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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Plötzlich stach ein breiter Lichtstrahl durch die weiß gekalkte Decke. Im vorderen Bereich des Gewölbes klaffte ein Loch.

»Er muss die ganze obere Bastion aus dem Fels gerissen haben«, stammelte Galar erschüttert.

Nyr zog sich an seinem Geschütz hoch. Die Waffe war gespannt, bereit, den nächsten Schuss abzugeben. Ihr Fels taumelte durch die Luft wie ein Stück Kork, das auf Wellen treibt.

»Gib mir den nächsten Speer!«, forderte er. Ihm war schwindelig. Durch den schmalen Kreuzschlitz der Schießscharte sah er abwechselnd das blaue Firmament, funkelnden Stahl, Drachen, zersplitterte Bäume, die im Himmel trieben, und Wolkensammler. Und noch etwas. Da war ein Schatten am Himmel. Lebendig gewordene Dunkelheit.

»Hör auf damit, auf dieses Stahlmonster zu schießen!« Hornboris Stimme klang ungewohnt schroff. »Wie viele Speere hast du schon gegen das Ungeheuer vergeudet?«

»Vier«, gab Nyr zu.

»Und hast du den Stahldrachen damit aufhalten können?«

»Nein, aber ich …« Es stimmte, ihr Beschuss schien überhaupt nichts bewirkt zu haben. Er hatte ein Auge zerstört und einem der Köpfe ein Loch in die Stirn gestanzt. Ein Speer musste auf voller Länge durch den Leib des Ungeheuers gedrungen sein. Sein vierter Schuss war fehlgegangen. Und alles, was sie erreicht hatten, war, das Ungeheuer zu reizen. Wahrscheinlich waren es seine Treffer, die das Schicksal der oberen Batterie besiegelt hatten.

Wieder knirschte Stahl über Stein. Der Drache schien einen weiteren Abschnitt des Himmellands anzugreifen.

»Du bist dem Schisser keine Rechenschaft schuldig!« Galar reichte ihm einen weiteren Speer, warf einen Blick durch die Schießscharte und erstarrte.

Für einen Herzschlag war das ganze Blickfeld von einem bernsteinfarbenen Auge ausgefüllt. Der Stahldrache hatte sie entdeckt. Jetzt zog sich der Kopf zurück. Das Ungetüm flog eine Kehre. Es würde angreifen.

Etwa dreihundert Schritt entfernt zerfetzte ein großer, schattenhafter Drache einen der Himmelsrochen. Wie ein wütendes Kind ein Stück Pergament zerreißt, vernichtete er den Himmelstitanen, dessen Tentakel gegen die Drachenwut nicht ankamen.

»Du weißt, worauf du schießen musst«, meldete sich Hornbori von der Treppe. »Ich hab ihn gesehen. Er dort draußen, der Dunkle. Er ist ihr Anführer! Ein Wort von ihm, und die Tiefe Stadt wäre niemals zerstört worden. Denk an unseren Eid! Das wird unser letzter Schuss sein.«

Nyr wollte nicht. Dreihundert Schritt! Die Entfernung war groß, und ihr Fels taumelte immer noch, auch wenn es langsam nachließ. Es wäre ein Glücksschuss. Er wollte nicht bei seinem letzten Schuss sein Ziel verfehlen.

Er sah den Stählernen. Ihn würde er treffen. Es blieben nur noch Augenblicke zur Entscheidung. Das Monstrum hob schon seine Pranke. Ein Schuss, der traf, aber nicht zählte, oder ein Schuss, der mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Ziel verfehlte. Womit sollte es enden?

Nyr legte das Geschoss auf, das Galar ihm gereicht hatte.

Kaum, dass es die Führungsschiene berührte, zog Nyr den Abzugshebel durch. Der Speer schnellte davon.

Dann traf sie der Tatzenhieb. Krallen zerteilten das dicke Mauerwerk. Ihre Bastion wurde aus dem Hang gerissen. Sie stürzten der verwüsteten Stadt entgegen.

Nyr wusste nicht, ob er getroffen hatte. Es war ihm egal. Galar, der mit ihm in der Lawine aus Steinschutt stürzte, schrie.

Nyr fiel an einem schwebenden Baum vorbei. Sonne glänzte auf den Schuppen des Stählernen. Es hätte ein schöner Tag sein können. Nun war es der Tag, an dem er sein Versprechen an Frar gebrochen hatte. Er würde nicht mehr wiederkommen.

Auf der Flucht

Nachtatem ließ von dem Wolkensammler ab, der keinen Widerstand mehr leistete. Sein Maul war voller Blut. Sengender Schmerz hatte ihn durchbohrt, und er wollte nicht mehr weichen.

Er schlug noch mit den Flügeln, hielt sich in der Luft, doch seine Kraft schmolz dahin.

Er schloss die Augen, wurde eins mit dem Schmerz, fühlte den Weg, den er genommen hatte. Etwas hatte ihn im Unterleib getroffen und war pfeilgerade durch ihn hindurchgeglitten. Hatte seine Brust, seinen vorderen Unterkiefer durchschlagen und einen Reißzahn seines Oberkiefers zerschmettert, bevor es ins Blau des Himmels verschwunden war.

Er kannte keine Waffe, die so etwas vermocht hätte. Und doch war es geschehen. Er sah an sich hinab. Sah das Blut, das aus seiner Brust sprudelte und seine schwarzen Schuppen glänzen ließ.

Er würde das überstehen! Er war der Erstgeschlüpfte! Ein Pfeil konnte ihn nicht töten. Das war unmöglich!

Die Geschosse der Menschenkinder hatten auch Löcher in seine Schwingen gerissen. Aber das waren nur leichte Wunden, die bald wieder heilen würden.

Nachtatem hörte die Rufe auf einem nahen Wolkenschiff. Schwenktürme richteten sich auf ihn aus. Zwei Herzschläge später trafen ihn steinerne Kugeln in die Flanke. Sie prallten an seinen Schuppen ab. Nur ein wenig Steinstaub blieb zurück. Doch eines der Geschosse hatte einen Punkt getroffen, von dem sich Schwingungen in seinem Leib fortsetzten. Die Wunde, die sich quer durch seinen Leib zog, erzitterte. Er keuchte vor Schmerz.

Keiner seiner Brüder war ihm über den Drachenpfad gefolgt. Er kämpfte allein.

Wieder trafen ihn Steinkugeln. Speere zupften an seinen Schwingen. Pfeile prasselten gegen seinen Leib. Er musste sich erholen.

In weiten Kreisen schraubte er sich höher. Einige der Himmelsrochen folgten ihm. Die Menschenkinder setzten den Beschuss fort. Sollte er flüchten? Er brauchte eine Atempause. Seine Wunde würde schnell heilen. Lange müsste er nicht ruhen. Es würde genügen, wenn er auf ausgebreiteten Schwingen im Aufwind schwebte.

Aber die neuen Wolkensammler ließen nicht locker. Sie wollten Rache für ihren Bruder, den er getötet hatte. Rache – was für ein törichter, ewiger Kreislauf. Sie waren hier, um Rache für den Purpurnen und den Frühlingsbringer zu nehmen, und mit jedem Wolkensammler, den er tötete, säte er künftige Kriege, geboren aus dem Wunsch nach Rache.

Die stählerne Bestie, die die Devanthar erschaffen hatten, ignorierte ihn. Es war auch besser so. Sie war deutlich größer als er, und er war verwundet. Und doch traf es seinen Stolz. Sein stählerner Bruder sah in ihm eine kleinere Bedrohung als im Himmelland. Die Bestie hatte sich auf der schwebenden Insel aus Felsen niedergelassen, und Gobhayns Schöpfung hatte bedenklich Schlagseite bekommen.

Lange Krallen zerschmetterten das Felsgestein. Die fünf Mäuler rupften Windschrauben und Bäume von den Felsen, wie eine weidende Kuh Gras rupft. Er sollte den Drachen aufhalten, doch er wusste, dass seine Kräfte nicht ausreichen würden. Das war ein neues Gefühl. Er hatte seit der Riesin Nangog nie wieder einem Feind gegenübergestanden, dem er sich nicht gewachsen fühlte. Diesen Drachen würde er allein ganz gewiss nicht besiegen! Vielleicht würden sie es nicht einmal alle gemeinsam schaffen.

Mit diesem Gedanken kam noch ein weiteres neues Gefühl. Angst! Er fürchtete sich nicht vor dem Tod. Den konnte er sich gar nicht vorstellen. Es war die Gefahr, das zu werden, was der Frühlingsbringer und der Purpurne schon waren. Ein Schaustück, an dem die Devanthar sich belustigten. Nicht mehr lebendig, aber auch nicht wirklich tot.

Diese Angst weckte neue Kräfte in ihm. Er stieg höher. Der Abstand zu den Himmelsrochen wurde ein wenig größer. Er sah hinab zu dem Silberdrachen, der das Himmelland verwüstete, als ihm ein grüner Kristall ins Auge fiel. Er wuchs zwischen den Trümmern am Hang empor. In jenem Krater in der Flanke des Weltenmundes, aus dem der fünfköpfige Drache geschlüpft war. Unglaublich schnell wucherte die Kristallsäule dem Himmelland entgegen. Etwas bewegte sich auf der glatten Oberfläche. Er flog schon zu hoch, um es deutlich zu erkennen.

Steinkugeln hämmerten in seine Flanken, und wieder war da der stechende Schmerz. Besorgt sah er, dass sich immer noch ein Strom von Blut aus seinen Wunden ergoss. Sie heilten nicht, solange er keine Ruhe fand. Solange er von Menschenkindern gejagt wurde.

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