Taran und der Zauberkessel
- Автор: Ллойд Александер
- Серия: Die Chroniken von Prydain #2
- Год: 1983
- Язык: немецкий
- Переводчик: Отфрид Пройслер
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Taran und der Zauberkessel». Краткое содержание книги:
„Ich spreche von Arawns Kessel“, sagte der Junge. „Ich denke, daß er mit anderen Kesseln kaum zu verwechseln ist.“
„Oh“, sagte Orddu mit freundlichem Grinsen, „dann scheinst du den Schwarzen Crochan zu meinen.“ „Ich wußte nicht, daß er einen besonderen Namen hat“, sagte Taran. „Hauptsache, daß es sich um den Kessel Arawns handelt.“
„Nehmt lieber einen anderen!“ schlug ihm Orwen vor. „Was wollt ihr denn mit dem alten Ding? Oder habt ihr die Absicht, Leichen zu stehlen und Kesselkrieger daraus zu machen? Wir schenken euch einen Kessel, worin ihr den köstlichsten Schlaftrunk brauen könnt – oder einen, der wie kein zweiter geeignet ist, um sich darin gesund zu baden.“
„Wir wollen den Schwarzen Crochan und sonst nichts!“ sagte Taran. „Drum Schluß mit den Ausflüchten! Habt ihr ihn oder nicht?“
„Ob wir ihn haben?“ erwiderte Orddu. „Immerhin ist er unser Eigentum! Er hat uns zu allen Zeiten gehört und gehört uns auch jetzt noch.“
„Euch?“ rief der Junge verdutzt. „Arawn hat ihn euch also gestohlen?“ – „Nicht eigentlich“, meinte Orddu verlegen. „So habt ihr ihn Arawn geschenkt?“ rief Eilonwy. „Wo ihr doch wissen mußtet, was er damit im Schild führte!“ „Wir wollten ihm eine Gelegenheit zur Bewährung geben“, entgegnete Orddu sanft. „Jedermann hat ein Recht darauf, daß man ihm dann und wann eine solche Gelegenheit bietet – findet ihr das nicht auch?“ „Außerdem hat er uns schwören müssen, den Kessel nach Ablauf einer gewissen Zeitspanne wieder an uns zurückzugeben“, fuhr Orwen fort. „Doch leider hat er den Eid gebrochen!“ rief Orgoch. „Und deshalb“, erklärte Orddu, „ist uns nichts anderes übriggeblieben, als nach Annuvin zu gehen und uns den Kessel zurückzuholen.“
Fflewddur riß Mund und Augen auf. „Ihr seid in Annuvin gewesen? Ihr drei habt den Kessel herausgeholt? Beim großen Belin, wie habt ihr das fertiggebracht?“ „Laß das unser Geheimnis bleiben“, entgegnete Orddu augenzwinkernd. Jedenfalls ist der Zauberkessel nun wieder bei uns, und hier wird er bleiben, auch wenn euch das nicht zu passen scheint. Aber bedenkt doch: Der Schwarze Crochan wäre viel zu gefährlich für euch, den können wir euch nicht geben – nicht einmal Dallben zuliebe.“
„Nicht einmal ihm zuliebe“, fuhr Orwen fort. „Es wird besser sein, meine lieben Entlein, wenn ihr von hier verschwindet und euch den Schwarzen Crochan aus dem Kopf schlagt. Bestellt unserem lieben kleinen Dallben und dem Fürsten Gwydion einen schönen Gruß von uns und sagt ihnen, wir bedauerten es von ganzem Herzen, ihnen in dieser Sache nicht dienen zu können. Nein, wirklich nicht!“
Taran wollte ihr widersprechen, doch Orddu wies ihm die Tür und sagte: „Die Nacht, meine lieben Küken, könnt ihr im Schuppen verbringen. Morgen früh, wenn es hell wird, macht ihr euch auf die Socken. Wir stellen es euch anheim, ob ihr lieber zu Fuß nach Hause zurückkehren wollt – oder…“ „Oder“, kicherte Orgoch, – auf Krötenbeinen!“
Der Schwarze Crochan
Die Tür fiel ins Schloß, die Gefährten befanden sich wieder im Freien.
„So haben wir’s gern!“ rief Eilonwy ärgerlich. „Nach all dem Gerede vom lieben süßen kleinen Dallben schmeißen sie uns einfach raus!“
„Besser raus als rein, wenn du mich fragst“, meinte der Barde. „Wir Fflams sind bekannlich große Tierfreunde – aber das heißt noch lange nicht, daß ich gern eine Kröte wäre.“
„Nein, o nein!“ heulte Gurgi auf. „Auch der tapfere, treue Gurgi möchte genauso bleiben, wie er ist: klug, schön und fein, ohne Krötenbein!“
Taran wandte sich nach der Hütte um und begann mit den Fäusten gegen die Tür zu schlagen. „Ihr müßt uns zu Ende anhören!“ rief er. „Ihr müßt euch Zeit nehmen, um die Sache zu überdenken!“
Die Tür blieb verschlossen. Da lief er zum Fenster und klopfte und rief auch dort, doch die Zauberweiber ließen sich nicht mehr blicken.
„Ich fürchte, es hat keinen Zweck“, meinte Fflewddur. „Mit deinem Geschrei und Gepolter machst du sie höchstens ärgerlich. Solche – hm – Damen haben bekanntlich für Lärm nichts übrig.“
„Aber wir können nicht einfach weggehen!“ sagte Taran. „Vergiß nicht, daß sie den Schwarzen Kessel besitzen. Wer weiß, was sie damit anstellen werden. Ich fürchte sie jedenfalls und mißtraue ihnen. Denkt an den König Arawn! Wer immer den Kessel von ihnen bekommt, kann zur tödlichen Gefahr für Prydain werden.“ „Dem Schicksal sei Dank, daß ihn Ellidyr nicht gefunden hat“, meinte Eilonwy. „Ich fürchte, das hätte zu keinem guten Ende geführt.“
„Laß dir von mir, der ich hier der Älteste bin, einen guten Rat geben“, sagte Fflewddur. „Ich glaube, wir täten klug daran, wenn wir nach Haus eilten und alles Weitere Gwydion überließen. Er mag sich mit Dallben darüber beraten, wie man den Zauberweibern am besten beikommt.“
„Damit würden wir wertvolle Zeit verlieren“, entgegnete Taran. „Wenn es den Häschern Arawns nicht geglückt ist, den Kessel zurückzuholen, so heißt das noch lange nicht, daß der Herr von Annuvin das Spiel um den Schwarzen Crochan verlorengibt. Wir dürfen nicht wagen, den Kessel hier einfach zurückzulassen.“ „In diesem Punkt muß ich Taran beipflichten“, sagte Eilonwy. „Ich traue den dreien auch nicht. Der Schwarze Crochan muß weg von hier!“
„Recht hast du!“ pflichtete ihr der Barde bei. „Doch leider sind sie und nicht wir es, die den Crochan besitzen. Vergeßt das nicht! Sie sind dort, wir sind da – und ich fürchte, daß es uns nicht gelingen wird, das zu ändern. – Taran hatte eine Weile schweigend nachgedacht. Nun hob er den Kopf und erklärte: „Als Arawn sich weigerte, ihnen den Kessel zurückzugeben, gingen die Zauberinnen zu ihm nach Annuvin und holten sich ihn. Auch uns wird, so fürchte ich, keine andere Wahl bleiben, als uns den Kessel zu holen.“
„Wir werden ihn also stehlen!“ rief Fflewddur, und seine Miene verklärte sich. „Großartig! Ich muß sagen, daß die Geschichte allmählich anfängt, mir Spaß zu machen!“ Eilonwy hatte Bedenken. „Wißt ihr denn überhaupt, wo sie den Kessel verborgen halten?“ fragte sie. „Oder meint ihr, sie würden uns das auf die Nase binden!“ „Zu dumm, daß wir Doli verloren haben“, sagte der Junge stirnrunzelnd. „Mit seiner Hilfe wäre es eine Kleinigkeit, das herauszufinden. Nun, wir haben ja eine ganze Nacht lang Zeit, um den Kessel zu suchen. Doch gehen wir nun in den Schuppen und tun wir, als ob wir uns schlafen legten, sonst schöpfen die drei Verdacht.“
Der Schuppen, von dem Orddu gesprochen hatte, war ein niedriges, leerstehendes Gebäude, durch dessen rissige Wände der Herbstwind pfiff. „Ziemlich kühl hier“, bemerkte der Barde fröstelnd. „Und luftiger, als mir lieb ist zum Pläneschmieden …“
„Ich wünschte, wir hätten ein wenig Stroh!“ seufzte Eilonwy. „Sonst werden wir auf dem nackten Lehmboden über kurz oder lang zu Eiszapfen.“ „Gurgi hat Stroh gesehen“, erklärte der Tiermensch eifrig, „er holt es im Hühnerhaus!“ Damit huschte er aus dem Schuppen.
Taran schritt unruhig auf und ab. „Wenn ich nur eine Ahnung hätte, wo wir den Kessel suchen sollen!“ sagte er. „Kannst du nicht Adaons Spange danach befragen?“ meinte der Barde. „Leg dich aufs Ohr und schlaf eine Weile! Kann sein, daß du einen Traum hast, mit dem uns geholfen ist.“