Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Da hatte er sie mit plötzlicher Gewalt an sich gerissen und sie so heftig geküsst, dass er ihre Zähne an den seinen spürte, ohne sich darum zu kümmern, ob er einem von ihnen wehtat.
Sie trug nur ein Hemd, und er hatte sich nicht die Mühe gemacht, es ihr auszuziehen, sondern sie nur rückwärts auf das Bett gedrückt und es ihr über die Oberschenkel hochgeschoben. Sie hatte ihm die Hände entgegengehoben, doch er hatte nicht geduldet, dass sie ihn berührte; zuerst hatte er ihre Arme gegen das Bett gedrückt, und sie dann, später, mit seinem Körpergewicht in die Mulde der Matratze gedrückt, mahlend, klammernd, während er in der dünnen Schicht aus Haut und Muskeln, die ihre Knochen von den seinen trennte, Sicherheit suchte.
»Ich meine es ernst«, hatte er kurz darauf noch einmal in das Gewirr ihrer Haare gemurmelt. Er lag auf ihr, umfasste sie mit den Armen und ließ es nicht zu, dass sie sich bewegte. Sie zuckte, und er verstärkte seine Umklammerung und hielt sie bewegungslos fest. Sie seufzte, und er spürte, wie sich ihr Mund bewegte, sich ihre Zähne sanft in die Haut unter seinem Schlüsselbein senkten. Sie biss ihn. Nicht abrupt, sondern ein langsamer, saugender Biss, und er keuchte und richtete sich auf, um sich ihm zu entziehen.
»Ich weiß«, sagte sie und befreite ihre Arme, um sie um seinen Rücken zu legen und ihn fest an ihren feuchten, warmen Körper zu pressen. »Ich meine es auch ernst.«
»War es das, was du wolltest?« Diesmal flüsterte er die Worte, leise, um sie nicht zu wecken. Sie strahlte ihre Körperwärme durch die Bettwäsche aus; sie schlief tief und fest.
Wenn es das war, was sie wollte – was genau war es? War es die Brutalität seiner Liebkosungen gewesen, auf die sie reagiert hatte? Oder hatte sie gespürt, was dahinter lag, und auf die Kraft seiner Gefühle geantwortet – sein verzweifeltes Bedürfnis, sie zu beschützen?
Und wenn es die Grobheit war … er schluckte und wehrte sich mit geballter Faust gegen den Gedanken an Stephen Bonnet. Sie hatte ihm nie erzählt, was zwischen ihr und Bonnet vorgefallen war – und es war undenkbar, dass er danach fragte. Undenkbarer noch, dass er argwöhnte, irgendetwas könnte sie bei dieser Begegnung schamvoll erregt haben. Und doch reagierte sie spürbar bei jenen seltenen Gelegenheiten, wenn ihn etwas trieb, sie abrupt und ohne seine übliche Zärtlichkeit zu nehmen.
An Beten war jetzt nicht mehr zu denken.
Er fühlte sich wie schon einmal, als er in einem Rhododendrondickicht gefangen saß, stets das gleiche Geflecht aus feuchten Wurzeln und herabhängenden Blättern vor Augen, ganz gleich, in welche Richtung er sich drehte. Finstere Tunnel schienen ihm die Hoffnung auf Flucht zu bieten und führten doch nur in weitere, verflochtene Engpässe.
For me and my true love will never meet again, on the bonnie banks and braes of Loch Lomond …
Jetzt war er wieder aufgekratzt und so unruhig, dass seine Haut prickelte und seine Beine zuckten. Die Mücke surrte vorbei, und er schlug danach – natürlich ins Leere. Weil er nicht still halten konnte, schlüpfte er leise aus dem Bett und machte ein paar rasche Kniebeugen, um seine verkrampften Muskeln zu lockern.
Das brachte ihm ein wenig Erleichterung, und er legte sich auf den Boden, um Liegestütze zu machen. Er zählte wortlos jedes Mal mit, wenn er sich den Bodendielen näherte. Eins. Zwei. Drei. Er konzentrierte sich allein auf das zunehmende Brennen in Brust, Armen und Schultern, die beruhigende Monotonie des Zählens. Sechsundzwanzig, siebenundzwanzig, achtundzwanzig …
Als seine Muskeln schließlich vor Erschöpfung zitterten, stand er auf, zog die Reißzwecken aus der Ölhaut vor dem Fenster und stellte sich nackt davor, um sich von der feuchten Nachtluft umfließen zu lassen. Möglich, dass er weitere Mücken einließ – möglich aber auch, dass die eine hinausflog.
Der Wald war vom Mondschein versilbert, und ein schwacher Feuerschein in seiner Mitte verriet die Miliz, die dort kampierte. Den ganzen Tag über waren sie gekommen, auf Maultieren oder zottigen Pferden, die Musketen quer über ihre Deckenbündel gelegt. Er fing die Geräusche von Stimmen und beiläufigem Lachen auf, Bruchstücke, die der Wind herbeitrug. Immerhin war er nicht der Einzige, der noch wach war; der Gedanke tröstete ihn.
Am anderen Ende der Lichtung glühte an der Seite des großen Hauses ein helleres Licht auf. Eine Laterne; zwei Gestalten, die dicht nebeneinander hergingen, eine hochgewachsen, die andere kleiner.
Der Mann sagte etwas, ein fragendes Brummen; er erkannte Jamies Stimme, konnte die Worte jedoch nicht ausmachen.
»Nein«, antwortete Claires hellere Stimme klar und deutlich, als sie näher kamen. Im Leuchten der Laterne sah er die Umrisse ihrer Hände gestikulieren. »Ich bin schmutzig vom Garten. Ich wasche mich noch, bevor ich komme. Geh nur schon ins Bett.«
Die größere Gestalt zögerte, dann reichte sie ihr die Laterne. Eine Sekunde lang sah Roger Claires Gesicht im Licht. Es war nach oben gewandt und lächelte. Jamie beugte sich nieder und küsste sie kurz, dann trat er zurück.
»Aber beeil dich«, sagte er, und Roger konnte an seiner Stimme hören, dass er ebenfalls lächelte. »Ich kann nicht gut schlafen, wenn du nicht bei mir bist, Sassenach.«
»Dann willst du also gleich schlafen?« Sie hielt inne, und in ihrer Stimme lag ein spöttischer Unterton.
»Nicht sofort, nein.« Jamies Gestalt war mit der Dunkelheit verschmolzen, doch der Wind wehte auf die Blockhütte zu, und seine Stimme erklang aus dem Schatten, ein Teil der Nacht. »Aber das andere kann ich ja wohl auch nicht besonders gut, wenn du nicht bei mir bist, oder?«
Claire lachte, wenn auch leise.
»Fang nur ohne mich an«, sagte sie und wandte sich dem Brunnen zu. »Ich hole dich schon ein.«
Roger wartete am Fenster, bis er sie zurückkommen sah, so eilig, dass die Laterne bei jedem Schritt mitschwang. Dann ging sie ins Haus. Der Wind hatte sich gedreht, und er hörte nichts mehr von den Männern im Wald, obwohl ihr Feuer noch brannte.
Er blickte zum Wald hinüber. Seine Haut war jetzt kühl, und er bekam eine Gänsehaut auf der Brust. Er rieb sich geistesabwesend darüber und spürte die empfindliche Stelle, wo Brianna ihn gebissen hatte. Im Mondschein sah sie dunkel aus, ein schwacher Fleck auf seiner Haut; würde er am Morgen noch da sein?, fragte er sich.
Als er den Arm reckte, um die Ölhaut wieder anzubringen, fiel ihm im Mondschein glänzendes Glas ins Auge. Briannas kleine Sammlung persönlicher Gegenstände lag auf dem Regalbord am Fenster: die beiden Schildpattkämme, die Jocasta ihr geschenkt hatte, ihr Silberarmreif. Das kleine Glas mit dem Gänsefingerkrautöl, zwei oder drei Schwämmchen diskret daneben. Und das größere Glas mit den Daucosamen. Sie hatte heute Abend keine Zeit für das Öl gehabt, aber er hätte sein Leben darauf verwettet, dass sie im Lauf des Tages irgendwann die Samen eingenommen hatte.
Er befestigte die Ölhaut und ging wieder zum Bett. An der Wiege blieb er stehen, um die Hand zu senken und durch das Moskitonetz den Atem des Babys warm und beruhigend auf seiner Haut zu spüren.
Jemmy hatte seine Bettdecke weggestrampelt; Roger hob das Netz, zog sie tastend wieder hoch und steckte sie fest. Da war etwas Weiches … oh, Jemmys Stoffpuppe; das Baby hatte sie an seine Brust gedrückt. Roger stand einen Augenblick da, eine Hand auf Jemmys Rücken, um die beruhigenden Atembewegungen des Kindes zu spüren.
»Gute Nacht, Kleiner«, flüsterte er schließlich und berührte den weich gepolsterten Hintern des kleinen Jungen. »Gott segne und behüte dich.«