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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Zwei gefiederte Schlangen schossen durch die Silberschleier des Wasserfalls. Schwere Felsbrocken und armdicke Speere folgten ihnen. Die beiden Flieger hielten auf den Bug des Wolkensammlers zu. Schwer mit den Flügeln schlagend, erreichten sie den Unsterblichen. Die Vogelbeine der Schlangenleiber krallten sich in die Reling. Ein Krieger in einem Gewand aus schillernd roten Federn sprang ab und warf sich vor Necahual zu Boden.

»Herr der Himmel, ein großes, wohlbewaffnetes Schiff erwartet uns hinter dem Wasserfall. All seine Geschütze sind auf den Eingang gerichtet. Zwei meiner Brüder sind durch den Beschuss der Schiffsmannschaft umgekommen. Die Decks stehen gedrängt voller Krieger.«

Necahual trommelte nervös mit den Fingern auf die Reling. Es war sein Wunsch gewesen, sich Tarkon zu stellen und den Himmelshafen anzugreifen. Er lächelte zynisch. Was für ein eitles Unterfangen. Nun würde er für seine Ruhmessucht büßen.

Er konnte tollkühn angreifen! Der Himmelspirat wartete offensichtlich darauf. Oder aber er tat das Unerwartete … Leicht versetzt zum Wasserfall wuchs eine turmgroße Felsnadel aus der Steilwand des Tafelberges. Sie war ein natürlicher Ankerturm. Vielleicht konnte er sie sich zunutze machen? Er würde noch weitere Schiffe aus seiner Flotte herbeiordern.

Diese Felsnadel … Der Rhythmus, in dem seine Finger trommelten, verlangsamte sich. Sie mochte noch als etwas anderes dienen als nur als Ankerturm. Er wandte sich an einen der Hauptmänner aus seinem Gefolge. »Ich brauche sofort einen Arbeitertrupp dort unten in der Felswand. Mindestens zweihundert Mann! Landet sie unterhalb der Felsnadel an.«

In Dreck greifen

Natürlich hatten sich die Drusnier nicht an den Schlachtplan gehalten! Arcumenna kochte vor Wut! Diese dämlichen Hinterwäldler waren zu früh losgeflogen! Es sah ganz so aus, als wollte Volodi den Ruhm alleine ernten. Eines Tages würde er nach Drusna zurückkehren, dachte der Unsterbliche finster. Und dann würde er zu Ende bringen, was er einst als Feldherr begonnen hatte. Er würde dieses Königreich der Trottel unterwerfen.

Geschickt lenkte er seinen silbernen Adler durch die weiten Löcher, die von den geflügelten Bären in das riesige, mit Ästen getarnte Netz gerissen worden waren, das die weite Felsspalte vor neugierigen Blicken aus der Luft schützen sollte. Mit grimmiger Genugtuung sah er die Drusnier, die sich mit gebrochenem Genick im Netz verfangen hatten. Im Zwielicht vor der Dämmerung hatten sie vermutlich kaum gesehen, wohin sie flogen.

»Dort links!«, hörte er hinter sich die bellende Stimme seines Hauptmanns Horatius, der den Kriegern die Richtung zum Palast wies. Eigentlich war es nicht nötig. Die schreiend bunten Bauten, die sich an die Steilwand der riesigen Höhle klammerten, waren nicht zu übersehen. Auch die große Stadt, die unter ihnen lag, schmückte sich mit den fantastischsten Farben. Sie bestand überwiegend aus einfachen Lehmhäusern mit flachen Dächern. Doch die Häuser waren in allen Tönen des Regenbogens verputzt. Im Zwielicht des Morgens entfalteten die Farben allerdings nicht ihre Pracht, sondern im Gegenteil, betonten die Tristesse des Ortes noch.

Arcumenna wandte den Blick ab und betrachtete den Palast, auf den sein Adler zuflog. Man konnte Tarkon vieles vorwerfen, aber gewiss nicht, dass er sich mit Pomp und Luxus umgeben hätte. Die Palastbauten unterschieden sich – einmal abgesehen von ihrer Größe – nicht von den einfachen Häusern in der Stadt.

Etliche der drusnischen Bären waren schon gelandet, die Krieger aus den Sätteln gesprungen, und auf allen Terrassen wurde gekämpft. Mutig waren sie, die Himmelspiraten. Obwohl ihre Waffen die schweren Bären nicht wirklich beschädigen konnten, leisteten sie verzweifelten Widerstand.

Ein schlecht gezielter Pfeil verfehlte den Unsterblichen um mehr als einen Schritt. Er ließ seine Lanze in einer Halterung seitlich seines Sattels einrasten und zog aus dem langen Köcher auf der anderen Sattelseite einen leichten Wurfspieß.

Sein Adler wusste, was er wollte. Er flog eine leichte Kehre, dicht über dem Krieger, der geschossen hatte. Arcumenna beugte sich weit zurück und schleuderte dann den kurzen Wurfspeer mit aller Kraft. Er traf den Schützen zwischen Hals und Schlüsselbein. Der Mann taumelte kurz und ging dann zu Boden, ohne dass noch ein Laut über seine Lippen gekommen wäre.

Der Adler flog dicht über einer Brustwehr hinweg und riss mehrere Verteidiger zu Boden, bevor er mit einem wenig eleganten Hüpfer auf dem Flachdach landete. Arcumenna wurde in die Ledergurte gepresst, die ihn an die Sattellehne fesselten. Hastig löste er die Gurte. Dicht neben ihm landeten weitere Adlerreiter.

Der Unsterbliche sah sich kurz um. Seine Männer hielten die wenigen Verteidiger in Schach. Als die Piraten erkannten, dass jeder weitere Kampf aussichtslos war, ließen sie die Waffen sinken.

»Was tun wir mit ihnen?«, fragte Horatius.

Arcumenna war an die Brüstung getreten und blickte über den Palasthof unter ihm. Allenthalben wurde noch gekämpft. Vor einem Eingang hatte sich eine Gruppe von Kriegern mit großen Turmschilden verschanzt. Dort würde er finden, was er suchte!

»Bringt sie um! Wir können uns jetzt nicht mit Gefangenen belasten!«

»Aber wir sollten doch …«, setzte der einäugige Hauptmann an.

»Wir sollten uns nicht mit ihnen belasten!«, wiederholte der Unsterbliche scharf. »Es sind nur Piraten. Sie haben durch ihre Taten ihr Leben verwirkt!« Er stieg die Treppe zum Hof hinab und zog sein Schwert. Einige Drusnier hatten sich um einen Mann geschart, der am Boden lag. Volodi! Zwei Pfeile steckten ihm in der Brust. Verwundert hielt Arcumenna inne und sah auf den blonden Krieger hinab. Blut quoll über seine Lippen. Der Idiot hatte nicht die Rüstung angelegt, die die Götter für ihn erschaffen hatten. Fast hätte der Valesier über so viel Dummheit gelacht. Aber das wäre würdelos. Auch wenn Volodi seinen Tod verdient hatte, durfte er ihn nicht in aller Öffentlichkeit verspotten. Also hob er sein Schwert zum Gruß: »Mögest du einen leichten Tod haben.«

Volodi sah ihn mit müdem Blick an. »Mögen die Piraten dir einen Speer in den Arsch stecken, um dir damit das Hirn aus dem Schädel zu kratzen.«

Arcumenna schnaubte abfällig. Er hätte es wissen müssen. Es war immer ein Fehler, einen Drusnier mit Würde zu behandeln. Reichte man so einem Hinterwäldler die Hand, griff man in Dreck. So waren sie halt.

Ruhig ging der Herrscher den Himmelspiraten entgegen. Er sah die Angst in den Gesichtern der Männer. Sie wussten vielleicht nicht, wer er war, aber sie hatten erkannt, was er war. Ein Unsterblicher! Der Maskenhelm, der einen Adlerkopf darstellte, und die weiße Lederrüstung, die jeden Flecken seiner Haut bedeckte, waren unverwechselbar. Ein silberner Adler mit geweiteten Schwingen schmückte seine Brust. In der Hand hielt er ein Götterschwert. Eine Klinge, der keine Rüstung widerstehen würde.

»Ich schenke euch keine Gnade, aber vielleicht rettet es euch ja, wenn ihr davonlauft.«

Trotz ihrer Angst blieben sie stehen.

»Ich respektiere euren Mut!« Ohne zu zögern ging er auf die Gruppe zu. Er hörte die Schritte seiner Männer hinter sich. Er brauchte sie in seinem Rücken, dessen war er sich bewusst. Er war kein Narr! Wenn die Piraten tapfer genug waren, konnten sie ihn dank ihrer Übermacht zu Boden werfen, seine Arme niederdrücken und ihm einen Dolch durchs Auge stoßen. Davor könnte ihn nicht einmal die Rüstung der Götter bewahren.

Arcumenna führte sein Schwert in weitem Schwung. Die Klingen, die gehoben wurden, um seinen Angriff zu parieren, brachen unter der Wucht des Treffers. Sein Schwert fuhr einem der Piraten in die Schulter.

Mit einem Ruck befreite er die Waffe, ließ sie kreisen, während seine Krieger hinter ihm mit Speeren auf die Verteidiger einstachen.

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