Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Прочая древняя литература » Eichmann-Syndikat. Tom Sydows fünfter Fall (German Edition)
Eichmann-Syndikat. Tom Sydows fünfter Fall (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Eichmann-Syndikat. Tom Sydows fünfter Fall (German Edition)

Электронная книга - «Eichmann-Syndikat. Tom Sydows fünfter Fall (German Edition)». Краткое содержание книги:

Berlin 1962. Weshalb wurde Adolf Eichmann, Organisator der sogenannten Endlösung der Judenfrage bis ins Jahr 1960 nicht enttarnt? Haben Seilschaften es verhindert? Als eine Sekretärin beim BND ermordet wird, übernimmt Hauptkommissar Tom Sydow den Fall und stößt auf eine seit 1952 bekannte, nach Südamerika führende Spur, der nicht nachgegangen wurde. Sydow muss sich jedoch nicht nur mit der Aufklärung des Falles beschäftigen, sondern auch mit der Nazivergangenheit seiner eigenen Familie.
1 ... 17 18 19 20 21 22 23 24 25 ... 51
Перейти на страницу:

»Jetzt will ich dir mal was sagen, mein Schatz. Mein Vater, mein ach so anständiger Vater, gehörte zu den engsten Mitarbeitern eines gewissen Herrn Doktor Luther, Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt. Na, fängt’s an zu klingeln?«

»Schrei nicht so, Tom. Ich verstehe dich auch so.«

»Tatsächlich? Das bezweifle ich.«

»Kein Grund, ironisch zu werden. Sag, was du zu sagen hast – aber bitte nicht in diesem Ton.«

»Tut mir leid, Lea, aber ich … ich … Was ich damit sagen will, ist: Vater war nicht so unwissend, wie er tat.«

»Wie kommst du darauf?«

Bevor er fortfuhr, holte Sydow tief Luft. Dann sagte er: »Doktor Luther, seines Zeichens Unterstaatssekretär, war ein Duzfreund von Vater.«

»Und was, bitte sehr, ist daran so schlimm?«

»Gar nichts. Außer vielleicht, dass er zu den Teilnehmern der Wannseekonferenz gehörte. Du weißt schon, jene 15 ehrenwerten Herrschaften, denen es gefiel, Millionen von Menschen in den Tod zu schicken. Protokollant: Adolf Eichmann, unlängst in Israel zum Tode verurteilter SS-Obersturmbannführer.«

»Sei nicht so zynisch, Tom. Wer weiß, wie du dich verhalten hättest, wenn du in der Position deines Vaters gewesen wärst.«

»Ich?«, empörte sich Sydow und deutete sich mit dem Zeigefinger auf die Brust. »Was ich damals getan hätte, willst du wissen? Kann es sein, dass ich dir die Geschichte schon hundert Mal erzählt habe?«

»Hast du, mein Schatz, hast du.« Ein mitleidvolles Lächeln im Gesicht, war Lea nicht darauf aus, eine Auseinandersetzung vom Zaun zu brechen, trat auf Sydow zu und strich ihm über die Wange. »Ich weiß, was du mitgemacht hast, Tom. Du musstest mit ansehen, wie dein Kollege auf offener Straße niedergeschossen worden ist, bist von der Gestapo durch halb Berlin gejagt worden, bist mit Mühe und Not entkommen. Musstest sämtliche Brücken hinter dir abbrechen. Ausgerechnet du, mein Vorzeigeberliner.«

»Das hast du aber schön gesagt, Schatz.«

»Hatte ich dich nicht darum gebeten, dir jegliche Ironie …?«

»Schon gut, Lea. Ich werd’s mir merken.«

Die Angesprochene quittierte es mit einem Stirnrunzeln. Dann sagte sie: »Weißt du, was das Gute daran ist, Tom?«

»Ich weiß nicht, ob es mir guttut, ständig in Abgründe blicken zu müssen.«

»Aber du weißt, was ich sagen will, oder?« Die Hand auf seiner Schulter, studierte Lea den Gesichtsausdruck ihres Mannes und sagte: »Sie ist tot, Tom. Hörst du? Deine Schwester Agnes lebt nicht mehr. Sieh zu, dass du mit der Vergangenheit ins Reine kommst.«

»Tot«, wiederholte Sydow in nachdenklichem Ton und betrachtete das Foto in seiner Hand. Dann aber, von einem Moment auf den anderen, hob er den Blick und ließ es in seiner Brusttasche verschwinden. »Tot, sagst du.«

»Ja, tot, genau wie dein Vater, Tante Lu und … sag mal, Tom, was ist denn eigentlich los? Komm schon, mir kannst du es ja wohl sagen!«

»Kann ich nicht.«

»Darf man fragen, warum?«

»Weil du mich sonst für bekloppt halten würdest – darum.« Einem plötzlichen Impuls folgend nahm Sydow seiner Frau den Brief aus der Hand, legte ihn zurück ins Schubfach und begann mit versteinerter Miene auf und ab zu gehen.

»Was immer es ist, das dir durch den Kopf geht, Tom – auf die Art kommen wir nicht weiter. Lass uns ein andermal wiederkommen. Ist wahrscheinlich nicht dein Tag. Und meiner auch nicht.« Einen Seufzer auf den Lippen, blickte Lea auf die Uhr. »Außerdem müssen wir uns demnächst um deine Mutter kümmern. Halb fünf im Hotel – schon vergessen?«

»Wie könnte ich!«, seufzte Sydow mit schicksalsergebener Miene, blieb stehen und wirbelte ohne Vorankündigung herum. »Wenn wir gerade über Pflichterfüllung reden!«, rief er plötzlich aus, vom einen auf den anderen Moment nicht mehr wiederzuerkennen. »Du hast doch nichts dagegen, wenn ich kurz im Präsidium anrufe, dauert nicht lange, mein Schatz, wer weiß, vielleicht werde ich dort gebraucht, du weißt doch, ohne mich kommen die auf keinen grünen …«

»Lange Rede, kurzer Sinn: Du möchtest, dass ich die Betreuung der Frau Mama übernehme!«, rief Lea aus, nachdem der Redeschwall ihres Mannes abgeebbt war. »Sag mal, schämst du dich eigentlich nicht?«

»Doch, mein Schatz, doch!«, beteuerte Sydow, griff zum Hörer und wartete das Ende einer Diskussion, bei der er garantiert den Kürzeren ziehen würde, erst gar nicht ab. »Versteh doch – als Kripo-Beamter ist man immer im Dienst!«

»Und was ist mit der Abendgesellschaft bei deinem Chef? Davor kannst du dich nicht auch noch drücken.«

»Aber die ist doch erst um acht, Lea!«, wiegelte Sydow ab, wählte Krokowskis Nummer und setzte eine Unschuldsmiene auf, bei deren Anblick Lea in ungläubiges Gelächter ausbrach. »Bis dahin bin ich längst wieder … Bist du’s, Kroko? … Da denkst du richtig, ich habe frei. Ich dachte, ruf mal kurz an, um zu fragen, ob bei denen alles in … Wie bitte? Theo Morell? Willst mich wohl veräppeln, was?«

»Du bist das hintertriebendste Schlitzohr, das ich kenne, Sydow, weißt du das?«

Natürlich wusste er das. Und er wusste sehr wohl, was der Tonfall seiner Frau und das Ignorieren seines Vornamens zu bedeuten hatten. Aller Einsicht zum Trotz gab er jedoch keine Antwort, schleuderte den Hörer auf die Gabel und bedeutete Lea, ihm zu folgen.

»Erklär’ ich dir später!«, war alles, was ihm zu sagen einfiel, nachdem sie ihrem Unmut Luft gemacht und er sie unter Aufbietung all seiner Überredungskünste dazu gebracht hatte, in seinen Aston Martin zu steigen. »Bin schneller wieder da, als du denkst.«

Oder auch nicht, fuhr es ihm im gleichen Moment durch den Sinn.

Aber das wagte er nicht auszusprechen.

Und gab Gas.

9

Berlin-Charlottenburg, Friedhof Heerstraße │ 15:40 h

Rien ne va plus. Nichts geht mehr, altes Haus.

Theodor Morell, Berlins meistgesuchter Mordzeuge, wog die Steine, welche er aufgesammelt hatte, in der Fläche seiner Hand, trat an das verwahrloste Grab und murmelte das jüdische Totengebet. Es war lange her, dass er zum letzten Mal hier gewesen war, zu lange, um behaupten zu können, er halte seine Retterin in Ehren.

Angebracht wäre dies nämlich allemal gewesen. Frau Jähnke, die hier begraben lag, war es zu verdanken, dass Theo Morell alias David Rosenzweig überhaupt noch am Leben war. Die Rentnerin hatte nicht gezögert, ihm Unterschlupf zu gewähren, und das, obwohl sie den Neffen ihrer Freundin nur vom Sehen kannte. Ihre Laube, Teil einer Kolonie unweit des Kurfürstendamms, war zwar nur mit Teerpappe verkleidet und nicht übermäßig geräumig gewesen. Dennoch waren ihm die fünf Quadratmeter, wo er über zwei Jahre ausharren musste, zeitweise wie das Paradies vorgekommen.

›Elsbeth Jähnke (1877-1957)‹ – er war ihr zu Dank verpflichtet, weit mehr, als er mit Worten ausdrücken konnte. Muttchen, wie er sie liebevoll nannte, hatte das Wenige, was sie besaß, mit ihm geteilt und ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um seines zu retten. Morells Blick schweifte in die Ferne. Gut drei auf zwei Meter, eigentlich nur ein Bretterverschlag, der durch eine Tapetentür zugänglich war. Ausgestattet mit einer Liege, vornehme Bezeichnung für eine Matratze, die auf einem Holzrahmen ruhte. Dazu ein Tisch, ein wackeliger Stuhl und ein Fenster, das so klein war, dass man nicht einmal den Kopf hindurchstecken konnte. Die Tüllgardine, die den Blick ins Innere verwehrte, nicht zu vergessen.

Das war seine Welt gewesen, nicht gerade das Adlon, unter den gegebenen Umständen jedoch die Rettung. Richtig schlimm war es erst in den Bombennächten geworden, während denen er gezwungen war, dort auszuharren. Während sich andere in den Luftschutzkellern verkrochen hatten, war er, der Verfemte, dem Inferno schutzlos preisgegeben gewesen. Eines Nachts, als die Gefahr besonders groß gewesen war, hatte er sogar zu beten begonnen. Ein Ereignis, das er nie und nimmer für möglich gehalten hätte.

1 ... 17 18 19 20 21 22 23 24 25 ... 51
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)