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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Auch der Krieger aus Garagum trat zwei Schritt vor, um besser sehen zu können. Nur der Junge, der die Löwenstandarte hielt, blieb auf seinem Posten hinter dem Unsterblichen.

Das war der Augenblick, dachte Ilmari, seine letzte offene Pflicht zu erfüllen. Er tastete nach dem Dolch an seinem Gürtel.

Niemand beachtete ihn. Der Ring aus Leibwächtern, den bislang kein Daimon und kein Drache hatte durchbrechen können, war verschwunden. Für ein paar Herzschläge … Jetzt oder nie!

Er zog den Dolch, und im selben Moment drehte sich der Junge zu ihm um. Es war unglaublich! War er dazu verflucht, dass sich das Unglück von Kush nun wiederholte? Der Junge sah Narek sogar ähnlich.

Ohne zu zögern trat Ilmari vor.

Der Junge ließ die Standarte fallen und griff nach dem großen Schwert, das er über dem Rücken trug.

Zu langsam. Schon war Ilmari bei ihm, presste ihm die Linke fest auf den Mund, während er dem Jungen die schlanke Klinge in den Bauch rammte. Warmes Blut rann ihm über die Hand. Es war so leicht gewesen, den Bronzepanzer mit dem meisterlichen Stahl zu durchdringen. Er befreite die Waffe und zog sie dem Jungen noch über die Kehle, während er ihn zu Boden drückte.

Der Mann aus Garagum schrie auf.

Der Unsterbliche Aaron drehte sich um. Ilmari sah die dunklen Augen des Herrschers hinter der Maske seines Helms aufblitzen.

Schon war er bei ihm. Und als Aaron nach seinem berüchtigten Geisterschwert griff, traf ihn der Dolch unter dem Rippenbogen. Die Waffe schnitt durch die Götterrüstung.

Ilmari richtete die Klinge beim Stoß nach oben. Selbst wenn sie das Herz verfehlte, konnte niemand eine solche Wunde überleben. Hatte der Unsterbliche Pech, lebte er eben noch ein paar Stunden, falls nicht die Götterdrachen bis dahin ihnen allen ein Ende bereitet hatten.

Aaron taumelte zurück, wollte sein Schwert erheben, doch die Hand, die es hielt, zitterte. Dunkles Blut quoll über seine leuchtend weiße Lederrüstung.

»Schnappt den Mörder!«, schrie der Krieger aus Garagum.

Ilmari rannte los. Er wusste, dass sein Leben verwirkt war, doch er wollte nicht in die Hände dieses wütenden Mobs geraten. Er lief nach backbord, sprang auf die Reling und stürzte sich in die Tiefe. Am Weißen Schlund hatten die Götter ihn nicht zu sich nehmen wollen, als er sich dem Abgrund anvertraut hatte. Heute würde es anders sein.

Ein Speer zischte an ihm vorbei. Er sah nach oben, in die hasserfüllten Gesichter der Leibwächter über der Reling, die allesamt unfähig gewesen waren, ihren Herrscher zu beschützen. Dann verschwanden sie hinter einem seltsamen Fluggerät, das knapp über Ilmari durch den Himmel zog. Ein mumifiziertes Antlitz mit leeren Augenhöhlen blickte zu ihm herab. Ein Krieger in leichter Lederrüstung war mit weit ausgebreiteten Armen unter ein Fluggerüst gebunden. Es war einer jener toten Helden, die am Himmel des Weltenmundes bestattet worden waren. Mitunter trieben sie jahrelang in den warmen Aufwinden des Kraters.

Ilmari blickte nach Osten. Ein Teil des Kraterrandes war eingestürzt. Durch die breite Kluft trieben noch etliche andere Tote hinaus auf das Schlachtfeld, als hätten sie nur darauf gewartet, noch einmal in der letzten aller Schlachten in den Kampf zu ziehen.

Die Welt endete, dachte der Meuchler. Er hätte Aaron nicht töten müssen. Aber es war ihm vorherbestimmt gewesen! Warum sonst hätte er den Dolch wiedergefunden. Die Götter wollten es so. Er war nur ihr Werkzeug gewesen.

Er dachte an seine Toten. An Umme, Serin und Talam. Daran, wie sie mit Regenbogenfarben bemalt um ihn herumgetanzt waren, als er nach einer langen Reise mit einem Karren voller Leichen zum Haus der Toten zurückgekehrt war. Wenn es eine andere Welt nach dieser gab, dann hoffte er, dass sie ihn noch einmal so empfangen würden.

Gleich würde er es wissen.

Das Herz der Göttin

Išta zog sich aus der vordersten Reihe der kämpfenden Götter zurück. Sie waren nur eine Insel, umringt von einer grünen Flut, die Klingen allein nicht aufhalten konnten. Sie alle waren überrascht, wie zahlreich die Kinder Nangogs waren. Sie hatten mit einigen Tausend gerechnet, doch egal, wie viele sie auch töteten, es wurden immer mehr. Ja, sie hatten sogar zwei ihrer Brüder an die grünen Hünen verloren.

Die geflügelte Göttin stieg auf einen Hügel von Toten, der inmitten des Runds lag, jenes kleinen Fleckens der Welt, der in diesem Augenblick noch ganz ihnen gehörte.

Etwas in der Bewegung der grünen Masse hatte sich verändert. Jubelrufe wurden laut. Die ersten begannen, sich in den weiten Tunnel zurückzuziehen, der sie ausgespien hatte.

Und dann sah Išta, warum es so war: Eine Elfe war dort inmitten der Kinder Nangogs. Die grünen Hünen trugen sie auf ihren Schultern. Und die Elfe hielt triumphierend einen grünen Kristall hoch über ihren Kopf erhoben. Sie hatten es also geschafft! Das Herz Nangogs! Sie hatten es dem stählernen Drachen entrissen.

Išta weitete ihre Schwingen und erhob sich in die Luft. Sie musste das Herz zurückgewinnen! Sonst war alles verloren. Wenn die Riesin Nangog erwachte, würden sie ihr ihre Welt niemals mehr entreißen können.

Die Elfe sah sie kommen und ließ sich von den Schultern der Hünen gleiten. Augenblicklich war sie in der wütenden Menge verschwunden.

Išta hieb mit ihrem Sichelschwert auf Köpfe und erhobene Arme ein. Sie musste das Herz finden! Um jeden Preis!

Sie flog ein wenig höher, vermochte die Elfe aber nicht mehr zu entdecken.

Entschlossen griff sie nach der Macht tief in ihrem Innersten. Der Macht, derer sie sich so lange nicht bedient hatte und aus der einst, gemeinsam mit der Macht ihrer Brüder und Schwestern, eine ganze Welt geboren worden war.

Ein Gedanke von ihr genügte, und die Luft um sie herum veränderte sich – und dann ließ sie sie mit der Wucht eines Berge entwurzelnden Sturms auf die Kinder Nangogs niederschmettern.

Tausend Kehlen schrien auf, als tausend Leiber zerschmettert wurden, als wären sie zwischen Hammer und Amboss geraten. Die Druckwelle riss auch jene noch von den Beinen, die dem Zentrum der Vernichtung nicht nahe gestanden hatten.

Inmitten des Durcheinanders von ineinander verschlungenen Leibern entdeckte sie die Elfe. Selbst im Tod hielt sie das Herz der Göttin noch fest umklammert.

»Was hast du getan!« Der Löwenhäuptige war mit einem weiten Satz an ihrer Seite. »Was hast du nur getan? Nun werden die Himmelsschlangen wissen, dass wir hier sind.«

»Ich habe uns gerettet!«, entgegnete sie ihm bestimmt. »Es war notwendig!«

Doch noch während sie das sagte, erhoben sich jene unter den Kindern Nangogs, die der Sturmschlag nicht getötet hatte, und die Wände der weiten Höhle hallten wider von ihrem Wutgeschrei.

»Wir müssen zurück in unsere Welt!« Auch der Löwenhäuptige ließ nun alle Vorsicht fahren und griff nach der alten Macht. »Nur auf Daia, im Gelben Turm, wird das Herz noch sicher sein.«

Die Flamme, die Welten verschlingt

Sie sind da, ganz wie ich es gesagt habe!

Wie Flammenspeere stießen die Worte des Goldenen in seine Gedanken. Als seine Brüder erschienen waren, hatten die Himmelsrochen von ihm abgelassen und waren in die Sicherheit des großen Flottenverbandes über der Goldenen Stadt geflüchtet.

Nachtatem sah, wie seine Brüder zu kreisen begannen.

Er spürte, wie sie ihre Macht sammelten.

Müde legte der Erstgeschlüpfte seine Flügel an und ließ sich aus der sicheren Höhe hinabstürzen, die er mit letzter Kraft erreicht hatte. Noch immer bluteten seine Wunden. Das Blut, das ihn am Leben erhielt, hatte er allzu freizügig auf die Erde Nangogs regnen lassen. Es fiel ihm schwer, gegen die Müdigkeit zu bestehen. Mit offenen Augen träumte er von dem Felsen unter der Pyramide im Jadegarten. Davon, wie ihm das endlose Gemurmel der Gazala zum Schlaflied wurde.

Er weitete die Schwingen, um seinen Sturzflug abzufangen. Der Ruck ließ ihn vor Schmerz aufkeuchen.

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