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Электронная книга - «Die Dämonen». Краткое содержание книги:

Die Dämonen
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Im Eifer der Rede war er ganz dicht an Stawrogin herangekommen und griff, ohne es selbst zu merken, nach dem Brustaufschlag seines Rockes (vielleicht tat er es auch absichtlich). Stawrogin schlug ihn mit einer kräftigen Bewegung auf die Hand.

»Aber was haben Sie denn ... lassen Sie das doch... Sie können einem ja die Hand zerschlagen... Die Hauptsache ist, wie sich das alles gestaltete,« plapperte er von neuem los, ohne sich über den Schlag im geringsten zu wundern. »Ich übergebe ihm also am Abend das Geld, damit er und seine Schwester am andern Tage frühmorgens abfahren; ich gebe dem Schurken Liputin den Auftrag, ihn selbst in den Wagen zu setzen und fortzuspedieren. Aber der Lump, der Liputin, wollte dem Publikum seine albernen Streiche vormachen – vielleicht haben Sie davon gehört? Bei der Vorlesung? Hören Sie nur, hören Sie nur: die beiden trinken zusammen und machen ein Gedicht, das zur Hälfte von Liputin herrührt; dieser zieht dem Hauptmann einen Frack an und redet mir vor, er habe ihn schon am Morgen fortgeschafft, hält ihn aber in einem Hinterzimmer versteckt, um ihn dann auf die Estrade zu stoßen. Aber der hatte sich in der Geschwindigkeit unerwarteterweise betrunken. Dann folgte der bekannte Skandal; dann brachte man ihn halbtot nach Hause; dabei aber nahm ihm Liputin im stillen zweihundert Rubel weg und ließ ihm nur das kleinere Geld. Aber unglücklicherweise hatte Lebjadkin, wie sich herausstellt, schon am Morgen die zweihundertdreißig Rubel aus der Tasche hervorgeholt, damit geprahlt und sie an einer Stelle gezeigt, wo er das besser unterlassen hätte. Und da Fedka nur darauf lauerte und bei Kirillow so etwas gehört hatte (Sie erinnern sich wohl, daß Sie darauf hindeuteten), so entschloß er sich, die Gelegenheit zu benutzen. Da haben Sie die ganze Wahrheit. Ich freue mich wenigstens darüber, daß Fedka kein Geld gefunden hat; der Schuft hatte ja auf tausend Rubel gerechnet! Er hat es eilig gehabt und, wie es scheint, über die Feuersbrunst selbst einen Schreck bekommen ... Glauben Sie mir: als ich diese Feuersbrunst sah, war es mir, als ob mich jemand mit einem Knittel über den Kopf schlüge. Nein, weiß der Teufel, was das vorstellen sollte! Das ist eine Eigenmächtigkeit ... Sehen Sie, ich will Ihnen, von dem ich so viel erwarte, nichts verheimlichen: nun ja, in meinem Kopfe war schon längst so ein Gedanke an Feuer herangereift, da das eine sehr volkstümliche, populäre Sache ist; aber ich habe diesen Gedanken bis zu der kritischen Stunde zurückgelegt, bis zu dem erhabenen Momente, wo wir alle uns erheben werden und ... Aber da haben sie sich jetzt auf einmal eigenmächtigerweise und ohne Befehl so etwas beikommen lassen, gerade in einem Augenblicke, wo man sich verborgen halten muß und nur hinter der vorgehaltenen Hand atmen darf! Nein, das ist eine arge Eigenmächtigkeit! ... Kurz, ich weiß noch nichts Genaueres; man redet hier von zwei Schpigulinschen Arbeitern ... aber wenn auch die ›Unsrigen‹ dabei beteiligt sind, wenn auch nur ein einziger von ihnen dabei sein Schäfchen hat scheren wollen, dann wehe ihm! Da sehen Sie, wohin es führt, wenn man ihnen auch nur ein bißchen den Zügel locker läßt! Nein, dieses demokratische Gesindel mit seinen Fünferkomitees ist eine schlechte Stütze; was nötig ist, das ist ein einziger, majestätischer Wille, der Wille eines Götzen und Despoten, ein Wille, der sich auf nichts Zufälliges und außerhalb Stehendes stützt ... Dann werden auch die Fünferkomitees gehorsam den Schwanz einklemmen und gelegentlich sich als Sklaven brauchbar erweisen. Aber jedenfalls wird jetzt hier die Behauptung austrompetet, Stawrogin habe seine Frau verbrennen wollen und zu diesem Zwecke die Stadt angezündet; indessen ...«

»Das wird schon austrompetet?«

»Daß heißt, eigentlich noch nicht, und ich muß bekennen, ich habe noch gar nichts gehört; aber mit dem Volke ist ja nichts anzufangen, namentlich nicht mit den Abgebrannten. Vox populi vox Dei. Ein solches dummes Gerücht verbreitet sich ja im Handumdrehen ... Aber in Wirklichkeit haben Sie gar nichts zu befürchten. Dem Gerichte gegenüber stehen Sie völlig unschuldig da, und ebenso Ihrem eigenen Gewissen gegenüber; Sie haben es ja doch nicht gewollt? Nicht wahr? Indizien sind keine vorhanden, nur das eigentümliche Zusammentreffen ... Es müßte denn sein, daß Fedka sich an Ihre damalige unvorsichtige Äußerung bei Kirillow erinnerte (warum haben Sie das damals auch gesagt?); aber das beweist überhaupt nichts, und diesen Fedka werden wir unschädlich machen. Ich werde ihn gleich heute unschädlich machen ...«

»Und die Leichen sind gar nicht verbrannt?«

»Nicht im geringsten; diese Kanaille hat nichts so zu machen verstanden, wie es sich gehört. Aber ich freue mich wenigstens, daß Sie so ruhig sind ... denn Sie tragen ja zwar keinerlei Schuld daran, nicht einmal durch einen Gedanken; aber trotz alledem. Und dabei werden Sie selbst zugeben müssen, daß Ihnen dies alles vorzüglich zustatten kommt: Sie sind auf einmal ein freier Witwer und können jeden Augenblick ein schönes Mädchen mit gewaltigem Vermögen heiraten, ein Mädchen, das sich obendrein bereits in Ihren Händen befindet. Da sieht man, was ein einfaches, natürliches Zusammentreffen der Umstände für Wirkungen haben kann, nicht wahr?«

»Sie drohen mir, Sie Dummkopf?«

»Nun, lassen Sie es gut sein, lassen Sie es gut sein; warum sagen Sie gleich ›Dummkopf‹, und in was für einem Tone reden Sie? Sie sollten sich freuen; aber statt dessen ... Ich bin expreß hergeeilt, um Sie so schnell wie möglich zu benachrichtigen ... Und warum sollte ich Ihnen drohen? Was hätte ich davon? Ich brauche Ihren guten Willen und nicht Ihre Furcht. Sie sind mein Licht und meine Sonne! ... Ich bin es, der vor Ihnen gewaltige Furcht hat, nicht Sie vor mir! Ich bin ja kein Mawriki Nikolajewitsch ... Stellen Sie sich vor, ich fahre in einer extraschnellen Droschke her, und da sehe ich Mawriki Nikolajewitsch hier an Ihrem Gartengitter, an der hinteren Ecke des Gartens ... im Mantel, ganz durchnäßt; er hat gewiß die ganze Nacht da gesessen! Es ist erstaunlich, bis zu welchem Grade Menschen den Verstand verlieren können!«

»Mawriki Nikolajewitsch! Ist das wahr?«

»Gewiß ist es wahr. Er sitzt am Gartengitter. Von hier, – von hier mögen es ungefähr dreihundert Schritte sein, denke ich. Ich suchte so schnell wie möglich an ihm vorbeizukommen; aber er hat mich doch gesehen. Sie haben es nicht gewußt? Dann freue ich mich sehr, daß ich nicht vergessen habe, es Ihnen mitzuteilen. Gerade so einer ist am gefährlichsten, wenn er einen Revolver bei sich hat; und dazu noch die Nacht, das Schlackerwetter, die natürliche Gereiztheit; denn seine Situation ist ja allerdings eine sehr eigentümliche, ha-ha! Was meinen Sie, warum er da sitzt?«

»Er wartet selbstverständlich auf Lisaweta Nikolajewna.«

»So so! Aber weshalb sollte sie zu ihm herauskommen? Und noch dazu bei solchem Regen ... Ist das ein Dummkopf!«

»Sie wird sogleich zu ihm hinausgehen.«

»Ach! Das ist ja eine merkwürdige Nachricht! Also... Aber hören Sie, jetzt hat sich doch die Lage der jungen Dame vollständig geändert: was soll ihr jetzt Mawriki Nikolajewitsch? Sie sind ja jetzt ein freier Witwer und können sie gleich morgen heiraten. Sie weiß es noch nicht, – überlassen Sie es mir, und ich werde Ihnen sofort alles in Ordnung bringen. Wo ist sie denn? Man muß doch auch sie erfreuen.«

»Erfreuen?«

»Und ob! Lassen Sie uns zu ihr gehen!«

»Und Sie glauben, sie wird nicht erraten, wie es sich mit diesen drei Leichen verhält?« fragte Stawrogin und kniff in besonderer Weise die Augen zusammen.

»Natürlich wird sie es nicht erraten,« erwiderte Peter Stepanowitsch, wie wenn er der größte Dummkopf wäre; »denn was die Gerichte anlangt... Ach, Sie! Und wenn sie es auch erriete! Von den Weibern läuft all so etwas leicht ab; Sie kennen die Weiber noch nicht! Abgesehen davon, daß es jetzt sehr in ihrem Interesse liegt, Sie zu heiraten, weil sie sich doch arg in der Leute Mäuler gebracht hat, abgesehen davon habe ich ihr etwas von dem ›Nachen‹ gesagt und mich überzeugt, daß man mit dem ›Nachen‹ auf sie einwirken kann; da sieht man also, von welchem Kaliber dieses Mädchen ist. Seien Sie unbesorgt: sie wird über diese Leichen mit Leichtigkeit hinwegschreiten, – um so mehr, da Sie vollständig, vollständig schuldlos sind, nicht wahr? Sie wird sich diese Leichen nur aufheben, um Sie nachher, so etwa im zweiten Jahre der Ehe, damit zu peinigen. Jede Frau, die zum Altare geht, legt sich in dieser Weise etwas aus der Vergangenheit ihres Mannes als Reservewaffe hin. Aber dann wird ja ... was wird nach einem Jahre sein? Ha-ha-ha!«

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