Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Kerker und Ketten - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Kerker und Ketten

Электронная книга - «Kerker und Ketten». Краткое содержание книги:

Der Pfeifer und seine Freunde quälen sich in den Steinbrüchen von El Mengub. Schon haben sie den sicheren Tod vor Augen, da dürfen sie neue Hoffnung schöpfen: die Piratin Marina, in schmerzlicher Haßliebe an Michel Baum gekettet, versucht, die Gefangenen zu befreien. Doch bald wird sie selbst von Sklavenhändlern verschleppt, und nun ist es an Michel, sie zu suchen. Aber der Bej von Tunis hält ihn fest, und erst eine Palastrevolution schafft ganz neue Verhältnisse. Doch Marina bleibt verschwunden.
In buntbewegten Szenen wird die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts gegenwärtig.
1 ... 16 17 18 19 20 21 22 23 24 ... 85
Перейти на страницу:

»Die Hunde!« sagte Jardin und fuhr sich über die Augen. Kapitän Porquez schlug ein Kreuz, und Marina blickte zu Boden. —

Man saß im Dunkel. Ojo, der sich in der Nähe Michels am wohlsten zu fühlen schien und auch jetzt wieder neben ihm hockte, sagte leise:

»Euch hätte es auch beinahe erwischt. Senor. Die Gräfin hat Euch das Leben gerettet. Das muß man sagen, sie war tapfer, tapfer war sie.«

Als die anderen schliefen und Marina die zweite Wache hatte, stand Michel auf und trat zu ihr.»Ich--ich möchte Euch meinen Dank sagen, Madonna. Ich hörte, daß ich Euch mein Leben verdanke.«

Marina stand gegen den Stamm einer Zeder gelehnt und blickte dem Silbador tief in die Augen. »Ich liebe Euch«, meinte sie unbefangen, »was lag da näher, als dafür zu sorgen, daß Ihr mir erhalten bleibt?«

Plötzlich ließ sie das Gewehr fallen und stürzte an Michels Brust.

»Laß mich--laß mich, nur dieses eine Mal will ich dich küssen. Stoß mich nicht weg. Bitte

Wie ein Rausch kam es über Michel. Er legte seine Arme um sie und küßte sie und fühlte doch im selben Augenblick, daß er eine andere meinte, eine, die weit weg war und nun nicht mehr auf ihn wartete.

11

Das spanische Expeditions-Korps hatte sich bei Sidi-Mes aufgestellt. Drei Reihen bildete die Infanterie — eine dünne Linie. Allerdings war die Feuerkraft recht erheblich, wenn die Salven nicht zu früh in die Angreifer geschossen wurden.

Im Augenblick war jedoch noch nirgends ein Feind zu sehen. Die Sonne glühte unbarmherzig, und die Strahlen brachen sich funkelnd an den Gewehrläufen. Vom Befehlshaber bis zum letzten Arkebusier herab herrschte Nervosität.

Sämtliche Schlachten gegen den Daj von Algier waren bisher verloren worden. Hier nun, wahrscheinlich schon in wenigen Minuten, mußte sich das Schicksal der spanischen Expeditionsarmee entscheiden. Siegte man, so konnte man anschließend zum Angriff übergehen. Im Fall einer Niederlage aber blieb allenfalls noch die Rettung auf die Schiffe, die nahe der Küste vor Anker lagen. Es wurde zwei Uhr — drei Uhr — halb vier.

»Por Dios, möchte wissen, wann der Kerl angreifen wird«, sagte der General zu einem der neben ihm haltenden Ordonnanzoffiziere.

Ein anderer hoher Offizier wischte sich fortwährend den Schweiß vom Gesicht. Unruhig saß er zu Pferde, dessen Zügel er in der verkrampften, schweißigen Faust hielt. Die Nervosität teilte sich den Soldaten mit. Das Warten zermürbte.

Da erscholl plötzlich ein Hornruf. Er fuhr der ganzen Armee in die Knochen. Fertigmachen zum Kampf!

Die Sonne stand schon weit im Westen, im Rücken der Spanier, und blendete sie nicht. Jetzt brauste er heran. Man konnte noch keine Einzelheiten unterscheiden. Ein fernes Geheul ließ die Luft erzittern, und unter dem Stampfen der Kameltritte und Pferdehufe dröhnte die Erde. Der General ritt an die Flanke und kommandierte: »Offiziere heraustreten!«

Die Offiziere marschierten mit erhobenem Degen sechs Schritte vor die Front. Dann machten sie halt — eine Links- bzw. Rechtswendung — und marschierten wie auf dem Kasernenhof an die rechte und linke Flanke des Heeres. Wieder eine Kehrtwendung — und sie standen mit den Gesichtern zu ihren Soldaten.

Vorn schien die Hölle losgelassen zu sein. Man konnte jetzt mit bloßem Auge sehen, wie der Angriff sich entwickelte. Der Gegner hatte keine Schlachtordnung. DieKamelreiter bildeten die Spitze. Aber die Kavallerie, die es gar zu eilig hatte, ritt teilweise schon mitten zwischen ihnen. »Erstes Glied — hinlegen! — Zweites Glied — knien!«

Immer näher heran kamen die Scharen des Daj. Das Geheul wurde schier unerträglich für europäische Ohren.

Die Offiziere standen noch immer in stoischer Ruhe mit erhobenen Degen auf demselben Fleck. Bis auf zweihundert Meter waren die Angreifer heran. Und noch kam kein Befehl, die Gewehre anzulegen.

Hundertfünfzig Meter — hundertfünfundzwanzig Meter-Die Stimme des Generals: »Erstes Glied — legt an!«

Die Offiziere rissen den Arm mit dem Degen hoch. »Gebt Feuer!«

Die Degen sausten herab und verharrten still mit der Spitze auf der Erde.

Dann wiederholte sich das gleiche Kommando für das zweite Glied, während das erste hastig nachlud.

Allein, die Salve hatte die Kamelreiter kaum zum Stocken gebracht. Wohl fielen Dutzende von Kamelen und begruben ihre Reiter unter sich. Aber die nächsten Wellen stürmten über sie hinweg.

Die zweite Salve krachte. Die dritte folgte, in viel zu kurzem Abstand. Das erste Glied hatte wieder geladen.

Doch da stürzte sich die entfesselte Hölle bereits über die Soldaten.

Die Hornrufe schmetterten zum Sammeln in Karrees.

Von der Verteidigungslinie zum Karree, das heißt: Rückzug.

Immer wieder stieß die Kavallerie in die zurückflutenden Soldaten. Immer schneller wurde ihr Schritt. Einige der formierten Haufen lösten sich bereits auf und stürmten in wilder Flucht dorthin, wo die Schiffe lagen. An die Verwundeten dachte niemand. Sie wurden ihrem Schicksal überlassen. In regellosen Haufen erreichte man die Boote. Gewehre flogen zur Erde. Die Artillerie, die gar nicht mehr zum Einsatz gekommen war, wurde zurückgelassen. Rund zehntausend Mann der Expeditionsarmee kämpften noch an der Küste, um den anderen das Übersetzen zu ermöglichen.

Nach und nach aber wurden sie von den wilden Schwärmen der Janitscharen niedergeritten. Sie warfen ebenfalls die Waffen und Helme weg und versuchten, sich schwimmend zu retten. Karl III. hatte die Schlacht gegen den Daj von Algier verloren.

Unter Zurücklassung aller Geschütze und vieler Verwundeter schiffte er sich mit seinem Expeditionskorps ein.

Wilder Jubel herrschte unter den Janitscharen. Die Augen Baba Alis, des Fürsten von Al-Dschesair, glühten fanatisch. Er hatte dem verfluchten Spanier eine Lehre erteilt, die ihm sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben würde. Die Fahne des Propheten wehte wieder über Sidi-Mes.

12

Isolde Hawbury lag völlig geistesabwesend in ihrem Verlies unter dem Palast des Daj in Algier. Sie spürte kaum noch die Ketten um Hand- und Fußgelenke; siestarrte zur Decke empor und bewegte murmelnd die Lippen.

Fast sieben Monate waren seit ihrer Flucht und ihrer Wiederergreifung vergangen. Und seitdem hatte sie kein Lebenszeichen mehr von Michel Baum und seinen Gefährten erhalten. Ob sie überhaupt noch am Leben waren — ?

Anfangs hatte sich das Mädchen innerlich gegen die Sklavenketten aufgebäumt, hatte den Wächter beschimpft, der ihr das kärgliche Essen brachte, hatte sich über die schmutzigen Krüge beschwert, aus denen sie mit fauligem Trinkwasser ihren Durst stillen sollte. Es hatte nichts genützt. Isolde trug noch immer die Überreste der Janitscharenuniform, in der sie den Fluchtversuch unternommen hatte. Ihr Lager bestand aus verdorbenem Stroh, und rings um sie herrschte ein durchdringender Gestank, den sie schon nicht mehr wahrnahm. Hin und wieder überfielen sie wohl die Gedanken an die Heimat, an London, an den Vater und an jene schönen Tage, die sie mit ihm beim Sultan von Marokko in Fes verbracht hatte. Und dann kam jener schreckliche Abend, an dem sie sich plötzlich in der Nähe eines Basars von kräftigen Fäusten gepackt fühlte. Als sie ihr Bewußtsein wiedererlangt hatte, lag sie in einer Sänfte, die zwischen zwei Kamelen hing und sanft schaukelte. Ein Blick durch die Vorhänge verriet ihr, daß es Nacht war. Beim Anblick des hellen Schimmers der Dünen, auf denen sich das Mondlicht brach, wurde ihr klar, daß sie sich in der offenen Wüste befand. Die Mädchenhändler des Orients waren klug genug, nicht die belebten Straßen zu wählen und, solange es irgendwie ging, den Weg durch die Wüste zu bevorzugen. Isolde Hawbury war keine von den verzärtelten Puppen der europäischen Gesellschaft, die unfähig waren, sich gegen irgend etwas aufzulehnen. Ihr Vater, General im Kolonialamt, hatte frühzeitig darauf gedrungen, daß seine Kinder durch die harte Schule des britischen Koloniallebens gingen. Reiten, Schießen und Ausdauer waren die hervorstechenden Merkmale einer solchen Erziehung. Hinzu kam die Schulung in Sprachen, wie sie für den Dienst in den Besitzungen und Dominions des Empire unerläßlich war.

1 ... 16 17 18 19 20 21 22 23 24 ... 85
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)