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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Ich komme zurück, sagte derBankier zu Monte Christo, erwarten Sie mich, ich habe Ihnen vielleicht sogleich etwas zu sagen. Und er ging hinaus.

DieBaroninbenutzte die Abwesenheit ihres Mannes, um die Tür des Zimmers ihrer Tochter wieder auszustoßen, worauf man Andrea, der mit Fräulein Danglars vor dem Klavier saß, wie eine Feder ausspringen sah.

Albert verbeugte sich lächelnd vor Fräulein Danglars, die ihm ohne jede Verlegenheit, wie gewöhnlich, einen kalten Gruß zurückgab.

Cavalcanti war sichtbar verlegen; er grüßte Morcerf, der seineBegrüßung mit geringschätzender Miene erwiderte und sich sodann in den ausgesuchtesten Lobeserhebungen über Fräulein Danglars' Stimme erging.

Nun haben wir genug Musik und Komplimente gehabt, sagte Frau Danglars; wir wollen den Tee nehmen.

Komm, Luise, sagte Fräulein Danglars zu ihrer Freundin, worauf alle in den anstoßenden Salon gingen, in dem schon der Teebereit stand.

In dem Augenblick, als man sich niedersetzte, öffnete sich die Tür wieder, und Danglars erschien sichtlichbewegt.

Auf einen fragendenBlick des Grafen erwiderte derBankier: Ich habe einen Kurier von Griechenlandbekommen.

Ah! ah! deshalbhat man Sie gerufen!

Wie geht es König Otto? fragte Albert munter.

Danglars schaute ihn von der Seite an, ohne ihm zu antworten, und Monte Christo wandte sich ab, um den Ausdruck des Mitleids zu verbergen, der auf seinem Gesichte hervortrat, bald aber wieder verschwand.

Nicht wahr, wir gehen miteinander? fragte Albert den Grafen.

Ja, wenn Sie wollen, antwortete dieser.

Albert verstand denBlick desBankiers nicht und sagte erstaunt zu Monte Christo, der ihn vollkommen verstanden hatte: Haben Sie gesehen, wie er mich anschaute, und was will er mit seinen Nachrichten aus Griechenland sagen?

Wie soll ich das wissen?

Ich setze voraus, Sie stehen in einer gewissenBeziehung zu diesem Lande.

Monte Christo lächelte, wie man lächelt, wenn man sich einer Antwort überheben will.

Sehen Sie, er nähert sich Ihnen, sagte Albert; ich will Fräulein Danglars ein Kompliment über ihre Kamee machen, inzwischen hat der Vater Zeit, mit Ihnen zu sprechen.

Wollen Sie ihr ein Kompliment machen, so tun Sie es wenigstens über ihre Stimme, versetzte Monte Christo.

Nein, das tut jeder.

Mein lieber Vicomte, erwiderte Monte Christo, IhrBenehmen kommt mir etwas sonderbar vor.

Albert trat mit lächelnden Lippen auf Eugenie zu.

Inzwischen neigte sich Danglars dem Grafen zu und flüsterte: Sie haben mir einen guten Rat gegeben, es liegt eine ganz furchtbare Geschichte in den Worten: Fernand und Janina, — Ah! bah!

Ja, ich werde es Ihnen erzählen; doch nehmen Sie den jungen Mann mit! Es wäre mir unangenehm, mit ihm zusammen zubleiben.

Erbegleitet mich; muß ich Ihnen immer noch den Vater schicken?… Mehr als je.

Gut.

Der Graf machte Albert ein Zeichen.

Beide verbeugten sich vor den Damen und gingen weg, wobei Albert sich Fräulein Danglars' geringschätzender Art gegenüber völlig gleichgültig verhielt, während Monte Christo Frau Danglars seine Ratschläge wiederholte, wie sich die Frau einesBankiers klüglich ihre Zukunft sichern müßte.

Andrea CavalcantibliebHerr des Schlachtfeldes.

Haydee

Kaum lenkte der Wagen um die Ecke, als sich Albert mit einem Gelächter, das zu lärmend war, um natürlich zu sein, an den Grafen wandte und sagte: Ich frage Sie, wie Karl IX. nach derBartholomäus‑Nacht Katharina von Medici fragte: Wie habe ich meine Rolle gespielt?

In welcher Hinsicht?

Hinsichtlich der Einsetzung meines Nebenbuhlersbei Herrn Danglars…

Welches Nebenbuhlers?

Bei Gott! Ihres Schützlings, des Herrn Cavalcanti.

Oh! keine schlechten Späße, Vicomte, Andrea ist nicht mein Schützling, am wenigstenbei Herrn Danglars.

Und das würde ich Ihnen zum Vorwurf machen, wenn der junge Mann eines Schutzesbedürfte; doch zu meinem Glücke kann er dessen entbehren.

Wie, Sie glauben, er mache den Hof?

Ich stehe Ihnen dafür; er seufzt, wälzt die Augen im Kopfe umher und gibt verliebte Töne von sich, kurz, er strebt mit allen Mitteln nach der Hand der stolzen Eugenie.

Was tut's, wenn man nur an Sie denkt!

Sagen Sie das nicht, lieber Graf, man stößt mich von zwei Seiten zurück.

Wie, von zwei Seiten?

Fräulein Eugenie hat mir kaum geantwortet, und Fräulein d'Armilly, ihre Vertraute, gar nicht.

Ja… aber der Vaterbetet Sie an…

Er? im Gegenteil, er hat mir tausend Dolche ins Herz gestoßen; Dolche, die in das Heft zurückfuhren, Theaterdolche, die er aber für wahr und wirklich hielt.

Die Eifersucht deutet Zuneigung an.

Ja, doch ichbin nicht eifersüchtig.

Er ist es!

Auf wen, auf Debray?

Nein, auf Sie.

Auf mich? Ich wette, daß er mir, ehe acht Tage vergehen, die Tür vor der Nase zumacht.

Sie täuschen sich, lieber Vicomte.

Haben Sie einenBeweis?

Wollen Sie ihn?

Ja.

Ichbinbeauftragt, den Herrn Grafen von Morcerf zubitten, einen entscheidenden Schrittbei demBaron zu tun.

Nicht wahr, das werden Sie nicht tun, lieber Graf?

Sie täuschen sich, Albert, ich werde es tun, da ich es versprochen habe.

Es scheint, es ist Ihnen alles daran gelegen, mich zu verheiraten, versetzte Albert mit einem Seufzer.

Es liegt mir daran, mit jedermann gut zu stehen. Aber, sagen Sie mir, was ist das eigentlich mit Debray? Ich sehe ihn nicht mehrbei derBaronin.

Es hat Streit gegeben.

Mit ihr?

Nein, mit demBaron.

Er hat also etwasbemerkt?

Sie scherzen!

Glauben Sie, er habe es vermutet? versetzte Monte Christo naiv.

Ei, woher kommen Sie denn, lieber Graf?

Vom Kongo, wenn Sie wollen.

Das ist noch nicht fern genug.

Kenne ich die Pariser Ehemänner?

Die Ehemänner sind überall dieselben. Wenn Sie sie in irgend einem Lande studiert haben, kennen Sie das ganze Geschlecht.

Doch was konnte denn Danglars und Debray entzweien? Sie schienen sich so gut zu verstehen, sagte Monte Christo mit gleicher Naivität.

Ah! wir kommen zu den Geheimnissen der Isis, und ichbin nicht eingeweiht. Wenn Herr Cavalcanti Sohn zur Familie gehört, so fragen Sie ihn danach.

Der Wagen hielt an.

Wir sind an Ort und Stelle, sagte Monte Christo, es ist erst halbelf Uhr, kommen Sie mit herauf, mein Wagen wird Sie zurückfahren.

Ich danke, mein Coupé muß uns gefolgt sein.

In der Tat, hier ist es, sagte Monte Christo und sprang zuBoden.

Beide traten in das Haus. Lassen Sie uns Tee machen, Baptistin, sagte Monte Christo, sobald sie im hellbeleuchteten Salon waren.

Baptistin entfernte sich, ohne ein Wort zu sagen. Wenige Sekunden nachher erschien er wieder mit Tee und allem erdenklichem Zubehör.

In der Tat, mein lieber Graf, was ich an Ihnenbewundere, ist nicht Ihr Reichtum, es gibt vielleicht reichere Leute als Sie; es ist nicht Ihr Geist, Beaumarchais hatte nicht mehr, aber ebensoviel. Es ist die Art und Weise, wie Sie auf die Sekundebedient werden, als obman schon an Ihrem Läuten erriete, was Sie zu haben wünschen, und als obdas, was Sie haben wollen, stetsbereit wäre.

An dem, was Sie sagen, ist etwas Wahres. Man kennt meine Gewohnheiten. Passen Sie auf! Wünschen Sie nicht irgend etwas zu tun, während Sie Tee trinken?

Bei Gott! ich wünsche zu rauchen.

Monte Christo näherte sich dem Glöckchen und tat einen Schlag.

Nach einer Sekunde öffnete sich einebesondere Tür, und Ali erschien mit zwei mit vortrefflichem Latakie gestopften Tschibuks.

Das ist wunderbar, sagte Morcerf.

Nein, das ist ganz einfach, versetzte Monte Christo. Ali weiß, daß ich gewöhnlich rauche, wenn ich Kaffee oder Tee trinke; er weiß, daß ich Tee verlangt habe; er weiß, daß ich mit Ihnen nach Hause gekommenbin, er hört, daß ich rufe, er vermutet die Ursache, und da er aus einem Lande stammt, wo die Gastfreundschaftbesonders mittels der Pfeife geübt wird, sobringt er statt eines Tschibuks zwei.

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