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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Endlich kam Bewegung in die Frischlinge.

Vor dem Tor erschollen laute Rufe. Dann Gelächter. Im nächsten Augenblick war ein dumpfer Schlag zu hören. Die beiden Torflügel waren aus fast zwei Zoll dickem Eichenholz gefertigt. Wie lange würden sie halten?

»Beeilt euch!«, feuerte er seine Knaben an. »Schneller! Ihr werdet …«

Einer der Jungen schrie auf. Sein Daumen war zu einer unförmigen, blutigen Masse zerquetscht. »Weitermachen!«, feuerte Ashot die anderen an und schlug selbst Nagel um Nagel in sein Brett.

Kurz blickte er zu dem Verletzten auf. »Du fängst jetzt nicht an zu flennen! Du holst mir einen Arm voll Stroh und bringst es zum Tor!«

Die Äxte schmetterten in schnellem Rhythmus gegen das Tor. Schon hörte Ashot Holz splittern. Ihm wurde bewusst, dass sie nicht warten durften, bis die Pferdedaimonen ein Loch ins Tor geschlagen hatten. Wenn diese Bastarde sehen konnten, was sie taten, dann war alles verloren.

Zweifelnd blickte der Feldherr auf sein Brett. Er hatte gerade einmal ein Dutzend Nägel durch das Holz getrieben. Das musste genügen! »Aufhören!«, befahl er mit ruhiger Stimme. Sein Rekrutentrupp war schon verängstigt genug. Er musste ihnen den kaltblütigen Helden vorspielen, damit sie nicht endgültig in Panik verfielen. »Nehmt die Bretter und vergesst eure Speere nicht! Auf zum Tor! Wir werden den verdammten Pferdeärschen beibringen, wie eine Niederlage schmeckt!«

Der Sohn des Waffenmeisters

Nikanor spürte sein Blut in den Ohren rauschen. Es war nicht seine erste Schlacht, aber es war das erste Mal, dass er ein Kommando hatte. Er wusste, sein Vater sah jetzt vom Hügel auf ihn hinab. Er musste alles richtig machen. Verfluchtes Tor! Die dicken Bohlen machten mehr Ärger, als er erwartet hatte. Seine Hände schlossen sich fester um den lederumwickelten Griff seiner Doppelklinge. Sein Vater hatte sie ihm vor einer Woche geschenkt. Am selben Tag, an dem Fürst Sekander ihn zu einem Hauptmann gemacht hatte. Heute würde er die Klingen zum ersten Mal in Blut tauchen.

»Los, ihr Stuten!«, feuerte er seine Männer an. »Schlagt endlich das verfluchte Tor ein!«

Lange Späne sprühten von den Bohlen. Endlich splitterte das erste der dicken Bretter.

»Platz!« Nikanor drängte seine Kameraden mit den Äxten zur Seite.

»Nicht!«, schrie sein Freund Lamos ihn an, als er begriff, was er tun wollte.

Doch Nikanor ignorierte ihn und spähte durch das Loch, das von ausgefranstem Holz gerahmt wurde. Ein Stück die Straße hinauf waren Menschenkinder. Sie machten sich am Heu, das auf der Straße lag, zu schaffen. Unmittelbar am Tor konnte er niemanden entdecken. Allerdings würde er es auch nicht sehen, wenn sie mit dem Rücken gegen das Tor gepresst rechts und links der Lücke lauerten.

Er war der Sohn des Parmenion. Der Sohn des Waffenmeisters! Er musste mindestens genauso mutig wie sein Vater sein. Immer stärker rauschte das Blut in seinen Ohren. Das Geräusch überlagerte die warnenden Rufe seiner Gefährten. Er streckte den Arm durch die Lücke im Holz und tastete nach dem Querbalken, der das Tor verschlossen hielt. Dabei stellte er sich vor, wie nur ein paar Zoll entfernt, und doch unsichtbar für ihn, ein Mann mit einer Axt stand. Auf welchen Teil des Armes würde er zielen. Das Handgelenk? Sicher könnte sogar ein Menschensohn mit einem einzigen Hieb sein Handgelenk abtrennen.

Seine Finger ertasteten den Sperrbalken. Er streckte sich, schob die Hand unter die Holzkante. Jetzt wäre der Augenblick! Er biss die Zähne zusammen.

Es kam kein Hieb. Er spannte seine Muskeln zum Zerreißen. Der Balken bewegte sich. Er würde ihn heben … Etwas schlug mit dumpfem Laut in das Tor. Er spürte die Bohlen erzittern. Ein Speer?

Er presste sich dicht gegen das Tor. Holzsplitter bohrten sich in seine Achsel. Jeder Muskel im Arm zitterte vor Anstrengung. Der Balken glitt zur Seite weg. Das Tor gab unter dem Druck seines Körpers nach und schwang nach innen.

Seine Männer schrien auf! Der Weg in die Siedlung war offen. Ein Augenblick Heldenmut hatte ihnen fünfhundert Rinder eingebracht! Sie würden ihn feiern. Und sie würden seine Geschichte im Windland erzählen. Die Geschichte von Nikanor, dem heldenhaften Sohn des Parmenion.

Die paar Menschenkinder, die auf der Straße einen Wall aus Speeren auf ihn richteten, würden ihn nicht aufhalten. Seite an Seite mit seinen Männern preschte er voran, als Lamos neben ihm plötzlich aufschrie. Nikanor ignorierte ihn. Es konnte nichts Ernstes sein. Ihnen schlugen weder Pfeile noch Speere entgegen. Da war nur der Speerwall.

Nikanor sah die Angst in den Augen der jungen Menschenkinder. Die Hände, in denen sie ihre Waffen vorstreckten, zitterten. Nur ein älterer Mann, ein hagerer Kerl mit ausgezehrtem, stoppelbärtigem Gesicht, wirkte ganz ruhig. Wenn er sich den Kopf von dem Alten holte, dann würden die anderen schreiend davonlaufen.

Plötzlich bohrte sich ein scharfer Schmerz durch seinen linken Vorderhuf. Etwas hatte ihn getroffen. Er wurde langsamer, hinkte. Ein Brett klemmte unter seinem Huf! Nägel ragten aus der Hufkrone und der Fessel.

Er durfte jetzt nicht abbrechen. Er musste dem Schmerz trotzen. Einfach durchhalten. Er würde diesen lächerlichen Speerwall durchbrechen. Wütend ging er weiter vor. Nur noch im Schritt. Gleich hätte er sie!

Ein dumpfer Schlag traf ihn in der Brust. Ein Pfeil hatte ihn getroffen. Woher war der gekommen? Er sah keinen einzigen Bogenschützen. Was … Taubheit floss in seine Glieder. Er blinzelte.

Der alte Mann stürmte ihm entgegen. Nikanor wollte den Speer, der auf ihn zielte, zur Seite wischen, aber seine Arme waren wie Blei. Er hob das Doppelschwert zu langsam. Die Speerspitze raste ihm entgegen. Er starrte auf den funkelnden Stahl. Dann verschwand er unter seinem Kinn.

Der dritte Hornstoss

Ashot schwenkte den Kopf des toten Pferdemanns, sodass ihn die anderen auf dem Hügel gut sehen konnten. Die Provokation verfehlte ihre Wirkung nicht. Alle Daimonen preschten vom Hügel herab. Und ihnen voran ein alter, weißbärtiger Kerl.

Der Feldherr warf den Kopf ins zertrampelte Gras bei der Palisade und beeilte sich, dicht bei den Hütten, wo sie einen schmalen Streifen der Straße nicht mit Nagelbrettern gepflastert hatten, zurückzulaufen.

Nun lief endlich wieder alles nach Plan. Sie hatten nur drei der Pferdemänner getötet, die übrigen waren Hals über Kopf geflohen.

»Lauf!«, rief er Ormu zu. Der rotbärtige Jäger war zu ihnen zurückgekehrt, als er gesehen hatte, dass Shayas Plan nicht aufging. Es war sein Schuss gewesen, der den Anführer der Pferdedaimonen aufgehalten hatte.

Ashot wusste, dass die paar Nagelbretter die anstürmende Horde nicht aufhalten würden. Die Daimonen waren blind vor Zorn. Genau das hatte er erreichen wollen.

Ein Pfeil zischte dicht über den Feldherrn hinweg.

»Hierher!« Ormu zog ihn in eine Seitengasse. »Die Kerle sind verdammt gute Schützen. Wer vor ihnen über die Hauptstraße zu den Pferchen läuft, ist ein toter Mann.«

»Aber das Signal …«

»Dein Hornbläser ist klüger als du, alter Mann. Der ist dort vorne in eine der Gassen gehetzt.«

Obwohl die Pferdedaimonen das Dorf noch nicht erreicht hatten, vibrierte der Boden schon unter ihren donnernden Hufen. Sie waren wie eine Naturgewalt. Tausende. Eine Flutwelle aus Fleisch, die alles hinwegreißen würde, was ihnen im Weg stand. Wie mussten sich all die jungen Rekruten jetzt fühlen? In jeder Hütte kauerte einer der Knaben und wartete auf den dritten Hornstoß, auf das Signal, eine weitere Naturgewalt zu entfesseln.

Ashot lief neben dem Bogenschützen. Sein Herz schlug immer schneller. Er war noch nie ein sonderlich guter Läufer gewesen. Schon ging sein Atem keuchend. Sie bogen nach links in die Gasse ein, die zur Wasserstelle in der Mitte der kleinen Siedlung führte.

Hinter sich, beim Tor, waren nun wilde Schreie zu hören. Ashot hätte gerne gesehen, wie seine Nagelbretter wirkten. Wie die ersten der Daimonen strauchelten, andere über sie stürzten, wie ein Knäuel aus Leibern sich auf der Straße wand. Wie sie sich in ihrer blinden Wut gegenseitig tottrampelten. Der zweite Hornstoß ertönte. Das Zeichen, dass der Feind in die Stadt eindrang. Bald würde ihre Falle zuschnappen, dachte Ashot und lief so schnell seine Beine ihn trugen.

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