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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Ein Bote kam durch den Glasgang gelaufen und überreichte Gobhayn mehrere Papiere. Der Elf blickte flüchtig darüber, während der Bote sich bereits wieder zurückzog. Hornbori war leicht verärgert. Er hätte diese Papiere bekommen sollen.

Wieder knallte eine große Steinkugel gegen die Scheiben des Pavillons, und er zuckte zusammen. Gobhayn nicht. Wie schaffte es dieser verdammte Elfenschmied nur, so kaltblütig zu sein?

Endlich würdigte Gobhayn ihn eines Blickes. »Es sind die Felsen zweiundfünfzig und dreiundfünfzig, auf denen die Brände am schlimmsten toben. Auf fast allen angrenzenden Felsen sind bereits kleinere Feuer ausgebrochen, die wir aber noch beherrschen können.«

»Dann lassen wir die Felsen am besten sofort evakuieren.«

»Nein, das wäre unklug. Dann flüchtet die Besatzung der Felsen über die Brücken und Stahlträger, die wir abtrennen müssen. Das wird das ganze Prozedere erheblich verlangsamen. Wir benachrichtigen die Besatzungen der beiden Felsen nicht.« Er beugte sich über das Sprachrohr. »Sprechverbindung zu den Felsen zweiundfünfzig und dreiundfünfzig kappen«, befahl er knapp. Dann setzte er sorgfältig den Stöpsel auf das Rohr und blickte missbilligend auf Hornbori herab. »Nachdem wir gesprochen haben, muss das Rohr immer zugestöpselt werden. Sonst hören sie im Ersten Ohr alles mit, was hier im Pavillon gesprochen wird. Und denen fehlt der Überblick, um die Entscheidungen zu verstehen, die hier getroffen werden.«

Ihm fehlte dieser Überblick auch, dachte Hornbori. »Wie viele Männer sind auf den beiden Felsen?«

Gobhayn schloss kurz die Augen, als müsste er einige Zahlen im Kopf überschlagen. »Etwa sechshundert«, sagte er schließlich. »Es sind äußere Felsen mit Geschützstellungen, deshalb gibt es dort mehr Männer.«

»Wir können doch nicht einfach …«

»Wir können nicht nur, wir müssen!«, unterbrach ihn der Elfenschmied. »Die beiden Felsen entsprechen etwa einem Prozent unserer Schiffsmasse. Wir verlieren gerade die Bäume, die das Gewicht der Felsen tragen, und es besteht die Gefahr, dass sich die Feuer von dort weiter ausbreiten. Wenn fünf Prozent des Himmellands keinen Auftrieb durch Bäume mehr haben und dies ein zusammenhängendes Stück ist, bekommen wir Schlagseite. Und es wird ein zusammenhängendes Stück sein, wenn das Feuer von Fels zu Fels springt. Verlieren wir zehn Prozent unserer Bäume, zieht es uns nach unten. Wir können das dann auch nicht mehr durch den Betrieb der liegenden Luftschrauben aufheben. Wir werden zu Boden sinken. Und dort sind wir wehrlos.«

Hornbori vermochte den Ausführungen nicht ganz zu folgen. Er starrte hinaus in den Himmel. Ganz offensichtlich hatten noch nicht alle Drachen die Botschaft der Telepathen erhalten. Zwei weitere der alten Wolkensammler standen bereits in Flammen.

Plötzlich erschien ein Krieger mit wildem Bart und irrem Blick in den Augen unmittelbar vor ihm. Er ritt auf einem geflügelten Bären, der es schaffte, in der Luft stehen zu bleiben, während sein Reiter einen riesigen Hammer aus einem Sattelholster zog und damit nach Leibeskräften auf die Scheibe eindrosch.

»Er kann keinen Schaden anrichten«, bemerkte Gobhayn.

»Herr?«, meldete sich Nodon hinter ihm zu Wort. »Soll ich mit den Adlern abfliegen, oder habt Ihr Euch anders entschieden.«

Ein Bote mit neuen Papieren lief an Hornbori vorbei und reichte sie dem Elfenschmied. Und draußen hämmerte der verrückte Menschensohn immer noch mit dem Hammer gegen die Scheibe.

Hornbori schloss die Augen. Das war zu viel!

»Die Felsen zweiundfünfzig und dreiundfünfzig werden aus dem Verband gelöst«, hörte er Gobhayn langsam und überdeutlich sprechen. »Ich wiederhole: die Felsen zweiundfünfzig und dreiundfünfzig werden aus dem Verband gelöst. Es sind sofort Arbeitstrupps auszuschicken, um den Befehl auszuführen.«

Als Hornbori die Augen öffnete, traf eine Steinkugel den Mann vor der Scheibe und riss seinen Rumpf entzwei. Blut klatschte auf die Scheibe und rann daran herab. Gobhayn stand über das Sprachrohr gebeugt und setzte gerade wieder den Stöpsel ein.

Hornbori musste an die sechshundert Mann denken, die bald in den Tod stürzen würden und ihr Schicksal nicht einmal kommen sahen. Er war kein sonderlich guter Heerführer. Seine Befehle hatten viele tapfere Männer das Leben gekostet. Aber so etwas Kaltblütiges hatte er niemals getan. Und er würde nicht heute damit beginnen. »Gobhayn, ich übertrage dir das Kommando hier im Pavillon«, sagte er so laut, dass es jeder der Anwesenden hören konnte. »Ich trete nicht den Oberbefehl ab, dass das klar ist. Aber du entscheidest hier.«

»Und du?«, fragte der Elf verblüfft.

»Ich inspiziere jetzt die Geschützstellungen steuerbord. Ich glaube, man kann deren Leistungen noch verbessern.«

»Die Felsen zweiundfünfzig und dreiundfünfzig liegen steuerbord«, bemerkte Gobhayn. »Willst du etwa …«

Hornbori wandte sich an Nodon. »Du bist zwar der Leibwächter Solaiyns, aber da ich in der Befehlshierarchie über Solaiyn stehe, kann ich auch dir Befehle erteilen. Richtig?«

Nodon zögerte kurz, dann nickte er. »So ist es, Herr.«

»Gut. Sollte Gobhayn den Befehl geben, einen Felsen abzuwerfen, auf dem ich gerade stehe, wirst du ihn sofort enthaupten. Hast du das verstanden?«

»Ja, Herr!«, entgegnete Nodon, ohne sich anmerken zu lassen, was er von diesem Befehl hielt.

»Du kannst nicht …«, setzte Gobhayn an.

»Ich kann!« Hornbori funkelte ihn wütend an. »Vergiss nicht, ich bin der Oberkommandierende hier an Bord.« Dann wandte er sich ab und verließ den Pavillon durch den Glastunnel. Natürlich würde er nicht zu den Felsen zweiundfünfzig und dreiundfünfzig gehen. Er war ja nicht lebensmüde! Aber das konnte Gobhayn nicht wissen.

Als er den Glastunnel hinter sich ließ und in die vertraute Sicherheit massiver Felswände trat, fühlte er sich unglaublich erleichtert. Ihm war klar, dass er nichts gegen das Chaos der Schlacht, die um sie herum tobte, unternommen hatte. Aber diesen Wahnsinn nicht mehr mit ansehen zu müssen tat gut.

Das Richtige tun

»Die Hubschrauben antreten!«, rief Myrella in ihr Sprachrohr und stöpselte es wieder zu. Neugierig trat sie an den Abgrund. Zwanzig Schritt unter ihr war der große rostrote Rotor in den Fels eingelassen. Sie hörte das Metall in seiner Fassung knirschen, als die Kräfte der Laufräder auf die Hubschraube zu wirken begannen.

Da war eine Bewegung tief unter der Schraube. Etwas blitzte silbern. Als sich der große Rotor langsam zu drehen begann, schnellte zwischen seinen Flügeln ein silberner Wolf hervor. Ein Menschensohn saß auf einem Sattel, der aussah wie ein großer Stuhl. Fasziniert beobachtete Myrella, wie der Wolf in engen Kehren durch den Rotorschacht aufstieg.

Der Menschensohn im Sattel wirkte zerzaust. Er hatte strähniges schwarzes Haar, das im Flugwind flatterte. In den Händen hielt er einen kurzen Reiterbogen, auf dessen Sehne schussbereit ein Pfeil lag.

Eine der Schwingen des fliegenden Wolfs war mit Blut besudelt. Plötzlich traf sie der Blick des Reiters. Er hob den Bogen, zog die Sehne durch und passte sich der Bewegung des Wolfs an. Der Pfeil schnellte ihr entgegen.

Myrella wurde zur Seite gerissen. Das Geschoss verfehlte sie um Haaresbreite. Als sie hinab in den Schacht blickte, sah sie, dass dem Reiter ein Messer in der Brust steckte.

»Ihr müsst vorsichtiger sein, meine Dame. Ihr seid ganz offensichtlich keine Kriegerin.« Es war Dylan, der sie gerettet hatte. »Bitte entschuldigt mich nun. Ich habe die Befehle gehört …« Er schüttelte den Kopf. »Für das Schiff mag es das Richtige sein, moralisch ist es das nicht. Ich kann nicht zusehen, wie sechshundert Mann dem Tod überantwortet werden, ohne dass jemand den geringsten Versuch unternommen hat, sie zu retten.«

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