Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten
- Автор: Волков Александр Мелентьевич
- Серия: smaragdenstadt #2
- Язык: немецкий
- Жанр: Сказки народов мира
Электронная книга - «Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten». Краткое содержание книги:
Beschwörung, die ich mir nicht gemerkt habe, und als sie mich wieder hervorholte,
befanden wir uns in dem besagten Tal, vor dem Weinstock, an dem herrliche Trauben
hingen.
Willina sagte, ich sollte mich stärken. Ich aß ein paar Beeren und fühlte, wie mir ungeahnte Kräfte zuströmten. Die Zauberin pflückte eine große Traube und gab sie mir mit den Worten:
,Fliege los, du darfst keine Zeit verlieren!"
,Meine Herrin, vielleicht laßt Ihr Euch lieber selber durch eine Beschwörung zu meinen verschmachtenden Freunden versetzen?" fragte ich. ,Vollendet doch das gute Werk, das Ihr so schön begonnen habt!"
,Alberner Vogel!" entgegnete die Zauberin. ,Meine Beschwörungen können mich nicht über die Grenzen des Wunderlandes tragen. Wollte ich aber zu Fuß gehen, so würde das viel zu lange dauern."
So bedankte ich mich denn herzlich bei der guten Fee und flog zu euch. Was weiter kam, wißt ihr", schloß die Krähe bescheiden.
Von Kaggi-Karrs Bericht ergriffen, schwiegen die Zuhörer. Schließlich sagte der Seemann: „Ja, Kaggi-Karr, du bist ein wahrer Freund. Und ich bitte dich um Verzeihung, daß ich so schlecht über dich gedacht hab.
Bei meinem Kompaß! Wärst du auf meinem Schiff Matrose, ich würde dich zum Obermaat machen?"
Im Munde des Seemanns war dies das höchste Lob.
Am nächsten Morgen begann Kaggi-Karr von den Abenteuern des Scheuchs und des
Eisernen Holzfällers zu erzählen. Über Urfin wußte sie nichts Näheres zu berichten und
konnte auch nicht erklären, wie er die lebenden Holzsoldaten geschaffen hatte.
Den Worten der Krähe nach zu urteilen, war Urfin ein mächtiger Zauberer, dem schwer
beizukommen sei. Elli und ihre Gefährten empfanden brennenden Haß gegen den
machtgierigen und grausamen Diktator.
Der Verrat Ruf Bilans löste bei ihnen tiefste Verachtung aus.
Elli war von der Tapferkeit des. Scheuchs und des Eisernen Holzfällers begeistert, und der Seemann sagte, er würde mit solch mutigen Männern die gefährlichsten Seereisen wagen. Auch über die Treue und den Mut Din Giors und Faramants sprachen sich Charlie Black und Elli sehr lobend aus.
„Jetzt wißt ihr, wie sich alles zugetragen hat", schloß Kaggi-Karr ihren Bericht. Elli fragte:
„Und was ist aus dem langbärtigen Soldaten und dem Hüter des Tores geworden?"
„Ich hab sie nicht mehr gesehen, nachdem sie während der Einnahme der Stadt in
Gefangenschaft geraten waren. Aber ein bekannter Spatz aus der Smaragdenstadt sagte
mir, daß man sie in einem Keller hält und gut füttert. Urfin hofft wahrscheinlich, sie zu
überreden, in seine Dienste zu treten."
„Das wird ihm nicht gelingen!" sagte Elli.
„Das ist auch meine Ansicht", pflichtete ihr die Krähe bei.
„Urfin und seine Holzarmee sind ernste Gegner", bemerkte nachdenklich der einbeinige Seemann.
„Werden wir ihnen beikommen, Onkel Charlie?" fragte Elli. „Merke dir die kluge Regeclass="underline" Kommt Zeit, kommt Rat. Wenn wir die Berge hinter uns haben, werden wir uns überlegen, was wir gegen Urfin unternehmen können." „Kaggi-Karr, erzähl uns bitte, wie du mich nur gefunden hast", bat Elli. „Ich kann euch sagen, das war keine leichte Sache", erwiderte die Krähe stolz. „Ich bin bei gutem Wind über die Wüste geflogen, und dann begannen die großen Schwierigkeiten. Ihr werdet wohl verstehen, daß ich nicht den Erstbesten fragen konnte, wo Kansas liegt. Ich maßte mich an die Leute heranschleichen und aus ihren Gesprächen erlauschen, wo ich bin . . . Mehrere Wochen irrte ich umher. Wie ich mich freute, als ich endlich das Wort ,Kansas' hörte' Dann kam ich mit jedem Tag meinem Ziel näher. Schließlich erblickte ich dich, Elli, von weitem und erkannte dich sofort, obwohl ich dich nur ein einziges Mal gesehen hatte, als du den Scheuch vom Pfahl nahmst. Ich freute mich so sehr, daß ich jede Vorsicht vergaß und den bösen Buben mit den Steinen an mich herankommen ließ . . ." „Kaggi-Karr, du hast eine außergewöhnliche Großtat voll-bracht'." rief Elli begeistert. „Nicht umsonst haben der Scheuch und der Holzfäller gerade dich nach Kansas geschickt." „Mag sein", erwiderte die Krähe mit gespielter Gleichmut und fügte hinzu: „Und jetzt ruht euch ein wenig aus, ich will derweilen den Weg über die Berge auskundschaften."
Kaggi-Karr lüftete die Flügel und flog davon.
Charlie Black hieß Elli schlafen gehen, um Kräfte zu sammeln, und begann mit den Vorbereitungen zu dem schweren Marsch über die Berge. Er fing etwa zwei Dutzend Kroxe, die er ausnahm und zum Trocknen in der Sonne aufhängte. An eine andere Schnur hängte er saftige Weintrauben, damit sie an der Sonne zu Rosinen werden.
Dann begann Charlie an den Schuhen zu werken. Seinen Stiefel und Ellis Schuhe beschlug er mit Nägeln, damit sie auf den Felsen und dem Eis nicht rutschten, und., in sein Holzbein trieb er einen dicken Nagel mit der Spitze nach unten. Für Totoschka fertigte der Seemann ein Paar kleine Schuhe aus weicher Baumrinde, die die Pfoten des Hündchens gegen Kälte schützen sollten, wenn es über die Gletscher gehen würde. Das alles nahm einen vollen Tag in Anspruch. Spätabends kehrte Kaggi-Karr völlig erschöpft zurück.
„Das sind aber Berge!" stieß die Krähe heiser hervor. „Nicht umsonst sagen die Leute, daß
noch niemand über sie gekommen ist. Aber ich laß mit mir nicht spaßen. Heute bin ich von
unserem Lager nach Westen geflogen, morgen geht's nach Osten."
Die Wanderer schliefen unter dem Rausche n eines Wasserfalls ein.
Die ganze Nacht träumte Elli von Urfins Soldaten, die auf dem Gelben Backsteinweg
stapften.
Am nächsten Tag zog die Krähe wieder in die Berge.
Auf einer Wanderung durch das Tal entdeckte Charlie wildwachsende Kürbisse, die wie riesige Birnen aussahen. Der Seemann freute sich gewaltig über diesen Fund. Er schnitt mehrere Früchte an, kratzte das Fleisch und die Kerne heraus und legte die leeren Kürbisse zum Trocknen an die Sonne. So erhielt er gute, leichte Trinkwasserbehälter. Dann fertigte Charlie aus Korkbaumrinde Pfropfen für die Behälter, die man jetzt mit Wasser füllen und in die Rucksäcke legen konnte.
Die Sonne stand noch hoch am Himmel, als Kaggi-Karr zurückkehrte. Mit triumphierender Stimme schrie sie von weitem:
„Ich hab den Weg gefunden! Die Berge wollten mich zum Narren halten, aber ich habe sie überlistet!"
Während sie erzählte, verschlang sie gierig große Stücke von den Kroxen, die der Seemann gefangen hatte.
„Es ist natürlich kein bequemer Weg, nur ein Pfad, aber man kommt schon durch, wenn
man sich ein bißchen anstrengt. Außerdem führt er über einen Paß, der weit unter dem
Kamm verläuft. Ich will mich nicht loben, Onkel Charlie, wenn ich sage, daß nicht jeder
Vogel in dem Gewirr von Gipfeln und Kämmen den Paß gefunden hätte."
„Bei allen Krähen der Welt, Kaggi-Karr, schon als ich dich zum erstenmal sah, war mir
klar, daß du ein außergewöhnlicher Vogel bist", sagte der Seemann.
Und Elli fügte hinzu:
„Es war ja auch kein Zufall, daß gerade du den Scheuch auf den Gedanken gebracht hast, sich nach einem Gehirn umzusehen!" Kaggi-Karr fühlte sich geschmeichelt.
„Morgen müssen wir früh aufbrechen", sagte sie, „denn der Weg ist weit und mühsam."