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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Ormu hatte nun einigen Vorsprung. Der Bogenschütze hatte bereits die Mündung zum Viehmarkt erreicht. Er hielt Ashot mit dem Arm zurück. Fünf Schritt vor ihnen lag, von Pfeilen durchbohrt, der Hornbläser. Er war halb gegen ein Viehgatter gesunken. Sein Horn hielt er in der Hand, als hätte er es gerade zum dritten Mal an die Lippen setzen wollen.

Ashot schob die Hand zur Seite. »Wir brauchen das Horn!« Geduckt wagte er sich aus der Gasse heraus. Pfeile empfingen ihn. Da war kein Chaos auf der Straße, die vom Tor kam. Der weißbärtige Pferdedaimon hinkte ungeachtet der Verletzung durch die Nagelbretter auf sie zu. Dicht neben ihm schritten einige Bogenschützen, die zwar viel kleiner waren als er, aber nicht weniger entschlossen.

Ashot warf sich nach vorne in den Staub und packte das Horn. Überall auf der Straße lagen tote Knaben. Die meisten der Rekruten, die mit ihm das Tor verteidigt hatten, waren in gerader Linie vor den Schützen fortgelaufen. Leichte Ziele …

Aus den Augenwinkeln sah er, wie Ormu aus der Gasse trat und einem Schützen, der gerade auf Ashot anlegte, einen Pfeil in den Hals schoss. Dann brachte sich der Jäger mit einem Satz wieder in Deckung.

Ein Pfeil zupfte an Ashots Haaren. Die verfluchten Pferdedaimonen. Sie gingen langsam und systematisch vor. Der Weißhaarige rief Befehle. Seine Männer schwärmten bereits in die Seitengassen aus, während von hinten weitere Daimonen vordrängten. Das alles lief viel geordneter ab, als Shaya es sich vorgestellt hatte.

Ashot packte den toten Hornisten und zog ihn als Schutz vor seinen Leib. »Du musst den Weißhaarigen töten, Ormu. Er hält sie zusammen.«

Pfeile schossen an der Häuserecke vorbei, hinter der sich Ormu verbarg, und sorgten dafür, dass er in Deckung blieb.

»Lenk sie ab!«, rief Ormu.

Was dachte der verdammte Hinterwäldler sich? Dass er jetzt aufsprang und die Zielscheibe spielte. Ashot setzte das Horn an die Lippen. Mit aller Kraft blies er hinein, doch er brachte nur einen kläglichen, wimmernden Laut zustande. Das würde niemand hören. Und das Weißhaupt hätte ihn auch gleich erreicht.

»Scheiße!«, schrie Ashot wild heraus, sprang auf und schwenkte wild mit den Armen. Aber das waren keine dämlichen Gäule, die er da vor sich hatte. Keiner der Pferdemänner scheute. Zwei legten auf ihn an, doch ein Befehl des Alten ließ sie die Bögen senken. Der Anführer der Pferdedaimonen ließ eine seltsame Klinge wirbeln. Ein Holzschaft, etwa so lang wie ein Arm, an dessen beiden Enden funkelnde Schwertklingen angebracht waren.

Ashot hielt mit der Linken das Horn umklammert und zog mit der Rechten sein Schwert. Dieser Daimon war knapp drei Schritt hoch! Seine Oberarme waren massiger als Ashots Oberschenkel. Der Kerl würde ihn einfach in Stücke hacken, das wusste der Feldherr. »Schieß ihn nieder, Ormu, das hier ist kein Ehrenhändel!«

Mehrere Bogenschützen der Pferdemänner belauerten mit gespannten Bögen die Hausecke, hinter der sich Ormu versteckte. In dem Augenblick, in dem der Jäger vortrat, um zu schießen, würde er selbst von Pfeilen durchbohrt werden.

»Komm her, Großer!« Ashot hob herausfordernd sein Schwert. »Glaubst du, ich hab Angst vor dir?« Er führte einen Stich nach oben, der auf die Brust des Pferdemanns zielte.

Der Daimon parierte mit Leichtigkeit, prellte Ashots Schwert zur Seite und zog seine Waffe zurück, sodass der Feldherr nur mit einem verzweifelten Hüpfer der Klinge entkam, die nach unten wies.

»Ist das alles, was du draufhast, dämlicher Gaul?«

Der alte Daimon lächelte gehässig. Dann sagte er etwas, von dem Ashot kein Wort verstand.

Gehetzt sah sich der Feldherr um. Immer mehr Pferdemänner füllten die kleine Siedlung. Warum ergriffen die Knaben in den Hütten denn nicht von sich aus die Initiative? Sie mussten doch sehen, dass es an der Zeit war, die Feuer zu entzünden. Stattdessen warteten sie auf den dritten Hornstoß.

Ein Hieb, der auf seinen Kopf zielte, zwang Ashot, sich zu ducken. Kaum dass er das tat, zuckte das untere Schwert der bösartigen Daimonenwaffe vor. Die Breitseite der Klinge traf ihn mit solcher Wucht vor die Brust, dass er von den Beinen gerissen wurde. Ein Huf schnellte herab, auf seine Rechte. Seine Finger brachen wie dürres Reisig. Ashot keuchte auf, doch fühlte er keinen Schmerz, obwohl er seine Knochen splittern hörte.

»Für Aram!«, ertönte plötzlich ein Schrei.

Zwei seiner jungen Krieger stürmten aus dem Wegelabyrinth zwischen den Viehpferchen hervor. Einer schwang ein großes Schwert über dem Kopf.

Ashot nutzte die Gelegenheit, sprang auf und stach dem Pferdemann das Mundstück des Horns in die Brust. Nicht, dass er ihn damit verletzt hätte, doch sein riesiger Gegner tänzelte ein Stück zurück. In diesem Augenblick trat Ormu hinter der Häuserecke hervor und ließ einen Pfeil von der Sehne schnellen.

Das Geschoss traf den Weißbart mitten in die Stirn.

»Lauft, Jungs!«, schrie Ashot den Knaben zu und lief geduckt zur Gasse zurück.

Pfeile umschwirrten ihn wie wütende Hornissen, aber die Götter waren auf seiner Seite. Zwei Geschosse zupften an seiner Tunika, doch keines verletzte ihn.

Kaum dass er bei Ormu stand, hielt er ihm das Horn hin. »Ich hoffe, du kannst das.«

Mit einem gurgelnden Schrei taumelte der Junge mit dem Schwert in die Gasse. Zwei Pfeile ragten ihm aus dem Rücken. Der andere Rekrut lag tot neben dem weißbärtigen Pferdemann.

Ashot schloss Daron in die Arme. »Du wirst mir jetzt nicht verrecken, Kleiner! Du bist gerade ein verdammter Held geworden.«

Daron lächelte schwach, während neben ihnen endlich das dritte Hornsignal erklang.

Hastig packte Ashot Daron und zog ihn mit sich. Der Junge vermochte sich kaum noch auf den Beinen zu halten.

Ormu blieb dicht hinter ihnen und deckte ihren Rückzug mit gespanntem Bogen. Wer immer sich in ihre Gasse wagte, wurde von ihm mit einem wohlgezielten Pfeil empfangen.

Bald erreichten sie die Innenseite der Palisade, an der alle paar Schritt Leitern aufgestellt waren. Ashot schob Daron vor sich her die Sprossen hoch. Jedes Mal, wenn seine verletzte Hand gegen den Körper des Jungen stieß, peinigte ihn sengender Schmerz. Aber er gab ihn nicht auf. Zu viele würden hier sterben! Diesen einen wollte er retten. Wenigstens einen.

Überall entlang des hölzernen Schutzwalls tauchten nun junge Krieger auf, die ihre Brandsätze gezündet hatten. Allerdings waren auch die ersten Pferdemänner bis zur Palisade vorgedrungen. Mit Schrecken sah Ashot, wie sie ihre Doppelschwerter einsetzten. Seine Krieger vermochten nicht gegen diese tödlichen Waffen zu bestehen und fielen wie Ähren unter Sichelschnitten.

Unendlich langsam schob sich Daron über die Krone der Palisade. Ashot hielt ihn mit der gesunden Hand, als der Junge sich an den Holzstämmen hinabsinken ließ. Es fehlte immer noch etwas mehr als ein Schritt bis zum Boden.

»Wenn ihr etwas schneller machen könntet, werde ich vielleicht auch meinen Arsch retten können!«, zischte Ormu hinter ihm.

Als Ashot sah, dass der Schütze seinen letzten Pfeil verschossen hatte, fuhr er den Jungen an:

»Spring!«

Daron sah verzweifelt zu ihm auf, dann ließ er los. Mit einem leisen Schmerzenslaut landete er auf den Füßen und taumelte zur Seite. Ashot schwang sich hastig über die zugespitzten Pfähle. Federnd landete er neben dem Jungen, dicht gefolgt von Ormu.

Die beiden Anführer blickten zu dem lang gezogenen Hügel, auf dem eben noch die Pferdemänner gestanden hatten. Eigentlich sollte dort jetzt Shaya mit ihren Reitern erscheinen. Sie sollte den Pferdedaimonen in den Rücken fallen und die letzten Nachzügler in das Dorf treiben. Wo waren sie? Was hatte sie aufgehalten?

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