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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Wieder dachte er an die Erzählung über die Himmelsschlangen mit den goldenen Köpfen. So wollte er auf keinen Fall enden! Eher würde er das Drachenfeuer, das in seinem Innersten loderte, gegen sich selbst wenden.

Unzerbrechlich

»Fels dreiundsiebzig hat den Großteil seines Waldes verloren.«

»Geschützbatterien siebenundvierzig, achtundvierzig und neunundvierzig sind ausgefallen.«

»Fels zweihundertzwölf ist abgerissen!«

Unablässig drangen die Katastrophenmeldungen aus dem Sprachrohr vor ihm. Gobhayn versuchte, sich ein Bild vom Zustand seines Himmellands zu machen, doch die Nachrichten kamen so schnell, dass es seine Vorstellungskraft übertraf, wie das Himmelland nun aussah. Der stählerne Drache war im vorderen Drittel seiner Insel gelandet, und seitdem hatte sie so stark Schlagseite, dass sich Solaiyn am Sprachrohr festhalten musste, um noch stehen zu können.

Das Gewicht des Drachen, verbunden mit den Verwüstungen, die dieses Ungeheuer unter dem Baumbestand anrichtete, drückte das Himmelland langsam zu Boden. Und dort zeigte sich eine neue Gefahr: Aus dem Krater, der alles war, was von der nördlichen Hälfte der Goldenen Stadt geblieben war, wuchsen Kristallsäulen fast so massig wie Festungstürme dem Himmelland entgegen. Vor seinem geistigen Auge sah Gobhayn schon, wie die Kristalle seine Insel aufspießen würden und wie sie sterbend daran hinabglitten.

Seltsame grüne Kreaturen wimmelten auf den Kristalltürmen. Sie quollen aus dem Krater hervor, und das Ganze erinnerte den Elfen an Ameisen, die, übereinander krabbelnd, wütend einen Stock emporeilten, den ein Wanderer in ihren kunstvoll geschichteten Hügel gestoßen hatte. Nur dass diese grünen Ameisen mehr als drei Schritt lang waren.

»Fels zwölf ist abgebrochen!«, schallte es aus dem Sprachrohr.

Gobhayn spürte seine Insel unter den Bewegungen des Drachen rucken. Nie war er auf etwas, das er erschaffen hatte, so stolz gewesen. Er konnte immer noch nicht fassen, dass dieser stählerne Drache über ihn triumphieren sollte. Wo war die Genialität bei diesem Ding? Es war nichts weiter als eine besonders große Maschine.

Der erste Kristall berührte jetzt fast das Himmelland. Zwei weitere wuchsen bereits turmgroß aus dem Krater. Und etliche dünnere sprossen aus dem Schutt der verschwundenen Nordstadt. Diese grünen Kreaturen, die daran heraufkletterten, waren größer als seine Trolle. Und an ihrer Spitze lief eine kleinere weiße Gestalt, mit wirrem, schwarzem Haar. Vielleicht eine Drachenelfe, die den Sturz aus dem Himmelland überlebt hatte.

»Feuer auf Fels dreiundneunzig wurde gelöscht.«

Gobhayn lächelte. Es gab also nicht nur schlechte Nachrichten.

Der Kristall hatte das Himmelland erreicht. Jetzt würden die grünen Riesen über seine Besatzung herfallen. Der Elf legte die Linke auf das Schwert an seiner Seite. Sollten sie es bis in den Pavillon schaffen, würde er ihnen zeigen, dass er mehr als nur ein Schmied war.

Über den besudelten Deckenscheiben des Pavillons erschien eines der fünf Drachenhäupter. Wer immer das gebaut hatte, hatte Sinn für Anmut und Zweckmäßigkeit gehabt. Es war mehr als nur eine plumpe, große Maschine, musste er sich eingestehen.

Eine der grünen Gestalten stieg zu einem Auge des Drachen hinab, der unwillig sein Haupt schüttelte. Der grüne Hüne glitt ab, schlug auf die Glasplatten der Pavillondecke, fand keinen Halt und rutschte schreiend in die Tiefe.

Gobhayn stutzte. Dann fing er lauthals an zu lachen. Jetzt verstand er, was hier vor sich ging. Diese Hünen waren die Kinder Nangogs! Und sie waren gekommen, um sich zu holen, was in einem der fünf Köpfe stecken musste. Ein großer Splitter des Herzens ihrer Göttin. Wenn sie das schafften, würde der Drache sterben. Na ja, nicht sterben, er würde aufhören, sich zu bewegen. Die Schlacht war also noch nicht verloren.

Er überlegte fieberhaft, ob es vielleicht eine Möglichkeit gab, den Kindern der Riesin zu helfen, als sich das Drachenhaupt zum Pavillon hinabbeugte. Die Kiefer des Ungetüms klafften auf. Stählerne Zähne kratzten über das Glas. Der Drache hatte den ganzen Pavillon im Maul.

»Versuch’s nur!« Gobhayn lachte dem Ungeheuer entgegen. Über lange Jahre hatte er daran gearbeitet, unzerbrechliches Glas zu erschaffen. Zuletzt hatte der Smaragdene ihm geholfen, machtvolle Zauber in die Glasplatten zu weben.

Der ganze Pavillon erzitterte unter dem Druck der Kiefer. Doch nicht eine Schramme zeigte sich, obwohl es überall knirschte.

»Du wirst uns nicht …« Die Worte blieben Gobhayn im Hals stecken. Eine Glasplatte senkte sich in den Tunnel zum Himmelland. Dann zerbarst der ganze Pavillon.

Es war nicht das Glas, das den Kiefern des Drachen nachgegeben hatte. Es waren die Fassungen zwischen den Glasplatten.

Sein Glas war unzerbrechlich, war Gobhayns letzter Gedanke, als er unter der Deckenplatte des Pavillons zerquetscht wurde.

Das Glückskind

Hornbori stand immer noch in der Tür zur Geschützkammer, die es nicht mehr gab. Er hatte Glück gehabt, wieder einmal. Aber dieses Mal hatte das Glück sein Ende nur hinausgezögert. Er trieb auf einem Felsen, in dem es keine Luftaale mehr gab, am Himmel von Nangog. Und alle Gesetze der Welt waren aus den Angeln gehoben worden. Es regnete Blut. Hoch über ihm kämpfte der Erstgeschlüpfte gegen mehrere Wolkensammler, die er dazu verführt hatte, ihm in den Himmel hinauf zu folgen. Allem Anschein nach war Nyrs letzter Schuss ins Leere gegangen. Hornbori lächelte bitter. Das würde niemand mehr erfahren.

Er konnte den Ort am Firmament ausmachen, durch den der Erstgeschlüpfte erschienen war. Dort gab es einen seltsamen Wirbel in der Luft, der ein kreisrundes Stück Himmel umfing, das deutlich dunkler war als der übrige Himmel.

Das Himmelland war inzwischen tiefer als die meisten seiner verlorenen Felsen gesunken. Zersplitterte Äste und Baumstämme trieben am Himmel. Manche von ihnen brannten und zerbarsten irgendwann mit einem dumpfen Knall, als fiele eine schwere Tür ins Schloss. Die schwebende Insel trieb vielleicht siebzig Schritt unter Hornboris Felsen. Der Schweif des stählernen Drachen peitschte auf eine Kristallsäule nieder, die sich von unten in das Himmelland gebohrt hatte. Er wirkte, als wollte er sich von der Insel abstoßen. Er verlagerte sein Gewicht nach hinten und warf seine fünf Köpfe hin und her. Auf irgendeine Weise schienen ihm die in Fleisch gekleideten Grünen Geister zu schaffen zu machen, die überall auf ihm herumkrochen.

Ein gezielter Flügelschlag des Stahldrachen zerschmetterte Hunderte Bäume, und ein dichtes Gewirr gesplitterter Äste stieg in den Himmel hinauf.

Unter all den Grünen Geistern war eine Elfe. Sie strebte dem mittleren Kopf des Stahldrachen entgegen.

Hornbori hatte einmal einen geflügelten Wolf auseinandergenommen. Er war aus dem Himmel gestürzt und konnte sich nicht mehr wehren. In seinem Kopf hatte er einen grünen Kristallsplitter, kleiner als ein Fingernagel, gefunden. Trug auch der Drache einen solchen Kristall in sich? War es das, was die Elfe dort suchte? Er sah sie mit ihrem Schwert auf den Kopf des Drachen einschlagen, doch das half nicht. Einige der Grünen Geister versuchten, durch die Lücken, die es bei den Flügelgelenken des Drachen gab, ins Innere seines Rumpfs zu gelangen. Die meisten von ihnen wurden zerquetscht.

Das Stahlbiest rutschte ein Stück weit zum Rand des Himmellands. Immer noch drosch sein Schweif auf die Kristallsäule ein. Kaum einer der Geister schaffte es nun noch hinauf, und große Splitter flogen aus der Säule.

Hornbori strich über seine Axt. Bis heute hatte sie ihrem Namen alle Ehre gemacht. Sie hatte jeden Schädel gespalten, an dem er sich mit ihr versucht hatte. Er konnte hier oben auf dem Felsen bleiben, im Himmel Nangogs gefangen, wo er irgendwann verhungern würde. Oder er konnte etwas wirklich Verrücktes tun. Wenn das da unten eine Drachenelfe war und er ihr half, würden sie beide vielleicht irgendwie entkommen. Ja, vielleicht würde das Himmelland diese Schlacht doch noch überstehen, wenn er nur den Drachen tötete?

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