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Электронная книга - «Die Dämonen». Краткое содержание книги:

Die Dämonen
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So wurde die Sache dargestellt. Noch eine Notiz wurde hinzugefügt: die Wohnung habe für den Hauptmann und dessen Schwester Herr Nikolai Wsewolodowitsch Stawrogin, der Sohn der Generalin Stawrogina, gemietet, und er sei zu diesem Zwecke persönlich zu dem Wirte gekommen; er habe dem Wirte erst sehr zureden müssen, da dieser die Wohnung nicht habe hergeben wollen, weil er das Haus zu einer Schenke bestimmt gehabt habe; aber Nikolai Wsewolodowitsch habe wegen des Preises keine Schwierigkeiten gemacht und die Miete gleich auf ein halbes Jahr vorausbezahlt.

»Dieses Feuer ist nicht ohne besondere Absicht angelegt worden,« hörte ich in der Menge sagen.

Aber die Mehrzahl schwieg. Die Gesichter waren finster; eine größere, sichtbare Aufregung konnte ich jedoch nicht wahrnehmen. Ringsumher fuhr man aber fort Geschichten von Nikolai Wsewolodowitsch zu erzählen, und daß die Ermordete seine Frau gewesen sei, und daß er gestern aus einem der angesehensten Häuser der Stadt, bei der Generalin Drosdowa, ein junges Mädchen, ihre Tochter, »unehrenhafter Weise« zu sich entführt habe, und daß darüber Klage in Petersburg erhoben werden solle; und daß seine Frau ermordet sei, das sei offenbar geschehen, damit er das Fräulein Drosdowa heiraten könne. Skworeschniki war nicht weiter als zwei und eine halbe Werst entfernt, und ich erinnere mich, daß mir der Gedanke kam: soll ich nicht Nachricht dorthin gelangen lassen? Übrigens bemerkte ich nicht, daß jemand die Menge besonders aufgehetzt hätte; ich will keine Unwahrheit auf mein Gewissen laden; allerdings huschten vor meinen Augen die Visagen zweier oder dreier jener Büfettfreunde vorüber, die sich gegen Morgen bei der Feuersbrunst eingefunden hatten, und die ich sofort wiedererkannte. Aber besonders erinnere ich mich an einen hageren, ausgemergelten, hochgewachsenen Burschen mit krausem, kohlschwarzem Haar, einen Kleinbürger, von Beruf Schlosser, wie ich später erfuhr. Er war nicht betrunken, war aber im Gegensatz zu der finster dastehenden Menge wie außer sich. Er wandte sich fortwährend an das Volk, obwohl ich mich an seine Worte nicht erinnere. Alles, was er Zusammenhängendes sagte, war nicht länger als folgendes: »Brüder, was stellt das vor? Soll das wirklich so weitergehen?« und dabei fuchtelte er mit den Armen umher.

Drittes Kapitel.

Der beendete Roman.

I.

Von dem großen Saale in Skworeschniki aus (eben jenem Saale, in welchem die letzte Begegnung Warwara Petrownas mit Stepan Trofimowitsch stattgefunden hatte) war die Feuersbrunst so klar zu sehen, als ob sie ganz nahe wäre. Bei Tagesanbruch, zwischen fünf und sechs Uhr morgens, stand Lisa an dem letzten Fenster rechts und blickte starr nach dem erlöschenden Feuerscheine hin. Sie war allein im Zimmer. Sie trug ihr gestriges Festkleid, in dem sie bei der Vorlesung erschienen war, ein hellgrünes, kostbares, ganz mit Spitzen besetztes Kleid, das aber schon zerknittert und eilig und nachlässig angezogen war. Als sie auf einmal bemerkte, daß es über der Brust nicht vollständig zugeknöpft war, errötete sie, brachte es eilig in Ordnung, nahm von einem Stuhl das rote Tuch, das sie schon tags zuvor bei ihrer Ankunft dort hingeworfen hatte, und band es sich um den Hals. Ihr üppiges Haar fiel in welk gewordenen Locken unter dem Tuche hervor auf die rechte Schulter. Ihr Gesicht war müde und sorgenvoll; aber die Augen brannten unter den finster zusammengezogenen Brauen. Sie ging wieder zum Fenster hin und drückte die heiße Stirn gegen die kalte Scheibe. Die Tür öffnete sich, und Nikolai Wsewolodowitsch trat herein.

»Ich habe einen besonderen reitenden Boten hingeschickt,« sagte er; »in zehn Minuten werden wir alles erfahren; vorläufig sagen die Leute, ein Teil des jenseitigen Stadtteiles sei abgebrannt, nach dem Ufer zu, rechts von der Brücke. Es hat schon zwischen elf und zwölf angefangen zu brennen; jetzt erlischt das Feuer.«

Er ging nicht zum Fenster hin, sondern blieb drei Schritte hinter ihr stehen; sie wendete sich nicht zu ihm um.

»Nach dem Kalender müßte es schon seit einer Stunde hell sein, und dabei ist es noch fast Nacht,« sagte sie mißmutig.

»Alle Kalender lügen,« bemerkte er mit einem freundlichen Lächeln; aber beschämt beeilte er sich hinzuzufügen: »Nach dem Kalender zu leben ist langweilig, Lisa.«

Er verstummte nun völlig; er ärgerte sich über die neue Trivialität, die er gesagt hatte. Lisa verzog die Lippen zu einem schiefen Lächeln.

»Sie sind in einer so trüben Stimmung, daß Sie nicht einmal die richtigen Worte für ein Gespräch mit mir finden können. Aber beruhigen Sie sich; Sie haben ganz zutreffend gesagt, daß ich immer nach dem Kalender lebe. Jeder meiner Schritte ist nach dem Kalender berechnet. Sie wundern sich darüber?«

Sie wandte sich schnell vom Fenster weg und setzte sich auf einen Lehnstuhl.

»Bitte, setzen Sie sich ebenfalls! Wir werden nicht lange zusammen sein, und ich will alles sagen, was mir beliebt ... Warum sollten nicht auch Sie alles sagen, was Ihnen beliebt?«

Nikolai Wsewolodowitsch setzte sich neben sie und ergriff sachte, beinah furchtsam ihre Hand.

»Was bedeutet diese Sprache, Lisa? Woher rührt sie auf einmal? Was bedeutet das: ›Wir werden nicht lange zusammen sein‹? Das ist schon der zweite rätselhafte Ausdruck in der halben Stunde, seit du aufgewacht bist.«

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