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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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»Lamgi?« Der Unsterbliche Aaron sah ihn verwundert an. »Würdest du uns nun darlegen, was du über die verborgenen Städte Tarkons weißt?«

»Ich bitte um Entschuldigung, Herrscher aller Welten.« Er trat an den Tisch und griff nach einem Zeigestock, der für ihn bereitlag. Dann benannte er der Reihe nach die Städte, die sich in den Tafelbergen verbargen, und erklärte, mit welcher Art von Widerstand jeweils zu rechnen war. Die meisten Krieger Tarkons bewachten die Hochplateaus, um sicherzustellen, dass niemand aus den Städten floh. Die Felsspalten für das Sonnenlicht waren die einzigen Öffnungen, die es gab.

Er warnte die Herrscher, dass vereinzelt vielleicht mit Harpyien zu rechnen sei, allerdings hatte er diese geflügelten Weiber in den letzten Jahren immer seltener gesehen. Es schien, als hätten sie sich aus den Städten zurückgezogen.

Ausführlich beschrieb er die große Höhle hinter dem Wasserfall, in der Tarkons Wolkenschiffe vertäut lagen. Von dort könnte der Himmelspirat einen Gegenangriff führen, wenn der Wasserfall nicht gut bewacht wurde. Über wie viele Schiffe Tarkon verfügte, konnte Ilmari nicht sagen. Er war nur sehr selten in dieser Höhle gewesen, und er hatte dort nie mehr als drei Wolkensammler gesehen.

Die vereinzelten Fragen der Unsterblichen beantwortete er so ausführlich, wie es ihm möglich war.

»Besitzt Tarkon einen Palast, in dem er sich aufhält, wenn er nicht an Bord seiner Schiffe ist?« Es war Arcumenna, der das wissen wollte.

»Ja, in der Tat.« Ilmari deutete auf den Tafelberg, der jenem mit dem Wasserfall am nächsten lag. »Hier liegt sein Palast, hoch über der Stadt, in den Felsen gebaut. Unangreifbar, es sei denn, man kommt aus der Luft. Ich kann nicht wirklich benennen, wie viele Wachen im Palast sind, es sollten aber nicht mehr als zwanzig sein. Seine Lage schützt den Palast besser als Schwerter und Speere.«

»Weißt du, wie viele Diener es gibt? Und hat Tarkon Familie?«, hakte der Unsterbliche Arcumenna nach.

»Über die Dienerschaft kann ich nichts sagen. Allerdings weiß ich, dass er mit einer Priesterin zusammenlebt, die die Seidene genannt wird.«

Leises Murmeln erhob sich. Ilmari war klar, dass die Seidene unvergessen war. Und durch sein Netz aus Spitzeln, das er früher einmal unterhalten hatte, wusste er auch, dass Arcumenna ein großes Interesse an der ehemals kostspieligsten Konkubine der Goldenen Stadt besaß.

Der Unsterbliche von Valesia schob mehrere Wolkenschiffmodelle zum Tafelberg mit dem Palast. »Ich bitte um die Ehre, diesen Angriff führen zu dürfen. Es wäre mir ein besonderes Anliegen, Tarkon persönlich zu stellen. Wie ihr alle wisst, sind sehr viele Himmelsschiffe Valesias durch diesen Piraten gekapert worden.«

Ilmari sah aus den Augenwinkeln, wie Aaron und Labarna schmunzelten. Ihnen war offenbar klar, welche Beweggründe Arcumenna in Wirklichkeit hatte.

»Schnapp dir dich deine Hure, aber vermassele dich nicht nix mit Tarkon!«, sagte Volodi. Das Gesicht des Unsterblichen war aufgedunsen, seine Nase von roten Äderchen durchzogen. Er war nur noch ein Schatten des Mannes, an den Ilmari sich von früher erinnerte.

»Hüte deine Zunge, Drusnier!«, fuhr Arcumenna Volodi an.

»Bitte …« Aaron hob beschwichtigend die Hände. »Wollen wir uns ernsthaft wegen solcher Kleinigkeiten streiten? Seit fast zwei Jahrzehnten terrorisiert Tarkon den Himmel Nangogs. Nun haben wir Gelegenheit, ihn zu vernichten. Gehen wir diesen Plan mit aller Kraft an und vergessen wir alte Feindschaften.«

Während die Unsterblichen beratschlagten, welche Schiffe wo angreifen würden, sah Ilmari zum Himmel. Der Anblick der Flotte berauschte ihn regelrecht. Es war sein Werk, dass sich all diese Schiffe versammelt hatten. Sein Werk, dass nun ein himmlisches Strafgericht über den betrügerischen Priester hereinbrechen würde.

»Hauptmann?« Der Unsterbliche der Zapote winkte ihn heran. »Gibt es Felsspalten, die zu eng sind, um unsere Flieger einzusetzen? Um eine Engstelle sicher passieren zu können, erwarten wir, dass sie mindestens das Fünffache der Flügelspannweite misst. Also mindestens fünfundzwanzig Schritt.«

Ilmari überlegte kurz. Er hatte die Spalten stets nur vom Boden der Höhlen aus gesehen. Aber eigentlich sollten sie deutlich größer sein. Er wollte nicht, dass jetzt noch irgendetwas ins Stocken kam. »Die Spalten sind deutlich größer!«, behauptete er einfach. »Es wird keine Schwierigkeiten geben, Herrscher aller Welten. Gestattet Ihr mir, zwei Bitten vorzutragen?«

Der Zapote sah ihn missbilligend an. Fragen war er von seinen Untergebenen ganz offensichtlich nicht gewohnt.

»Rede!«, sagte Aaron in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.

»Die Männer und Frauen in diesen Städten sind oft verzweifelt. Bei Tarkon zu leben hat ihnen kein Glück gebracht. Es ist etwas in diesen Höhlen, das jedem das Mark aus den Knochen zieht. Kinder sterben, starke Männer vergehen manchmal in wenigen Wochen. Doch wer sich einmal für Tarkon entschieden hat, kann dort nicht mehr fort. Der einzige Weg nach draußen sind die Spalten in den Höhlendecken, und sie werden scharf bewacht. Es gibt nur ein Verbrechen in den sieben Städten, das immer mit dem Tode bestraft wird: der Versuch zu fliehen. Die meisten von ihnen sind Gefangene. Lasst ihnen gegenüber Gnade walten, wenn Ihr sie nicht mit der Waffe in der Hand antrefft.«

»Gnade?« Der Unsterbliche der Ischkuzaia schlug mit der Faust auf den Tisch. »Jeder Einzelne, der dort in den Höhlen lebt, hat uns verraten. Für Verrat kennt mein Volk keine Gnade. Ich werde sie töten. Und wer so feige ist, nicht gegen uns zu kämpfen, der wird einen langen, schweren Tod erleiden.«

»Meine Jaguarmänner kennen ebenfalls keine Gnade«, bemerkte der Zapote. »Wenn ich sie in die Schlacht schicke, vernichten sie unsere Feinde und jeden, der sich in der Nähe unserer Feinde aufhält. Gnade ist Schwäche!«

»Jeder verfährt nach seinem Gutdünken«, erklärte Aaron kühl. »Es ist nicht die Art der Krieger von Aram, Wehrlose zu töten, aber ich mische mich nicht in eure Art, Krieg zu führen, ein, Brüder.« Er sah zu Ilmari. »Du sagtest, du hättest zwei Wünsche.«

Ilmari deutete mit dem Zeigestock auf den Tafelberg, in dem die kleine Stadt Tiefwasser lag. »Ich würde es als große Gunst betrachten, wenn ich hier den Angriff führen dürfte.«

Der Ischkuzaia lachte auf. »Das hört sich für mich ganz so an, als hättest du auch noch blutige Rechnungen zu begleichen.«

Ilmari widersprach ihm nicht.

Unter Geschlagenen

Kyra wendete ihren Mantel. Mit dem roten Futter nach außen sah sie augenblicklich anders aus. Sie nahm den weißen Seidenschal ab und wickelte ihn zu einem Turban. Zuletzt löste sie ihre Augenbinde und ließ sie in einer Tasche ihres Mantels verschwinden. Prüfend rieb sie mit ihren Handflächen über ihre Wangen. Der Stoppelbart würde für eine letzte Täuschung herhalten, befand sie.

Misstrauisch sah sie sich in der einsamen Gasse um. Niemand hatte gesehen, wie aus dem heruntergekommenen Märchenerzähler ein luwischer Kaufmann geworden war. Zwei Monde lang hatte sie es diesmal in der Goldenen Stadt ausgehalten. Es war das fünfte Mal, dass sie für Bidayn hierhergekommen war. Kyra mochte diese riesige, ausufernde Stadt mit all ihren Gerüchen, all den Menschenkindern, die voller Hoffnungen hierherkamen. Sie hatte sich gut eingelebt, ja, es gab sogar eine Handvoll älterer Männer, die regelmäßig zu ihr kamen, um ihren Geschichten zu lauschen. Sie könnte hierhergehören, wenn sie das wollte …

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