Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
1 ... 191 192 193 194 195 196 197 198 199 ... 356
Перейти на страницу:

Roger holte tief Luft und schlug das dicke Hauptbuch auf. Die Namen der Schiffe standen in sauberen Buchstaben am Kopf der Seiten, gefolgt von den Namen ihrer Kapitäne und Maate, ihrer Hauptfracht und dem Tag der Abfahrt. Arianna. Polyphemus. Lustige Witwe. Tiburon. Trotz seiner Anspannung musste er die Schiffsnamen bewundern, während er die Seiten durchblätterte.

Eine halbe Stunde später hatte er aufgehört, über Poetisches und Pittoreskes zu staunen; stattdessen nahm er die einzelnen Schiffsnamen kaum noch wahr, während er mit wachsender Verzweiflung mit dem Finger über die Seiten fuhr. Nicht hier, sie war nicht hier!

Doch sie musste, argumentierte er mit sich selbst. Sie musste ein Schiff in die Kolonien genommen haben, wo zum Teufel konnte sie sonst sein? Es sei denn, sie hatte die Notiz doch nicht gefunden … aber das Übelkeitsgefühl unter seinen Rippen versicherte ihm, dass sie sie gefunden hatte; nichts anderes hätte sie dazu bewegen können, den Weg durch die Steine zu riskieren.

Er holte tief Luft und schloss seine Augen, die die Ermüdung vom Lesen der handgeschriebenen Seiten zu spüren begannen. Dann öffnete er die Augen, wandte sich erneut dem ersten in Frage kommenden Register zu und begann von vorne zu lesen, wobei er die einzelnen Namen verbissen vor sich hin murmelte, um sicherzugehen, dass er keinen überlas.

Mr. Phineas Forbes, Privatmann.

Mrs. Wilhelmina Forbes.

Master Joshua Forbes.

Mrs. Josephine Forbes.

Mrs. Eglatine Forbes.

Mrs. Charlotte Forbes.

Er lächelte vor sich hin bei dem Gedanken an Mr. Phineas Forbes, umgeben von seinen Frauen. Obwohl er wusste, dass »Mrs.« hier manchmal nur die abgekürzte Form von »Mistress« war und demzufolge sowohl für verheiratete als auch für unverheiratete Frauen benutzt wurde – anstelle des »Miss« für kleine Mädchen –, sah er im Geiste das unwiderstehliche Bild von Phineas vor sich, der selbstsicher den Zug seiner vier Ehefrauen anführte, während Master Joshua zweifellos die Nachhut bildete.

Mr. William Talbot, Kaufmann.

Mr. Peter Talbot, Kaufmann.

Mr. Jonathan Bicknell, Arzt.

Mr. Robert MacLeod, Bauer.

Mr. Gordon MacLeod, Bauer.

Mr. Martin MacLeod, Bauer …

Auch bei diesem Durchgang keine Randalls. Nicht auf der Persephone, der Rache der Königin oder der Phoebe. Er rieb sich die schmerzenden Augen und begann mit dem Register der Phillip Alonzo. Ein spanischer Name, doch es segelte unter schottischer Flagge. Abfahrt von Inverness unter dem Kommando von Kapitän Patrick O’Brian.

Er hatte noch nicht aufgegeben, machte sich aber bereits Gedanken darüber, was er als Nächstes tun sollte, wenn er sie nicht in den Registern aufgelistet fand. Lallybroch natürlich. Er war einmal dort gewesen, in seiner eigenen Zeit, und hatte die verlassenen Überreste des Gehöftes aufgesucht; würde er es jetzt finden, ohne Hilfe von Straßen und Schildern?

Seine Gedanken kamen mit einem Ruck zum Stehen, als sein wandernder Finger fast am Boden der Seite anhielt. Nicht Brianna, nicht der Name, den er suchte, aber doch ein Name, bei dem es in seinem Kopf klingelte. Fraser stand da in der schrägen, klaren, schwarzen Schrift. Mr. Brian Fraser. Nein, nicht Brian. Und auch nicht Mister. Er beugte sich tiefer über das Blatt und blinzelte auf die verkrampften, schwarzen Buchstaben.

Er schloss die Augen und spürte sein Herz heftig in der Brust schlagen. Erleichterung durchlief ihn, so berauschend wie das spezielle Schwarzbier in der Kneipe. Mrs., nicht Mr. – und was zunächst nur wie ein ausladender Schlenker am »n« von Brian ausgesehen hatte, erwies sich beim näheren Hinsehen fast sicher als hingeschludertes »a«.

Sie, sie war es, sie musste es sein! Es war ein ungewöhnlicher Vorname – er hatte nirgendwo in dem massiven Register eine andere Brianna oder Briana gesehen. Und Fraser passte ebenfalls; im Lauf der quichotischen Suche nach ihrem Vater hatte sie seinen Namen angenommen, den Namen, der ihr von Geburt an zustand.

Er knallte das Register zu, als wollte er verhindern, dass sie zwischen den Seiten entwischte, und saß einen Augenblick lang nur da und holte Luft. Hab dich! Er sah, wie der Schreiber ihn von der Theke aus fragend anblickte, lief rot an und öffnete das Buch erneut.

Die Phillip Alonzo. Aus Inverness abgesegelt am vierten Juli Anno Domini 1769. Nach Charleston, South Carolina.

Bei der Ortsangabe runzelte er die Stirn, plötzlich unsicher. South Carolina. War das ihr eigentliches Ziel, oder konnte sie nicht näher herankommen? Ein schneller Blick in die anderen Register zeigte im Juli keine Schiffe nach North Carolina. Vielleicht hatte sie einfach das erste Schiff in die südlichen Kolonien genommen und beabsichtigte, auf dem Landweg weiterzureisen.

Oder vielleicht hatte er sich geirrt. Ihn packte eine Kälte, die nicht vom Flusswind herrührte, der neben ihm durch die Fensterritzen drang. Er blickte noch einmal auf die Seite und war beruhigt. Nein, es war kein Beruf angegeben, wie das bei allen Männern der Fall war. Es war ganz sicher »Mrs.«, und daher musste es auch »Briana« sein. Und wenn es »Briana« war, dann war es auch Brianna, das wusste er.

Er stand auf und reichte seinem blonden Bekannten das Buch über die Theke.

»Danke, Mann«, sagte er und verfiel entspannt in seinen üblichen, weichen Akzent. »Könnt Ihr mir sagen, ob zurzeit ein Schiff im Hafen liegt, das bald in die amerikanischen Kolonien aufbricht?«

»Oh, aye«, sagte der Bürogehilfe, während er geschickt mit einer Hand den Registerband verstaute und mit der anderen von einem Kunden eine Verladequittung in Empfang nahm. »Zufällig liegt hier die Gloriana; sie fährt übermorgen nach Carolina.« Er betrachtete Roger von oben bis unten. »Emigrant oder Seemann?«, fragte er.

»Seemann«, sagte Roger prompt. Ohne die hochgezogene Augenbraue des anderen Mannes zu beachten, schwenkte er die Hand über den Wald aus Masten, der durch die verglasten Fenster zu sehen war. »Wo kann ich mich einschreiben?«

Der Schreiber, der jetzt beide Augenbrauen hochgezogen hatte, wies kopfnickend zur Tür.

»Ihr Kapitän schlägt seine Zelte im ›Klosterbruder‹ auf, wenn er im Hafen liegt. Bestimmt ist er jetzt auch da – Kapitän Bonnet.« Er verzichtete darauf, hinzuzufügen, was sein skeptischer Gesichtsausdruck deutlich sagte; wenn Roger ein Seemann war, dann war er, der Schreiber, ein afrikanischer Papagei.

»Gut, mo ghille. Danke.« Mit einem angedeuteten Salut wandte sich Roger ab, drehte sich jedoch an der Tür noch einmal um und sah, dass der Schreiber ihn immer noch beobachtete, ohne den Andrang seiner ungeduldigen Kunden zu beachten.

»Wünscht mir Glück«, sagte Roger grinsend.

Das Antwortgrinsen des Schreibers war mit einem Ausdruck versetzt, der Bewunderung oder Sehnsucht hätte sein können.

»Viel Glück, Mann!«, rief er und winkte zum Abschied. Als die Tür zuschlug, war er schon in ein Gespräch mit dem nächsten Kunden vertieft und hielt den Federkiel bereit.

Wie angekündigt, fand er Kapitän Bonnet in der Kneipe, wo er sich in einer Ecke unter einer dichten, blauen Dunstwolke niedergelassen hatte, zu der die Zigarre des Kapitäns ihren Teil beitrug.

»Euer Name?«

»MacKenzie«, sagte Roger, einem plötzlichen Impuls folgend. Was Brianna konnte, konnte er auch.

»MacKenzie. Irgendwelche Erfahrung, MacKenzie?«

Ein Sonnenstrahl fiel auf das Gesicht des Kapitäns und brachte ihn zum Blinzeln.

Bonnet zog sich in den Schatten der Bank zurück, und die Falten um seine Augen entspannten sich. Roger sah sich einem unangenehm durchdringenden Blick ausgesetzt.

»Hab schon mal Heringe im Minch gefischt.«

Das war nicht gelogen; er hatte als Teenager mehrfach den Sommer als Matrose auf einem Heringsfischerboot verbracht, das einem Bekannten des Reverends gehörte. Von dieser Erfahrung hatte er eine nützliche Muskelschicht zurückbehalten, ein gutes Ohr für den Singsang-Akzent der Inseln und eine hartnäckige Abneigung gegen Heringe. Doch zumindest hatte er schon einmal ein Tau in der Hand gespürt.

1 ... 191 192 193 194 195 196 197 198 199 ... 356
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)