Himmel in Flammen
- Автор: Хеннен Бернхард
- Серия: Drachenelfen #5
- Год: 2016
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
Wieder ertönte das Zischeln im Schädel. Herausfordernd und zugleich auch vorwurfsvoll.
Nandalee wandte sich ab. Sie wollte nicht unnötig lange verweilen. Sie war nicht neugierig darauf, die Geheimnisse der Devanthar zu ergründen. Sie wollte lediglich etwas stehlen.
In großer Hast eilte sie aus der Halle und wieder die Treppen hinab. Abwärts ging es schneller über die großen Stufen. Bald erreichte sie den Saal hinter dem Tortunnel und nahm eine der Treppen hinab zu den Kellergewölben. Erst jetzt, während sie in die Tiefe des gewachsenen Felsens stieg, fiel ihr auf, dass überall im Turm graues Zwielicht herrschte, obwohl es nur schmale Fenster gab. Hier im Fels nun hätte es völlig finster sein müssen. Doch das Licht war in der Luft, als hätte es ein Zauber hineingewoben.
Bald betrat sie ein weites Gewölbe. Es musste sich tief im Felsgestein befinden. Es war eiskalt, und es roch nach erkalteter Holzkohle und ausgeglühtem Metall. Haufen von Blechen und merkwürdig gezahnten Rädern lagen auf dem Boden verteilt. Gemauerte Schmelzöfen standen hinter Kränen, deren Arme bis unter die hohe Gewölbedecke reichten. Die Werkstatt war riesig. Ihr anderes Ende verlor sich im grauen Zwielicht.
Als Nandalee sich vorsichtig umsah, entdeckte sie zwischen den Schrottbergen ein protziges, außerordentlich großes Bett mit zerwühlten Laken. Die Devanthar kannten also doch Möbelstücke, dachte sie schmunzelnd. Zumindest der eine, der hier wirkte.
Ein Metallrohr löste sich aus einem der Schrotthaufen und rollte in ihre Richtung. Wieder quälte sie das Gefühl, beobachtet zu werden. Jetzt war es noch viel stärker als draußen auf dem Weg zum Turm. Etwas lauerte hier.
Für einen Moment war sie versucht, noch einmal ihr Verborgenes Auge zu öffnen. Doch dann überkam sie Angst. Sie dachte an die Lektionen des Schwebenden Meisters über die Macht der Magie. Vorhin, als sie geblendet worden war, hatte sie noch Glück gehabt. Ein leichter Kopfschmerz war ihr davon geblieben, doch darüber hinaus schien sie keinen Schaden genommen zu haben. Das konnte ganz anders enden. Nie würde sie vergessen, wie einst ihr Mitschüler Sayn gestorben war. Sein Innerstes hatte sich nach außen gekehrt, als ihm beim Zauberweben ein Fehler unterlaufen war. Ebenso konnte sie von innen heraus verbrennen, wenn sie durch ihr Verborgenes Auge in ein Licht blickte, das Sterbliche nicht hätten sehen dürfen.
Hier unten war etwas Bedeutsames erschaffen worden. Wieder sah sie zu den Kränen auf. Etwas sehr Großes war hier entstanden. Und es war von Magie durchdrungen. Ein Nachhall der Zauber, die hier gewirkt worden waren, hing noch in dem weiten Gewölbe.
In dem Haufen, neben dem sie stand, knirschte Metall. Etwas bewegte sich darin.
Nandalee fasste ihr Schwert fester und ging weiter. Rastlos getrieben, untersuchte sie Schrottberg um Schrottberg. Und dann – endlich – fand sie orangerote Tonscherben, an denen Teerreste klebten und der weiße Kranz einer Seepocke. Sie lagen auf einem Haufen mit Abfällen. Ihr Herz machte einen Satz, als sie weitere Seepocken und sogar eine zerbrochene Muschel auf den anderen Scherben entdeckte. Diese Amphore hatte zumindest einige Zeit im Meer gelegen. Sie hatte fast gefunden, was sie suchte!
Nandalee erhob sich und ließ ihren Blick umherschweifen. War da nicht ein grünes Blitzen unter einer Reihe von Werkbänken, auf denen filigrane Metallarbeiten verstreut lagen? Etwas knirschte tief im Inneren des Schrottbergs links von ihr. Metall rieb an Metall. Alarmiert hob sie ihr Schwert. Darauf bedacht, keinen verräterischen Laut zu verursachen, schlich sie zu den Werkbänken und duckte sich darunter. Zwischen all den Abfällen lag ein grüner Kristallsplitter! War es das? War das alles, was geblieben war?
Ihr Herz schlug wie eine Trommel, als sie mit spitzen Fingern über den Kristall tastete. Sie spürte die Macht, die dem Stein innewohnte. Eine Macht, die ihr vertraut war, weil sie sie bereits in Händen gehalten hatte. Dies musste ein Splitter vom Herzen Nangogs sein! War es dieser Splitter gewesen, dessen Präsenz sie oben in der Halle mit den beiden Drachenköpfen empfunden hatte? Sie legte ihn auf die Werkbank. Für sie hatte er keinen Wert. Es gab nur eins, das sie hier finden wollte. Die Amphoren, denen sie vor sieben Jahren so nahe gekommen war.
Nandalee erhob sich und suchte weiter. Immer verzweifelter. Sie fand Kisten voller Werkzeuge. Einen Schrank, in dem seltsame Gewänder verwahrt wurden. Nur das, weswegen sie gekommen war, vermochte sie nicht zu entdecken.
Aus den Augenwinkeln sah sie etwas unter dem Schrottberg, den sie eben untersucht hatte, hervorkriechen. Es war flach wie ein verbogenes Blech, unter dem einige Eisenstangen hervorragten. Aber diese Stangen bewegten sich, sie besaßen Gelenke! Bevor Nandalee dieses Ding näher in Augenschein nehmen konnte, war es unter dem nächsten Schrotthaufen verschwunden.
Sollte sie vergebens gekommen sein? Oder lag das, was sie suchte, vielleicht unter einem der Schrotthaufen. Sie dachte an die Amphorenscherben. Sie waren der Beweis. Selbst wenn sie es fortgebracht hatten, es war zumindest eine Zeit lang hier gewesen.
Ein rhythmisches Quietschen schreckte sie aus ihren Gedanken. Nur fünf Schritt entfernt löste sich eine Spinne aus dem Schrott. Eine Spinne, mit einem Leib so groß wie der eines Ponys, stelzte auf langen Beinen zur Treppe, die Nandalee herabgekommen war. Und dort warteten schon weitere Spinnen. Sie alle waren aus silbern glänzendem Metall gefertigt.
Ihre Zeit hier unten lief ab, begriff Nandalee. Aber sie konnte nicht mit leeren Händen in den Jadegarten zurückkehren. Nicht schon wieder!
Wollten diese metallenen Geschöpfe ihr den Weg hinauf versperren? Oder gab es noch einen anderen Grund für ihre Wanderschaft?
Nandalee schlug einen weiten Bogen um die Spinnen. Dabei entdeckte sie große Nischen, die unter der Treppe in die Felswand geschlagen waren. Dort hatte sie noch nicht gesucht.
Entschlossen ging sie darauf zu. Dabei behielt sie aufmerksam die Schrotthaufen im Blick. Überall krochen nun Metallspinnen, Tausendfüßler und Kreaturen, die an große Kellerasseln erinnerten, hervor. Doch keines der Geschöpfe versuchte, sie anzugreifen. Vielleicht waren sie ja friedlich … Nandalee vermochte sich nicht vorzustellen, welchen Nutzen sie für die Devanthar hatten. Hoffentlich waren sie nur eine verrückte Spielerei.
In den Nischen stapelten sich Güter, die unter grauen Filzdecken verborgen waren. Aufgeregt zog sie die erste der Decken fort. Darunter lagen Rohre aus Kupfer, und in einer offenen Kiste befanden sich Dutzende Goldbarren.
Kaum dass sie die Decke angerührt hatte, kam Bewegung in die Metallspinnen. Klirrend schnappten die ersten Mandibeln zu, und eine Metallassel versuchte, ihre Fußknöchel zu rammen. Eine Kreatur, die größer als die anderen war und an einen Krebs erinnerte, kam mit hocherhobenen Scheren auf sie zugetippelt.
Die Elfe schob die Spinnen mit ihrem Fuß beiseite, ging zur zweiten Nische und zog die Decke fort. Dort stapelten sich Kisten und Säcke. Eilends trat sie zur dritten Nische, als sie der Krebs erreichte.
»Weg mit dir!«, fuhr sie die Kreatur an und machte einen Ausfallschritt.
Das Ding versuchte, ihr mit seinen langen Scheren ein Bein abzukneifen. Sie wich aus. Todbringer sauste nieder und trennte mit einem einzigen Schlag beide Scheren ab. Nandalee tänzelte zur Seite und versetzte dem Krebs einen weiteren Hieb. Kreischend schnitt der Elfenstahl durch den Rückenpanzer, und die metallene Kreatur blieb mit zuckenden Beinen liegen.