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Kater Brown und die Klostermorde

Электронная книга - «Kater Brown und die Klostermorde». Краткое содержание книги:

In der idyllischen Eifel ist die Hölle los - und das ausgerechnet dort, wo man es am wenigsten erwartet hätte: im Klosterhotel Zur inneren Einkehr. Hier stößt die Klosterkatze Kater Brown während eines nächtlichen Streifzugs auf eine grausam zugerichtete Leiche. Wer hat den Hotelgast ermordet und in den Brunnen geworfen? Zusammen mit der Reisejournalistin Alexandra begibt sich Kater Brown auf Spurensuche.
Ralph Sander arbeitet seit vielen Jahren als Übersetzer und Autor. Unter diversen Pseudonymen sind von ihm etliche Krimis erschienen. Nachdem er bereits eine Reihe von fiktiven samtpfotigen Helden für seine Krimis geschaffen hat, entstand mit Kater Brown zum ersten Mal eine Figur nach einem realen Vorbild: dem Sander’schen Familienkater Paulchen Panther.
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»Probleme haben die!«, murmelte er.

»Möchtest du auch was über die Studie wissen, die wir drei Ausgaben später nachgelegt haben? Warum sich gut aussehende Männer wie balzende Gockel verhalten, wenn die Frauen sich doch eigentlich von selbst auf sie stürzen müssten?«

Er winkte hastig ab. »Danke, kein Bedarf. Das betrifft mich ja nicht, und dann hab ich dazu auch keinen Bezug.«

»Wer’s glaubt«, sagte Alexandra lachend und schaute sich um, als sie das Foyer erreichten. »Wo ist eigentlich Kater Brown?«

»Da draußen.« Tobias zeigte durch die offen stehende Tür nach draußen. »Der Herr hält Siesta.«

Der Kater hatte sich in der Nähe des Brunnens auf den Boden gelegt, der von der Sonne aufgeheizt wurde, und döste vor sich hin. Als Alexandra und Tobias aus dem Gebäude kamen, drehte er das rechte Ohr in ihre Richtung und lauschte aufmerksam, dann hob er den Kopf und blinzelte sie beide an.

Alexandra zwinkerte ihm zu, ohne mit einer Reaktion des Tieres zu rechnen. Doch gleich darauf setzte der Kater zu einem Miauen an, das aber bald in ein ausgiebiges Gähnen überging. Dann stand er auf, streckte jede Pfote einzeln und machte einen Buckel. Nachdem er sich noch kräftig geschüttelt hatte, um sich von dem Staub zu befreien, der an seinem Fell hängen geblieben war, folgte er Alexandra und Tobias zum Parkplatz.

»Bist du irgendwie nervös?«, wollte Tobias wissen, dem nicht entgangen war, dass Alexandra sich immer wieder zu Kater Brown umdrehte.

»Der Kater läuft uns nach, und ich finde es nicht gut, dass er uns auf den Parkplatz folgt. Wenn wir gleich losfahren, kann ich nicht sehen, ob er vielleicht irgendwo unter meinem Wagen sitzt.«

»Ach, komm schon! Der Bursche hat sich bislang so intelligent angestellt, da wird er nicht so dumm sein und sich unter ein anfahrendes Auto setzen. Notfalls kann ich ja auch aufpassen, bis du aus der Lücke gefahren bist.«

Alexandra sah ihn überrascht an. Zum ersten Mal spürte sie so etwas wie Sympathie. Dann kramte sie in ihrer Tasche nach Wildens Porsche-Schlüssel, den Bruder Johannes ihnen ausgehändigt hatte. »Wenn wir schon einmal hier sind, können wir auch gleich einen Blick in Wildens Wagen werfen. Vielleicht finden wir ja irgendetwas, das uns weiterhilft.«

Gesagt, getan. Nachdem sie die Ablagefächer, das Handschuhfach und den Kofferraum des Geländewagens durchsucht hatten, gab Alexandra einen entmutigten Laut von sich. »Fehlanzeige.«

»Mist. Heute Morgen in der allgemeinen Aufregung um Wildens Verschwinden habe ich kurz einen Blick in sein Zimmer werfen können. Es wirkte peinlichst aufgeräumt. Und mir ist nichts Verdächtiges aufgefallen. Vielleicht sollten wir uns nach dem Mittagessen aber trotzdem mal dort nach seinem Laptop umsehen. Mit etwas Glück bringt der uns weiter. Und wenn Wilden wichtige Unterlagen bei sich hatte, hat er die doch bestimmt auch in seinem Zimmer verwahrt …« Tobias drehte sich um und betrachtete das Kloster, das inmitten der grünen Landschaft ein friedliches Bild bot. Nichts deutete darauf hin, dass sich hier ein brutaler Mord abgespielt haben könnte. »Auch Wildens Handy wäre interessant.«

»Sollten wir das nicht besser jetzt erledigen?«, fragte sie. »Nicht, dass der Täter irgendwelche Beweise verschwinden lässt.«

»Ich glaube nicht, dass der Mörder jetzt erst auf die Idee kommt, belastendes Material beiseitezuschaffen. Wenn, dann hat er das gestern gleich nach der Tat erledigt. Und wenn wir davon ausgehen, dass der Täter unter Wildens Mitarbeitern zu suchen ist, haben wir im Augenblick auch nichts zu befürchten. Also ist es egal, ob wir sein Zimmer eine Stunde früher oder später auf den Kopf stellen.«

Alexandra nickte nachdenklich. »Wenn du meinst … Okay, dann fahren wir erst nach Lengenich und essen zu Mittag, danach sehen wir weiter.«

Als sie zu ihrem Wagen gingen, folgte Kater Brown ihnen ganz selbstverständlich. Er sah zu, wie Alexandra die Fahrertür aufschloss, einstieg und sich über den Sitz beugte, um die Beifahrertür zu öffnen. Diesen Moment nutzte er, um mit einem großen Satz auf Alexandras Schoß zu springen.

»He!«, rief sie. »Was soll denn das?« Doch der Kater schien das als Einladung aufzufassen, drehte sich zweimal im Kreis und rollte sich auf Alexandras Oberschenkeln zusammen.

»Nein, nein, das geht nicht«, entschied sie und versuchte, das Tier hochzuheben und aus dem Wagen zu setzen. Aber sofort fuhr der Schlawiner die Krallen aus und bohrte sie in den Stoff ihrer Jeans. »Autsch, hör auf damit!« rief sie, doch Kater Brown dachte gar nicht daran.

»Na, seid ihr zwei ausnahmsweise einmal nicht einer Meinung?«, neckte Tobias sie und schmunzelte.

Alexandra konnte seine Erheiterung im Augenblick nicht teilen und fauchte: »Wie wär’s, wenn du dich mal nützlich machst und ihn mir vom Schoß nimmst?«

Vorsichtig streckte Tobias die Hände nach dem Kater aus. Dann passierte alles ganz schnelclass="underline" Irgendwie gelang es Kater Brown, sich dem Griff zu entwinden und mit einer Pfote auszuholen. Zack! Auf Tobias’ rechtem Handrücken prangten drei blutende Kratzer.

»Na, das hast du ja fein hingekriegt, Freundchen«, grummelte er und nahm dankbar das Taschentuch an, das Alexandra ihm hinhielt.

»Ich würde dir ja auch ein Pflaster geben oder einen Verband anlegen«, sagte sie, »aber dafür müsste ich aussteigen, und das lässt Kater Brown ganz offenbar nicht zu.«

Tobias winkte ab. »Ist halb so schlimm.« Er beugte sich vor, um Alexandra anzusehen. »Noch einen Versuch, dieses Untier hochzunehmen, unternehme ich nicht. Dein Kater scheint fest entschlossen zu sein, mit dir Auto zu fahren, also gönn ihm das Vergnügen!«

»Erstens ist er nicht mein Kater …«

»Unsinn, so wie ihr euch benehmt, scheint ihr euch gesucht und gefunden zu haben. Also akzeptier es einfach, dass du jetzt einen Kater hast.«

»Er gehört doch ins Kloster. Die Mönche hätten bestimmt etwas dagegen, wenn ich ihn mit nach Hause nehmen wollte. Besonders Bruder Johannes scheint an ihm zu hängen …« Als sie den Kater jedoch betrachtete, der sie ruhig anblinzelte, musste sie wider Willen lachen. »Na, großartig, du hast also beschlossen, dich ein wenig von mir chauffieren zu lassen. Da will ich mal nicht so sein.«

Nachdem Alexandra den Wagen gestartet hatte, berichtete sie Tobias von der Unterhaltung mit den beiden Mönchen. »Egal, ob es etwas mit Wildens Tod zu tun hat oder nicht: Irgendetwas geht hier hinter den Kulissen vor, wovon nicht mal Bruder Johannes etwas weiß. Diese Story mit der vertauschten Bettwäsche kann ich Bruder Siegmund und Bruder Dietmar nicht abnehmen. So richtig passt die Geschichte auch nicht zu dem Tonfall, in dem die beiden zuvor miteinander geredet haben. Aber mir will nichts in den Sinn kommen, was die beiden Mönche in Wahrheit gemeint haben könnten.«

»Hältst du es für möglich, dass ein paar von ihnen mit Abt Bruno gemeinsame Sache gemacht haben könnten?«

Alexandra warf Tobias einen flüchtigen Seitenblick zu. »Hm, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Möglich wäre es, aber …« Sie schüttelte nachdenklich den Kopf. »Nur … was hätten sie davon? Ich meine, wenn der Abt einigen Mönchen etwas von den unterschlagenen Millionen abgegeben hätte, weil sie ihm in irgendeiner Weise bei seinen Gaunereien geholfen hätten, was sollten sie dann jetzt mit dem Geld anfangen? Sie können sich nichts Besonderes kaufen, sonst würden sie sich ja selbst entlarven.«

»Vielleicht versuchen sie, sich damit unauffällig abzusetzen«, gab Tobias zu bedenken. Mit einem leisen Lachen fuhr er fort: »Ist schon witzig. Da denkt man, man befindet sich an einem Ort, an dem die christlichen Werte noch hochgehalten werden, und dann stößt man in Wahrheit überall auf geheime Machenschaften. Möchte wissen, ob so was in anderen Klöstern auch an der Tagesordnung ist.«

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