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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Eine kleinere Spinne hatte sich mit ihren Mandibeln im Lederschaft ihres linken Stiefels verbissen. Mit der Breitseite des Schwertes schlug Nandalee das Ding weg, das mit verbogenen Beinen neben einem Schrotthaufen liegen blieb. Doch immer mehr der Kreaturen umringten sie nun. Und einige von ihnen bewegten sich erschreckend schnell.

Nandalee zog die dritte Decke fort und keuchte auf. In dieser Nische lehnten fünf unversehrte Amphoren. Sie waren mit Seepocken und Muscheln bewachsen. Ihre Münder mit Teer versiegelt. Das musste der Rest der Gefäße sein, die der Unsterbliche Aaron vor sieben Jahren vom Rücken des Meerwanderers geborgen hatte!

Aus den Augenwinkeln sah sie gleich mehrere der großen Spinnen über ihre kleineren Geschwister hinweg auf sie zustaksen. Die Schrottberge schienen als Ganzes lebendig geworden zu sein. Überall in dem weiten Gewölbe waren nun Metalltiere erwacht. Die weitaus meisten ähnelten Spinnen, aber es gab auch Tausendfüßler, Ameisen und Käfer aus silbern glänzendem Stahl. Keines der Geschöpfe war mit Rost behaftet. Es sah aus, als würde sie jemand sehr gut pflegen.

Nandalee trat gegen die vorderste der Amphoren. Der rote Ton splitterte, und Stoffröllchen fielen aus dem Inneren des Gefäßes. Ohne den Blick von den Metallkreaturen zu wenden, hob Nandalee eines der Röllchen auf. Darin eingeschlagen fand sie etwas, das an eine dicke Kerze erinnerte. Kein Kristall? Jetzt ließ sie alle Vorsicht fahren, kniete nieder und öffnete noch eines der Stoffröllchen und noch eines. Überall fanden sich die dicken Wachsrollen. Gerade entdeckte sie in einer Rolle einen Schatten, als ihr eine Spinne in die Hand biss.

Sie war umstellt! Wütend hob sie das Schwert und führte einen Rundumschlag durch. Etliche der Metallspinnen wurden durch die Wucht des Hiebes davongeschleudert. Einige büßten ihre langen Glieder ein oder wurden schlicht gespalten.

Eine Spinne eilte mit einem der Wachsröllchen davon. Ein Tausendfüßler packte eine zweite. Nandalee ließ den Knauf des Schwertes auf den Rücken des Insekts niederfahren. Metall knirschte. Das Ding wurde so stark zerquetscht, dass es zuckend liegen blieb.

Weitere Metallbestien drangen auf sie ein. Jetzt versuchten sie auch die Stoffröllchen zu bergen, die noch in der zerschlagenen Amphore steckten. Nandalee packte eine der Wachsstangen und schlug sie gegen die Wand der Nische. Da war etwas im Wachs – ein länglicher grüner Kristall. Und das war kein weiterer Splitter vom Herzen Nangogs. Das musste das Traumeis sein! Es durfte nichts anderes sein! Ihr traten Tränen in die Augen. Alles würde wieder gut. Sie musste es nur noch schaffen, hier herauszukommen.

Ein Scherenarm schnappte nach ihren Augen. Sie zuckte zurück, hob das Schwert und verschaffte sich mit einigen wuchtigen Schlägen gegen die Metallkreaturen Platz. In fliegender Eile sammelte sie einige der Stoffröllchen ein. Vier, fünf. Eine der großen Spinnen war jetzt ganz nah. Sie durfte sich nicht in die Nische drängen lassen. Es waren zu viele von diesen stählernen Biestern. Aber sie war eine Drachenelfe – sie würde kämpfend untergehen oder siegen.

Nandalee schob sich ihren lang gesuchten Schatz in den Lederbeutel an ihrem Gürtel. Mehr als vier der sorgfältig verpackten Traumeiskristalle passten nicht hinein. Das würde genügen.

Mit einem wilden Schrei schleuderte sie die fünfte Wachsrolle weit in das Gewölbe hinein, dann brach sie aus der Nische hervor. Gnadenlos hämmerte Todbringer in die Reihen der Metallbiester. Sie hackte der großen Spinne die linken Beinpaare ab und beförderte sie mit einem Tritt in die Reihen der anderen Angreifer. Bei jedem Schritt trat sie auf kleinere der Kreaturen. Etwas durchdrang den Schaft ihres linken Stiefels und bohrte sich in ihre Wade. Sie schüttelte ein Ding ab, das wie eine Mücke ohne Flügel aussah. Blut sammelte sich in dem Stiefel.

Endlich erreichte sie die Treppe. Die hohen Stufen waren eine Barriere für viele der Metallkreaturen, aber längst nicht für alle. Sie sah Tausendfüßler, die sogar an Wänden entlanglaufen konnten. Und aus der Tiefe des Gewölbes rückten immer mehr der ponygroßen Spinnen an. Auch eine zweite Treppe, die ein Stück weiter hinten nach oben führte, war dicht von den Bestien bevölkert.

Nicht zögern! Jeder Augenblick, den sie verlor, machte es schlimmer. Sie hob die Klinge, der keines dieser Viecher zu widerstehen vermochte, und kämpfte sich die Stufen empor. Nur noch der Saal, dann wäre sie im Tortunnel.

Eine der flügellosen Mücken sprang Nandalee, kaum dass sie die Treppe hinter sich gelassen hatte, aus einer dunklen Nische heraus an. Ihr Stachel traf sie dicht über dem rechten Handgelenk. Mit der Linken packte sie das heimtückische Biest und schlug es hart gegen die Wand, wo es zerbarst.

Vor ihr bewegte sich der Boden. Metall schimmerte im Zwielicht. Der Saal vor dem Tunnel war von Hunderten Metallkreaturen bevölkert. Ganze Heerscharen von ihnen quollen aus den anderen Treppenschächten hervor, die hinab zur Werkstatt in der Tiefe des Gelben Turms führten. Nandalee wusste, sie würde sich durch diese silberne Brut nicht hindurchkämpfen können.

Ohne zu zögern, wandte sie sich um und nahm die Treppe nach oben, die sie bereits kannte. Es gab nur noch einen Fluchtweg: die Turmplattform! Dort würde Sternauge sie holen können.

»Das schaffe ich!«, sagte sie laut, während sie hinter sich das Kratzen metallener Insektenbeine auf den Treppenstufen hörte. »Das schaffe ich!«, wiederholte sie, und schon der Klang der Worte machte ihr neuen Mut.

Sie lief weiter. Höher und höher, bis sie erneut den Saal mit den beiden Drachenschädeln erreichte. Eine der großen Spinnen hatte so dicht zu ihr aufgeschlossen, dass sie die Bedrohung nicht länger ignorieren konnte. Sie drehte sich um, wartete und stoppte das Ungeheuer mit einem wuchtigen Schwerthieb zwischen die Mandibeln. Die kleinen Zangen zuckten noch, als sie ihre Klinge aus dem Leib befreite, ebenso wie die langen Beine. Doch das Biest würde ihr nicht weiter folgen.

Aus den Augenwinkeln sah sie einen Tausendfüßler, der leise rasselnd über die Wand neben dem skelettierten Drachenschädel glitt. Vielleicht würde der sich ja das Ding vornehmen, das in diesem Schädel saß. Das Ding, das sie … All ihre Gedanken waren wie weggewischt. Der lose Schneidezahn! Er fehlte! Was immer in dem Schädel eingesperrt gewesen war, hatte sich befreit.

An A Tu

Immer mehr Tausendfüßler wanden sich über die Wände des Saals. Nandalee riss sich vom Anblick des Drachenschädels los. Es ging sie nichts an, was dort herausgekrochen war. Sollten sich die Devanthar damit herumschlagen, wenn sie zurückkehrten. Sie musste es nur noch zur Turmspitze schaffen, dann war es vorbei. Sie würde von den Zinnen aus in den Sattel springen.

Sie tastete nach dem Beutel an ihrem Gürtel. Alles würde gut, redete sie sich ein und sah noch weitere Tausendfüßler. Dann nahm sie mit langen Schritten Stufe um Stufe. Der Turm schien bis in die Wolken zu reichen. Sie durchquerte immer neue Säle. Und immer gab es noch eine Treppe, die weiter nach oben führte.

Plötzlich, sie bog gerade um einen Treppenabsatz, stand eine hagere, große Frau vor ihr. Erschrocken blieb Nandalee stehen. Die Fremde überragte sie um zwei Köpfe. Sie hielt einen riesigen Schneidezahn in ihren knochigen Händen. Aus hohlen Augen starrte sie auf Nandalee herab.

»An A Tu«, sagte sie, und Speichel troff ihr von den Lippen, während sie sprach. Mit Spinnweben durchsetztes schwarzes Haar hing ihr wirr ins Gesicht und weit über die Schultern hinab. Sie war nackt. Ihr Leib entsetzlich ausgezehrt. »An A Tu!«, wiederholte sie, drängender, als könnte sie nicht verstehen, dass Nandalee nicht begriff, was sie ihr mitzuteilen versuchte.

Eine der ponygroßen Spinnen holte auf – gleich würde sie den Treppenabsatz erreichen. Jetzt war nicht die Zeit, sich mit dieser Devanthar zu beschäftigen. Denn nichts anderes konnte die Frau sein. So elend sie auch aussah, Nandalee spürte die ungeheuerliche Macht, die in ihr schlummerte, auch ohne ihr Verborgenes Auge zu öffnen.

Nandalee wollte weiter, doch die Devanthar vertrat ihr den Weg. Sie bewegte sich beängstigend schnell. »An A Tu!«

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