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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Ein Fangarm schwang über ihn hinweg. Der Himmelspirat trat zurück und zog sein Schwert. Die beiden Schiffe hatten sich auf weniger als zehn Schritt genähert. Ein abgetrennter Fangarm streifte ihn. Blut und Schleim spritzten über das Deck. Kleine Jungen, kaum zwölf, schleppten Eimer mit Sand heran und streuten ihn über das Deck, damit der Boden nicht zu schlüpfrig für die Kämpfer wurde.

Plötzlich stieß Sternenfresser schrille, pfeifende Laute aus. Goldgelbe, dampfende Flüssigkeit troff dicht an der Reling vorbei von seinem Rücken. Handgroße Hautfetzen glitten durch den dampfenden Vorhang.

»Siedendes Öl«, keuchte Rubal.

Die Schmerzenslaute des Wolkensammlers wurden noch höher, noch dringlicher. Er zuckte zurück. Tarkon sah, wie Tentakel zum Durchgang hinter dem Wasserfall griffen. Die Bestie, die ihr Schlachtschiff trug, versuchte, sich in die Sicherheit des Höhlenhafens zurückzuziehen.

Brandpfeile zogen dünne Rauchfahnen durch den stahlblauen Morgenhimmel. Über ihnen war ein Geräusch zu hören, als würde ein Stück Fleisch in eine heiße Pfanne gelegt.

Eine weitere Salve schwerer Steinkugeln schmetterte in den Schiffsrumpf und ihren Wolkensammler. Die Knäuel kämpfender Tentakel trennten sich.

Dünne Rinnsale aus Flammen troffen vom Rücken Sternenfressers. Als sie durch den Schleier des Wasserfalls glitten, zischte es und Dampfwolken waberten zum Deck hinab. Dann umfing sie das schützende Zwielicht der Hafenhöhle.

Tarkon stützte sich müde auf die Trümmer des zerstörten Geschützes. »Ich brauche einen Bericht, wie viele Männer wir verloren haben und wie stark das Schiff beschädigt ist.« Er blickte zum Geäst des Schiffsbaums, das von Geschossen zerfetzt war. »Ich werde mit Sternenfresser sprechen, wie es ihm geht. In der Nacht werden wir noch einen Ausbruchsversuch wagen.«

Ohne Ruhm

Necahual blickte auf die Trümmer der beiden abgestürzten Schiffe. Die Kadaver der Wolkensammler, die sie einst getragen hatten, verdeckten sie halb. Wie riesige Leichentücher wirkten die Hautsäcke, die alles waren, was von zwei stolzen Himmelsrochen geblieben war. Selbst jetzt, wo ihr erstes Scharmützel seit mehr als drei Stunden beendet war, spürte der Unsterbliche die Empörung und den Schrecken seines Wolkensammlers, auch ohne mit ihm direkt in Verbindung zu stehen.

Er hatte diesen Kampf gewählt, weil er den Ruhm ernten wollte, Tarkon zur Strecke gebracht zu haben, dachte er bitter. Stattdessen hatte er Schande auf sich geladen. Trotz vielfacher Übermacht hatte er den Himmelspiraten nicht besiegt, sondern lediglich in sein Versteck zurückgetrieben. Ganz sicher würde Tarkon im Schutz der Nacht einen zweiten Ausbruchsversuch wagen. Doch mit ein wenig Glück würde er das vereiteln. Was er zu tun gedachte, war zwar nicht ruhmreich, aber effektiv.

Necahual trat an den Rumpf seines Schiffes, das Tanzende Schneeflocken unter Wintermonden trug. Er blickte über die Narben, die Tarkons Geschosse hinterlassen hatten. Die Toten waren fortgeschafft, das Deck war gewischt, doch das Blut hatte dunkle Schatten auf dem Holz hinterlassen. Ebenso wie ein Schatten auf der Seele seines Wolkensammlers verblieben war.

Der Unsterbliche legte die Hand auf einen Wurzelstrang des Schiffsbaums, der sich in die Reling gegraben hatte. Er hoffte darauf, Verbindung zu Tanzende Schneeflocken unter Wintermonden aufzunehmen. Er brauchte ihn. Brauchte, dass er den anderen Wolkensammlern sagte, was zu tun war.

»Willst du deine toten Brüder rächen?« Necahual sprach langsam und leise, betonte jede Silbe überdeutlich. »Willst du den bestrafen, der das getan hat?«

Rache ist kein Teil unseres Denkens …

»Dann wirst du also erlauben, dass es wieder geschieht?«

Schweigen.

Necahual lauschte auf die Rufe der Männer, die in den zerschmetterten Wracks nach Überlebenden suchten. Er selbst war dort unten gewesen. Hatte geholfen, Verletzte zu bergen. Nicht viele hatten den Sturz aus dem Himmel überstanden. Vor allem hatte er sich die toten Wolkensammler angesehen. Er hatte ihre Haut aufgeschnitten, um zu verstehen, was mit ihnen geschehen war. Es gab kein Fleisch mehr, keine Blasen, in die jene Gase eingeschlossen waren, die die Wolkensammler schweben ließen. Alles hatte sich zu einem dünnflüssigen Brei aufgelöst, der überall rings um die toten Himmelsgiganten verspritzt war.

Das Gift, das dies angerichtet hatte, würde die Herrschaft der Wolkensammler über die Himmel Nangogs beenden. Kaum dass sie sich eine Waffe geschaffen hatten, die den Drachen der Daimonen trotzen konnte, hatten sie diese Waffe auch schon wieder verloren. Die Ära der Wolkensammler war beendet, wenn sich herumsprach, wie dieses Gift zu brauen war, das Tarkons Wolkensammler in seine Brüder gepumpt hatte.

Was willst du tun?

Necahual war überrascht, dass Tanzende Schneeflocken unter Wintermonden ihn noch einmal in Gedanken ansprach. Er deutete auf die mächtige Felsnadel über dem Wasserfall. Arbeiter waren dort zugange. Aber sie würden viel zu lange benötigen, um das zu erreichen, was der Unsterbliche im Sinn hatte.

»Es gibt keine Felsspalten auf der Hochebene dieses Plateaus. Soweit ich weiß, führt nur ein einziger Tunnel dorthin. Und es gibt den Ausgang hinter dem Wasserfall.«

Wieder schwieg der Wolkensammler lange Zeit. Necahual wollte sich schon abwenden, um sich anderen Pflichten zu widmen, als schließlich doch noch eine Antwort kam. Ich verstehe. Tun wir es jetzt. Meine Brüder werden helfen.

Ohne einen Befehl erhalten zu haben, schwebte er näher an den Wasserfall heran. Alle Wolkensammler in der Nähe des Tafelbergs folgten ihm. Sie streckten ihre stärksten Tentakel nach dem Felsturm. Fleischstränge, so dick wie Männerleiber. Mehr als ein Dutzend der Himmelsgiganten hatte sich Tanzende Schneeflocken unter Wintermonden angeschlossen.

Die Arbeiter, die mit Hacken den Fuß des Felsturms bearbeitet hatten, flohen in Panik, als das Gestein zu knirschen begann.

Die Wolkensammler schlugen mit ihren weit ausgreifenden Schwingen. Kraftvoll, zornig. Staub und Geröll ergossen sich in Sturzbächen aus Spalten der verwitterten Felsnadel.

Necahual sah, wie Tentakel von innen durch den Wasserfall griffen. Der Feind musste mitgehört haben, was die Wolkensammler abgesprochen hatten.

Plötzlich neigte sich die Felszinne leicht zur Seite. Schwere Felsbrocken stürzten von ihrem Fuß in den Wasserfall. Dann geriet der ganze Felsturm ins Rutschen. Er stürzte vor den Eingang des verborgenen Höhlenhafens. Eine Wolke aus Staub rollte Necahual entgegen und nahm ihm die Sicht.

Das Fell des Löwen

Es war also vorüber, dachte Artax. So viele Jahre hatte Tarkon sie beschäftigt. War unauffindbar, ihnen immer einen Schritt voraus. Und nun würde ihm sein Versteck zum Mausoleum werden.

»Du bist sicher, dass er von dort nicht entkommen kann?«, fragte Labarna misstrauisch. Der Herrscher Luwiens trug ein schäbiges, altes Wolfsfell um seine Schultern, das in seltsamem Gegensatz zur prächtigen Rüstung eines Unsterblichen stand. Artax kannte keinen Mann, der größer als Labarna war. Er war wahrlich ein Hüne unter den Menschen. Den Kopf hatte der Herrscher sich kahl geschoren, nur zwei lange Zöpfe an seinen Schläfen waren von seinem Haar geblieben. Er sah zum Fürchten aus, aber er war gerecht.

»Wir haben einen geheimen Tunnel gefunden, der von Tarkons Palast zur Hafenhöhle führt. Der Tunnel wird bewacht. Durch ihn ist niemand gekommen«, erklärte Arcumenna.

»Und wenn es weitere Tunnel gibt?«, mischte sich Subai ein. »Dein Spitzel hat sich geirrt.« Der Unsterbliche der Ischkuzaia sah an Artax vorbei zu Hauptmann Lamgi. »Vielleicht hat er sich ja auch noch in anderen Dingen geirrt?«

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