversen Pseudonymen sind von ihm etliche Krimis erschienen. Nachdem er bereits eine Reihe von fiktiven samtpfotigen Helden für seine Krimis geschaffen hat, entstand mit Kater Brown zum ersten Mal eine Figur nach einem realen Vorbild: dem Sander’schen Familienkater Paulchen Panther.
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Alexandra hob die Schultern. »Ich glaube, überall, wo Menschen in einer Gemeinschaft leben, gibt es Intrigen und heimliche Absprachen. Und vor persönlicher Gewinnsucht sind nur die wenigsten gefeit.« Sie passierten die Stelle, die am Vortag gesperrt gewesen war, und parkten den Wagen kurz darauf auf dem Parkplatz neben Angelikas Wirtschaft.

Kaum hatte Alexandra den Motor abgestellt, stand Kater Brown auf und miaute auffordernd, als wartete er nur darauf, aussteigen zu dürfen. Es gefiel Alexandra gar nicht, den Kater in einer fremden Umgebung frei laufen zu lassen. Was, wenn er plötzlich doch auf die Idee kam wegzulaufen? Er würde sicher nie mehr zum Kloster zurückfinden. Andererseits schien das Tier entschlossen zu sein, bei ihr zu bleiben, und Alexandra war nicht erpicht darauf, auch mit Kater Browns Krallen nähere Bekanntschaft zu machen.

Zögerlich öffnete sie die Tür und rechnete mit dem Schlimmsten, doch der Kater lief nur ein paar Schritte weit, dann blieb er stehen und drehte sich zu ihr um. Nun komm schon!, schien der Blick aus glänzenden grünen Augen zu sagen. Seufzend kam sie der stummen Aufforderung nach und ging zum Kofferraum, um die Plastiktüte herauszuholen, in der sich Wildens Habseligkeiten befanden.

»Was hast du damit vor?«, erkundigte sich Tobias, der ein Stück entfernt stehen blieb und zusah, wie Kater Brown zu Alexandra schlenderte und den Kopf an ihren Beinen rieb. Unwillkürlich musste er grinsen, als sie den Kater hochnahm und ihn sich wie zuvor halb über die Schulter legte.

»Während wir aufs Essen warten, können wir diese Sachen einmal genauer unter die Lupe nehmen. Vielleicht finden wir ja irgendetwas Nützliches.« Sie stutzte und musterte ihn ein wenig irritiert. »Was grienst du so? Dir brennt doch schon wieder was auf der Seele …«

»Ach, nichts weiter«, meinte er belustigt. »Du tust immer so selbstbestimmt. Dabei hat der kleine Gauner dich nach kürzester Zeit im Griff. Er macht dir vor, dass er ganz vernarrt in dich ist, und schon tanzt du nach seiner Pfeife. Merkst du nicht, dass er nur zu faul ist, selbst zu laufen?«

Alexandra winkte ab. »Er macht mir das nicht vor, er mag mich wirklich.«

Gerade wollten sie die Tür zum Lokal öffnen, da wurde sie von innen aufgezogen und die Wirtin trat nach draußen. In einer Hand hielt sie ein paar Zettel, in der anderen einen Tesafilm-Abroller. »Oh, hallo«, sagte sie, als sie Alexandra erkannte. Dann legte sie den Kopf schräg und fragte: »Sie wissen, dass Sie da was auf der Schulter haben, oder?«

Alexandra nickte. »Das ist mein treuer Begleiter. Darf er mit hereinkommen?«

Angelika stutzte. »Wer ist Ihr Begleiter? Das schwarze Etwas oder der gut aussehende junge Mann an Ihrer Seite?«

»Nein, nein, Tobias Rombach ist mir nur zugelaufen.« Alexandra zwinkerte der Wirtin fröhlich zu. »Wenn sich bis morgen sein Besitzer nicht gemeldet hat, werde ich den Ärmsten wohl ins Heim bringen müssen.«

10. Kapitel

»Immer hereinspaziert!«, sagte Angelika und klebte die Zettel an die Butzenscheiben. »Sie sind etwas zu früh dran. Heute Abend ist Disco-Nacht: ›Die Hits der Siebziger‹, das würde Ihnen bestimmt gefallen.«

»Hits der Siebziger? Die waren ja schon aus der Mode, bevor ich auf die Welt kam«, murmelte Tobias und setzte sich zu Alexandra, die am zweiten Vierertisch Platz nahm. Die beiden hinteren Tische waren besetzt. Die Gäste dort unterhielten sich angeregt und nahmen keine Notiz von den Neuankömmlingen.

»Sind meine beiden Freunde von gestern nicht da?«, erkundigte sich Alexandra, als die Wirtin zu ihnen trat. Kater Brown hatte es sich inzwischen auf einem gut gepolsterten Stuhl neben Alexandra bequem gemacht. »Ich möchte mich doch noch dafür bedanken, dass sie gestern für mich die Straße frei geräumt haben.«

»Die haben Sie leider ganz knapp verpasst«, antwortete Angelika und zwinkerte ihr zu. Sie legte jedem von ihnen eine Speisekarte hin. »Spezialität des Tages ist übrigens Linsensuppe nach Hausfrauenart.«

»Na toll!«, wiederholte Tobias skeptisch. »Das klingt nach ›Konservendose geöffnet, in den Kochtopf gekippt und aufgewärmt‹.«

»Darf ich Ihnen mal einen Tipp geben?«, gab die Wirtin freundlich lächelnd zurück und beugte sich vor. »Verärgern Sie nie einen Menschen, der Ihnen etwas zu essen zubereitet! Es könnte sonst später etwas hineingemischt sein, das Ihnen so gar nicht bekommt.«

Tobias grinste. »Oh, nichts für ungut, ich habe nichts gesagt.« Als er wieder allein mit Alexandra war, raunte er ihr zu: »Ich weiß schon, warum ich einen Bogen um solche … Lokale mache. So was kann mir im Les Lumières nicht widerfahren.«

»Natürlich, der Herr verkehrt nur in den feinsten Etablissements und merkt nicht, dass die hochgelobte Sauce aus dem Tütchen kommt!«

Alexandra nahm die Plastiktüte und holte Bernd Wildens Geldbörse heraus, die sie an Tobias weitergab, während sie die kleine Brieftasche öffnete. »Mach dich lieber nützlich und such nach Hinweisen, die uns zum Mörder führen können! Hm, das sieht nicht sehr vielversprechend aus«, sagte sie und leerte die Brieftasche Stück für Stück auf dem Tisch aus. »Kreditkarte, Kreditkarte, Kreditkarte, Kundenkarte fürs Sonnenstudio, fürs Fitnesscenter. Sogar eine Paybackkarte hatte unser guter Herr Wilden. Ausweis, Führerschein, hundertdreißig Euro in kleinen Scheinen. Ein paar von seinen Visitenkarten.« Alexandra verzog missmutig die Mundwinkel. »Wahrscheinlich hatte er alles Interessante auf seinem Handy gespeichert.«

»Und das ist bisher spurlos verschwunden«, ergänzte Tobias, der auch in Wildens Portemonnaie nicht fündig geworden war. »Der Mann hat zweifellos ein Smartphone besessen, auf dem sich alle Adressen und Termine befinden.«

Sie schnaubte ärgerlich, dann fiel ihr Blick auf die Visitenkarten. »Hey, da ist doch auch Wildens Handynummer drauf. Wir können immerhin versuchen, ihn anzurufen, und feststellen, wer sich meldet.« Sie griff nach ihrem Telefon, das sie auf den Tisch gelegt hatte, und tippte die Nummer ein. Nach ein paar Klingeltönen ertönte eine Ansage, und Alexandra legte das Handy zur Seite. »Wäre ja auch zu schön gewesen! ›Dieser Anschluss ist zurzeit nicht erreichbar, bitte versuchen Sie es später noch einmal.‹ Wildens Telefon ist entweder einfach abgeschaltet oder der Täter hat es mit dem Hammer bearbeitet, damit niemand mehr feststellen kann, was sich an belastenden Informationen darauf befunden hat. Entweder hat der Mörder an alles gedacht oder er hat unverschämtes Glück gehabt. Und damit wissen wir auch nicht, ob diese Tat von langer Hand geplant gewesen war oder ob unser Unbekannter nur eine günstige Gelegenheit genutzt hat.«

»Macht das für unsere Untersuchungen einen Unterschied? Tot ist der Mann so oder so.«

»Ja, aber wenn das alles geplant war, dann liegt der Verdacht nahe, dass der Täter aus Wildens Team kommt. Die Leute kennen ihn, sie wissen, wie sie ihn zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen bestimmten Ort locken können …«

»Warte, warte, warte«, ging Tobias dazwischen. »Was könnte denn so interessant gewesen sein, dass Wilden sich mitten in der Nacht zu seinem Wagen bemüht, wo ihm der Täter bereits auflauert?«

»Das kann alles Mögliche sein. Überleg mal, der Mann war unbeliebt, und niemand wollte es sich mit ihm verscherzen. Das könnte den einen oder anderen auf die Idee gebracht haben, einen Kollegen anzuschwärzen, der ihm selbst ein Dorn im Auge ist. Wenn ihn an dem Tag beispielsweise jemand angerufen und ihm gesagt hat: ›Ich habe Informationen über Herrn Soundso, die Sie interessieren dürften‹, dann wird Wilden sicher Feuer und Flamme gewesen sein, mehr darüber zu erfahren. Der angebliche Informant bestellt ihn für den Abend auf den Parkplatz, weil er weiß, dass Wilden auf so eine Information brennt. Dort lauert er ihm auf und schlägt ihn nieder, anschließend ›entsorgt‹ er ihn im Brunnen.«

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