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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Plötzlichbesann er sich eines andern undbezwang sich mit einer mächtigen Anstrengung. Dann sah man allmählich ein Lächeln seine verstörten Gesichtszüge runden, und er sprach: Im ganzen ist Ihr Empfangschein Geld.

Oh, mein Gott ja! Und wenn Sie in Rom wären, würde das Haus Thomson und Frenchbei der Auszahlung keine Schwierigkeit machen.

Verzeihen Sie, Herr Graf, verzeihen Sie!

Ich kann also dieses Geldbehalten?

Ja, erwiderte Danglars, den Schweiß abtrocknend, der an der Wurzel seiner Haare perlte, behalten Sie es.

Monte Christo steckte die fünf Zettel ein, mit einer Miene, als wollte er sagen: Denken Sie, bei Gott, nach; wenn Sie esbereuen, es ist noch Zeit.

Nein, nein, behalten Sie meine Unterschriften, sagte Danglars. Sie wissen, nichts ist förmlicher, als ein Geldmensch. Ichbestimmte diese Summe für die Hospitäler und hätte sie zubestehlen geglaubt; wenn ich ihnen nicht gerade dieses Geld gegeben haben würde, als obnicht ein Taler so viel wert wäre, wie der andere.

Und erbrach in ein lautes, aber unverkennbar gekünsteltes Lachen aus.

Ich entschuldige und stecke ein, erwiderte Monte Christo auf das freundlichste und legte die Anweisungen in sein Portefeuille.

Doch, esbleibt noch eine Summe von 100 000 Franken, sagte Danglars.

Oh! Bagatelle! Das Agio muß sich auf diesenBetragbelaufen, behalten Sie ihn, und wir sind quitt.

Graf, rief Danglars, sprechen Sie im Ernste?

Ich scherze nie mitBankiers, antwortete Monte Christo ernst. Und er ging auf die Tür zu, als eben der Diener meldete: Herr vonBoville, Generaleinnehmer der Hospitäler. Wahrhaftig, sagte Monte Christo, es scheint, ichbin zu rechter Zeit gekommen, mich Ihrer Unterschriften zu erfreuen, denn man macht sie mir streitig.

Danglars erbleichte zum zweitenmal und nahm schleunigst von dem Grafen Abschied.

Dem im Vorzimmer wartenden Generaleinnehmer trat Danglars anscheinend völlig ruhig entgegen.

Guten Morgen, mein lieber Gläubiger, sagte er, denn ich wollte wetten, der Gläubiger kommt zu mir.

Sie haben richtig erraten, HerrBaron, sagte Herr vonBoville, die Hospitäler erscheinen in meiner Person; die Witwen und Waisen verlangen durch meine Hände ein Almosen von fünf Millionen von Ihnen.

Und man sagt, die Waisen seien zubeklagen! versetzte Danglars, den Scherz ausspinnend, arme Kinder!

Ich komme also in ihrem Namen; Sie müssen meinenBrief gestern erhalten haben? — Ja.

Hier ist mein Empfangschein.

Mein lieber Herr vonBoville, Ihre Witwen und Waisen werden wohl die Güte haben, vierundzwanzig Stunden zu warten, inBetracht, daß Herr von Monte Christo, den Sie wohl weggehen sahen, Ihre fünf Millionen fortgenommen hat.

Wieso?

Der Graf hatte einen unbeschränkten Kredit auf mich durch das Haus Thomson und French in Rom; er kam zu mir und verlangte eine Summe von fünf Millionen auf einmal; ich gabihm eine Anweisung auf dieBank, und Siebegreifen, wenn ich an einem Tage aus derBank zehn Millionen zurückzöge, so möchte dies seltsam erscheinen. In zwei Tagen ist das etwas anderes, fügte Danglars lächelnd hinzu.

Gehen Sie doch, rief Herr vonBoville mit dem Tone des vollkommensten Unglaubens; fünf Millionen an den Herrn, der soeben wegging und mich grüßte, als obich ihn kennte. Vielleicht kennt er Sie, ohne daß Sie ihn kennen; Herr von Monte Christo kennt jedermann.

Fünf Millionen?

Hier ist sein Empfangschein, machen Sie es wie der heilige Thomas; sehen Sie undberühren Sie.

Herr vonBoville nahm das Papier, das ihm Danglars reichte, und las:

Empfangen von HerrnBaron von Danglars die Summe von fünf Millionen einmalhunderttausend Franken, die er sich nachBelieben in Anweisungen auf das Haus Thomson und French in Rom zurückzahlen lassen wird.

Es ist meiner Treu wahr! rief Herr vonBoville, doch kennen Sie das Haus Thomson und French?

Eines derbesten Häuser Europas, versetzte Danglars und warf den Empfangschein, den er wieder an sich genommen hatte, nachlässig auf seinen Schreibtisch.

Und er hatte auf Sie allein fünf Millionen? Ah, dieser Graf von Monte Christo muß ein wahrer Nabobsein.

Meiner Treu! Ich weiß nicht, wie das ist; doch er hatte drei unbeschränkte Kredite, einen auf Rothschild, einen auf mich und einen auf Laffitte, und er gab, wie Sie sehen, mir den Vorzug, wobei er mir hunderttausend Franken für das Agio ließ.

Mit dem Ausdruck der höchsten Verwunderung erwiderte Herr vonBoville: Das gefällt mir; ich muß ihnbesuchen und eine fromme Stiftung für uns erlangen.

Oh! es ist, als obSie siebereits hätten, seine Almosen alleinbelaufen sich monatlich auf 20 000 Franken.

Das ist herrlich! Übrigens werde ich ihm dasBeispiel der Frau von Morcerf und ihres Sohnes anführen, die ihr ganzes Vermögen den Hospitälern geschenkt haben.

Welches Vermögen?

Ihr Vermögen, das Vermögen des verstorbenen Generals von Morcerf, weil sie nichts von einem so schmählich erworbenen Gutebesitzen wollten.

Wovon werden sie leben?

Die Mutter zieht sich in die Provinz zurück, und der Sohn nimmt Dienste.

Ah! das nenne ich Skrupel! Wievielbesaßen sie?

Oh! nicht sehr viel, etwa eine und eine Viertelmillion.

Also Sie haben große Eile mit Ihrem Geld?

Allerdings, die Kontrolle unserer Kassen findet morgen statt.

Morgen! Warum sagten Sie mir das nicht sogleich! Morgen, ist ein Jahrhundert! Um welche Stunde?

Um zwei Uhr.

Schicken Sie um zwölf Uhr zu mir, versetzte Danglars lächelnd.

Herr vonBoville antwortete nicht viel, er machte Ja mit dem Kopfe und schüttelte sein Portefeuille.

Doch wenn ichbedenke, sagte Danglars, Sie können noch etwasBesseres tun.

Was soll ich tun?

Der Empfangschein des Herrn von Monte Christo ist Geld wert! Zeigen Sie diesen Scheinbei Rothschild oderbei Laffitte, sie nehmen Ihnen denselben auf der Stelle ab.

Obgleich rückzahlbar auf Rom?

Gewiß; es kostet Sie nur einen Diskont von fünf‑bis sechstausend Franken.

Der Einnehmer machte einen Sprung rückwärts und rief:

Meiner Treu! nein, ich will lieberbis morgen warten. Wie schnell Sie zu Werke gehen!

Ich glaubte einen Augenblick, verzeihen Sie mir, sagte Danglars mit der größten Unverschämtheit, ich glaubte, Sie hätten ein kleines Defizit zu decken.

Ah! machte der Einnehmer.

Es ist alles schon dagewesen, und in einem solchen Fallebringt man ein Opfer.

Gott sei Dank, nein.

Morgen also, nicht wahr, mein lieber Einnehmer?

Morgen? ich werde selbst kommen.

Sie drückten sich die Hand.

Doch sagen Sie, bemerkte Herr vonBoville, gehen Sie nicht zu dem Leichenbegängnis des Fräulein von Villefort?

Nein, ich halte mich seit der lächerlichen Geschichte mitBenedetto zurück.

Bah! Sie haben unrecht; sind Sie an der ganzen Sache schuld?

Hören Sie, mein lieber Einnehmer, wenn man einen fleckenlosen Namen trägt, wie ich, so ist man etwas empfindlich.

Jederbeklagt Sie, davon dürfen Sie überzeugt sein, undbesondersbeklagt man Fräulein Danglars.

Arme Eugenie! rief Danglars mit einem tiefen Seufzer. Sie wissen, daß sie in ein Kloster tritt? — Nein.

Ach! es ist leider nur zu wahr. Am Morgen nach dem Ereignis entschloß sie sich, mit einer ihrbefreundeten Nonne abzureisen; sie tritt in ein sehr strenges Kloster in Italien oder Spanien.

Oh! das ist furchtbar.

Nach diesem Ausrufe entfernte sich Herr vonBoville unter tausendBeileidsbezeugungen.

Doch er war nicht sobald außen, als Tanglars mit einer energischen Gebärde ausrief: Dummkopf!!

Und die Quittung von Monte Christo in sein kleines Portefeuille schiebend, fügte er hinzu: Komm morgen um Mittag, komm nur, und ich werde sonstwo sein.

Dann schloß er sich doppelt ein, leerte alleBehälter seiner Kasse, brachte etwa 50 000 Franken inBanknoten zusammen, verbrannte verschiedene Papiere, legte andere so, daß sie in die Augen fielen, und fing an, einenBrief zu schreiben; sobald er ihn geschrieben hatte, versiegelte er ihn und setzte darauf die Adresse: An FrauBaronin Danglars.

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