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Kater Brown und die Klostermorde

Электронная книга - «Kater Brown und die Klostermorde». Краткое содержание книги:

In der idyllischen Eifel ist die Hölle los - und das ausgerechnet dort, wo man es am wenigsten erwartet hätte: im Klosterhotel Zur inneren Einkehr. Hier stößt die Klosterkatze Kater Brown während eines nächtlichen Streifzugs auf eine grausam zugerichtete Leiche. Wer hat den Hotelgast ermordet und in den Brunnen geworfen? Zusammen mit der Reisejournalistin Alexandra begibt sich Kater Brown auf Spurensuche.
Ralph Sander arbeitet seit vielen Jahren als Übersetzer und Autor. Unter diversen Pseudonymen sind von ihm etliche Krimis erschienen. Nachdem er bereits eine Reihe von fiktiven samtpfotigen Helden für seine Krimis geschaffen hat, entstand mit Kater Brown zum ersten Mal eine Figur nach einem realen Vorbild: dem Sander’schen Familienkater Paulchen Panther.
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Alexandra notierte sich etwas auf ihrem kleinen Block.

»Augenblick mal«, sagte Angelika. »Sie glauben doch nicht etwa, dass Polizeiobermeister Pallenberg etwas mit dem Todesfall zu tun hat, oder?«

»Sehen Sie«, gab Alexandra zurück. »Nachdem der Tote geborgen war, kam Pallenberg zum Kloster, warf einen flüchtigen Blick auf die Leiche und erklärte das Ganze spontan zu einem Unfall, weil er momentan ganz allein Dienst tut und keine Spurensicherung anfordern kann. Aber die Zweifel an dieser Theorie werden immer größer.«

»Wann ist das denn passiert? Wann ist der Mann zu Tode gekommen?«

»Irgendwann zwischen gestern Abend und heute früh. Wieso?«

»Dann kann ich mir vorstellen, warum Pallenberg heute Morgen so … schnell mit seiner Unfalltheorie war, als er zum Kloster rausgefahren kam.«

»Und wieso?«

»Sie haben ja im Vorbeifahren unser Schullandheim gesehen«, begann Angelika. »Die Abiturienten, die im Moment da untergebracht sind, reisen am Montag wieder ab, und bei diesen Aufenthalten gehört es dazu, dass am letzten Freitag eine Party steigt, die meistens die ganze Nacht durchgeht. Vermutlich hatte Pallenberg erst eine halbe Stunde Schlaf bekommen, als er heute Morgen zum Kloster gerufen wurde.«

»Aber was hat er als Polizist mit der Party zu tun?«, wandte Tobias ein.

»Bevor er zur Polizei gegangen ist, hat er seinen Zivildienst beim Arbeiter-Samariter-Bund gemacht und ist da zum Rettungssanitäter ausgebildet worden. Bei solchen Veranstaltungen muss ein Sanitäter anwesend sein, doch der wird dem Schullandheim natürlich berechnet. Pallenberg hat sich bereit erklärt, von Zeit zu Zeit einzuspringen und für die Dauer der Party anwesend zu sein, damit das Schullandheim Geld sparen kann.« Sie hob die Hände leicht an. »Sie können gern dort nachfragen. Wenden Sie sich an Frau Büchel. Sie ist Leiterin des Schullandheims und für diese Dinge zuständig.«

Alexandra sah zu Tobias, der daraufhin die Schultern hob und sagte: »Machen wir. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich Pallenberg so viel Uneigennützigkeit gar nicht zugetraut hätte …«

Es war gegen Viertel vor vier, als sie in die baumbestandene Zufahrt zum Landschulheim einbogen.

»Schicke Hütte«, staunte Tobias und reckte den Hals.

Alexandra nickte. »Das fand ich auch, als ich das Landschulheim zum ersten Mal sah.« Sie stellte den Wagen auf einer als Besucherparkplatz gekennzeichneten Fläche ab, dann stiegen sie aus. Kater Brown, der es sich im Fußraum vor dem Beifahrersitz gemütlich gemacht hatte, hob den Kopf nur ein wenig an und blinzelte nach draußen, dann rollte er sich wieder zusammen und schlief weiter.

»Da wollen wir uns mal auf die Suche nach Frau Büchel machen«, sagte Alexandra und überzeugte sich davon, dass die Fenster für den Kater einen Spaltbreit geöffnet waren. Auch wenn der Wagen im Schatten stand, wollte sie nicht riskieren, dass Kater Brown einen Hitzschlag bekam. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie, dass Tobias in eine andere Richtung schaute. Alexandra folgte seinem Blick und entdeckte in einigen Metern Entfernung drei achtzehn-, neunzehnjährige Mädchen in bunten, recht knappen Bikinis. Sie standen ein wenig abseits von ihren anderen Mitschülern am Rand eines kleinen Schwimmbeckens, kicherten und lächelten zu Tobias hinüber.

Alexandra zog ihn am Ohrläppchen mit sich fort.

»Aua«, protestierte Tobias in gespielter Empörung und rieb sich das Ohr.

»Komm, du könntest ja fast der Vater dieser Gänschen sein! Mach dich nicht lächerlich!«

»Wieso lächerlich?«, widersprach Tobias. »Ich scheine doch genau ihr Typ zu sein …«

»Oje!«, sagte Alexandra und grinste. »Dann möchte ich lieber nicht wissen, wie die Mitschüler dieser Grazien aussehen. Immerhin scheint ihre Not groß zu sein, wenn sie einem alten Mann wie dir schöne Augen machen.«

»Also, ehrlich, alter Mann!« Tobias schüttelte den Kopf, dann blitzte es in seinen Augen plötzlich auf. »Kann es sein, dass du nur eifersüchtig bist?«

Angelika spürte, wie ihr eine leichte Röte in die Wangen stieg, und ärgerte sich über sich selbst. »Ich eifersüchtig? Auf diese Hühnchen? So ein Blödsinn! Und jetzt komm, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!«

Tobias begann, fröhlich zu pfeifen – und Alexandra ärgerte sich noch mehr.

Während sich auf dem Platz vor dem zweistöckigen Gebäude die Nachmittagswärme gestaut hatte, war es im Inneren des Hauses angenehm kühl. Im Foyer führte eine breite Treppe nach oben. Die Türen links und rechts davon waren mit Piktogrammen für Damen-und Herrentoiletten gekennzeichnet.

Durch die Eingangstür drang noch die Geräuschkulisse der ausgelassen am Schwimmbecken tobenden Schüler ins Haus, doch dann fiel die Tür hinter Tobias und Alexandra sanft ins Schloss, und sofort umgab sie eine wohltuende Ruhe.

»Hallo?«, rief Alexandra. »Frau Büchel? Sind Sie da?« Als niemand antwortete, ging sie entschlossen auf die Treppe zu. Im ersten Stockwerk kam ihnen eine zierliche Frau um die sechzig entgegen. »Kann ich Ihnen behilflich sein?«, fragte sie freundlich.

»Ja, wir suchen die Leiterin des Schullandheims«, antwortete Alexandra.

»Da sind Sie fündig geworden«, erklärte die Frau und strich sich eine dunkelblonde Haarsträhne aus dem Gesicht. »Gertrud Büchel mein Name.«

»Alexandra Berger, das ist mein Kollege Tobias Rombach. Dürfen wir Ihnen ein paar Fragen stellen? Es geht um die Nacht von gestern auf heute, da hat doch die Party der Abiturienten stattgefunden …«

Über das Gesicht der Frau fiel ein Schatten, und sie reckte entschlossen den Kopf. »Sind Sie von dieser Initiative, die uns die Partys verbieten will? Dann können Sie gleich wieder gehen. Sehen Sie sich doch an, wie weit die nächsten Gebäude entfernt sind, und dann verraten Sie mir, wie die Leute aus dem Dorf ernsthaft behaupten können, dass sie nachts kein Auge zubekommen, weil hier die Musik angeblich so unglaublich laut gespielt wird. Ich gehe bei jeder Party regelmäßig in der Nacht nach draußen, um mich davon zu überzeugen, dass die Lautstärke nicht übertrieben ist, sonst …«

Alexandra und Tobias hatten mehrmals versucht, den Redeschwall der Frau zu stoppen, ehe sie endlich auf ihre Zwischenrufe reagierte. »Frau Büchel, wir gehören zu keiner Initiative, und wir wissen auch nicht, wie laut die Party letzte Nacht war«, versicherte Tobias. »Drüben im Klosterhotel haben wir davon jedenfalls nichts mitbekommen.«

»Ach … wegen der Musik sind Sie also nicht hier?« Sie sah die beiden verdutzt an, dann räusperte sie sich. »Nun, entschuldigen Sie bitte meine Reaktion, aber die Nachbarn schicken uns in regelmäßigen Abständen irgendwelche Leute auf den Hals. Mitarbeiter vom Ordnungsamt, vom Jugendamt, von der Schulbehörde. Völlig unbegründet!« Die Frau schaute zwischen Tobias und Alexandra hin und her. »Was kann ich für Sie tun?«

»Ich weiß nicht, ob Sie schon gehört haben, dass es drüben im Klosterhotel einen Toten gegeben hat …«

»Ja, Herr Pallenberg hat mir am Telefon davon erzählt«, erwiderte die Frau. »So ein schrecklicher Unfall!«

»Ja, genau«, bekräftigte Alexandra und überlegte in aller Eile, wie sie ihre Frage so formulieren konnte, dass die Frau nichts von ihren Vorbehalten gegen den Polizeiobermeister erfuhr. Offenbar stand die Leiterin des Schullandheims in regem Kontakt mit Pallenberg und würde ihm brühwarm von Alexandras Verdacht erzählen. In diesem Fall würde Pallenberg ihnen bei ihren Nachforschungen gewiss Schwierigkeiten bereiten. Aus diesem Grund entschloss sich Alexandra zu einer kleinen Notlüge. »Sehen Sie, der Mann, der tot aufgefunden wurde … wurde bereits gestern am späten Abend vermisst, und wir haben vergeblich versucht, Herrn Pallenberg zu erreichen. Auch eben war er nicht ans Telefon zu bekommen. Jemand hat davon gesprochen, dass er wohl in irgendeiner Funktion hier tätig sein soll, und da haben wir uns gedacht, wir finden ihn vielleicht bei Ihnen. Oder vielleicht können Sie uns sagen, wo wir ihn erreichen können.«

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